Verschärft die FCA die Regulierung für P2P Kredit Marktplätze in UK?

FCAP2P Kreditmarktplätze fallen in UK in der Regel unter die Aufsicht der Regulierungsbehörde FCA. Es gibt aber auch bestimmte Ausnahmen, wie z.B. Invoice Financing. Neue P2P Plattformen müssen eine Genehmigung (Full Authorisation) beantragen und bewilligt bekommen, bevor sie den Marktplatz eröffnen. Dieses Regelwerk ist nun seit einigen Jahren in Kraft und die meisten Plattformen, die schon vor der Regulierung am Markt waren haben, inzwischen auch den Full Authorisation Status.

Im internationalen Vergleich sind die Anforderungen und damit die Hürden für den Markt Eintritt von Anbietern eher gering.

Die FCA hat letzte Woche ein 156-seitiges Konsultationspapier veröffentlicht (‚Loan-based (‘peer-to-peer’) and investment-based crowdfunding platforms: Feedback on our post-implementation review and proposed changes to the regulatory framework‚).

Das Papier stellt die Lage seit Inkafttreten der Regulierung 2016 aus Sicht der FCA dar und macht Änderungsvorschlägen, in denen sie dies aufgrund schlechter Handelsgepflogenheiten (‚poor practises‚) für erforderlich erachtet.

Auch wenn es ausschließlich um den britischen Markt geht, sind weite Teile des Berichts generell für Anleger in P2P Kredite interessant, da dieselben oder vergleichbare Risiken sicher auch bei P2P Krediten in anderen Ländern auftreten.

Ich verweise im Folgenden einfach mal auf einige Punkte anhand der Numerierung im Bericht. Es handelt sich nicht um wörtliche Übersetzungen der Punkte sondern Umschreibungen/Zusammenfassungen durch mich.

1.12 Anleger müssen verstehen, dass P2P Kredit nicht gleich P2P Kredit ist, sondern das Risiko sich erheblich nach Art des Investments unterscheiden kann. Z.B. Verbraucherkredit vs. Immobilienkredit.

1.17 Schlechte Handelsgepflogenheiten bei den Plattformen hat die FCA vor allem in den Punkten Information an Klienten, Gebührenstrukturen, Abwicklungsverfahren bei Schließung der Plattform und Buchhaltung beobachtet

1.18 In einigen Fällen entsteht das Risiko durch das Geschäftsmodell der Plattform

In 3.4 bis 3.47 geht es um die Struktur der Investments, die unterschiedlichen Geschäftsmodelle von P2P Plattformen und ihre Auswirkung auf das Risiko für den Anleger. Das meiste dürften Anleger die schon länger dabei sind, schon mal gehört haben, es ist aber hier strukturiert und gut verständlich dargelegt.

P2P business models

In Kapitel 4 geht es um Schäden (‚harm‚) und Maßnahmen zur Schadensvermeidung. Hauptpunkte sind u.a.

  • Anleger bekommen nicht genug klare und akkurate Informationen so dass das Produkt für sie ungeeignet ist
  • Anleger verstehen nicht das wahre Risiko, dem sie sich mit ihrer Anlage aussetzen
  • Anleger werden nicht fair für das Risiko vergütet, das sie tragen
  • Anleger verstehen nicht, welche Folgen ein Kollaps der Plattform hätte
  • Anleger verstehen nicht, welche Gebühren sie an die Plattform zahlen
  • Anleger könnten exzessive Kosten für die Dienste der Plattformen zahlen

In 4.31 bis 4.35 geht es um die Probleme, die aus Sicht der FCA erwachsen können, wenn die Plattform einen erheblichen Spread zwischen dem Zinssatz den der Kreditnehmer zahlt und dem Zinssatz den der Anleger erhält. Die FCA nennt als Beispiel den Fall, dass der Kreditnehmer 30% Zins zahlt, der Anleger 3% erhält und die Plattform 27% einsteckt.

4.50ff Die FCA sieht erhebliche Risiken für die Anleger darin, dass die Planung für die Abwicklung einer Plattform bei einem Kollaps lückenhaft sind bzw. praktisch nicht zufriedenstellend funktionieren. Vielen Anlegern sei dieses Risiko zum Anlagezeitpunkt nicht bewusst.

4.66ff Die FCA ist besorgt dass provision funds ( im Dokument als contingency funds bezeichnet) bei den Anleger ein falsches Gefühl der Sicherheit hervorrufen könnten.

4.72ff Zweitmärkte können einen falschen Eindruck der Liquidität erwecken.

In Kapitel 5 schlägt die FCA Änderungen für die Zukunft vor, die insgesamt auf eine Verschärfung der Anforderungen hinauslaufen. Im einzelnen werden sehr unterschiedliche Punkte adressiert manche eher generell, manche schon konkreter. Eine Folge könnte sein, dass Anleger auf britischen Plattformen die sich als ‚Retail investors‘ selbst einstufen, nicht mehr als 10% ihres Anlagevermögens in P2P Kredite anlegen dürfen (5.49). Allerdings würde das in der Praxis vermutlich nicht allzu viel ändern, denn eine ähnliche Regelung gibt es bereits für Crowdinvesting in UK und dort überprüfen die Plattformen die Selbsteinstufung der Anleger nicht.

Interessant ist auch der Ansatz die Plattformen zu verpflichten zu veröffentlichen wie sich die tatsächliche Rendite rückschauend im vorherigen Jahr im Vergleich zur vorher erwarteten und beworbenen Rendite entwickelt hat (Ziffer 5.84-5.86). Dies kann natürlich nur funktionieren, wenn die Berechnung stark standardisiert vorgegeben wird und der Plattform wenig Spielraum für Interpretationen bleibt.

Da es ein Konsultationspapier ist kann jeder (also auch Anleger) ganz basisdemokratisch der FCA seine Meinung zu den im Bericht aufgeworfenen Fragen online schicken. Das Formular dazu ist hier. Die Frist für Stellungnahmen ist der 27. Oktober also 3 Monate Zeit. Wer lieber einfach mit anderen Anlegern Aspekte diskutieren möchte, kann das in diesem Thread im Forum tun.

Mein Fazit: Die FCA wurde von vielen englischen Anlegern bisher oft als zahnloser Tiger eingestuft, der hauptsächlich hohe Gehälter für die FCA Mitarbeiter generiere aber wenig praktischen Nutzen für die Anleger. Dass die FCA durchaus aktiv werden kann (wenn auch vielleicht zu spät) hat der Fall Collateral gezeigt. Und sehr viele Anleger finden dass das jetziger Konsultationspapier sehr detailliert ist und wesentliche Problempunkte gut wiedergibt. Die Geister scheiden sich etwas inwiefern es zu Änderungen in der Regulierung kommen wird, die tatsächlich spürbare Verbesserungen für Anleger bringen wird. Denn wie ein Anleger schreibt: Genauso informierte Papiere hatte gab es von der Aufsicht auch 2013-2015 ohne dass allzu viel davon umgesetzt wurde.

Ich denke schon, dass ein Teil der Punkte umgesetzt werden wird und wirklich Verbesserungen bezüglich Information und Transparenz bringen wird.

 

 

Zencap: Kleinanlegerschutzgesetz Ursache für geringeres Kreditangebot auf dem Marktplatz

Zencap LogoDer P2P Kreditmarktplatz Zencap führt die Verknappung des Angebotes für private Investoren auf seinem Marktplatz auf die Folgen des Kleinanlegerschutzgesetzes, das im Juli in Kraft trat, zurück.

‚Hauptursache für die geringe Anzahl an Kreditprojekten auf unserem Marktplatz ist das … Kleinanlegerschutzgesetz (KASG). Diese Regulierung ist eine vom Gesetzgeber initiierte Maßnahme zum Schutz von privaten Anlegern – und mit negativen Folgen für unsere Plattform. Obwohl wir die Schaffung gesetzlicher Rahmenbedingungen grundsätzlich positiv bewerten, führen diese neuen Richtlinien für uns zu erheblichen Erschwernissen:

Prinzipiell ist das Grundverständnis des Kleinanlegerschutzgesetzes problematisch , da es in Hinblick auf große Kapitalaufnahmen in Nachrangformat, vor allem partiarische Nachrangdarlehen, definiert wurde. Für kleine Unternehmen, die weniger als 1 Mio. Euro über ein klassisches Darlehen aufnehmen wollen, ist die Regulierung wenig sinnvoll. Für Anleger ist es verwirrend, warum eine Geldanlage in Geschäftskredite über 100.000 Euro anderen regulatorischen Bedingungen unterliegen sollten als Investitionen in Kredite unter 100.000 Euro. Und zuletzt wäre es für uns als Anbieter nicht wirtschaftlich für unterschiedliche Kredithöhen gänzlich andere Prozesse vorzuhalten.

Konnten wir auf unserem Kreditmarktplatz bisher Privatpersonen problemlos Projekte über 100.000 Euro als Geldanlage anbieten, müssen wir für diese nun andere Regeln erfüllen als für Kredite unter 100.000 Euro. Insbesondere sind wir gezwungen ein Vermögensinformationsblatt bereitzustellen, für das der jeweilige Unternehmer haftet.

Da unser durchschnittliches Kreditvolumen bei 100.000 Euro liegt, können wir aufgrund des Kleinanlegerschutzgesetzes einen Großteil der Projekte nicht mehr durch private Anleger finanzieren lassen. Das Ergebnis ist der Status Quo des Angebots auf unserem Marktplatz. Die Verknappung ist daher das Resultat einer nicht zu Ende gedachten Regulierung.‘

Das geringere Angebot an neuen Krediten war auch im Zencap Forum auf P2P-Kredite.com angemerkt und kommentiert worden.

Die ebenfalls diskutierte Finanzierungszusage durch den institutionellen Kapitalgeber Victory Park Capital, der über Zencap bis zu 230 Mio. Euro investieren will, hat laut Zencap keinen wesentlichen Einfluss. Zencap wiederholt die Zusage, dass alle Anleger gleich behandelt würden. Weiterlesen

Regierung: Kein Anlass die Aufsicht über die private Kreditvergabe im Internet auszuweiten

Im Mai hatte ich über eine Kleine Anfrage zum Thema P2P Kredite berichtet, die die Grünen im Bundestag eingebracht hatten.

In der nun vorliegenden Antwort sieht die Bundesregierungkeinen Anlass, die staatliche Aufsicht über private Kreditvergabeseiten im Internet über das bestehende Maß hinaus auszuweiten. Es liegenkeine Informationen über Missbrauchs- oder Betrugsfälle in Zusammenhang mit Betrieb oder Nutzung von Plattformen für private Kreditvergabe (”Peer-to-Peer-Lending“) vor. Derzeit werde die gewerbsmäßige Vermittlung von Darlehen nach Maßgabe der Gewerbeordnung beaufsichtigt und bedürfe einer Erlaubnis nach der Gewerbeordnung. Voraussetzung der Erlaubnis ‚ist das Vorliegen der für den Gewerbebetrieb erforderlichen Zuverlässigkeit und geordneter  Vermögensverhältnisse‘, schreibt die Bundesregierung.

Der Antworttext der Regierung zum Thema P2P Kredite umfasst 8 Seiten.

Bundestag beschäftigt sich mit dem Thema P2P Kredite

Die Fraktion Bündnis 90/Grüne hat am 21. Mai 2010 eine kleine Anfrage zum Thema „Private Kreditvergabe im Internet“ an die Bundesregierung gestellt, aus der ich hier nachfolgend zitiere. Bezeichnend finde ich, dass zwar in der Einleitung die Chancen für Verbraucher – neue und potentiell handlungserweiternde Möglichkeiten – angesprochen werden, in den Fragen aber hauptsächlich (Fragen 4-23) formuliert wird, ob dies nicht risikobehaftet sei und ob nicht der Bedarf nach mehr Regulierung und Kontrolle dieses aufstrebenden Feldes bestehe.

Sieht für mich so aus, als ob man sich hauptsächlich mehr Kontrolle und nicht wirklich Alternativen zu Bankkrediten bei den Grünen wünscht. Interessant wäre was CDU/CSU, FDP bzw. SPD über das Thema denken.

In den letzten fünf Jahren ist das Marktvolumen von privat vergebenen Krediten mittels Onlinemarktplätzen kontinuierlich auf weltweit schätzungsweise 1 Mrd. Euro angewachsen. Eine der traditionellen Aufgaben der Banken, die Kreditin- termediation, wird auf diese Weise von Kreditvergabeplattformen über das Internet übernommen. Diese vermitteln die Kreditvergabe zwischen privaten Kreditgebenden und privaten Kreditnehmenden (auch als „Peer-to-Peer-Lending“ oder „Peer-to-Peer-Banking“ bezeichnet). Eine Bank wirkt höchstens indirekt als rechtliche Kreditgeberin an der Kreditvergabe mit. Auch in Deutschland fassen Onlineportale für private Kreditvergabe zunehmend Fuß und konnten im Jahr 2009 ein vermitteltes Kreditvolumen von ca. 20 Mio. Euro ausweisen.
Damit eröffnen sich aus Verbrauchersicht gänzlich neue und potentiell hand- lungserweiternde Möglichkeiten, jenseits der bestehenden Kreditvergabestruk- turen und den dort von den bestehenden Banken, Sparkassen und Geldinstituten vorgegebenen Vergabebedingungen an Kredite zu gelangen. Diese Entwicklung steht noch am Anfang und ist in seinem Potential zur Veränderung der bestehen- den Märkte der Kreditvergabe noch kaum absehbar.
Dabei bestehen derzeit große Unterschiede in der konzeptionellen Ausgestaltung dieser Kreditvergabeplattformen. So differiert das Angebot zwischen profit- und sozialorientierten Plattformen, reinen Kreditanzeigemärkten, Kreditauktionsplätzen und Plattformen mit Einbindung einer Transaktionsbank. Zudem bieten die Plattformen unterschiedliche Kreditvergabekonditionen sowie Bonitätsprüfungsverfahren an. Dies stellt nicht nur den Verbraucherschutz vor neue Anforderungen, sondern auch die kreditrechtliche Aufsicht.
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sieht derzeit laut eigener Mitteilung vom Mai 2007 nur Einzelfallprüfungen der Plattformen für erlaubnispflichtige Bankgeschäfte vor. Die angemessene Bewertung und Ver- gleichbarkeit verschiedener Kreditmodalitäten ist für Verbraucherinnen und Verbraucher durch die genannten Gestaltungsspielräume nur bedingt gegeben.

Wir fragen daher die Bundesregierung:

1. Wie bewertet die Bundesregierung die Entwicklung des „Peer-to-Peer- Lending“-Sektors weltweit und insbesondere in Deutschland?

2. Wie bewertet die Bundesregierung die Internetplattformen für private Kreditvergabe?

3. Welche Plattformen sind der Bundesregierung bekannt?
Welche Differenzierungen und Unterschiede sind bezüglich Konzeption, Kreditvergabekonditionen und Bonitätsprüfung bei den verschiedenen Plattformen feststellbar?

4. Inwiefern liegen der Bundesregierung und/oder BaFin Daten und/oder Ab- schätzungen zur Entwicklung der Geschäftsvolumina in Deutschland tätiger Kreditvergabeplattformen hinsichtlich der letzten Jahre sowie prospektiv vor?
Wie lassen sich diese Daten und/oder Abschätzungen hinsichtlich der ver- schiedenen Konzeptionen der Kreditvergabeplattformen differenzieren? Weiterlesen

CommunityLend startet in Kanada

Seit heute ist CommunityLend mit einer Kreditplattform von Privat zu Privat in Kanada live, bzw. zunächst einmal für Einwohner der Provinz Ontario.

Im Gegensatz zu den deutschen Anbietern Smava und Auxmoney, bei denen jeder mit Wohnsitz in Deutschland Anleger werden kann,  steht der Service aufgrund von Auflagen der kanadischen Aufsicht aber nur einem exklusiven Kreis von Anlegern offen. Nur wer den Status eines „accredited investors“ hat, darf derzeit bei CommunityLend Geld anlegen. Und das dürften nicht ganz so viele sein, denn gefordert sind entweder ein Jahreseinkommen von mindestens 200.000 kanadischen Dollar pro Jahr oder ein Vermögen von über 1 Million Dollar.

Mehr zum Launch von CommunityLend im Artikel von P2P-Banking.com „CommunityLend Lanuch – P2P Lending in Ontario“  oder direkt im offiziellen CommunityLend Blog.

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Aufsichtsbehörde FMA untersagt Bankless-Life Kreditvergabe

Schwerer Rückschlag für Bankless-Life in Österreich. Die Finanzmarktaufsicht FMA hat dem Betreiberverein am 22.12. einen Bescheid zugestellt, der dem Verein die Vermittlung der Kredite zwischen Privatpersonen untersagt. Grund seien die fehlenden, hierfür notwendigen Genehmigungen (Konzessionen für die Vermittlung von Krediten, das Einlagengeschäft, das Zahlungsgeschäft und die Erbringung des Girogeschäftes).

Bankless-Life.at hat auf seiner Website eine Stellungnahme veröffentlicht in der rechtliche Beschwerden gegen den Bescheid angekündigt werden.

Schweiz: Privatbankier sieht P2P Kredite als Bedrohung für Bankbilanzen

In einem Video Interview sagt Konrad Hummler, Teilhaber der Schweizer Privatbank Wegelin & Co, P2P Kredite könnten sich relativ schnell zur Bedrohung der Bankbilanzen entwickeln.
P2P Kreditbörsen könnten in wesentlichen Funktionen wie Losgrößentransformation, Risikotransformation und Fristentransformation die Banken ersetzen wenn sie effizientere Prozesse etablieren. Hummler sieht eine Schwäche der Großbanken in Staatsbesitz in ihrer Ineffizienz. Banken werden versuchen durch Ruf nach mehr Regulierung ihre Marktstellung zu sichern und Innovationen zu hemmen.

Regulatorisches Durcheinander in den USA – Prosper schliesst nur 2 Wochen nach Wiedereröffnung

In den USA erlebt die kalifornische P2P-Kreditbörse Prosper.com ein Chaos. Nach 6 monatiger Schließung aufgrund regulatorischer Auflagen durch die Aufsichtsbehörde SEC, hatte Prosper am 28. April wieder geöffnet – aber ohne das Plazet der SEC mit einer Ausnahmegenehmigung des Bundesstaats Kalifornien.

Heute ist das auch schon wieder Schnee von gestern. Auf der Webseite ist eine Bekanntmachung, dass aktuell wieder keine neuen Anleger und Kreditnehmer Kredite vergeben und bekommen können, solange die Genehmigung der SEC nicht vorliegt.

USA: Sammelklage gegen Prosper

Nachdem die Aufsichtsbehörde Prosper bereits Rechtsbruch anlastete kommen weitere Probleme auf Prosper.com zu. Vor wenigen Tagen wurde die erste Sammelklage gegen Prosper eingereicht, in der Anleger Prosper anlasten sie unzureichend über Risiken der Geldanlage informiert zu haben, falsche Marketing-Aussagen gemacht zu haben, und ihnen nicht registrierte Wertpapiere verkauft zu haben (basierend auf der SEC Beurteilung als Beweis). Laut Klage seien die Anleger um mindestens 21 Mio. US$ geschädigt worden durch nicht zurückgezahlte Kredite, die nun wertlos seien.

Außerdem hat sich Prosper in einem Vergleich mit US-Bundesstaaten verpflichtet 1 Mio. US$ an die Bundesstaaten zu zahlen, die im Gegenzug auf individuelle Klagen gegen Prosper verzichten.

Die vollständige Klageschrift sowie weitere Hintergrundinformationen werden im Artikel ‚Prosper faces class action lawsuit…‘ bei P2P-Banking.com geschildert.

USA: Aufsichtsbehörde wirft Prosper Rechtsbruch vor

In den USA hat die Aufsichtbehörde SEC heute eine ‚Cease and desist‘ Anordnung gegen Prosper veröffentlicht. Im wesentlichen geht es darum, dass die SEC Prosper vorwirft, durch die über Prosper.com angebotenen Kredite die amerikanischen Wertpapiergesetze verletzt zu haben, da Prosper nicht über die notwendigen Voraussetzungen und Genehmigungen zur Ausgabe dieser Wertpapiere verfüge. Die SEC fordert Prosper auf alles zu unterlassen, was zu weiteren Verletzungen der genannten Gesetze führen könnte.

Für die Anleger stellt sich die Frage, was das konkret für sie und ihre schon laufenden Kredite bedeutet – insbesondere falls Prosper als Resultat der Regulierungsproblematik den Betrieb nicht dauerhaft aufrecht erhalten könnte.

(Quelle: ‚SEC orders Prosper to cease and desist‚)

Update 26.11.: In Reaktion auf obige Entscheidung stellt auch Loanio heute vorsorglich den Betrieb ein um die Möglichkeiten von Schritten zur Schaffung einer regulierungskonformen Lösung zu prüfen.