Vorschau auf den kommenden Reinvest24 Zweitmarkt

Lange hat’s gedauert aber jetzt kommt er. Reinvest24* wird nächste Woche seinen Zweitmarkt launchen.

Wer Reinvest24 noch nicht kennt – Reinvest24 ist ein estnischer Immobilien Marktplatz, auf dem Anleger in Anteile an Immobilien investieren können. Anders als beispielsweise bei Estateguru* geht es also nicht um Kredite mit einem festen Zinssatz, sondern der Anleger partizipert an den monatlichen Mietzahlungen, wenn die Immobilie vermietet ist und an den Kapitalgewinnen, falls die Immobilie mit Gewinn verkauft wird.

Ich bin seit dem Start bei Reinvest24 investiert, um eigene Erfahrungen zu sammeln, allerdings nur mit kleinen Beträgen. Auch wenn es wegen Corona zu erheblichen Verzögerungen bei Projekten kam, ist die Rendite meiner Projekte zufriedenstellend. Mehr Erfahrungsberichte gibt es im Forum (Login erforderlich).

Den kommenden Zweitmarkt konnte ich mir jetzt mit einem Demozugang auf einem Testsystem anschauen. Wesentliche Merkmale des Reinvest24 Zweitmarktes sind:

  • der Verkäufer kann Anteile mit Auf- oder Abschlägen oder zu par anbieten
  • der Käufer zahlt 1% Transaktionsgebühr
  • Anteile werden ohne zeitliche Begrenzung eingestellt
  • der Verkäufer kann beliebige seiner Shares anbieten (auch überfällige oder ausgefallene)
  • Mietzahlungen gehen an den, der die Anteile zum Zeitpunkt der Zahlung besitzt (es gibt also keine Aufteilung zwischen Verkäufer und Käufer)

Im Kaufprozess wird dem Anleger das bestehende Angebot bei einer Immobilie zu unterschiedlichen Preisen (‚reflection of the market state‘) durch graue Balken visualisiert.

reinvest24 zweitmarkt kauf

Entscheidet sich der Anleger für einen Kauf sieht es dann so aus:

reinvest24 zweitmarkt kauf 2

Der Käufer kann den Kauf dann abschliessen.

reinvest24 zweitmarkt kauf 3

Zum Zeitpunkt meines Tests fehlten noch jegliche Filtermöglichkeiten. In der Demo gab es keine Gesamtübersicht des Zweitmarktes. Reinvest24* hat mir aber versichert, dass die Auswahlfilter bald ergänzt werden. Der genaue Tag für den Start ist noch nicht festgelegt, geplant ist die zweite Wochenhälfte.

Im Moment ist der Zweitmarkt von der Funktionalität her noch sehr eingeschränkt, das wesentliche (Kaufen und Verkaufen) ist aber da und bietet den Anlegern die es wollen die Möglichkeit des vorzeitigen Ausstiegs aus einem Projekt durch Verkauf.

Teilt Eure Erfahrungen mit dem Reinvest24* Zweitmarkt im Forum.

Marktanteile der P2P Kredite Plattformen nach Neuvolumen im Oktober 2020

Ich erhebe einmal monatlich die Neukreditvolumen von P2P Kreditmarktplätzen, da mir das einen guten Überblick erlaubt, wohin der Markt sich bewegt. Natürlich führt die Betrachtung einzelner Monate zu starken Schwankungen, aber ich mache das nun schon seit mehreren Jahren und finde es über die Zeit sehr aufschlussreich. Diesen Monat neu in der Übersicht aufgenommen habe ich Reinvest24* und Robocash*.

Wer weitergehende Parameter als nur das Volumen vergleichen will, findet hier einen interaktiven Vergleich der P2P Kredit Anbieter.

p2p kredite statistiken oktober 2020
Tabelle: Statistiken Neukreditvolumen P2P Kredite im Oktober 2020. Quelle: eigene Recherchen
Kreditvolumina wurden aus der lokalen Währung in Euro konvertiert um einen Vergleich zu erleichtern. Einzelne Zahlen sind Schätzungen.

Links zu den in der Tabelle aufgeführten Plattformen: Ablrate*, Archover*, Assetz Capital*, Bondora*, Bondster*, Bulkestate*Credit.fr*, Crowdproperty*, Debitum Network*, Dofinance*, Estateguru*, Fellow Finance*, Finansowo*, Finbee*, Folk2Folk*, Geldvoorelkaar*, Growly*, Investly*, Kameo*, Klear*, Kuflink*, Kviku.Finance*, Landlordinvest*, Linked Finance*, Lenndy* Look&Fin*, Mintos*, MyTripleA*, October*, Peerberry*, Proplend*, Ratesetter*, Reinvest24*, Robocash* Rebuilding Society*, Savy*, Soisy*, Sourced*, Swaper*, ThinCats*, Twino*, Viainvest*, Viventor*

Mintos Risk Score – alter Wein in neuen Schläuchen?

Mintos* hat gerade angekündigt in der zweiten Oktoberhälfte den Mintos Risk Score einzuführen. Der Mintos Risk Score wird das System der Mintos Ratings ablösen und soll laut der Mintos Ankündigung die Transparenz und die Bewertungsfähigkeit für die Investoren verbessen.

mintos risk score stufen

Der neue Mintos Risk scoe hat 10 numerische Stufen (plus ‚SW‘ für ausgefallene Anbahner). In der Anzahl der Abstufungen unterscheidet sich dr Mintos Risk Score somit kaum von den Mintos Ratings, da die Buchstaben ja noch die ‚+‘ und ‚-‚ Stufen hatten.

mintos risk score teilbewertungen

Neu sind die 4 Teilbewertungen des Mintos Risk Scores, diese sind:

  • Leistung des Kreditportfolios
  • Effiziens des Kreditdienstleisters
  • Rückkaufstärke
  • Kooperationsstruktur (den engl. Begriff ‚corporate structure‚ hätte Mintos m.E. besser mit Unternehmensstruktur übersetzen sollen, das hätte es besser getroffen)

Wie bei den bisherigen Mintos Ratings werden mit den Mintos Risk Scores die einzelnen Krediunternehmen (bisher auch Darlehensanbahner oder loan originator genannt) bewertet.

Was bringt der neue Mintos Risk Score den Anlegern praktisch?

Neu ist die Granularität der Teilbewertungen. Es wird sich zeigen, ob Anleger daraus wirklich Vorteile für ihre Entscheidungen ziehen können. Ich werde im Forum mal Umfragen starten, wie Anleger diese für ihre Mintos Strategien nutzen. Ansonsten ist das numerische Rating statt den Buchstaben im wesentlichen einfach eine andere Form der Darstellung. Eventuell wollte Mintos sich hier von den Buchstabenratings am Kapitalmarkt differenzieren. Sie schreiben ja auch das der Mintos Risk Score nicht mit z.B. den Fitch Ratings verglichen werden solte.

Letztendlich läuft es darauf hinaus, inwiefern Anleger darauf vertrauen, dass Mintos mit dem Risk Score die Ausfallrisiken trennscharf bewretet. Bisher haben viele Anleger eher auf Drittratings (insb. ExploreP2P) gesetzt, statt sich auf die Mintos Ratings zu verlassen.

Natürlich gewinnen Plattformen i.d.R. über die Zeit Erfahrung schon allein weil sie mehr Daten und vor allem Ausfalldaten haben. Das sollte sich in allmählich besser (trennschärfer) werdenden Ratings wiederspiegeln.

Die Schwierigkeit ein einheitliches Rating für die Mintos Plattform gut zu machen, liegt m.E. darin, dass es sich eben nicht um eine homogone Kreditstruktur (wie auf anderen Plattformen) handelt, sondern um sehr unterschiedliche Kredittypen (Verbraucher-, Firmen-, Immobilienkredite), die weltweit von 60 sehr unterschiedlichen Kreditunternehmen vergeben werden. Es erfolgt als nicht ein Rating über Mio. Einzelkredite, sondern es werden gut 60 Kreditunternehmen geratet. 60 mag nach einer großen Zahl klingen, als Basis für ein Rating ist es aber aus mener Sicht eine sehr kleine Zahl.

Wie gut der neue Mintos Risk Score tatsächlich ist, wird erst in einigen Jahren in der Rückschau objektiv beurteilt werden können.

 

Was fragen mich neue P2P Kredite Anleger häufig?

Egal ob per Email oder im direkten Gespräch, die Fragen neuer P2P Kredite Anleger sind meist immer dieselben. Daher hier mal kurz und knapp die 4 Fragen die ich am häufigsten zu dem Thema von Einsteigern bekomme.

Wie finde ich die beste P2P Plattform?

Geschmäcker sind verschieden. Im P2P Kredite Vergleich können Anbieter nach objektiven Kriterien interaktiv gefiltert werden.

Wo gibt es aktuell P2P Cashback Bonus?

Aktuell bieten z.B. Lendermarket*, Exporo* und Estateguru* attraktive Cashback Aktionen für neue Anleger.

Wie hoch sind die Renditen bei P2P Krediten?

Renditen von 8-12% waren in den letzten Jahren möglich. Zu beachten ist, dass P2P Kredite ein Hochrisikoinvestment sind. Erfahrungsberichte finden sich im Blog und im Forum.

Was ist die Rückkaufgarantie?

Auf einigen Plattformen wird mit sogenanten Rückkaufgarantien geworben. Der Darlehensanbahner verspricht, überfällige Kredite nach x Tagen zurückzukaufen. Aus meiner Sicht ist das als reine Marketingaussage zu betrachten, denn das Versprechen ist nur so gut wie die Zahlungsfähigkeit des Anbahners und nicht „garantiert“.

Natürlich gibt es beim Einstieg in das Thema noch jede Menge weitere Fragen. Einfach mal im Blog und im Forum stöbern und die meisten werden sich zügig beantworten lassen.

Marktanteile der Plattformen nach Neuvolumen P2P Kredite im September 2020

Ich erhebe einmal monatlich die Neukreditvolumen von P2P Kreditmarktplätzen, da mir das einen guten Überblick erlaubt, wohin der Markt sich bewegt. Natürlich führt die Betrachtung einzelner Monate zu starken Schwankungen, aber ich mache das nun schon seit mehreren Jahren und finde es über die Zeit sehr aufschlussreich. Diesen Monat neu in der Übersicht aufgenommen habe ich Kuflink*.

Wer weitergehende Parameter als nur das Volumen vergleichen will, findet hier einen interaktiven Vergleich der P2P Kredit Anbieter.

p2p kredit statistiken september 2020
Table: Statistiken Neukreditvolumen P2P Kredite im September 2020. Quelle: eigene Recherchen
Kreditvolumina wurden aus der lokalen Währung in Euro konvertiert um einen Vergleich zu erleichtern. Einzelne Zahlen sind Schätzungen.

Links zu den in der Tabelle aufgeführten Plattformen: Ablrate*, Archover*, Assetz Capital*, Bondora*, Bondster*, Bulkestate*Credit.fr*, Crowdproperty*, Debitum Network*, Dofinance*, Estateguru*, Fellow Finance*, Finansowo*, Finbee*, Folk2Folk*, Geldvoorelkaar*, Growly*, Investly*, Iuvo Group*, Kameo*, Klear*, Kuflink*, Kviku.Finance*, Landlordinvest*, Linked Finance*, Lenndy* Look&Fin*, Mintos*, MyTripleA*, October*, Peerberry*, Proplend*, Ratesetter*, Rebuilding Society*, Savy*, Soisy*, Sourced*, Swaper*, TFGcrowd*, ThinCats*, Twino*, Viainvest*, Viventor*

Marktanteile der Plattformen nach Neuvolumen P2P Kredite im August 2020

Ich erhebe einmal monatlich die Neukreditvolumen von P2P Kreditmarktplätzen, da mir das einen guten Überblick erlaubt, wohin der Markt sich bewegt. Natürlich führt die Betrachtung einzelner Monate zu starken Schwankungen, aber ich mache das nun schon seit mehreren Jahren und finde es über die Zeit sehr aufschlussreich. Im August konnten von den größeren Plattformen vor allem Estateguru* und Peerberry* ihr Volumen deutlich steigern. Bei Mintos* sank das Neuvolumen gegenüber dem Juli. Gründe dürften vor allem in den Zahlungsschwierigkeiten von Capital Service und Finko sowie der Unzufriedenheit einiger Anleger mit den neuen AGB und den Verifizierungen liegen.

Wer weitergehende Parameter als nur das Volumen vergleichen will, findet hier einen interaktiven Vergleich der P2P Kredit Anbieter.

Im August hatte ich auch wieder die Mitglieder des Foums nach der beliebtesten Plattform befragt. In der erweiterten Umfrage wurde mit deutlichem Abstand Bondora* Sieger vor Viainvest*Peerberry* und Estateguru*. Mintos und einge andere Plattformen im Vergleich zu den Umfrageergebnissen 2019 deutlich in der Gunst der Anleger zurückgefallen. Wie gut eine Plattform durch die derzeitige Krise kommt bzw. kam ist sehr wichtig für das Vertrauen der Anleger.

international p2p lending statistic august 2020
Table: Statistiken Neukreditvolumen P2P Kredite im August 2020. Quelle: eigene Recherchen
#: Der starke Rückgang bei Finbee im Vergleich zum Vormonat liegt daran, dass das Stimulus Paket (Unternehmenskredite) der litauischen Regierung Ende Juli endete.

Kreditvolumina wurden aus der lokalen Währung in Euro konvertiert um einen Vergleich zu erleichtern. Einzelne Zahlen sind Schätzungen.

Links to the platforms listed in the table: Ablrate*, Archover*, Assetz Capital*, Bondora*, Bondster*, Bulkestate*, Colectual*, Credit.fr*, Crowdproperty*, Debitum Network*, Dofinance*, Estateguru*, Fellow Finance*, Finansowo*, Finbee*, Folk2Folk*, Geldvoorelkaar*, Growly*, Investly*, Iuvo Group*, Kameo*, Klear*, Kviku.Finance*, Landlordinvest*, Linked Finance*, Lenndy* Look&Fin*, Mintos*, MyTrippleA*, October*, Peerberry*, Proplend*, Ratesetter*, Rebuilding Society*, Savy*, Soisy*, Sourced*, Swaper*, TFGcrowd*, ThinCats*, Twino*, Viainvest*, Viventor*, Zopa*.

Hat der P2P Sektor die Krise schon überwunden? Wirklich? Und was kommt nun?

Die letzten Monate waren sowohl für die P2P Marktplätze als auch für die meisten Anleger in dieser Anlageklasse eine Herausforderung. Die von mir im März schon beschriebenen Liquiditätsengässe haben auch im April und Mai angehalten und bei vielen Plattformen ist das Neuvolumen der Kredite dramatisch eingebrochen.

Hier die aktuelle Lage bei ausgewählten Plattformen:

Bondora*: Sowohl im April und Mai wurden Auszahlungen aus den Go&Grow Accounts nur sehr verzögert ausgeführt (Stichwort Teilauszahlungen). In diesem Punkt hat sich die Lage aber seit wenigen Tagen wieder normalisiert und Go&Grow Auszahlungen erfolgen wieder zügig. Das Neukreditvolumen ist im April und Mai gegenüber den Vormonaten stark zurückgegangen, hat sich aber jetzt anscheinend wieder normalisiert. Bondora hat angekündigt sich zunächst ausschließlich auf estnische Kredite zu konzentrieren.

Mintos*:  Auch bei Mintos war das Neukreditvolumen extrem zurückgegangen, hat sich aber inzwischen wieder stabilisiert. Allerdings sind die pending payments (‚ausstehende Auszahlungen‚) auf einem sehr hohen Niveau und auch sonst reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Zuletzt wurde der Anbahner Cashwagon suspendiert.

Estateguru*: Estateguru scheint bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen zu sein. Zwar ist das finanzierte Kreditvolumen zurückgegangen, aber die Anlegernachfrage war stabil, alle neuen Kredite wurden zügig finanziert. Zudem hat Estateguru im Rahmen einer Crowdinvestment Runde  920.000 Euro neues Kapital von über 1000 Investoren eingesammelt.

Investly*: Investly ist einer der Gewinner in der aktuellen Situation. Das Neukreditvolumen ist relativ stabil geblieben und der CEO teilte mir mit die Nachfrage auf Seiten der Unternehmen für die Rechnungsfinanzierung sei sprunghaft gestiegen.

Ratesetter Australien: Das Geschehen zeigte erhebliche Verwerfungen (Details sieh mein Artikel ‚So liefen meine P2P Kredite bei Ratesetter Australien in den letzten Wochen‚ von Mitte April). Das Neukreditvolumen hat sich halbiert und noch nicht wieder erholt. Aber der Zwangs-Reinvest im 1-Monatsmarkt ist vorbei und leider haben sich auch die Zinsen im 1 Monatsmarkt wieder normalisiert. Diese lagen im Mai oft bei 8-9%; jetzt bewegen sie sich eher bei 4-5%.

Peerberry*: Ich bin selbst bei Peerberry nicht investiert aber laut den Berichten anderer Anleger scheint Peerberry die Krise (bisher) sehr gut gemeistert zu haben.

Viainvest*: Auch Viainvest scheint die Krise ohne sichtbare Beeinträchtigungen bewältigt zu haben. Liquidität war nach meinen Erfahrungen jederzeit vorhanden. Das Geschäft lief weiter wie vor der Krise mit nur moderatem Rückgang des Neukreditvolumens.

Robocash*: Auch bei Robocash gab es soweit ich das beobachten konnte, keine Beeinträchtigungen.

Finbee*: Finbee konnte das Volumen erheblich steigern, da sie die vom Staat garantierten Kredite an Unternehmen vermitteln.

Linked Finance*:  Linkedfinance ist meine größte P2P Position. Und da es sich bei der irischen Plattform Linkedfinance um Firmenkredite handelt, hatte ich hier die größte Skepsis ob die Plattform gut durch die Krise kommt. Bei rund der Hälfte meiner Kredite waren zwischenzeitlich die Zahlungen pausiert. Jetzt normalisiert sich das Bild langsam wieder. Aktuell sind noch bei rund einem Viertel (79 von 319) meiner Kredite die Zahlungen ausgesetzt. Insgesamt ist die Entwicklung besser als ich im Februar/März befürchtet hatte.

Assetz Capital*: Die Liquidität bei den Access Produkten ist fast völlig versiegt. Zeichen für Besserung kann ich nicht erkennen. Assetz Capital will einen Zweitmarkt für die Access Anlagen einführen, dieser ist aber bisher nur angekündigt. Positiv für die Finanzlage der Plattform wird sich voraussichtlich auswirken, dass sie die Genehmigung erhalten hat sogenannte CBILS (Coronavirus Business Interruption Loan Scheme) Kredite im Rahmen des Konjunkturpaketes der britischen Regierung zu vergeben.

Viventor*: Bei Viventor ist das Neuvolumen stark zurückgegangen. Einzelne Loan Originators scheinen Schwierigkeiten mit der Rückzahlung zu haben. Und letzte Woche kam die Nachricht, dass Viventor verkauft wurde.

Crowdestor*: Bei den vielen Projekten ist aktuell die Rückzahlung ausgesetzt oder verzögert.

Ist die Krise also ausgestanden?

Was bisher zu sehen war, waren m.E. vor allem die Auswirkungen von Liquiditätsengpässen (produktbedingt, bedingt durch stark gesunkene Anlegernachfrage, oder auf Seiten von Darlehensanbahnern).

Die Plattformen haben die Auswirkungen der Coronakrise aber noch nicht überstanden, denn was nun noch kommen kann, sind steigende Ausfallraten. Der Konjunktureinbruch wird dazu führen, dass mehr Kreditnehmer als vor der Krise nicht zahlen können. Dieser Effekt wird sich in den meisten Märkten mit einigen Wochen/Monaten Verzögerung auswirken. Zu beobachten ist er schon in UK, wo bei Zopa und Funding Circle UK die Ausfallraten steigen. Bei Ratesetter UK war es am offensichtlichsten – Ratesetter musste schon Anfang Mai den Provision Fund stützen, indem die Zinssätze für Anleger für alle Kredite (auch laufende) halbiert wurden, da ansonsten der Provision Fund Gefahr lief die steigenden Ausfälle nicht mehr kompensieren zu können.

Auch die Immobilienplattformen in UK haben sichtbar Probleme. Ob das tatsächlich auch an Rückgängen im Markt liegt, oder nur an einem Vertrauensverlust der Anleger und überzogenen Bewertungen ist schwer für mich zu beurteilen. Die Preise im Immobilienmarkt in D sind laut Presseberichten bisher mehr oder weniger stabil. Und auch im Baltikum ist bisher noch nicht auszumachen ob es zu einem Rückgang der Preise kommen wird.

Fazit: Die Krise ist für den P2P Kredit Sektor insgesamt noch nicht ausgestanden auch wenn es bei einzelnen Plattformen so aussieht, als bessere sich die Lage.

Estateguru vs. Crowdestate – Trotz Zahlungsverzug und Projektausfällen der Verlustaversion ein Schnippchen schlagen

Nein, dieser Artikel ist KEINE Prognose, wie sich Corona, Rezession, Wirtschaftskrise und was uns sonst noch bevorstehen mag, auf deine Finanzen auswirken könnte. Spektakuläre Interpretationen, den todsicheren Blick in die Kristallkugel oder „den ganz heißen Tip“ könnt ihr hier also nicht erwarten. Es geht „lediglich“ um reine Fakten – die aktuelle Leistungsbilanz von Estateguru* und Crowdestate*, die beide zu den beliebtesten P2P Plattformen für Immobilienfinanzierungen in Europa zählen. Und natürlich geht es darum, wie ihr das für eure Anlagestrategie auswerten könnt. Bei Estateguru* erhalten Neukunden aktuell (und noch bis zum 30.04) übrigens einen erhöhten Cashback-Bonus von 1% auf alle Investitionen, einfach über diesen Link* anmelden um den Bonus zu bekommen.

Ich möchte euch als Einleitung kurz von meinem Freund erzählen – und vielleicht findet sich der eine oder andere da ja wieder: Mein Freund Mark interessiert sich für P2P Investitionen in Immobilien und fängt an, kleine Beträge in Projekte mit relativ kurzer Laufzeit zu investieren. Nach kurzer Zeit kommen die ersten Zinsen und dann auch endlich die vollständige Rückzahlung des ersten Projekts. Bingo – es funktioniert! Er wird mutiger und investiert nach und nach in ein paar dutzend Projekte auf mehreren Plattformen. Die meisten Zins- und Rückzahlungen erfolgen fristgerecht, doch es kommt auch zu einigen Verzögerungen. Aber immer noch kein Kapitalverlust! Dann schlittert ein Projektentwickler in die Insolvenz – die Abwicklung kann Jahre dauern und ob/wieviel Kapital zurückfliesst ist nicht absehbar. Außerdem sind einige andere Projekte schon über mehrere Monate im Zahlungsverzug. Was tun? Geld abziehen oder weiter investieren? Natürlich muss Mark mit dem Totalverlust des eingesetzten Kapitals rechnen. Das steht ja auf jeder Plattform, davor warnen Verbraucherschützer und selbstverständlich hat er das irgendwie schon mit einkalkuliert. Doch abseits aller Fakten ist die psychologische Wirkung nicht zu unterschätzen, wenn es dann wirklich zu Verlusten kommt. Er wird tatsächlich Geld verlieren! Auf einmal werden Projekte argwöhnisch beäugt und es wird versucht abzuschätzen, wo denn die Leiche im Keller liegen könnte. Vorbei ist die Leichtigkeit und die nüchterne Betrachtung.

Ich habe das als Anleger schon genauso erlebt wie mein imaginärer Freund Mark. Und vielleicht ging es dir ja auch so oder ähnlich. In der Psychologie und Ökonomie spricht man dabei von der Verlustaversion. Das ist die Tendenz, Verluste höher zu gewichten als Gewinne. Beispielsweise ärgert man sich über den Verlust von 100 € mehr, als man sich über den Gewinn von 100 € freut. Individuen verhalten sich in Entscheidungssituationen irrational, wenn Unsicherheiten eine Rolle spielen. (Quelle: Wikipedia)

Wie kann man denn der Verlustaversion ein Schnippchen schlagen und trotz Unsicherheit und Verlusten weiterhin rational agieren? Im P2P Immobilien Bereich hilft es, sich auf die vorhandenen Leistungsdaten der einzelnen Plattform zu besinnen um so das Risiko so realistisch wie möglich einschätzen zu können.

Wie sieht es denn aktuell bei Estateguru und Crowdestate aus? Estateguru* ist mit 1.365 Projekten und 45.705 Investoren unangefochtener Marktführer im Bereich Immobilien Crowdinvesting in Europa nach Anzahl finanzierter Projekte. Crowdestate* ist auch bereits seit 2014 am Markt und konnte bisher 46.491 registrierte Benutzer für sich gewinnen. 10.384 Investoren haben dort 228 Projekte finanziert. Beide Plattformen können mit Autoinvest und Zweitmarkt aufwarten und haben mit 50 Euro (Estateguru) und 100 Euro (Crowdestate) einen vergleichbar niedrigen Mindestinvest.

Um die Leistungsdaten (Track-Record) der Plattformen zu vergleichen, schauen wir uns den aktuellen Status aller bisher auf den beiden Plattformen finanzierten Projekte an:

Abb. 1: Estateguru vs. Crowdestate – Vergleich Projektstatus

Was sagt uns dieser Vergleich nach Projektstatus?

  • Zurückgezahlt %: Es fällt ins Auge, dass bei beiden Pattformen ungefähr die Hälfte der finanzierten Projekte bereits mit allen Zinsen vollständig zurückgezahlt wurden.
  • Überfällig %: Crowdestate weist aktuell mehr überfällige Projekte auf als Estateguru. Dies beinhaltet alle Projekte, bei denen Zins- oder Kapitalrückzahlungen im Verzug sind. Projekte, die früher einmal überfällig waren, aber mittlerweile vollständig zurückgezahlt wurden, tauchen hier übrigens nicht auf, sondern finden sich unter „Zurückgezahlt“.
  • Ausgefallen %: Auch bei den Projektausfällen liegt Crowdestate gegenüber Estateguru vorne. Auch hier gilt: Ausgefallene Projekte, die mittlerweile schon zurückgezahlt wurden, tauchen hier nicht auf, sondern finden sich unter „Zurückgezahlt“.

Und hier der Anteil der überfälligen und ausgefallenen Projekte im direkten Vergleich:

Abb. 2: Estateguru vs. Crowdestate – Vergleich Projekte im Verzug

Der Anteil der überfälligen Projekte ist bei Crowdestate mit aktuell 11,8% wesentlich höher als bei Estateguru* mit 3,8%. Und auch bei den ausgefallenen Projekten liegt der Anteil bei Estateguru mit 2,9% unter dem Wert von Crowdestate mit 4,5%. Das Risiko des Zahlungsverzugs und/oder Ausfalls lag also bisher bei Crowdestate* höher als bei Estateguru. Ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass dieser direkte Vergleich zu einer so deutlichen Aussage führen würde.

Sollte ich als Anleger also nur noch bei Estateguru* investieren? Die oben dargestellten Leistungsdaten zeigen einen klaren Gewinner. Andererseits ist dies nur eine Komponente zur Einschätzung des Plattformrisikos. Folgende weitere Faktoren spielen dort auch mit rein: Wie sieht das Rückholkonzept der einzelnen Plattform bei überfälligen und ausgefallenen Projekten aus, wie wird dies umgesetzt und welche Erfolgsbilanz weist dies bisher aus? Wie steht das Unternehmen selbst finanziell dar? Außerdem habt ihr wahrscheinlich noch zusätzliche Kriterien, die euch wichtig sind.

Hinweis zur Ermittlung der Werte:

  • Immobilienprojekte: Da der Track-Record von Immobilienprojekten verglichen werden soll, habe ich bei Crowdestate die Unternehmensfinanzierungen, die nichts mit Immobilien zu tun haben, aus der Statistik herausgenommen. Dazu gehören z.B. Unternehmen aus Holzhandel, Fischverarbeitung oder auch Papierverarbeitung.
  • Ausfallrate: Crowdestate weist offiziell keine Projektausfälle aus, deswegen habe ich die Projekte mit mehr als 180 Tagen (6 Monaten) Zahlungsverzug als „Ausgefallen“ deklariert. Dies ist keine wissenschaftlich gesicherte Bewertung, sondern eine von mir getroffene Annahme zur Vergleichbarkeit der Plattformen.
  • Finanzierungsmöglichkeiten: Auf beiden Plattformen können Projekte auch in mehreren Schritten finanziert werden. Jede dieser Finanzierungsmöglichkeiten wird hier als ein separates Projekt gezählt, deswegen wäre es genauer, von Finanzierungsmöglichkeiten als von Projekten zu sprechen. Geht ein Projekt baden, das z.B. in fünf Schritten finanziert wurde, wird dies in der Statistik als fünf überfällige bzw. ausgefallene Projekte dargestellt. Da dies jedoch die übliche Darstellungsweise auf vielen P2P Plattformen ist, habe ich dies so übernommen.

Auf jeden Fall hoffe ich, dass euch der direkte Vergleich der Leistungsdaten von Estateguru und Crowdestate dazu motiviert, halbwegs rational zu reagieren, wenn ihr selbst von verspäteten Zahlungen oder Projektausfällen betroffen seid. Um doch noch einmal kurz die aktuelle Ausnahmesituation aufzugreifen: Es wird auf jeden Fall interessant sein, zu sehen, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Plattformen hat. Wie sieht der Track-Record in 6 oder 12 Monaten aus? Fortsetzung folgt …

Wie habt ihr bisher auf verspätete Rückzahlungen und Projektausfälle reagiert? Welche Änderungen habt ihr an eurem Portfolio deswegen vorgenommen? Ich freue mich wie immer über euer kurzes Feedback in den Kommentaren.