P2P – mein Einstieg

Dies ist ein Beitrag von Inga im Rahmen des P2P Kredite Schreibwettbewerb 2019

„Hast du nicht gehört – das Essen steht auf dem Tisch!“ „Ich komm ja schon, musste nur noch kurz was abspeichern…“ Ich hab das Gefühl, dass bei uns immer zum ungünstigsten Zeitpunkt das Essen auf dem Tisch steht – meist kurz vor Ablauf einer wichtigen Auktion oder wenn ich gerade mit anderen wichtigen Dingen beschäftigt bin…

Diesmal ist es Letzteres– dabei habe ich gerade vielleicht die geniale Möglichkeit gefunden, etwas mehr als die aktuell im Schnitt angebotenen 1% Zinsen aus unserem Ersparten ‚raus zu holen. Schon seit Tagen vergleiche ich diverse Tages- und Festgeldanlagen in der Hoffnung, eine Anlagemöglichkeit zu finden, die zumindest den Werterhalt unseres Ersparten gewährleistet. Und jetzt bin ich auf Etwas gestoßen, von dem ich mich erinnere, auch im Fernsehen schon mal eine Werbung dazu gesehen zu haben: auxmoney heißt der Anbieter und auf den ersten Blick ist das ein tolles Konzept! Man hilft Bedürftigen, die sonst kaum eine Chance haben, und gleichzeitig profitiert man mehr davon, als bei einer normalen Tages- oder Festgeldanlage. Die Information von auxmoney liest sich wirklich gut und ich speichere die Seite ab, um sie nach dem Essen nochmal gründlich zu studieren.

Beim Essen starte ich schon mal einen Versuchsballon: „…sag mal, Liebster, wie würdest du es finden, wenn wir mit unserem Ersparten anderen helfen würden, die sonst keine Chancen haben, und gleichzeitig mehr Zinsen dafür bekommen würden, als bei einer normalen Bank?“ Göga (Göttergatte) ist naturgemäß etwas skeptisch veranlagt und fragt erstmal: „Und wo ist der Haken?“ „Also – ich bin gerade dabei, mich genauer zu informieren, aber laut auxmoney ist der durchschnittliche Gewinn auf jeden Fall höher als bei einer klassischen Anlage. Und man kann wählen, wie hoch das Risiko sein soll, das man eingehen will – je mehr Risiko man akzeptiert, desto höher sind natürlich die Zinsen.“
„Hmmmm- weiß nicht…..“
Nach dem Essen gehe ich wieder an meinen Rechner, drucke einen Teil der Seite aus und lese ihm später vor: „Bei einer breiten Streuung Ihrer Geldanlage haben Sie exzellente Chancen auf beständige Top-Renditen. Das beweist unsere Erfahrung: Anleger, die in der Vergangenheit in mindestens 100 Kreditprojekte über alle Score-Klassen hinweg investierten, erzielten im Schnitt eine positive Gesamtrendite von 5,0 %. Natürlich können Sie auch weit höhere Renditen erzielen – bei entsprechend höherem Risiko.“ Und: „Diese Zahlen sind Ihre zu erwartende Durchschnittsrendite, mögliche Ausfälle sind darin schon berücksichtigt. Bei uns sehen Sie immer, was Sie wirklich bekommen.“

Einige Tage später starte ich den ersten Versuchsballon bei auxmoney: Ein junges Paar braucht für die Einrichtung des Kinderzimmers des erwarteten Babys einen Kredit – das scheint mir unterstützenswert und ich beteilige mich mit 50 Euro. Die ersten 2 Ratenzahlungen kommen pünktlich und so werde ich einige Wochen später mutig und investiere auch in andere Kredite, immer bemüht, besondere Notlagen zu unterstützen. Dass der Zweck des Kredites und die persönliche Situation des Kreditnehmers komplett erfunden sein können und nicht überprüft werden, kommt mir zu diesem Zeitpunkt nicht in den Sinn. Auch die Erweiterung der Ergotherapiepraxis in einer Kleinstadt in NRW finde ich unterstützenswert und unterstütze sie mit 100 Euro. Und da ich gerade etwas Zeit und Langeweile habe, surfe ich anschließend ein wenig im Netz und stoße dabei auf die Seite: www.p2p-kredite.com. In dem dazugehörigen Forum gibt es unter anderem auch schon einen Thread zu auxmoney und aktuell geht es dort um eine massive Reihe von Betrugsfällen. Etwas verunsichert, gebe ich jetzt spaßeshalber mal das Foto von der Ergotherapiepraxis bei Google ein und bekomme für genau das Foto als Quelle eine Praxis in London angezeigt und unter dem Namen eine tatsächlich existierende Praxis in Schleswig-Holstein. Nun werde ich stutzig und brauche erst mal einen Kaffee. So ganz verstehe ich nicht, was ich davon halten soll und lese nun die Beiträge zu den Betrugsfällen gründlich durch. Ich will es zwar nicht wirklich wahr haben – immerhin geht es um 100 Euro, die ich im Betrugsfall abschreiben müsste -, aber irgendwann kommen mir dann doch ernsthafte Bedenken und nun will ich es wissen. Krampfhaft überlege ich, wie ich herausbekommen könnte, ob dieses Objekt in der Stadt wirklich existiert. Eine Suche im Branchenbuch nach Ergotherapie bringt keinen Erfolg unter diesem Namen und um sicherzugehen – inzwischen habe ich alle Skrupel über Bord geworfen – rufe ich einfach eine andere, dort gelistete Praxis an und frage nach, ob die besagte Einrichtung dort bekannt ist– unter Kollegen sollte man sich ja kennen….Die freundliche Mitarbeiterin dort bestätigt mir, dass es in dieser Stadt nur 3 Ergotherapiepraxen gibt und dass die Beschreibung auf keine der Einrichtungen zutrifft. Und um ganz sicher zu gehen, rufe ich auch noch unter einem Vorwand bei der AOK an und man bestätigt mir auch dort, dass es keine Praxis, auf die diese Beschreibung zutrifft, in dieser Stadt gibt. Umgehend rufe ich nun bei auxmoney an und schildere die Situation und bitte darum, den Kredit nicht auszuzahlen – es geht immerhin um insgesamt über 23000 Euro. Die freundliche Dame am anderen Ende der Leitung erklärt mir jedoch, dass der Kredit gefüllt sei und zur Auszahlung zur Verfügung stehe und man angeblich nichts machen könne. Schriftlich bekomme ich dann noch folgende Antwort: „….Bitte beachten Sie, dass die Falschangabe von Daten in einem Kreditprojekt auf der Webseite von auxmoney kein strafrechtlich relevantes Verhalten darstellt. …Wir werden den Fall weiterhin überwachen und unverzüglich bei den zuständigen Ermittlungsbehörden zur Anzeige bringen, sofern die Kreditnehmerin Ihren Verpflichtungen aus dem Kreditvertrag nicht ordnungsgemäß nachkommt oder anderweitig ein Betrugsverdacht aufkommt.“

Das ist der erste Dämpfer meines Engagements in diese neue Anlageform und ich überlege, worüber ich mich mehr ärgern soll: über den Betrug, über das Verhalten von auxmoney oder über meine Naivität, mit der ich hier eingestiegen bin. Letztendlich beschließe ich, es als Lehrgeld abzuhaken, aber trotzdem soll es noch eine Weile dauern, bis ich wirklich verstanden habe, dass die Interessen eines P2P-Vermittlers nicht immer zwingend identisch sind mit denen der Anleger. Dass die Aussage: „Bei uns sehen Sie immer, was Sie wirklich bekommen“ nicht in jeder Beziehung und vor allem nicht für die Beschreibung der Kreditprojekte bei auxmoney gilt, hab ich aber jetzt schon kapiert.

Nachtrag: die erste Rate besagten Kredites hätte im August 2013 zurückgezahlt werden sollen. Im November 2017 ist der letzte Eintrag im Verlaufsprotokoll: „Die Forderung ist nicht realisierbar und wird ausgebucht. Es ist nicht mit einem Geldeingang zu rechnen. Die Inkassobearbeitung ist abgeschlossen.“ Der Status zum aktuellen Zeitpunkt (Mai 2019): Inkasso (und nicht, wie es sein müsste: ausgefallen) . Ein Schelm, wer Böses dabei denkt oder gar behauptet, so solle die Statistik geschönt und vor Ausfällen verschont werden!

Auxmoney finanziert nun auch Firmenkredite

Der P2P-Kredit Marktplatz Auxmoney, bisher spezialisiert auch Verbraucherkredite, finanziert seit heute auch Firmenkredite. Das Prinzip bleibt dabei unverändert: viele private und institutionelle Anleger finanzieren zusammen über Auxmoney das Kreditgesuch des Kreditnehmers. Nur die Summen werden jetzt deutlich größer. Bei Konsumentenkrediten ist die Obergrenze 50.000 EUR. Firmenkredite wird Auxmoney bei Beträgen von 10.000 bis 750.000 EUR vergeben. Notwendig für die Antragstellung sind letzter Jahresabschluss (Bilanz und GuV), BWA & Summen-Salden-Liste, maximal 3 Monate alt, Aktuelle Kreditübersicht (mit Unterschrift). Eine Gesellschafterbürgschaft ist nicht erforderlich.

Der effektive Jahreszins liegt bei 2,7% bis 11,9%, je nach Bonität der Firma. Laufzeiten sind von 6 bis 60 Monaten möglich. Auxmoney wird für die Firmenkredite die Solarisbank als Transaktionsbank verwenden. Für die Konsumentenkredite erfolgt die Abwicklung auch zukünftig weiter über die SWK Bank.

Die deutschen P2P Kreditmarktplätze waren im Firmenkundengeschäft nach meiner Einschätzung bisher nicht sonderlich erfolgreich. Lendico wurde an die ING verkauft. Und auch Funding Circle Deutschland (hervorgegangen aus der Übernahme von Zencap) weist nicht gerade riesige Wachstumszahlen aus.

 

 

Würden das Psychologen über Bondora Go & Grow sagen?

Bondora Go & Grow erfreut sich allgemeiner Beliebtheit bei deutschen Anlegern. Gleichzeitig sind im Netz viele negative Stimmen zu Portfolio Pro von Bondora zu lesen. „Finger weg“ heisst es da unter anderem. Ich fand das schon seit dem Start von Go & Grow paradox.

Zur Erinnerung: Bei Go & Grow steuert Bondora die Verteilung des Anlegergeldes auf die Kredite und verspricht dem Anleger eine Rendite von bis zu 6,75% p.a.. Bei Portfolio Pro nutzt der Anleger einen Autoinvest und kann die Verteilung selbst beeinflussen, die Zinsen sind abhängig von den gewählten Länder- und Bonitätseinstellungen liegen z.B. für estnische A und B Kredite bei rund 11 bis 17% p.a.

Der Großteil der Anleger bevorzugt also Go&Grow mit 6,75%, während es bei Portfolio Pro höhere Zinsen gibt? Warum? Nun, die Anleger wollen anscheinend mit Ausfällen nichts zu tun haben, denn die 6,75% gibt es quasi fix, während die genannten Zinsraten bei Portfolio Pro die Nominalzinsen sind und natürlich nicht alle Kredite plangemäß abzahlen, sondern damit zu rechnen ist, dass ein gewisser Anteil ausfällt und ins Inkasso geht.

Ist Go & Grow also die vernünftige Wahl eines risikoaversen deutschen Anlegers?

Ich finde das immer noch paradox. Denn über Go & Grow investiert Bondora das Geld in dieselben Kredite, in die der Anleger auch direkt mittels Portfolio Pro investieren würde. Es sind nicht irgendwelche speziellen anderen Kredite. Es gibt also genauso Ausfälle, Zahlungsverzögerungen und Inkasso. Der Unterschied ist nur, der Anleger sieht sie nicht (weil Bondora Go&Grow keinerlei Informationen zum zugrundliegenden Portolio des einzelnen Anlegers anzeigt, sondern nur fein jeden Tag akkumulierte aber noch nicht ausbezahlte Zinsen im Account anzeigt).

Der Anleger verzichtet also auf potentiell höhere Renditen und nimmt lieber die fixe Rendite von bis zu 6,75%, die ihm Bondora verspricht. Anmerkung: Fix ist sie natürlich nur in unter „normalen“ Marktbedingungen, denn Bondora garantiert sie nicht. Seit Einführung von Go & Grow wurde sie bisher aber konstant erreicht.

Um dieses Paradox zu verstehen, bringe ich nun die in der Überschrift erwähnten Psychologen ins Spiel.

In folgendem Experiment bitte erst beide Entscheidungen betrachten, dann die Wahl treffen

Entscheidung 1 zwischen Auswahl:
A) sicherer Gewinn von 240 Euro
B) 25% Chance 1000 Euro zu gewinnen und 75% Chance nichts zu gewinnen

Entscheidung 2 zwischen Auswahl:
C) sicherer Verlust von 750 Euro
D) 75% Chance 1000 Euro zu verlieren und 25% Chance nichts zu verlieren

73% der Befragten wählten A) in Entscheidung 1 und D) in Entscheidung 2. Bei Gewinnen bevorzugen Menschen Sicherheit (risikoavers), während sie bei möglichen Verlusten spekulativer handeln um den Verlust zu vermeiden. Nur 3% der Teilnehmer wählten die Kombination B und C.

Dass das nicht rational ist, zeigt sich überdeutlich, wenn man die Auswahlen nicht getrennt, sondern kombiniert darstellt

AD) 25% Chance 240 Euro zu gewinnen und 75% Chance 760 Euro zu verlieren
BC) 25% Chance 250 Euro zu gewinnen und 75% Chance 750 Euro zu verlieren

So dargestellt erkennt jeder, dass die Kombination der Entscheidungen B & C die bessere Wahl ist.

Dieses Beispiel ist aus dem Buch Thinking Fast and Slow (dt. „Schnelles Denken, langsames Denken„) von Daniel Kahnemann, dass ich extrem stark empfehlen kann. Es illustriert einen der beschriebenen Effekte, dass nämlich Menschen Verluste stärker empfinden als Gewinne und somit mehr Anstrengungen unternehmen um Verluste zu vermeiden als Gewinne zu erzielen.

Was hat das jetzt mit Bondora zu tun?

Ich behaupte mal einfach, die Popularität von Bondora Go & Grow (und übrigens auch der Rückkaufgarantie bei anderen Plattformen) ist im Vergleich zu Portfolio Pro nicht rational, sondern basiert auf diesem psychologischen Muster bei der Entscheidung des Anlegers, wo er investieren möchte. Der Anleger übergewichtet das Risiko (bzw. den mentalen Schmerz) der Ausfälle.

Die Anleger wählen also (bis zu) 6,75% Rendite (Go & Grow) statt sich für ca. 9% Rendite (Portfolio Pro unter der Annahme estnische A Kredite mit 12% Zins, 5% Ausfall und 2% wieder Eintreibung im Rahmen des Inkasso – vereinfachend – mir ist klar, dass man die Prozente wegen der Zeitachse nicht einfach addieren kann) zu entscheiden.

Jetzt wird als Gegenargument sicher die besser / tägliche Liquidität von Go&Grow kommen. Es ist richtig, dass bei Go&Grow alles (im Regelfall) sofort ausbezahlt werden kann. Rational betrachtet sehe ich aber keinen Vorteil zu Portfolio Pro. Die grünen Kredite konnten in den letzten Jahren auch immer sofort auf dem Zweitmarkt verkauft werden, bringen aber sogar noch 1-2% Aufschlag. 90-95% können also auch dort sofort liquidiert werden (unter der Annahme dass nur in estnische Kredite guter Bonität investiert wird). Die restlichen 5-10% gelbe und rote Kredite muss der Anleger zwar aussitzen aber aufgrund des Zinseszinseffektes und der höheren Verzinsung entsprechen die 90%-95% schon nach relativ kurzer Anlagedauer den 100% aus der Go & Grow Anlage.

Da ich aufgrund diverses Meinungsbekundungen davon ausgehe, dass viele der Leser, so sie Bondora Anleger sind, das anders sehen, können wir gerne im Bondora Forum weiter diskutieren.

Und aus genau den Überlegungen lege ich selbst nur über Portfolio Pro und nicht über Go & Grow an.

P.S.: zum Thema Wahrnehmung generell (nicht Bondora) hat Thomas hier auch eine Beobachtung: „…Und zu welchem Zinssatz sind die Anleger nun schlussendlich bereit ihr Geld den Plattformen zu überlassen?
Hier war ich überrascht ich hätte unterm Strich mit einer noch höhere Erwartung an die Zinssätze gerechnet. Die Durchschnittserwartung an das Umfrage Ergebnis wäre damit, so ganz naiv gerechnet, unterm Strich mal mindestens ein halbes Prozent höher gewesen als die vorher geäußerte Rendite Erwartung, also so knapp bei mehr als 11,5 % (das ist auch mein Zielwert). Dem ist mitnichten so. … kann es wirklich sein das eher unerfahrene Anleger, die Höhe des Zinses als den relevanten Faktor für die zu erwartende Rendite vernachlässigen?“

 

 

 

 

Kredite von Privat zu Privat – die wichtigsten Informationen 2019



Sie brauchen schnelle, kompakte Informationen statt der detaillierten Tests, die dieser Blog publiziert? In diesem Artikel lesen Sie die wichtigsten aktuellen Tipps zum Thema P2P-Kredite. Wenn Sie einen Kredit beantragen möchten, können Sie insbesondere folgenden Marktplatz für Kredite von Privatpersonen (P2P Kredit FAQ) nutzen: Auxmoney. Bei diesen Anbieter kann der Kredit kostenlos beantragt werden. Gebühren fallen erst dann an, wenn die Kreditanfrage bewilligt wird und das Geld ausgezahlt wird. Dabei besteht kein Risiko, denn Kreditnehmer haben bei dieser Form des Ratenkredites über das Internet ein 14-tägiges gesetzliches Widerrufsrecht.

Für Anleger kommen vor allem internationale P2P Kreditmarktplätze wie z.B. Bondora , Estateguru, Mintos, Grupeer oder Peerberry für das Investment in Frage. Ergänzend sind meine Berichte über meine Erfahrungen als Anleger bei Bondora (meine Rendite dort betrug zuletzt über 15%) bzw. meine generellen Anleger Erfahrungen ggf. von Interesse.

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Mein Anspruch war immer die P2P Kredit Angebote durch eigene Anlage zu testen und so aus der Praxis zu berichten. Eine Fülle von Tipps finden Anleger im Forum. Es gibt auch eine große Tabelle mit über 40 P2P Kredit Anbietern im Vergleich aus Anlegersicht. Da es immer wieder Fragen zur Steuererklärung gibt – im Forum ist ein Steuer Gutachten verlinkt, das einer der Marktplätze in Auftrag gegeben hat.

Zu Besuch bei Crowdestor in Riga

Ich bin gerade aus Riga zurückgekommen. Dort war ich auf Einladung der Gründer der Crowdestor Plattform Janis Timars und Gunars Udris. Crowdestor ist ein Marktplatz für lettische Firmenkredite, den sie vor einem Jahr gelauncht haben. Es handelt sich um kurzlaufende Kredite, meist bis zu maximal 18 Monaten mit relativ hohen Zinssätzen. Der im Moment auf der Plattform offene Kredit für eine Spedition bietet Anlegern einen Zinssatz von 17%. Die Crowdestor Website bietet auch ein deutschsprachiges Interface. Tatsächlich sind Deutsche die wichtigste Anlegergruppe auf der Plattform, gefolgt von Spaniern.

Wir haben uns über Ihre Erfahrungen seit dem Start unterhalten und wie so viele neue Plattformen ist eine Herausforderung am Anfang das ‚Henne und Ei‘ Problem zu lösen, also ein gleichmäßiges Wachstum von Kreditnachfrage und Anlegernachfrage hinzubekommen. Mich interessierte vor allem, wie sie die Kreditnehmer akquirieren, die aus durchaus sehr unterschiedlichen Branchen kommen. Immobilienprojekte werden neben einem Online-Schuhladen, einer Restauranteröffnung in Berlin und jetzt einer Spedition gelistet.

Janis erklärte mir, dass praktisch alles auf persönlichen Kontakten in der Geschäftswelt von Riga basiert. Lettland ist ein relativ kleines Land (2 Mio. Einwohner) und in dem alles dominierend Ballungsraum von Riga lebt 1 Mio. davon. In Geschäftskreisen seien die Wege kurz und Crowdestor erfahre so häufig frühzeitig davon, dass eine Firma Kapital suche, und die Chancen seien gut, dass er jemanden kenne, der wiederum jemand im Management der Firma kenne und den Kontakt herstelle.

Crowdestor verhandele dann mit der Firma die Kreditkonditionen und prüfe die Geschäftsunterlagen der Firma.

Dabei seien sie bisher extra vorsichtig vorgegangen, da ihnen bewusst sei, dass im jetzigem Stadium – bei den noch sehr wenigen Krediten – ein Kreditausfall ein Signal sei, dass die Plattformentwicklung gefährden können.

Da wie oben geschildert, die persönlichen Kontakte für die Akquisition der Klienten auf Firmenseite entscheidend ist, plant Crowdestor keine internationale Expansion sondern will im lettischen Markt wachsen. Zudem sei die Prüfung der Geschäftsunterlagen für die Kreditwürdigkeit bei ausländischen Firmen anders und somit für ein kleines Team sehr viel schwieriger.

Appartment Lobby

Lobby von einem der Appartmentgebäude

Janis und Gunars sind beide sehr stolz darauf, wie die Finanzierung über ihre Plattform lettischen Unternehmen hilft zu expandieren. Wir haben einige Projekte besucht. Da bei einem Immobilienprojekt bisher nur der Bauplatz zu sehen ist (die Bautätigkeit hat noch nicht begonnen), haben sie mir einen fertiggestellten Appartmentkomplex von genau diesem Immobilienentwickler gezeigt (dieser Komplex wurde aber nicht über Crowdestor finanziert) um die Qualität des Designs und der verwendeten Materialien zu demonstrieren.

Der Komplex liegt direkt an einem der bekanntesten Strände und besteht aus drei Gebäuden die alle im Design nach Themenwelten (Churchill, Dietrich, Hepburn) gestaltet wurden. So sind bespielsweise in der Lobby des Churchill Hauses Briefe die Churchhill verfasst hat ausgestellt, das Design von Schmuckelementen ist denen seiner Regierungsräume nachempfunden und im Haus hängt ein maskuliner Duft, der zu ihm passen soll.

Mir taten die Angestellten etwas leid, denn nur 3 von den 60 Wohnungen sind ganzjährig benutzt, die anderen Eigner kommen hauptsächlich nur im Sommer und in den Weihnachtsferien. Dennoch sitzt in jedem Haus ein Concierge und wir haben auch den sehr schönen Spa-Bereich mit Schwimmbad im Untergeschoß eines Gebäudes besucht. Auch dieser ist nur für de Bewohner zugänglich und es standen Angestellte an der Bar und im Massagebereich bereit.

Bei der Führung durch die Verwalterin habe ich mal vorsichtig gefragt, was eines der Appartments die noch zum Verkauf stehen kostet, aber mir wurde beschieden für diese Information sei das Sales Team zuständig.

Ein weiteres Projekt von dem Janis und Gunars begeistert sind ist der Online Schuladen INCH2, der über seine Website selbst designte Schuhe vertreibt, die INCH2 in Portugal herstellen lässt.

Gunars zeigt Schuhe von INCH2 bei einer Führung durch die INCH2 Büros

INCH2 ist spektakulär gewachsen, u.a. weil die Produkte sich über Social Media sehr gut präsentieren lassen. Alleine am Black Friday wurde dieses Jahr ein Umsatz von rund einer Mio. EUR erzielt. Der Gesamtumsatz in diesem Jahr wird bei rund 5 Mio. EUR liegen. Die Designerschuhe kosten ab 300 EUR und sehr viele werden aus dem Ausland bestellt.

Über Crowdestor wurde dieses Jahr ein 100Tsd EUR Kredit für INCH2 finanziert, der den Anlegern 17% Zinsen bringt. Janis erklärte mir, dass INCH2 tatsächlich einen 500 Tsd EUR Kredit benötigte. Es war aber klar, dass dafür nicht genügend Kapital auf der noch jungen Plattform Crowdestor zur Verfügung gestanden hätte und so einigte man sich zunächst auf einen 100Tsd EUR Kredit. In 2019 wird es dann einen weiteren größeren Kredit für INCH2 auf Crowdestor geben.

Damit kommen wir zur aktuellen Situation, die wir bei einem Mittagessen im Restaurant ‚The Catch‘ ausführlich besprochen haben. Bei The Catch gab es super leckeres japanisches Essen. Kann ich wirklich allen empfehlen. Und sie werden ein Restaurant auch in Berlin aufmachen, für dass es eine Finanzierung über Crowdestor gab. Fun fact; Als wir im Restaurant waren, war auch Personal aus Berlin da, dass für das neue Restaurant geschult und vorbereitet wurde. Crowdestor hat eine Pipeline von 7 neuen Krediten, die sie demnächst auf dem Marktplatz listen wollen. Das Team weiß aber, dass sie mehr Anleger brauchen werden, um alle diese Kredite erfolgreich zu finanzieren. Daher haben wir das Für und Wider verschiedener Marketingamaßnahmen  erörtert und und Plattformfeatures, die helfen können das Wachstum von Crowdestor zu beschleunigen.

Gunars hat mir auf einer Fahrt durch Riga im Vorbeifahren einige der Büros von den vielen anderen Plattformen, die in Riga Ihren Sitz haben, gezeigt. Am bekanntesten davon dürfte Mintos sein.

Zu meiner Überraschung hatte Gunnars auch einen Besuch des Viainvest Büros organisiert. Er meinte, nachdem Simona (CEO von Viainvest) gehört hatte, dass ich nach Riga komme, hat sie ihn gefragt, ob wir nicht auch für einen Kaffee bei Viainvest vorbeikommen könnten.

Gunars sagte mir, dass die Plattform Gründer sich untereinander nicht direkt als Konkurrenten sehen sondern gegenseitig Erfahrungen austauschen und so voneinander profitieren. Das in Riga soviele P2P Kreditmarktplätze ansässig sind, sei somit sehr hilfreich.

Blick in eins der Büros bei Viainvest. Die Gruppe nimmt 2 Stockwerke in dem Bürogebäude ein.

Simona hat mit uns eine kurze Führung durch das Office gemacht und dann haben wir im Konferenzraum über die aktuelle Lage und Neuigkeiten gesprochen. Natürlich habe ich die Steueransässigkeitsbescheinigungen angesprochen, die bei den Anlegern sehr unbeliebt sind. Simona hat versichert, dass ihnen schmerzlich bewusst ist, dass die Steuerbescheinigungen ein Hemmnis sind. Auf die Frage, warum andere lettische Plattformen sie nicht benötigten, erklärte sie die Anwälte von Viainvest hätten sie dahingehend beraten. Lieber seien sie übervorsichtig, als zu riskieren, selbst als Plattform zu irgendeinem Zeitpunkt plötzlich für den Betrag der nicht eingetriebenen Steuern haften zu müssen. Um so positiver sei es, dass bzgl. der lettischen und polnischen Kredite Einvernehmen mit den Behörden erzielt wurde, und die Bescheinigungen nicht mehr benötigt werden. Viainvest ist auch bzgl. der spanischen und tscheschichen Kredite in Abstimmung mit den Behörden und hofft auch hier in Zukunft Absprachen zu treffen.

Dann haben wir noch über zukünftige Entwicklungen gesprochen. Die meisten Neuigkeiten, die bevorstehen, darf ich hier noch nicht nennen, Viainvest erwartet aber noch dieses Jahr eine öffentlich zu verkünden.

Was ich sagen kann, ist dass Viainvest auch generell das Feedback der Anleger aufnimmt und schaut, wie sie es für Anleger leichter machen können. So wird in Kürze es in Kürze die Website auch mit spanischsprachigem Interface geben.

Wer nach dem Lesen des Artikels gerne Crowdestor ausprobieren möchte, hier geht es zur Anmeldeseite. Das Minimuminvest beträgt 100 Euro. Falls sich jemand wundert, der formelle Firmensitz ist in Tallinn, Estland. Das hat regulatorische Gründe.

Diskussionen und Erfahrungen zu Crowdestor gibt es im Crowdestor Forum.

Herzlichen Dank an Crowdestor für die Einladung, das Zeigen der Objekte, die Bezahlung von Flügen und Essen!

Mintos wird Usern Konten mit eigener IBAN und Karte anbieten

Mintos logoDer P2P Kredit Marktplatz Mintos hat gerade Pläne verkündet, zukünftig den Nutzern ein eigenes Konto mit eigener individueller IBAN und Debitkarte anzubieten. Dazu wird Mintos eine E-Money Lizenz beantragen. Das Vorhaben wird finanziert aus einer 5 Mio. Euro Finanzspritze die Mintos gerade als Series A von den bestehenden Investoren aufgenommen hat.

Weitere Details zum neuen Produktangebot wurden noch nicht bekanntgegeben. Ich vermute, dass Mintos die neuen Features zumindest in einer Basisversion kostenlos anbieten wird.Mintos hat bereits eine breite Basis von 87.000 Anlegern und plant diese bis Ende 2019 auf 300.000 zu steigern. Damit sind die Voraussetzungen für Mintos sehr gut, sich von einem sehr auf Investments fokussierten Marktplatz zu einem breiter aufgestellten Fintech zu entwicklen und auf den Pfad von Neobanken  wie N26 oder Revolut einzuschwenken.

Martins Sulte, Mintos CEO und Co-Founder dazu: “Providing customers with a personal IBAN account and debit card will mark a major leap in our services and significantly improve the user experience. Soon, everybody with their own IBAN accounts will be able to give the account details to their friends, companies or customers to get paid, to pay using a debit card, and to continue using Mintos for investing in loans around the globe and earning great returns. Our upcoming mobile app will make it even more convenient.”

 

Mein P2P Kredit Portfolio in den letzten Monaten – satte Zinsen

Mein Bondora Portfolio läuft nun schon seit 6 Jahren – Zeit für ein Update zur Entwicklung der P2P Kredite in meinem Portfolio in den letzten Monaten. Da ich inzwischen bei über 20 Plattformen angelegt habe (z.T. geringe nur Beträge um eigene Erfahrungen zu sammeln) plus einige Plattformen bei denen ich ausgestiegen bin, werde ich mich in diesem Beitrag auf meine größeren Positionen konzentrieren, bzw. diejenigen bei denen sich in den letzten Monaten etwas getan hat.

Baltikum

Bondora

Bei Bondora habe ich nun schon sehr lange Erfahrung. Mein erstes Invest war Anfang Oktober 2012. Natürlich sind die meisten alten Kredite aus der Anfangszeit inzwischen abbezahlt, aber ich habe durchaus noch einige Kredite aus 2012/2013 im Portfolio.

Bondora Dashboard

Vor kurzem habe ich mir mal die Mühe gemacht bei vielen meiner roten Kredite den Rückzahlungsplan manuell durchzublättern. Erstaunlich viele leisten Rückzahlungen. Die meisten eher sporadisch und weniger als die urspünglich angesetzten Tilgungen, einige aber durchaus regelmäßig. Es ist aus meiner Sicht eine gängige Fehleinschätzung bei (neuen) Bondora Anlegern rote Kredite als Verlust anzusehen. Das gilt zumindest bei meinen estnischen und finnischen Krediten nicht (spanische habe ich nicht). Gefühlt haben die Anstrengungen (und Erfolge) von Bondora bei der Eintreibung via Gerichtsentscheid und Gerichtsvollzieher in 2018 deutlich zugenommen.

Bondora’s neues Produkt Go & Grow (6,75% Zinsen) nutze ich nicht. Mein Kalkül ist, dass ich mit Portfolio Pro besser fahren werde (höhere Rendite am Ende). Meine Einstellungen:

Bondora Portfolio Pro

Portfolio Pro reinvestiert dabei die Rückflüsse zuverlässig, so dass ich nie eingreifen muss. Es entstehen viele 1€ Kreditanteile, was mich aber nicht stört – quasi Hyper-Diversifikation. In den ersten Jahren bei Bondora habe ich oft Mikromanagement meiner Anteile betrieben und Verzüge auf dem Zweitmarkt angeboten – in den letzten Jahren lasse ich es einfach laufen. Bei Bondora gibt es 5€ Bonus für neue Anleger, die sich über diesen Link registrieren.

Estateguru

Estateguru ZahlunsstatusMein Estateguru Portfolio habe ich seit dem Start der Plattform im Herbst 2014. Das war bei mir immer ein eher kleineres Portfolio. Im Moment halte ich 57 Kreditanteile, überwiegend je 60 bis 70€ bei Zinssätzen von 10-11%. Macht ein bisschen Aufwand, weil ich nicht den Autoinvest nutze, sondern manuell in estnische Kredite anlege. Und die sind schnell weg, so dass ich zügig nach Eingang der Email-Benachrichtigung handeln muss. Läuft gut, meiner Einschätzung nach. Die Einschätzung ist nicht ganz einfach, weil viele Kredite endfällig sind und auch die Übersicht welcher Kreditnehmer welche Kredit(tranchen) schon hat, nicht ganz einfach ist. Diskussionen dazu gibt es auch im Estateguru Forum.
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Investly

Investly ist nichts für Anleger die auf der Suche nach hohen Zinssätzen sind. 2018 lag der Zinssatz fast durchgängig bei 8% oder geringfügig darüber. Ich bin seit dem Sommer 2014 dabei. In der Zeit habe ich mir 2 größere Problemfälle eingehandelt. Bei dem einen (ein Fall von Betrug) läuft aktuell die zweite Zwangsversteigerung einer als Sicherheit dienenden Immobilie. Ich hoffe, dass diese erfolgreich ist, so dass zumindest ein Teil des Geldes bei diesem Ausfall wieder eingetrieben wird. Bei Investly reinvestiere ich sehr selektiv in Rechnungen, die an den öffentlichen Sektor in Estland („public sector invoices“) gehen.

Mintos

Auch bei Mintos bin ich schon sehr lange investiert – im Januar werden es vier Jahre. In den ersten Jahren war ich ein Buy & Hold Anleger. Ich habe auch immer noch einen erklecklichen Anteil längerlaufender Mogo Kredite mit 14% Zinsen im Portfolio.

Mintos Übersicht

2018 habe ich bei Mintos vorrangig eine Handelsstrategie gefahren. Macht mir mehr Spaß und ich wollte auch sehen wie stark ich die Rendite optimieren kann. Einen besonderen Pusch bekam die Handelsstrategie mit dem Zugang zum Sekundärmarkt Autoinvest. In den letzten 6 Wochen habe ich über 400 Euro an Handelsgewinnen realisiert, mehr als 10 mal so viel wie die regulären Zinsen (siehe folgenden Screenshot).

Mintos Kontoauszug
(auf die Abbildung klicken für vergrößerte Ansicht)

Wie im Mintos Forum diskutiert, gehen ich und weitere Anleger davon aus, dass die Chancen auf Realisierung von Sekundärmarkt Handelsgewinnen sinken werden, je mehr Anleger für den Sekundärmarkt Autoinvest freigeschaltet werden. War für mich aber sehr ertragreich und hat vor allem Spaß gemacht. Da kam so ein bisschen die Jäger und Sammler Mentalität durch und es war beim Einloggen immer spannend für mich, was der Autoinvest wieder interessantes „gefangen“ hat.
Bei Neuanmeldung über diesen Link erhalten neue Mintos Anleger 1% Cashback auf alle Invests in den ersten 90 Tagen.

Iuvo Group

Bei Iuvo habe ich ein mittelgroßes Portfolio. Reinvests laufen problemlos auf Autoinvest. Mein Autoinvest reinvestiert dabei je 25€ in bulgarische Kredite mit mindestens 10,8 Zinsen (tatsächlich sind es meist 12% gewesen) mit bis zu 6 Monaten (Rest-)laufzeit. Funktioniert zufriedenstellend und ist null Pflegeaufwand. Da die überfälligen Kredite nicht verzinst werden, liegt die effektive Rendite geschätzt bei ca. 8%.
Iuvo bietet neuen Anlegern einen der höchsten Boni aller Plattformen – bis zu 90 Euro Bonus (Anleitung).

Finnland

Kurzer Sprung über die Ostsee nach Finnland

Fellow Finance

Fellow Finance ist rückblickend ein Anbieter bei dem ich zulange mit dem Einstieg gewartet habe. Als ich ab Oktober 2016 mit größeren Beträgen eingestiegen bin, war das Zinsniveau schon deutlich gefallen. Und diese Entwicklung setzt sich weiter fort. Die Zinsen sinken mehr oder weniger kontinuierlich. Bis Mai 2017 habe ich immer weiter aufgestockt und ein großes Portfolio aus überwiegend 4* finnischen Konsumentenkredite gebaut. Ursprünglich war meine Zinsuntergrenze 13%, diese habe ich dann nochmal auf 12% gesenkt. Meine letzten Reinvestitionen stammen aus dem Juli 2018 zu diesem Zinssatz. Seitdem ziehe ich Kapital ab. Die aktuelle Market Rate für 4* Kredite ist 10,9%.

Mein Fellow Finance Portfolio manage ich aktiv, d.h. ich verkaufe Kredite i.d.R. wenn sie 26 oder mehr Tage ich Verzug sind. Üblicherweise bekomme ich dafür einen Preis von 80-85%. Meine Rendite vor Steuern liegt bei rund 9%

Irland

Jetzt rüber ans andere Ende Europas.

Linked Finance

Linked Finance ist aktuell eines meiner größten Portfolios. 2018 hat die Verfügbarkeit neuer Kreditanteile gefühlt abgenommen. Liegt eher an zuvielen neuen Anlegern als an weniger neuen Krediten.  Mein Autoinvest schafft es gerade so die Rückflüsse zu reinvestieren. Aufstocken wäre wohl nur möglich, wenn ich die Gebotsgrößen heraufsetzen würde. Die Zahlungsmoral ist sehr gut. Die Rendite nach Gebühren und vor Steuern liegt bei ca. 8%.

Linked Finance Portfolio
(auf Abbildung klicken für größere Anzeige)

Grossbritannien

Nun in das „Mutterland“ der P2P Kredite. Für den Währungstausch nutze ich in letzter Zeit ganz überwiegend das kostenlose Revolut Konto.

Lendy

Lendy war lange eines meiner größten P2P Portfolios. Eingestiegen bin ich im Dezember 2014. Durch meine Strategie immer sehr lange vor der Endfälligkeit zu verkaufen und in neue Kredite umzuschichten, konnte ich jegliche Ausfälle vermeiden, ein eher ungewöhnliches Resultat bei Lendy. Meine Rendite in Pfund liegt bei etwas über 12%. Dennoch bin ich in den letzten Monaten komplett ausgestiegen, da mir die wirtschaftlichen Aussichten von Lendy zu unwägbar wurden, das Risiko in Relation zur Rendite also zu hoch.

Moneything

Moneything war bei mir ein mittelgrosses Portfolio. Eingestiegen bin ich im März 2016. In den letzten 2 Wochen habe ich rund 2/3 meines Invests abgezogen. Wie meine Rendite ausfällt, wird u.a. davon abhängen, wie viel von den 200 Pfund ausgefallenen Krediten in meinem verbleibenden Portfolio eingetrieben werden kann.

Ablrate

Bei Ablrate bin ich seit Juli 2014 mit einem kleinen Portfolio, das ich auch weiter reinvestieren werde. Läuft aus meiner Sicht zufriedenstellend, allerdings ist das Kreditangebot nicht so groß (und es bestehen Abhängigkeiten zwischen den Krediten), so dass selbst bei meinem kleinen Portfolio Klumpenrisiken entstehen.

Assetz Capital

Bei Assetz Capital habe ich nur ein Mini Test-Portfolio. Ich gehe auf Assetz in dieser Übersicht deshalb ein, weil sie mit dem 30 Day Access Account (5,1% Zinsen) eine Anlage bieten die so ähnlich funktioniert wie Go & Grow. Wer also Go & Grow mag, für den kann das eine gute Ergänzung sein. Zudem mit Provision Fund besichert. Assetz Capital ist in den letzten Monaten beträchtlich gewachsen.

Frankreich

Noch ein kurzer Sprung über den Kanal.

October (vormals Lendix)

Ich habe ein kleines Portfolio von 52 französischen Krediten. Die Zahlungsmoral ist nicht schlecht, aber für die relativ niedrigen Zinsen m.E. nicht gut genug. Ich werde Rückflüsse abziehen statt weiter zu reinvestieren. Zumal die Neuanlage aufgrund des fehlenden Autoinvests und der hohen Nachfrage sowieso nicht einfach ist. Wer sich trotzdem anmelden möchte, bekommt bei Neuanmeldung über diesen Link 20 Euro Bonus (200 Euro Minimum Invest

Lendix Portfolio

Australien

Jetzt der größte Sprung ganz auf die andere Seite der Erdkugel

Ratesetter (Australien)

Ratesetter Australien war mein größter Neustart in den letzten Monaten. In dem Artikel ‚Bis zu 9% Zinsen aus dem Känguruland – so investiere ich bei Ratesetter Australienbeschreibe ich meine Schritte zur Einrichtung (unter Nutzung von Transferwise) und Start bei Ratesetter. Seitdem sind die Zinsen noch deutlich angezogen. Übliches Zinsniveau bei Ratesetter sind für 5 Jahreskredite ca. 9,6-9,9%. Die Chancen stehen wegen des Provision Funds auch gut dass die Rendite nach Gebühren und vor Steuern auch bei rund 9-9,5% liegen wird.

Ratesetter AUS Portfolio

Andere

Kleine bzw. sehr kleine Test-Portfolios unterhalte ich u.a. bei Bulkestate, Crowdestate, Finbee, Lenndy, Monestro, Neofinance, Robocash und Zlty Melon.

Crowdinvesting bei Seedrs

Ich hab mir über die Jahre ein beträchtliches Crowdinvesting Portfolio bei Seedrs aufgebaut. In den letzten 5 Monaten seit meinem letzten Überblick Post habe ich einiges an Landbay Shares auf dem Seedrs Zweitmarkt verkauft. Gab Faktor 12, also 1100% Rendite nach 5 Jahren Haltedauer. Ich hab aber auch noch viele Landbay Anteile und hoffe dass sich das weiter gut entwickelt. Die Verkaufserlöse habe ich vor allem in Revolut Anteile reinvestiert. Aber auch Assetz Capital & Tossed gekauft und Neuinvest in neue Pitches von Startups.

Fragen gerne in den Kommentaren oder direkt im Forum. Noch mehr Plattformen gibt es im Anbieter Vergleich.

Kuflink mit Immobilen besicherte Kredite – 100 Pfund Bonus (bei 500 Pfund Invest)

Kuflink ist eine britische Plattform für mit Immobilien besicherte P2P Kredite. Der Anbieter ist schon seit 2016 am Markt, war aber bislang nur für britische Anleger geöffnet. Ganz neu können sich nun auch internationale Anleger aus Europa anmelden. Die Kredite laufen üblicherweise nur zwischen 3 und 12 Monaten und die Zinsen liegen i.d.R. bei rund 6,5% bis 7%. Die Mindestanlage pro Kredit sind 100 Pfund (für reinvestments auch geringe Beträge möglich).

Es gibt eine interessante Bonus-Aktion für Neukunden. Wer sich über diesen Link anmeldet und mindestens 500 Pfund investiert erhält 100 Pfund Cashback. Auf der Zielseite steht 50 Pfund – ich habe aber 100 Pfund für Euch ausgehandelt (also doppelter Bonus): GANZ WICHTIG: genau die Bedingungen lesen (T&C), so muss z.B. die gesamte Summe binnen 24 Stunden nach dem ersten Invest investiert werden. Aufteilung der 500 Pfund auf mehrere Kredite ist somit zwar möglich, aber darauf achten, dass die Bedingungen eingehalten werden

Für die Nutzung eines britischen Bankkontos empfehle ich Transferwise (Borderless) oder Revolut zu verwenden. Beide können kostenlos eingerichtet werden. Wenn ihr mit TransferGo kostenlos tauscht, bekommt ihr als TransferGo Neukunde noch 10 Pfund geschenkt (bei Tausch von mindestens 150 Pfund).

Kuflink Kredite
Abbildung: Aktuelle Kuflink Kreditangebote

Bei jedem Kredit gibt es umfangreiche Informationen und auch ein Wertgutachten (Valuation report) der Immobile. Seit dem Start hat Kuflink ein Kreditvolumen von gut 20 Millionen Pfund vermittelt.

Es fallen keine Gebühren an. Leider hat Kuflink keinen Zweitmarkt. Zinsen werden am ersten Tag jeden Monats gutgeschrieben (bei manuellem Invest). Es gibt eine Autoinvest-Funktion. Deren Konditionen finde ich allerdings im Vergleich zum manuellen Invest weniger interessant. Schön wäre auch noch eine Statistikseite. Eine solche gibt es bisher nicht. Nur in der FAQ finden sich einige Angaben.

Ich habe einen Beitrag im Forum aufgemacht, in dem Kuflink Erfahrungen der Anleger ausgetauscht werden können. Dort auch gerne Fragen stellen. Soweit ich kann werde ich versuchen diese zu beantworten.

 

Test: Einrichtung neuer Mintos Auto Invest Sekundärmarkt

Mintos bringt jetzt ganz neu einen Auto Invest für den Primärmarkt. Ich richte den gleich mal zum Test ein und bin gespannt, wieviele Kredite ich darüber bekommen werde. Wie für den Erstmarkt, bringt der Autoinvest für den Zweitmarkt umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten.

Mintos Auto Invest Sekundärmarkt
Abbildung Autoinvest Sekundärmarkt

Wenn bei dem Sekundärmarkt Autoinvest noch ein Schloss ist, dann ist der Sekundärmarkt für den Anlegeraccount noch nicht freigeschaltet. Laut Mintos ist das neue Feature bis zum offiziellen Rollout am 03. Dezember erst mal Beta und nur für ausgewählte Anleger freigeschaltet. Zum Beispiel durch eien zusätzliche Einzahlung von 5.000 Euro in den Anlegeraccount kann eine Freischaltung erwirkt werden.

Mintos Auto Invest Sekundärmarkt Detail

Abbildung: Mintos Autoinvest Sekundärmarkt zusätzliche Einstellungen

Unter den Darlehensanbahnern stehen dann die weiteren Einstellungen. Für den Test wähle ich jetzt mal ab 10% YTM und lasse den Zinssatz offen. Ich versuche mal nur Kredite zu bekommen, die mit mindestens 0,5% Rabatt angeboten werden. Die maximale Laufzeit begrenze ich auf 30 Monate. ‚Möchten Sie neu investieren‘ und ‚Darlehen einschließen, in die bereits investiert wurde‘ bejahe ich. ‚Diversifikation über Kreditgeber hinweg‘ habe ich jedoch deaktiviert, da ich möglichst alle zu diesen Kriterien passenden Kredite kaufen möchte.

Links unten hatte ich versucht einzustellen, dass zwischen 0 und 50 Euro in ein Darlehen investiert wird. Das führt jedoch zu einer Fehlermeldung. Der Mindestbetrag pro Kredit ist (wie beim Primärmarkt Autoinvest) 10 Euro.


Wenig überraschend Zeit mir Mintos an, dass es für diese Einstellungen keine entsprechenden Kredite gibt. Denn wenn solche angeboten werden, wurden sie auch bisher schnell von Anlegern aufgekauft.

Interessant wäre noch zu wissen, wie der Algorithmus vorgeht wenn mehrere Anleger passende Autoinvests haben für einen Kredit der neu im Zweitmarkt eingestellt wird.
Erfahrungen mit dem neuen Mintos Autoinvest für den Zweitmarkt tauschen die Anleger bereits in diesem Forums Beitrag aus. Dort werde ich auch posten, ob und wie viele Kredite mein neuer Test Autoinvest denn gekauft hat. Wenn ihr das auch testet, schreibt doch dort bitte mal welches Ergebnis ihr erzielt habt.

 

Eklatantes Beispiel der Bevorzugung institutioneller Anleger

Die ursprüngliche Idee von Peer-to-Peer Krediten war, dass Anleger und Kreditnehmer direkt auf einer Plattform zusammengeführt werden. Genau so haben Zopa, Prosper, Lending Club und die meisten anderen Marktplätze auch angefangen. Gerade im angloamerikanischen Raum stiegen dann relativ schnell institutionelle Anleger (z.B. Banken, Hedgefunds, Family Offices, …) ein und finanzierten Kredite, da die erzielbaren Renditen attraktiv waren.

Für die Marktplatzbetreiber war das attraktiv, da das finanzierte Kreditvolumen sehr viel schneller gesteigert (skaliert) werden konnte, wenn nur wenige institutionelle Anleger überzeugt werden mussten statt sehr viele kleine Anleger durch Internet Marketing gewonnen werden mussten.

Von Seiten der Privatanleger gab es zwar Bedenken, aber so lange die institutionellen Anleger zu denselben Konditionen anlegten und nicht bevorzugt wurden (z.B. bei der Kreditauswahl) war es auch für sie akzeptabel. Lending Club hat z.B. relativ detailliert erklärt wie sie sicherstellen, dass die Zuteilung von Krediten zu wholesale und retail zufallsbasiert erfolgt.

Die britische Firma Funding Circle strebt jetzt den Börsengang an. Im Rahmen des Prospektes hierzu wurden viele Details bekannt, u.a. die aktuelle Verteilung der Anlegertypen auf der Plattform:

+ 31% des Kreditvolumens werden durch Privatanleger finanziert
+ 51% durch institutionelle Anleger
+ 13% durch den Funding Circle SME Income Fund
+ zu 5% durch öffentliche Stellen und internationale Organisationen (darunter dürfte insbesondere die Europäische Investitionsbank (EIB) einen hohen Stellenwert einnehmen)

Wie ich in älteren Artikeln schon ausgeführt hatte, war die Rendite für Privatanleger bei Funding Circle Deutschland nicht berauschend.

Im Zuge des Börsengangs wird jetzt öffentlich, dass auch die institutionellen Anleger wohl wenig Interesse hatten, bei Funding Circle Deutschland anzulegen. Um diesen den Invest auf dem deutschen (und dem niederländischen) Marktplatz schmackhaft zu machen, hat ihnen Funding Circle im Februar 2017 angeboten, dass Ausfallrisiko zu übernehmen. Dafür verzichteten sie im Gegenzug auf Renditen die 3,8% übersteigen. (Quelle)

Privatanlegern wurde kein vergleichbares Angebot gemacht. Der Funding Circle Marktplatz erfreut sich im Forum keiner großen Beliebtheit. Kritikpunkte sind hauptsächlich die Ausfallraten, der sehr schleppende Inkassoprozess und die mangelnde Transparenz und Kommunikation.