Estateguru vs. Crowdestate – Trotz Zahlungsverzug und Projektausfällen der Verlustaversion ein Schnippchen schlagen

Nein, dieser Artikel ist KEINE Prognose, wie sich Corona, Rezession, Wirtschaftskrise und was uns sonst noch bevorstehen mag, auf deine Finanzen auswirken könnte. Spektakuläre Interpretationen, den todsicheren Blick in die Kristallkugel oder „den ganz heißen Tip“ könnt ihr hier also nicht erwarten. Es geht „lediglich“ um reine Fakten – die aktuelle Leistungsbilanz von Estateguru* und Crowdestate*, die beide zu den beliebtesten P2P Plattformen für Immobilienfinanzierungen in Europa zählen. Und natürlich geht es darum, wie ihr das für eure Anlagestrategie auswerten könnt. Bei Estateguru* erhalten Neukunden aktuell (und noch bis zum 30.04) übrigens einen erhöhten Cashback-Bonus von 1% auf alle Investitionen, einfach über diesen Link* anmelden um den Bonus zu bekommen.

Ich möchte euch als Einleitung kurz von meinem Freund erzählen – und vielleicht findet sich der eine oder andere da ja wieder: Mein Freund Mark interessiert sich für P2P Investitionen in Immobilien und fängt an, kleine Beträge in Projekte mit relativ kurzer Laufzeit zu investieren. Nach kurzer Zeit kommen die ersten Zinsen und dann auch endlich die vollständige Rückzahlung des ersten Projekts. Bingo – es funktioniert! Er wird mutiger und investiert nach und nach in ein paar dutzend Projekte auf mehreren Plattformen. Die meisten Zins- und Rückzahlungen erfolgen fristgerecht, doch es kommt auch zu einigen Verzögerungen. Aber immer noch kein Kapitalverlust! Dann schlittert ein Projektentwickler in die Insolvenz – die Abwicklung kann Jahre dauern und ob/wieviel Kapital zurückfliesst ist nicht absehbar. Außerdem sind einige andere Projekte schon über mehrere Monate im Zahlungsverzug. Was tun? Geld abziehen oder weiter investieren? Natürlich muss Mark mit dem Totalverlust des eingesetzten Kapitals rechnen. Das steht ja auf jeder Plattform, davor warnen Verbraucherschützer und selbstverständlich hat er das irgendwie schon mit einkalkuliert. Doch abseits aller Fakten ist die psychologische Wirkung nicht zu unterschätzen, wenn es dann wirklich zu Verlusten kommt. Er wird tatsächlich Geld verlieren! Auf einmal werden Projekte argwöhnisch beäugt und es wird versucht abzuschätzen, wo denn die Leiche im Keller liegen könnte. Vorbei ist die Leichtigkeit und die nüchterne Betrachtung.

Ich habe das als Anleger schon genauso erlebt wie mein imaginärer Freund Mark. Und vielleicht ging es dir ja auch so oder ähnlich. In der Psychologie und Ökonomie spricht man dabei von der Verlustaversion. Das ist die Tendenz, Verluste höher zu gewichten als Gewinne. Beispielsweise ärgert man sich über den Verlust von 100 € mehr, als man sich über den Gewinn von 100 € freut. Individuen verhalten sich in Entscheidungssituationen irrational, wenn Unsicherheiten eine Rolle spielen. (Quelle: Wikipedia)

Wie kann man denn der Verlustaversion ein Schnippchen schlagen und trotz Unsicherheit und Verlusten weiterhin rational agieren? Im P2P Immobilien Bereich hilft es, sich auf die vorhandenen Leistungsdaten der einzelnen Plattform zu besinnen um so das Risiko so realistisch wie möglich einschätzen zu können.

Wie sieht es denn aktuell bei Estateguru und Crowdestate aus? Estateguru* ist mit 1.365 Projekten und 45.705 Investoren unangefochtener Marktführer im Bereich Immobilien Crowdinvesting in Europa nach Anzahl finanzierter Projekte. Crowdestate* ist auch bereits seit 2014 am Markt und konnte bisher 46.491 registrierte Benutzer für sich gewinnen. 10.384 Investoren haben dort 228 Projekte finanziert. Beide Plattformen können mit Autoinvest und Zweitmarkt aufwarten und haben mit 50 Euro (Estateguru) und 100 Euro (Crowdestate) einen vergleichbar niedrigen Mindestinvest.

Um die Leistungsdaten (Track-Record) der Plattformen zu vergleichen, schauen wir uns den aktuellen Status aller bisher auf den beiden Plattformen finanzierten Projekte an:

Abb. 1: Estateguru vs. Crowdestate – Vergleich Projektstatus

Was sagt uns dieser Vergleich nach Projektstatus?

  • Zurückgezahlt %: Es fällt ins Auge, dass bei beiden Pattformen ungefähr die Hälfte der finanzierten Projekte bereits mit allen Zinsen vollständig zurückgezahlt wurden.
  • Überfällig %: Crowdestate weist aktuell mehr überfällige Projekte auf als Estateguru. Dies beinhaltet alle Projekte, bei denen Zins- oder Kapitalrückzahlungen im Verzug sind. Projekte, die früher einmal überfällig waren, aber mittlerweile vollständig zurückgezahlt wurden, tauchen hier übrigens nicht auf, sondern finden sich unter „Zurückgezahlt“.
  • Ausgefallen %: Auch bei den Projektausfällen liegt Crowdestate gegenüber Estateguru vorne. Auch hier gilt: Ausgefallene Projekte, die mittlerweile schon zurückgezahlt wurden, tauchen hier nicht auf, sondern finden sich unter „Zurückgezahlt“.

Und hier der Anteil der überfälligen und ausgefallenen Projekte im direkten Vergleich:

Abb. 2: Estateguru vs. Crowdestate – Vergleich Projekte im Verzug

Der Anteil der überfälligen Projekte ist bei Crowdestate mit aktuell 11,8% wesentlich höher als bei Estateguru* mit 3,8%. Und auch bei den ausgefallenen Projekten liegt der Anteil bei Estateguru mit 2,9% unter dem Wert von Crowdestate mit 4,5%. Das Risiko des Zahlungsverzugs und/oder Ausfalls lag also bisher bei Crowdestate* höher als bei Estateguru. Ich hatte ehrlich gesagt nicht damit gerechnet, dass dieser direkte Vergleich zu einer so deutlichen Aussage führen würde.

Sollte ich als Anleger also nur noch bei Estateguru* investieren? Die oben dargestellten Leistungsdaten zeigen einen klaren Gewinner. Andererseits ist dies nur eine Komponente zur Einschätzung des Plattformrisikos. Folgende weitere Faktoren spielen dort auch mit rein: Wie sieht das Rückholkonzept der einzelnen Plattform bei überfälligen und ausgefallenen Projekten aus, wie wird dies umgesetzt und welche Erfolgsbilanz weist dies bisher aus? Wie steht das Unternehmen selbst finanziell dar? Außerdem habt ihr wahrscheinlich noch zusätzliche Kriterien, die euch wichtig sind.

Hinweis zur Ermittlung der Werte:

  • Immobilienprojekte: Da der Track-Record von Immobilienprojekten verglichen werden soll, habe ich bei Crowdestate die Unternehmensfinanzierungen, die nichts mit Immobilien zu tun haben, aus der Statistik herausgenommen. Dazu gehören z.B. Unternehmen aus Holzhandel, Fischverarbeitung oder auch Papierverarbeitung.
  • Ausfallrate: Crowdestate weist offiziell keine Projektausfälle aus, deswegen habe ich die Projekte mit mehr als 180 Tagen (6 Monaten) Zahlungsverzug als „Ausgefallen“ deklariert. Dies ist keine wissenschaftlich gesicherte Bewertung, sondern eine von mir getroffene Annahme zur Vergleichbarkeit der Plattformen.
  • Finanzierungsmöglichkeiten: Auf beiden Plattformen können Projekte auch in mehreren Schritten finanziert werden. Jede dieser Finanzierungsmöglichkeiten wird hier als ein separates Projekt gezählt, deswegen wäre es genauer, von Finanzierungsmöglichkeiten als von Projekten zu sprechen. Geht ein Projekt baden, das z.B. in fünf Schritten finanziert wurde, wird dies in der Statistik als fünf überfällige bzw. ausgefallene Projekte dargestellt. Da dies jedoch die übliche Darstellungsweise auf vielen P2P Plattformen ist, habe ich dies so übernommen.

Auf jeden Fall hoffe ich, dass euch der direkte Vergleich der Leistungsdaten von Estateguru und Crowdestate dazu motiviert, halbwegs rational zu reagieren, wenn ihr selbst von verspäteten Zahlungen oder Projektausfällen betroffen seid. Um doch noch einmal kurz die aktuelle Ausnahmesituation aufzugreifen: Es wird auf jeden Fall interessant sein, zu sehen, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf die Plattformen hat. Wie sieht der Track-Record in 6 oder 12 Monaten aus? Fortsetzung folgt …

Wie habt ihr bisher auf verspätete Rückzahlungen und Projektausfälle reagiert? Welche Änderungen habt ihr an eurem Portfolio deswegen vorgenommen? Ich freue mich wie immer über euer kurzes Feedback in den Kommentaren.

Meine P2P Immobilien Investments – 3 Jahre, 18 Plattformen und 200 Projektbeteiligungen später

Es ist jetzt fast genau 3 Jahre her, dass ich mein erstes Investment auf einer P2P Plattform getätigt habe. Am 11. Februar 2017 erhielt ich eine Email mit dem Satz: „Vielen Dank für Ihre Investition in das Projekt Herriotstrasse auf EXPORO!“. Ein kleiner Schritt für mich als Kleinanleger, aber ein großer für die Menschheit! Na gut, so weltbewegend war das natürlich nicht. Aber für mich war das auf jeden Fall ein Schritt, der nachhaltige Bewegung in mein Portfolio gebracht und mir die P2P Welt eröffnet hat. Zu diesem Zeitpunkt gab es auf allen deutschen Immobilien Crowdinvesting Plattformen gerade mal 10 zurückgezahlte Projekte. Deshalb hatte ich für meinen ersten Versuch nach einem Kurzläufer mit wenig Risiko gesucht. Das Projekt Herriotstrasse in Frankfurt am Main passte für mich genau; es brachte 4,75% jährliche Zinsen über 10 Monate. Im Dezember 2017 erhielt ich dann taggenau die Rückzahlung meines Investments einschließlich der Zinsen. Es fing also gut an aus meiner Sicht.

Mittlerweile habe ich auf 18 verschiedenen P2P Plattformen in Immobilienprojekte investiert. Außerdem habe ich auch auf diversen anderen P2P Plattformen in Verbraucher- und Geschäftskredite investiert. Um jedoch nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, geht es in diesem Artikel ausschließlich um Geldanlage in Immobilien. Die folgende Grafik gibt einen Überblick, wann ich auf welchen der Plattformen aktiv war bzw. noch immer bin:

Abb. 1: P2P Immobilien Investment nach Plattformen

Diversifikation

Wie ihr seht, ist eine breite Streuung meines Investments das A und O für mich: Diversifikation über Plattformen und Länder hinweg. Nach Ländern, bezogen auf den Sitz der Plattform, sieht es folgendermaßen aus (in der chronologischen Reihenfolge der ersten Investition):

Warum bin ich auf einigen Plattformen nicht mehr aktiv?

Lendy, Propertymoose, Fundingsecure, Propertypartner: Das Währungsrisiko und der Brexit waren für mich die Gründe, warum ich Anfang bis Mitte 2019 aus allen Plattformen im Vereinigten Königreich ausgestiegen bin. Bei Lendy war ich etwas zu spät dran, denn zwei Projekte waren ausgefallen und die Beteiligungen konnten daher nicht mehr auf dem Zweitmarkt verkauft werden. Dann ging die Plattform auch noch in Konkurs und ich warte daher geduldig auf die Rückzahlung, falls das Kapital durch Verkauf der teils fertiggestellten Projekte zurückgewonnen werden kann und die dann vorhandenen Vermögenswerte nicht von den Kosten der Insolvenzverwaltung aufgezehrt werden. Fundingsecure habe ich übrigens nicht als „Plattform insolvent“ farblich in der Grafik markiert, da ich vor der Insolvenz meine Geldanlage vollständig abziehen konnte. Glück gehabt.

Reacapital: Die Zinsen waren mir mit um die 5% dann doch zu niedrig und es ist jetzt auch schon eine lange Zeit her, dass dort überhaupt ein neues Projekt finanziert wurde.

Zinsland: Nachdem mehrere Projekte ausgefallen waren, hatte ich kein großes Vertrauen mehr in die Due Diligence Prüfung der angebotenen Finanzierungsmöglichkeiten. Kann natürlich auch einfach nur Pech gewesen sein, aber da es bessere Alternativen gab, habe ich dort nicht weiter investiert. Inzwischen wurde Zinsland ja der Marke Exporo einverleibt und bietet daher auf dem eigenen Portal keine neuen Projekte an.

Engel & Völkers: Auch hier sind mir die Zinsen zu niedrig, oftmals unter 5%.

Rendite

„Jetzt mal Butter bei die Fische“: Im Durchschnitt haben die ca. 200 Projektbeteiligungen über alle Plattformen hinweg unabhängig vom aktuellen Status eine zu erwartende Rendite von 9,1%. Die bereits beendeten Projekte haben eine jährliche Rendite von 8,7% erwirtschaftet. Für die momentan noch laufenden Investitionen erwarte ich eine jährliche Rendite von 9,7%. Bei diesen Werten sind Verluste durch Ausfälle nicht eingerechnet. In meiner Kalkulation rechne ich damit, dass 2% der Projekte ausfallen, was mich ca. 1% Rendite kosten mag, so dass die effektive Rendite mittelfristig hoffentlich etwas über 8% liegen wird. Wer sich wundert, wie ich auf 1% Renditeverlust komme, kann sich diesen Beitrag dazu kurz anschauen.

Zukunft

Immobilieninvestments auf P2P Plattformen werden weiterhin ein wichtiger Bestandteil meines Portfolios sein. Um den zeitlichen Aufwand zu reduzieren, möchte ich langfristig nur auf 6 bis 8 Plattformen aktiv sein. Und ich werde versuchen, eine zu erwartende Rendite von 10% zu erreichen, so dass die tatsächliche Rendite nach Verlusten hoffentlich 9% beträgt. Ich werde meine Beteiligungen auf der spanischen Plattform Housers auslaufen lassen und mich dann dort verabschieden. Der Track Record ist leider schlechter als bei anderen Anbietern, obwohl ich den Internetauftritt und auch die Projektauswahl grundsätzlich super finde. Auch beim französischen Anbieter Weeximmo werde ich keine neuen Investitionen tätigen, sondern die aktuellen Finanzierungen nur auslaufen lassen. Es gibt ein sehr dünnes Angebot von neuen Projekten (ca. 5 pro Jahr) – da halte ich mich lieber an die großen europäischen Plattformen, die wöchentlich neue Beteiligungsmöglichkeiten verfügbar machen. Auf folgenden 8 Plattformen bleibe ich vorerst aktiv: Exporo*, Bergfürst*, Crowdestate*, Estateguru*, Dagobertinvest*, Fundimmo, Clubfunding, Homunity.

Für P2P Investoren und Interessierte: Was machst Du genauso? Oder was machst du anders und warum? Welche Plattform/Info fehlt? Schreib es einfach in die Kommentare zu diesem Artikel.

Dagobertinvest – Investieren wie die reichste Ente der Welt? (Teil II)

Mit Sparsamkeit, Gier und Geiz zum größten Vermögen der Welt – dafür steht Dagobert Duck. Was dies mit Dagobertinvest* zu tun hat – oder auch nicht – war Thema in Teil I der Plattformvorstellung. Wenn noch nicht geschehen, schau dir am besten zuerst Teil I an, der sich auf die Eckdaten des Anbieters, den Track-Record und die Vor- und Nachteile der Plattform konzentriert.

Kleiner Nachtrag zum Thema Track-Record: Wie in den Kommentaren zu Teil I der Plattformvorstellung erwähnt, veröffentlichen die meisten Immobilien Crowdinvesting Anbieter keine Informationen zu verspäteten oder problematischen Projekten. Ich hatte Dagobertinvest* diesbezüglich angeschrieben und Herr Zederbauer, der CEO, nimmt dazu folgendermaßen Stellung:

Zu der Frage mit Verzögerungen verweise ich darauf, dass wir an einer sehr transparenten Lösung arbeiten, die wir in den kommenden Wochen Anfang 2020 präsentieren werden. Mit Verlusten rechnen wir derzeit noch nicht. Betreffend Kommunikation [von Projekten in] Schieflage: Derzeit kommunizieren wir dieses Themenfeld ausschließlich mit den betroffenen Anlegern. Aber wie gesagt wird sich da was ändern.

Wir dürfen also gespannt sein, was sich dort bald ändern wird.

Jetzt aber zu Teil II der Plattformvorstellung: Was sind die Besonderheiten von Dagobertinvest? Worauf sollte ein Anleger achten, wenn er bei dem österreichischen Marktführer für Immobilien Crowdinvesting sein Kapital investieren möchte? Das ist der Schwerpunkt von diesem Beitrag. Wenn ihr euch die Webseite und die Projektdarstellungen von Dagobertinvest* anschaut, fallen einige Besonderheiten sofort ins Auge:

1. „Early-Bird“ Zinssatz

Bei einigen Finanzierungsrunden profitieren Investoren in den ersten Tagen nach Beginn der Zeichnungsperiode von einem höheren Zinssatz. Dieser „Early Bird“ Zinssatz wird in den Fundingdetails deutlich ausgewiesen, auch mit dem Hinweis bis wann dieser gewährt wird. So kann man als Frühzeichner z.B. eine Early-Bird-Verzinsung von 7,25% in den ersten 14 Tagen erzielen anstatt einer Standardverzinsung von 7,00%, wenn man erst nach Ablauf der 14-Tage-Frist die Anteile zeichnen würde. Im Allgemeinen kann man dadurch eine zwischen 0,25% und 0,50% höhere Rendite realisieren. „Der frühe Vogel fängt den Wurm“.

2. Freischaltung für Investoren in unterschiedlichen Ländern

Wer sich die verfügbaren Projekte bei Dagobertinvest* anschaut, wird auch über die Flaggensymbole auf jedem Projektangebot stolpern:

Abb. 1: Dagobertinvest Länderkennung

Die Plattform schaltet Emissionen für Investoren in den drei Ländern ggf. zu unterschiedlichen Zeitpunkten frei. Alle Projekte sind sofort für Investoren in Österreich verfügbar. Auch Schweizer Anleger können im Normalfall von Beginn an ihre Investition tätigen. Anleger mit Wohnsitz in Deutschland werden häufig einige Tage später freigeschaltet. Welchen Hintergrund hat diese länderspezifische Unterscheidung? „Anleger in unterschiedlichen Märkten erhalten die jeweiligen korrekten heimischen Dokumente“- so die Aussage von Dagobertinvest. Deutschen Investoren wird das Dokument „VIB für deutsche Investoren“ zur Verfügung gestellt, welches das für den deutschen Markt vorgeschriebene „Vermögensanlagen-Informationsblatt gemäß §§ 2a, 13 Vermögensanlagengesetz (VermAnlG)“ enthält. Wer als deutscher Investor nicht auf die Freischaltung (und damit die Verfügbarkeit des VIBs) warten möchte, kann sich jederzeit an den Dagobertinvest Support wenden und um einen Code zur vorzeitigen Freischaltung des Projekts bitten. Damit ist es dann möglich, auch als deutscher Investor sofort in die Projekte zu investieren.

3. Fundingzeitraum

Auch die Begriffe Fundingschwelle und Fundinglimit sind eine Besonderheit bei Dagobertinvest*:

Abb. 2: Dagobertinvest Fundingdetails

Der Anbieter erläutert dies gut verständlich auf seiner Webseite:

Der Crowdfunding-/Funding-Zeitraum ist der Zeitraum, in dem es möglich ist in das Crowdinvesting-Projekt zu investieren. Die Crowdfunding-/Funding-Schwelle ist der Betrag, der durch alle Investoren zumindest erreicht werden muss, sodass das Investment zustande kommt. Das Crowdfunding-/Funding-Limit ist die Obergrenze des Betrages, den alle Investoren zusammen in ein Projekt investieren können.

Es dauert häufig zwei Wochen oder länger, bis das Funding abgeschlossen ist. Entweder, weil das Fundinglimit erreicht wurde oder weil der Fundingzeitraum abgelaufen ist und zumindest die Fundingschwelle überschritten wurde. Das kann sich künftig natürlich ändern, wenn der Bekanntheitsgrad der Plattform steigt. Im Moment jedoch ist es für den Anleger angenehm, insbesondere im Vergleich zu anderen Plattformen, auf denen Projekte teilweise innerhalb von einigen Minuten vollständig finanziert werden.

4. Projektstandort

Abb. 3: Skyline von Wien (Bild von hashan auf Pixabay)

Wien wurde als lebenswerteste Metropole der Welt ausgezeichnet (Quelle: Mercer.de). Nach Berlin ist Wien die zweitgrößte Stadt im deutschsprachigen Raum und etwas mehr als ein Fünftel der österreichischen Bevölkerung lebt dort. Die Strahlkraft der Hauptstadt im Nachbarland beflügelt natürlich auch den Immobiliensektor. Nicht verwunderlich also, dass sich ein großer Teil der von Dagobertinvest finanzierten Projekte in Wien und dem Wiener Speckgürtel befinden. Projekte in attraktiver Lage mit überdurchschnittlicher Rendite – zumindest im Vergleich zu Investitionsmöglichkeiten auf anderen deutschen und österreichischen Portalen – sind auf jeden Fall ein gutes Argument für Investoren. Weitere Infos zu Immobilien Crowdinvesting in Österreich findet ihr auch in diesem Beitrag.

5. Projektsektor

Der Schwerpunkt liegt bei Dagobertinvest* nicht im Luxussegment, sondern auf bezahlbarem Wohnraum für Normalverdiener. Auch die Größe der finanzierten Objekte ist überschaubar – häufig beinhaltet ein Projekt nur einige wenige Wohneinheiten. Das können zum Beispiel zwei Doppelhäuser sein oder sechs Reihenhäuser oder auch ein Apartmenthaus mit zehn Einheiten. Solange Wohnraum benötigt wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass es Abnehmer für Objekte in diesem Segment geben wird. Das vermindert das Risiko des Investments.

6. Projektdetails

Zu den einzelnen Projekten werden detaillierte Informationen zur Verfügung gestellt. Bei der Fülle an Projektinformationen, die auf den unterschiedlichen Plattformen bereitgestellt werden, ist es schwierig, für diese Thematik objektive Vergleiche anzustellen. Aus meiner Sicht sind folgende Angaben, die nicht von allen Plattformen veröffentlicht werden, aber von Dagobertinvest* im Normalfall zu jedem Projekt zur Verfügung gestellt werden, für Anleger sehr wertvoll:

  • Projektstand: Häufig wird die aktuelle Phase des Projekts genau erläutert; z.B. „Das Grundstück wurde angekauft und die Baureifmachung ist erfolgt. Die Baugenehmigung wurde bereits erteilt. 4 der 10 Wohneinheiten sind bereits verkauft.“
  • Objektbeschreibung: Die Lage des Objekts wird exakt beschrieben und auf einer Karte dargestellt. Sogar Grundrisse der einzelnen Wohneinheiten sind oftmals Teil der Objektbeschreibung.
  • Finanzierung: Die geplante Finanzierungsstruktur wird grafisch dargestellt. Da sämtliche Projekte über Nachrangdarlehen finanziert werden, ist auf einen Blick ersichtlich, wieviel Eigenmittel als Puffer dienen, sollte das Projekt in Schieflage geraten.

Fazit

Als (potentieller) Anleger sind folgende Besonderheiten von Dagobertinvest* zu beachten:

  • Über den „Early-Bird“ Zinssatz können bis zu 0,5% Mehrrendite realisiert werden
  • Auch deutsche Investoren können über einen Freischaltungscode sofort in die Projekte investieren
  • Der tatsächliche Fundingzeitraum beträgt oftmals zwei Wochen oder mehr
  • Der Standort, der Sektor und die veröffentlichten detaillierten Informationen der einzelnen Projektangebote helfen Anlegern, sich für oder gegen eine Investition zu entscheiden.

Mein Ziel ist es, euch mit den beiden Beiträgen zu Dagobertinvest* die Plattform so vorzustellen, dass ihr entscheiden könnt, ob das ein sinnvoller Baustein für euer Portfolio sein kann. Insbesondere die Vor- und Nachteile in Teil I der Plattformvorstellung bieten meiner Meinung nach eine gute Übersicht und können sich daher als Entscheidungsgrundlage eignen.

Wenn du denkst, dass das Angebot von Dagobertinvest zu deiner Anlagestrategie passen könnte, dann kannst du dich über diesen Link* (wenn du in Österreich wohnst diesen Link*) kostenlos und unverbindlich registrieren. So bekommst du Zugriff auf die vollständigen Projektbeschreibungen und kannst dir ein besseres Bild machen. Aktuell gibt es bei Dagobertinvest einen Bonus Amazon Gutschein (1% auf die Erstinvestition im ersten Monat).

Ist diese Plattform für euch interessant oder eher nicht? Was sind eure Erfahrungen mit Dagobertinvest? Schreibt einfach etwas dazu in die Kommentare oder ins Forum.

Dagobertinvest – Investieren wie die reichste Ente der Welt? (Teil I)

Als Weihnachten 1947 Dagobert Duck zum ersten Mal in einer Geschichte auftauchte, hat der Erfinder Carl Barks sicherlich nicht damit gerechnet, dass diese Figur 70 Jahre später immer noch ein klares Klischee verkörpern würde: Mit Sparsamkeit, Gier und Geiz zum größten Vermögen der Welt. Sein Gesamtvermögen gibt Dagobert selbst übrigens mit 30 Fantastillionen an; diese Fantasiezahl besteht aus einer 30 gefolgt von 80 Nullen. Und auch seine Sparsamkeit ist legendär, wenn er sich zum Beispiel aus auf den Müll geworfenen Zeitungen informiert oder in der Zeit zurückreist, um einen abgelaufenen Gutschein einzulösen.

Welche Facette des Charakters den Herren Zederbauer, Dvorak und Riedl nun so zu gesagt hat, dass sie ihr Unternehmen Dagobertinvest* nennen wollten, ist nicht bekannt. Es sei auch dahingestellt, ob dies ein besonders gewiefter Marketing-Schachzug war. Auf jeden Fall aber ist Dagobertinvest* aktuell der Marktführer im Bereich Immobilien Crowdinvesting in Österreich.

Im folgenden möchte ich Euch die Plattform näher vorstellen. Dabei habe ich im ersten Schritt die wichtigsten Eckdaten in einem Steckbrief tabellarisch aufbereitet. Ich persönlich wühle mich sehr ungern durch lange Texte, um an einfache Fakten heranzukommen und vielleicht geht es euch ja ähnlich. Im Anschluß wird der Track-Record grafisch illustriert und dann werden kurz und knacking die Vor- und Nachteile für Anleger aufgelistet. Diese Artikelstruktur ist insbesondere für diejenigen interessant, die sich mit dem Thema Crowdinvesting in Immobilien schon ein bisschen beschäftigt haben. Habt ihr eventuell bereits eigene Erfahrungen auf anderen Plattformen gemacht, wie Exporo* oder Bergfürst* in Deutschland oder auch Crowdestate* und Estateguru* im Baltikum, dann wisst ihr (hoffentlich) in fünf Minuten, wo die Unterschiede zu Dagobertinvest* liegen und auch welche Vorzüge der Branchenprimus aus der Alpenrepublik euch persönlich bietet – oder eben auch nicht. Teil II der Plattformvorstellung erscheint im nächsten Artikel und konzentriert sich auf einige spezifische Besonderheiten der Plattform und der angebotenen Projekte. Jetzt geht’s aber erst einmal los mit den Eckdaten zu Dagobertinvest*.

Steckbrief

SitzWien, Österreich
SpracheDeutsch
Aktiv seit2016
TeamPersönliche Vorstellung auf der Webseite
Rendite6,0 – 8,0% p.a. fester Zinssatz; Durchschnitt 6,7%
Beginn der VerzinsungEingang des Investitionsbetrags bei Dagobertinvest
Gebühren für InvestorenKeine
Tilgung / RückzahlungEndfällig (zum Laufzeitende)
ZinszahlungEndfällig (zum Laufzeitende)
SteuernZinsen werden brutto ausgezahlt ohne Steuerabzug, der Investor sich selbst um die Versteuerung kümmern
Mindestinvest250 Euro
Laufzeit12 – 36 Monate
FinanzierungsmodellNachrangdarlehen
EinzahlungsoptionenBanküberweisung, Lastschrift
ProjektsektorFokus auf Projektentwicklungen von bezahlbarem Wohnraum
ProjektstandortÖsterreich, Deutschland
ProjektverfügbarkeitEin neues Projekt alle 2 Wochen
ZweitmarktNein
Auto-InvestNein
FreundschaftswerbungJa, 1% des Investitionsbetrags wird als Prämie ausgezahlt
Rating4,9 von 5 Punkten (59 Bewertungen auf kritische-anleger.de)

Track-Record

Die Informationen zur bisherigen Erfolgsbilanz, die unter anderem auf der eigenen Webseite von Dagobertinvest publiziert werden, bieten folgendes Bild:

Abb. 1: Dagobertinvest Track Record (Stand: 28.11.2019)

111 finanzierte Projekte, für die 38,1 Mio. Euro eingesammelt wurden, und dabei kein einziger Projektausfall ist natürlich eine makellose Bilanz. Wie man dies bewerten sollte und worauf dabei zu achten ist, wird in diesem Beitrag über die Immobilien Crowdinvesting Landschaft in Österreich unter Punkt 2 etwas näher erläutert.

Fazit

Der Platzhirsch aus Österreich im Immobilien Crowdinvesting bietet auf jeden Fall interessante Anlagemöglichkeiten. Im Zusammenspiel mit den bekannten Branchengrößen aus Deutschland und dem Baltikum können Investoren über Dagobertinvest ihr Portfolio weiter sinnvoll diversifizieren. Auch wenn es vielleicht unrealistisch erscheint, sich darüber die erste Fantastillion anzusparen, sind die erzielbaren Renditen für viele Investoren sehr attraktiv.

Und hier kommen jetzt die Vor- und Nachteile in Kurzform:

Vorteile

Rendite: Es kann ein Rendite von mehr als 7,0% erzielt werden (überdurchschnittlich im Vergleich zu den anderen Anbietern im deutschsprachigen Raum)
Track-Record: Bisher keine Projektausfälle bei 111 finanzierten und 26 zurückgezahlten Projekten
Mindestinvest: Der Mindestinvest von 250 € ist geringer als bei vielen anderen europäischen Plattformen
Projektsektor: Bezahlbarer Wohnraum ist eine relativ solide Anlage
Projektverfügbarkeit: Mit durchschnittlich einem neuen Projekt alle 2 Wochen ist eine Diversifikation in einem vernünftigen Zeitrahmen möglich

Nachteile

Sicherheit: Finanzierungen über Nachrangdarlehen bieten weniger Sicherheit als die Finanzierungsmodelle und zusätzlichen Sicherheitsmechanismen anderer Plattformen
Zweitmarkt: Eine Veräußerung der Anteile vor Laufzeitende ist nicht möglich; andere Plattformen sind dort bereits weiter (z.B. Bergfürst*, Crowdestate*, Estateguru*).
Zinszahlung: Zinszahlungen zum Laufzeitende sind für viele Investoren weniger attraktiv als monatliche, quartalsweise, halbjährliche oder jährliche Zinszahlungen anderer Anbieter (wie z.B. bei Bergfürst*, Clubfunding, Crowdestate*, Engel & Völkers Capital)

Worauf sollte ein Anleger achten, wenn er bei Dagobertinvest sein Kapital investieren möchte? Darauf geht Teil II der Plattformvorstellung im nächsten Artikel ein.

Wie bewertet ihr diesen Anbieter? Ich freue mich auf euer Feedback in den Kommentaren oder im Forum.

Update vom 03.12.2019: Teil II der Plattformvorstellung findest du hier. Über diesen Link* (wenn du in Österreich wohnst diesen Link*) kannst Du dich kostenlos und unverbindlich bei Dagobertinvest registrieren, um sofortigen Zugriff auf die vollständigen Projektbeschreibungen zu bekommen. Aktuell gibt es auch noch einen Bonus Amazon Gutschein (1% auf die Erstinvestition im ersten Monat).