Versuchsballon Bondmason Investment

Bondmason LogoIch probiere mit Bondmason einen weiteren britischen Anbieter aus. Bondmason ist selbst kein P2P-Kreditmarktplatz, sondern ein Vermittler, der automatisiert das Geld der Anleger auf verschiedene Marktplätze anlegt. Bondmason will es dem Anleger so einfach wie möglich machen und die Anlage optimieren. Ich gebe also die Kontrolle an Bondmason ab, im Gegenzug verspricht Bondmason mir eine Zielrendite von 7,0% nach Ausfällen und Gebühren. Diese Zielrendite ist jedoch nicht garantiert.

Der Start ist wirklich einfach. Einfach anmelden und Geld überweisen. Ich habe den Mindestanlagebetrag von 1.000 Pfund via Transferwise überwiesen um Kosten gegenüber einer herkömmlichen Banküberweisung zu sparen. Bei größeren Beträgen ist oft Currencyfair noch günstiger und zu empfehlen.

Nach 2 Tagen wurde ich von Bondmason benachrichtigt, dass das Geld eingegangen ist. Ich habe mich dann ins Dashboard eingeloggt und Bondmason hatte bereits automatisiert 180 Pfund auf 9 Kredite verteilt, also 20 Pfund pro Kredit. In den Einstellungen (Settings>Investment Settings>Preferred Investment Diversification) habe ich dann den Wert von 2% auf 1% geändert. Zukünftig soll also maximal 1% meines Anlagekapitals in eine einzelne Anlage investiert werden. Das ist der einzige Parameter, den man einstellen kann, sonst kann man nur wählen, ob reinvestiert werden soll.

Bondmason investiert in SME Kredite, Immobilienkredite und Invoice Discounting (wie es auch Investly und Mintos anbieten). Leider erfahre ich dabei nicht auf welchen Marktplätzen konkret Bondmason mein Geld angelegt hat. Ich sehe nur den Zinssatz, die Kreditdauer, die Art und falls vorhanden den LTV. Bisher hat die Automatik für mich in Kredite mit Nominalzinssätzen zwischen 6% und 12% und Laufzeiten von 1 bis 13 Monaten investiert.

Als Anleger muss ich mich also völlig auf Bondmason verlassen und vertrauen, dass die Zielrendite wirklich erreicht wird. Das bisher alle Kredite in meinem Portfolio endfällig sind, werde ich erst relativ spät sehen, wie gut die Kreditqualität, die Bondmason ausgewählt hat, wirklich ist. Ich werde natürlich weiter berichten. Genau dazu dient dieser Test ja.

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Mein Bondmason Dashboard am ersten Tag direkt nach der Einzahlung

Zum Thema Gebühren: Bondmason berechnet eine 1% p.a. Gebühr („BondMason charges 1% p.a. of the amount you have invested through our platform – your „AUA“ – assets under administration. This is calculated on a daily basis, and is paid directly from the interest and capital repayments you receive.„). Dazu kommen allerdings – in der Höhe nicht spezifizierte – Gebühren, die die Marktplätze berechnen, die die Kredite tatsächlich vergeben. Somit eine teure Anlage, da ich sowohl den Vermittler Bondmason bezahlen muss, als auch den Marktplatz. Allerdings sind die 7,0% Zielrendite ja nach Gebühren.

Mal angenommen, Bondmason erreicht die Zielrendite. Wenn ich 2 Jahre Anlagehorizont für mich annehme, dann käme dabei grob eine Rendite von 4,5% nach Steuern für mich heraus (7% minus 2% Steuer minus 0,5%(2*1%/2Jahre) Transfergebühren). Das wäre ordentlich, vor allem im Vergleich zu deutschen Marktplätzen. Allerdings ist da ja noch das Risiko des Wechselkurses, das mit dem Brexit auch nicht kleiner geworden ist.

Bondmason hat keinen Zweitmarkt, will aber dem Anleger im Regelfall in maximal 28 Tagen einen Ausstieg ermöglichen. Auch das ist aber nicht garantiert, sondern davon abhängig, ob Bondmason in der Lage ist, die Anteile an andere Anleger weiterzugeben.

Mein erstes Fazit: Bondmason ist interessant für passive Anleger, die längerfristig Geld in P2P Kredite anlegen wollen ohne sich um die Verwaltung zu kümmern. Ob sich das lohnt wird sich erst in 1-2 Jahren zeigen, denn es ist davon abhängig, ob Bondmason die prognostizierte Zielrendite erreicht und wie sich der Pfund Kurs entwickelt. Ich finde es treffend, Bondmason quasi als Robo-Advisor für P2P Kredit Anlagen zu sehen.

Ich werde weiter über meine Bondmason Erfahrungen schreiben. Im Forum kann in diesem Thread über Bondmason diskutiert werden.

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Initiale Liste der Kredite, in die Bondmason bisher für mich investiert hat

 

Über Seedrs in Robo Advice Startup Wealthify investieren

Ich nutze schon länger die britische Crowdinvesting Plattform Seedrs, um in Startups zu investieren und habe auf diesem Weg inzwischen Aktien von über 30 Startups erworben. Zum Modell von Seedrs und den Vorteilen gegenüber anderen Crowdinvesting Plattformen hatte ich im Artikel „Crowdinvestment über Seedrs am Beispiel Landbay“ vor 3 Jahren schon etwas geschrieben. Inzwischen ist Seedrs auch in Benelux gestartet und wird wohl auch bald in Deutschland launchen, das Büro in Berlin ist in Vorbereitung

Aktueller Pitch Wealthify

Seit ein paar Tagen ist der Pitch des 2014 gegründeten Startups Wealthify online. Wealthify ist ein UK Startup, dass die Geldanlage deutlich vereinfachen und automatisieren will. Stichwort Robo Advice. Wealthify will 1 Mio. Pfund einsammeln bei einer Bewertung (pre-money) von 9,72 Mio. Pfund. Dafür werden 9,32% Aktienanteile ausgegeben.

Das selbst gesteckte ehrgeizige Ziel von Wealthify ist binnen eines Jahrzehnts 1 Mio. Anleger für den neuen Robo Advice Service zu finden. Das das kein einfaches Geschäft ist zeigt auch dieses Artikel zum Robo Advice Markt, in dem die Lage des britischen Konkurrenten Nutmeg kritisch beurteilt wird.

Ich habe einen geringen Betrag (Mindestbetrag sind 14,25 £) in den Wealthify Pitch investiert, auch um zu schauen, wie sich das weiter entwickelt. Über das Weahltify, das Robo Advice Geschäftsmodell generell und Seedrs allgemein diskutieren bereits einige Nutzer im Seedrs Forum Thread bei P2P-Kredite.com.

Nicht vergessen werden sollte, dass das Risiko beim Invest in Startups sehr hoch ist, es kann zu einem Totalverlust kommen.

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Meine Anlage beim P2P Kreditmarktplatz MoneyThing

Moneything logoUm meine Anlage in P2P Kredite weiter zu diversifizieren habe ich mich letzte Woche beim britischen P2P Kreditmarktplatz MoneyThing angemeldet. Bei Moneything werden Kredit finanziert, die mit Immobilien, Autos o.ä. besichert sind. Der Zinssatz für Anleger beträgt einheitlich 12%. MoneyThing ist nicht ganz neu, sondern schon vor einem Jahr gestartet, aber besonders in den letzten Monaten stark gewachsen. Bisher wurden Kredite in Höhe von 10 Mio. Pfund finanziert, Zahlungsprobleme sind bei diesen Krediten bisher nicht aufgetreten.

Die wesentlichen Merkmale der Plattform für Anleger:

  • 12% Zinsen pro Jahr
  • Verzinsung erfolgt ab dem Tag des Gebotes
  • keine Gebühren für Anleger
  • alle Kredite mit Sicherheiten
  • Laufzeiten mit 3 bis 24 Monaten eher kurz
  • Es gibt einen Zweitmarkt
  • Mindesteinzahlung 100 Pfund, Minimumgebot pro Kredit nur 1 Pfund

Meine Schritte

1. Anmeldung

Zunächst habe ich das Online Formular ausgefüllt. Dabei fiel mir auf, dass es kein Feld für Land gab, obwohl MoneyThing für internationale Anleger offen ist. Ich habe einfach Ort und Land in das ‚Town‘ Field geschrieben.

Später am selben Tag erhielt ich ein Email vom Support mit der Bitte Ausweis-Scan und ein weiteres Dokument hochzuladen, da Sie die Identität von Anlegern, die nicht in UK wohnen, nicht vollautomatisch prüfen können. Nachdem ich das gemacht hatte, erhielt ich binnen 5 Minuten ein Bestätigungsemail, dass mein Konto nun geprüft und freigeschaltet ist.

2. Einzahlung

Für einen ersten Test, um zunächst Erfahrungen zu sammeln, starte ich mit 500 Pfund. Vor der Einzahlung musste ich mein Bankkonto bei MoneyThing angeben, das wird in den Stammdaten hinterlegt. Ich hab dann allerdings nicht direkt überwiesen, sondern via Transferwise, um Umtauschgebühren zu minimieren und Bankkosten zu vermeiden. Eine Transferwise Alternative ist Currencyfair. Diesmal hat Transferwise 3 Tage benötigt, etwas länger als bei meinen früheren Erfahrungen.

3. Auswahl der Kredite auf dem Marktplatz

Bei MoneyThing gibt es eine Gesamtsicht auf alle verfügbaren Kredite, d.h. der Zweitmarkt wird nicht seperat angezeigt, sondern ist in die Anzeige des Erstmarktes intergriert. Dort stehen alle Kredite. Kredite, bei denen Anteile für den Invest zur Verfügung stehen, sind gelb markiert. In der Standardansicht sind Kredite chronologisch sortiert, so dass ältere Kredite mit verfügbaren Anteilen nur sichtbar werden, wenn man scrollt. Ich empfehle einfach nach der Spalte ‚Available‘ zu sortieren.

Moneything Kredit Liste

Mit einem Klick auf den Kreditnamen sehe ich dann weitere Details und zusätzliche Dokumente wie zum Beispiel das Bewertungsgutachten für die Immobilien. Dies ist bei der Bolton Immobilie mit 35 Seiten (inkl. Anhang) umfangreich. Weiterlesen

Marktvolumen der P2P Kredite in UK wächst 2015 um über 80%

Die Studie ‚Pushing Boundaries – The 2015 UK Alternative Finance Report‚ von Nesta und der Universität Cambridge hat interessante und umfangreiche Daten zur Marktentwicklung durch Befragung von 94 Unternehmen erhoben. Betrachtet wird in dem Bericht dabei mit Alternative Finance ein Segment, das neben P2P Krediten auch noch Crowdfunding, Crowdinvesting und andere Bereiche abdeckt.

P2P Kredite an private Verbraucher

Das gesamte in 2015 vergebene Volumen der Privatkredite beträgt 909 Mio. Pfund, eine Steigerung von 66% gegenüber dem Vorjahr. Diese Kredite gingen an rund 213.000 Kreditnehmer. Ein sehr hoher Teil (89%) der Anleger nutzt Autoinvest-Funktionen um die Anlage zu tätigen. 32% dieses Anlagevolumens wurde von institutionellen Anlegern finanziert.

Pushing the Boundaries Nesta

Kredite an Firmen

Dieses Segment hat sich gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelt auf nun 1,49 Mrd. Pfund. Den größten Anteil daran haben Kredite, die mit Immobilien besichert sind (609 Mio. Pfund). Dabei gibt es sehr unterschiedliche Modelle, die sich vor allem in der Kreditdauer und dem Einsatzzweck des Kredites unterscheiden.

Der nicht immobilenbasierte Anteil steht für rund 10,000 Kredite an SMEs. In diesem Segment nutzen 42% der Anleger Autoinvest Funktionalitäten

pushing the boundaries nesta

Je nach verwendeter Datenbasis standen P2P Kreditmarktplätze 2014 bereits für einen Marktanteile von zwischen 3,3% und 13,9% aller in UK an SMEs vergebenen Krediten (d.h. inkl. allen Bankkrediten).

Zunehmende Bedeutung institutioneller Anleger

Die Bedeutung institutioneller Anleger im britischen P2P Kreditmarkt ist stark angestiegen. Zwar ist sie noch weit von dem Niveau in den USA  entfernt und die privaten Anleger überwiegen derzeit noch, aber rund 1.000 institutionelle Anleger finanzieren 32% des Kreditvolumens an Verbraucher und 22% der Kreditvolumens an Firmen. Zu diesen institutionellen Anlegern gehören u.a. Banken, Fonds aber auch öffentliche Institutionen wie die British Business Bank und regionale Wirtschaftsförderungsstellen.

Pushing the Boundaries Nesta

Zufriedenheit mit den regulatorischen Rahmenbedingungen und hohe Wachstumserwartungen aufgrund der Steueranreize

Die britische Regierung hat diverse Steuervorteile für Anleger geschaffen. In 2016 werden die Innovative Finance Financial Saving Accounts (IFISA) eingeführt, die steurfreies Anlegen zur Altersvorsorge ermöglichen. Durch diese Maßnahme erwarten die Plattformen einen Wachstumsschub im Anlagevolumen.

Nesta Pushing the Boundaries

Ich habe hier jetzt nur einen Ausschnitt zusammengefasst. Der Report bietet eine faszinierende Auswertung und Aufbereitung von Daten zum britischen Markt.

Download the PDF file .

Gesamte Studie. Quelle: Nesta & University of Cambridge

Investly erhält 600Tsd Euro von Wiener VC Speedinvest; expandiert in UK Markt

Der estnische P2P Kreditmarktplatz Investly erhielt ein Investment in Höhe von 600.000 Euro von Speedinvest, einer VC Firma in Österreich. Das Kapital nutzt Investly u.a. um sein kürzlich in Estland gelaunchtes Invoice Discounting Produkt nun auch kleinen und mittleren Unternehmen in Großbritannien anzubieten.

Investly sagt das Angebot sei einfacher und die Gebühren transparenter als bisherige invoice discounting Angebote im Markt. SMEs können ihre Rechnungen binnen 2 Tagen verkaufen und so die Lquidität schaffen, die sie für ihr Wachstum benötigen. Das Angebot steht allen britischen Firmen offen, die die Identitäts- und Bonitätsprüfungen bestehen. Als zusätzliche Sicherungsmechnanismen setzt Investly auf persönliche Bürgschaften der Geschäftsführer.

Ruth Chamberlain, Investly’s UK Country Manager, sagte: “Lange Zahlungsziele behindern SMEs in England. Die Firmen benötigen Kapital um ihr Geschäft voranzutreiben, aber nach ihrem Invest in Produkte und Personal haben sie oft nicht genügend Geld um den Monat oder die 120 Tage bis zur Zahlung zu überbrücken. Das gefährdet den Bestand der Firmen, speziell bei kleineren Unternehmen, die von den Zahlungen von 1 oder 2 wichtigen Kunden abhängig sind.” (original in englisch; eigene Übersetzung) Weiterlesen

Weiter Boom Stimmung auf der LendIt Europe

Zencap wird von Funding Circle übernommen (meine Einordnung dieses Deals) und Auxmoney verkündet, dass der niederländische Versicherungskonzern Aegon 150 Mio. über den Auxmoney Marktplatz in Privatkredite anlegen wird. Dies und über 50 weitere News im P2P Kredite Bereich wurden am letzten Dienstag verkündet. Wenn Sie jetzt glaubten es sei Zufall, dass die Nachrichten nahezu zeitgleich kommen, dann täuschen Sie sich. Viele der verkündeten Ereignisse passierten tatsächlich viel früher, die Firmen legen den Veröffentlichungstermin aber zeitgleich zur LendIt Europe Konferenz, in der Hoffnung, damit maximale Aufmerksamkeit der Branche und der Medien zu erreichen.

Die LendIt Konferenz, die jährlich auch in den USA und China stattfindet, ist die wichtigste Konferenz der Branche. Die diesjährige Konferenz wurde zusammen mit dem britischen Branchenverband der Plattformen P2PFA ausgerichtet und kam auf 750 hochkarätige Teilnehmer. Die Teilnehmer vertreten zu 39% die Marktplätze/Plattformen, 28% sind (institutionelle) Investoren, 25% vertreten Dienstleistungsunternehmen, 8% die Medien. Das Gros (425) der Teilnehmer kam aus Großbritannien, 106 aus den USA, 31 aus Deutschland, 24 aus Frankreich und der Rest aus über 40 anderen Ländern.

Lendit Europe
Eindrücke von der Konferenz (Quelle: Lendit Europe; Wiedergabe mit Genehmigung)

Die wichtigsten Themen dieses Jahr lassen sich in 3 Blöcke gliedern:

  1. Die Anlegerseite wird zunehmend von institutionellen Anlegern dominiert
  2. Die grenzüberschreitende, internationale Expansion wird von vielen Marktplätzen vorangetrieben und beschleunigt sich
  3. In Großbritannien existieren perfekte Rahmenbedingungen für die Marktplätze

Ausführliche Erläuterungen zu diesen 3 Punkten hatte ich schon auf P2P-Banking.com gepostet und spare mir sie jetzt hier nochmal zu übersetzen. Eine gute Zusammenfassung bietet auch dieser Artikel des Konferenzausrichters Peter Renton.

Eine Anekdote möchte ich aber noch kurz zu Punkt 3 beitragen: Ich habe den Vertreter der Bafin angesprochen -dieser beklagte hauptsächlich die mangelnde Professionalität der deutschen Startups bei eingereichten Unterlagen, die zudem voller Rechtschreibfehler seien. Was für ein Gegensatz zum Auftritt von Christopher Woolard (Video), Vertreter der britischen Regulierungsbehörde FCA. Diese unterstützt aktiv den Markteintritt neuer Marktplätze. Woolard wünscht sich so viele Marktplätze wie möglich, unter der Voraussetzung, dass diese die Minimumanforderungen erfüllen. Scheint aufzugehen: weit über 50 P2P Kreditmarktplätze sind schon in UK aktiv.

Lendit Europe
Das von mir moderierte ‘Up and coming European platforms’ panel mit v.l.n.r Siim Maivel (Investly), Patrick de Nonneville (Lendix), Martins Sulte (Mintos), Matthias Knecht (Zencap; jetzt Funding Circle CE) and Antoni Airikala (Fellow Finance) (Quelle: Lendit Europe; Wiedergabe mit Genehmigung)

Ein aus meiner Sicht wichtiger Aspekt, der an vielen Stellen sichtbar wurde, ist dass die Marktplätze in der Kreditprüfung mit der Zeit besser werden. Weiterlesen

Salaryfinance vereinbart Kooperationen mit Zopa und Ratesetter

Salaryfinance ist ein neues Startup, dass in Grossbritannien Kredite an Privat vermitteln will, bei denen die fälligen Raten direkt von den Gehaltszahlungen der Arbeitgeber der Kreditnehmer einbehalten werden. Die Kredite sollen vor allem der Umschuldung dienen. Salaryfinance wirbt mit Ersparnissen durch günstigere Zinsen (der Effektivzins bei Salaryfinance beträgt derzeit 7,9%; laut Salaryfinance zahlen Kreditnehmer derzeit bei großen Banken für Kredite unter 5 Tsd. GBP im Durchschnitt 24% Zinsen).

Dabei werden die Kredite weder von Salaryfinance noch von den Arbeitgebern finanziert, sondern von den britischen P2P Kreditmarktplätzen Zopa und Ratesetter. Laut Salaryfinance soll der administrative Aufwand für Arbeitgeber minimal sein. Ein Slogan mit dem Salaryfinance um die Kooperation von Arbeitgebern wirbt ist: ‚Join us and enable your staff to reduce their
personal finance costs, at no expense to you.‚.

CEO Dan Cobley, Ex-Google MD für UK und Irland kann bereits erste Vereinbarungen mit 3 Arbeitgebern, die zusammen 19.000 Angestellte haben, vorweisen.

Laut Salaryfinance sind Kredite, bei denen die Raten direkt vom Gehalt bezahlt werden, in Mexiko, Brasilien und Teilen der USA bereits populär, in Großbritannien aber bisher nahezu unbekannt.

Aus meiner Sicht könnte eine der Hürden sein, dass Angestellte Hemmungen haben mit ihrem Arbeitgeber über Schulden zu reden. Salaryfinance hält dem entgegen, dass es für Arbeitgeber sehr attraktiv sei, wenn sie als Teil eines Pakets etwas anbieten könnten, dass einer Gehaltserhöhung von 3% entspräche – Salaryfinance geht also davon aus, dass die Arbeitgeber das Angebot aktiv ‚vermarkten‘ werden.

Die Ausweitung des Geschäfts von Ratesetter und Zopa auf immer neue Vertriebskanäle setzt sich damit fort (siehe dazu auch meinen Artikel von März 2015: ‚P2P Kreditmarktplätze weiten Vertriebskanäle erheblich aus‚). Ratesetter und Zopa müssen das Wachstum auf Kreditnehmerseite forcieren, um der stetig wachsenden Anlegernachfrage gerecht zu werden, die noch befeuert wird von kommenden Steuervergünstigungen der britischen Regierung für diese Anlageklasse. Auch auf der Anlegerseite verbreitert sich das Spektrum. Waren es zuerst nur private Anleger, kamen in den letzten Jahren vermehrt institutionelle Anleger (siehe z.B. Fund P2PGI investiert via Ratesetter) dazu. Sie werden somit immer stärker zu Handelsplattformen von Krediten, deren einzige Gemeinsamkeit noch ist, dass es sich um Konsumentenkredite handelt.

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In Großbritannien Registerinformationen zu Unternehmen nun kostenlos öffentlich zugänglich

Das britische Gegenstück zum deutschen Handelsregister stellt von Unternehmen eingereichte Einträge nun kostenlos der Allgemeinheit online zur Verfügung (bisher kostete der Abruf pro Dokument). Interessant ist dies unter anderem auch im Kontext Crowdinvesting, da Investoren die Informationen zu den Startups checken können (solange sie lange genug Historie haben um schon nennenswert Filings vorgenommen zu haben.

Hier einige Links zu Unterlagen von den beiden bekanntesten und größten UK Crowdfunding Plattformen selbst:

Crowdcube

Seedrs


P2P Kreditmarktplätze weiten Vertriebskanäle erheblich aus

Klassisch sind die ersten P2P Kreditmärkte vor Jahren mit Krediten von Privat an Privat gestartet. Zopa feierte vor wenigen Tagen 10-jähriges Firmenjubiläum. Gerade in den letzten Jahren erleben die Anbieter ein rasantes Wachstum. Von dem Ursprungskonzept, dem „reinen“ Privatkredit haben sich einige Anbieter dabei mehr oder weniger entfernt. So stammt das Kapital, das bei Lending Club und Prosper angelegt wird, inzwischen – angezogen von den attraktiven Renditen, die mit P2P Krediten erzielt werden – überwiegend von institutionellen Anlegern.

Was tun, wenn die Kreditnachfrage nicht so schnell wächst wie das Kapitalangebot?

Die meisten P2P Kreditmarktplätze wachsen rasant. Steigerungsraten von über 100% beim Kreditneuvolumen im Vergleich zum Vorjahresmonat sind keine Ausnahme sondern international gesehen die Regel. Tatsächlich könnten die meisten Anbieter sogar noch schneller wachsen. Der Engpassfaktor sind genügend neue geeignete Kreditnehmer. Denn während zufriedene Anleger oft langfristig als Kunde aktiv sind, indem sie ihr Kapital immer wieder reinvestieren, müssen Kreditnehmer über teure Maketingkampagnen gewonnen werden. In vielen Fällen immer wieder neu, denn die Geschäftsbeziehung mit dem Kreditnehmer endet i.d.R nach einem einzigen Kredit.

Daher entwickelt sich das Geschäft oftmals weg vom Kredit, den der Kreditnehmer direkt auf der Webseite des Marktplatzes beantragt und hin zu Vertriebskanälen, die auf Partnerschaften basieren. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist die Partnerschaft zwischen CommuterClub (die Firma sammelt gerade per Crowdinvesting in einem Pitch Kapital ein) und Ratesetter. Stark verkürzt dargestellt besteht das Geschäftsmodell von CommuterClub darin, Londoner Pendlern Jahreskarten für den ÖPNV auf Kredit zu vermitteln. Dies ist trotz der Kreditkosten billiger als 12 einzelne Monatskarten. Und das Geld für diese Kredite kommt nicht von CommuterClub oder einer Bank sondern von den Anlegern von Ratesetter. Dieses ‚outside the box thinking‘ beschert Ratesetter wahrscheinlich regelmäßig wiederkehrende Kunden, denn über 90% der CommuterClub Kunden sind mit dem Angebot zufrieden (mehr in der Diskussion dazu).

Ein anderes Beispiel ist die Partnerschaft zwischen Lending Club und HomeAdvisor. Lending Club wird dabei Exklusivpartner für Finanzierungsangebote auf der Homeadvisor Website. Lending Club bewegt sich damit in das Feld der Absatzfinanzierung. Weiterlesen

Royal Bank of Scotland verweist abgelehnte Kunden für Firmenkredite an P2P Kreditmarktplätze

Die Royal Bank of Scotland wird ab nächster Woche beginnen britische Firmen, deren Kreditgesuch sie nicht erfüllen kann, an die beiden P2P Kreditmarktplätze Funding Circle und Assetz Capital zu verweisen. Zunächst wird ein Pilotprogramm in Schottland und Südwest-England durchgeführt, binnen 3 Monaten soll dann der nationale Roll-Out erfolgen. Mehr Detail bei P2P-Banking.com.

Was zunächst nach einer innovativen Haltung der Bank klingt, ist de facto eine Folge der Gesetzgebung der britischen Regierung die Banken zwingt, abgewiesene Kreditsuchende über alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu informieren.