Britischer P2P Kreditmarktplatz Funding Secure insolvent

funding secure logoDer britische Marktplatz Funding Secure wurde heute unter die Aufsicht eines Insolvenzverwalters gestellt. Funding Secure wurde bereits im Jahr 2012 gegründet. Funding Secure hatte über die Jahre vor allem Immobilienkredite, aber auch Pfandkredite im Gesamtvolumen von ca. 315 Mio. Pfund finanziert. Davon sind noch rund 80 Mio. Pfund laufende Kredite. Ein- oder Auszahlungen können die Anleger aktuell nicht mehr tätigen. Eine detailliertere FAQ hat der Administrator hier zur Verfügung gestellt.

Betroffen sind rund 3500 Anleger. Da Funding Secure in Deutschland nie sehr bekannt oder populär war, werden vermutlich allenfalls einige Dutzend Anleger aus Deutschland betroffen sein.

Dies ist bereits der dritte UK P2P Kreditmarktplatz für Immobilienkredite der gescheitert ist. Bereits zuvor mussen Collateral und Lendy Insolvenz anmelden. Invest in P2P Kredite ist eine Hochrisikoanlage. Hier habe ich eine Liste von über 30 Plattformen zusammengestellt, die im Laufe der Jahre aufgeben und schliessen mussten.

Bist Du von der Funding Secure Pleite direkt betroffen? Diskutiere im Forum.

Britischer P2P Kreditmarktplatz Lendy insolvent

Der britische P2P Kreditmarkt Lendy, spezialisiert auf Kredite an Immobilienentwickler, ist insolvent. Die britische Aufsichtsbehörde FCA teilt dazu mit: „On 24 May 2019, following action taken by the FCA, Lendy Ltd, a regulated Peer-to Peer (P2P) firm, appointed Damian Webb, Phillip Rodney Sykes and Mark John Wilson of RSM Restructuring Advisory LLP as administrators. The same administrators have been appointed for two further related, but unregulated, firms: Lendy Provision Reserve Ltd; and Saving Stream Security Holding Limited. These appointments have been made by the firms, in respect of Lendy Ltd, with the consent of the FCA.„. Auch auf der Lendy Website findet sich ein Statement zur Insolvenz.

Zum Verhängnis wurden Lendy letztlich zu hohe Ausfallraten und ungenügende Inkassoerfolge.

Da alle Kredite bei Lendy mit Immobilien besichert sind, wird es wohl nicht zu einem Totalverlust kommen. Wie werthaltig die Forderungen durch Verwertung der Immobilien sind, muss sich im weiteren Verlauf noch zeigen. Ein Insolvenzverwalter wurde bereits eingesetzt (s.o.).

Die sich verschlechternde Geschäftslage auf der Plattform zeichnete sich bereits seit letztem Jahr ab. Dieses Jahr verschärfte sich die Lage dann:

  • Im Januar setzte die FCA die Firma auf eine watchlist also unter verschärfte Beobachtung
  • Im April verschärfte die FCA die Aufsichtsbedingungen „[the firm must not] in any way dispose of, deal with or diminish the value of any of its assets and must not in any way release client money without in either case the prior written consent of the authority.”
  • Im Mai konnte Lendy erstmals die Zinszahlungen nicht fristgerecht leisten, begründete dies aber mit technischen Problemen bei der Bank. Die Zinsen wurden dann mit 2 Wochen Verspätung am 15.05. ausbezahlt
  • Einige Management Mitglieder von Lendy engagierten sich inzwischen offen in Funktionen bei anderen Firmen
  • Heute wurde zunächst der Zweitmarkthandel suspendiert bevor dann später die Insolvenz bekannt gegeben wurde

Die Entwicklung lässt sich auch im Lendy Forum gut nachvollziehen. Lendy (vormals Saving Stream) war lange eine der beliebtesten britischen Plattformen und gewann mehrere Abstimmungen unter britischen Anlegern. Auch ich hatte jahrelang dort größere Beträge investiert bis ich im Herbst 2018 das letzte Geld abzog. Viele Anleger versuchten bereits seit Monaten ihr Investment abzuziehen, konnten dies aber nicht, da der Lendy Zweitmarkt seit über einem Jahr für die meisten Kredite nahezu illiquide war, mangels Nachfrage.

Vor rund einem Jahr war bereits der britische Marktplatz Collateral gescheitert, wenn auch aus anderen Gründen. Schon früher sind mehrere Marktplätze geschlossen worden u.a. Boober, Comunitae und Trustbuddy. Anders als bei diesem dürften bei Lendy aber auch eine größere Anzahl deutsche Anleger betroffen sein.

Betroffene Lendy Anleger können nicht viel tun ausser auf die Abwicklung durch den eingesetzten Administrator zu warten. Lediglich die Sicherung von Informationen kann sinnvoll sein. In den Marktplatz einloggen und Kontostände und Transaktionen herunterladen. Im Gegensatz zu Collateral scheint aber das Risiko, dass diese Daten verloren gehen, gering zu sein.

Ich werde weiter im Forum über den Fortgang berichten.

Insolvenz eines britischen P2P Kredit Marktplatzes

Das Email des Insolvenzverwalters erhielten betroffene Anleger spät gestern abend. In diesem wurden sie informiert, dass Collateral (UK) Ltd, die Betreiberfirma des britischen Marktplatzes Collateral nun unter seiner Aufsicht steht. Vorausgegangen war eine über 48-stündige Phase der Ungewissheit, da die Website nur eine Wartungsnachricht zeigte und der Anbieter weder auf Anrufe noch Emails reagierte.

Als Ursache der Insolvenz wurden Probleme mit der in UK nötigen Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde FCA benannt: ‚Why has this happened? The Company was operating in the belief that it was authorised and regulated by the Financial Conduct Authority under interim permission. It has transpired that this is not the case and consequently the Company has ceased lending.‚.

Die gute Nachricht ist, dass das Risiko von (höheren) Verlusten für Anleger gering ist, denn trotz der Insolvenz der Plattform werden sie Rückzahlungen und Zinsen aus den laufenden Krediten erhalten, vorausgesetzt die Kreditnehmer zahlen weiterhin ‚I have lent money via the Collateral platform do I need to do anything? No. Subject to the borrower continuing to make payments of interest and capital those will be returned to you in accordance with the Collateral terms and conditions.‚ Die Kredite sind in der Regel mit Immobilien besichert. Das insgewamt vergebene Kreditvolumen seit dem Start der Plattform lag bei knapp 18 Mio. Pfund.

Vieles ist aber auch trotz des mehrseitigen Schreibens des Insolvenzverwalters bisher noch unklar. Insbesondere die genaueren Umstände und warum Collateral nicht vorher informiert hatte. Wie Anleger recherchiert haben, hatte Collateral klammheimlich den Hinweis auf die FCA Genehmigung Ende Januar aus seinem Email Footer entfernt und auch die AGB geändert ohne Anleger darauf hinzuweisen. Eine der Fragen ist also, was zwischen Ende Januar und der gestrigen Mitteilung passierte. Eine andere die sich Anleger noch stellen, ist ob auch uninvestierter Cash auf der Plattform sicher ist – das Schreiben des Insolvenzverwalters geht auf diesen Aspekt nicht ein. Weitere Aspekte werden ggf. im Forum diskutiert. Update 12:15 Uhr – laut Adminstrator ist der uninvestierte Cash auch sicher.

Zwischenfazit: Obwohl viele Unklarheiten bestehen, scheint es für die Anleger glimpflich abzulaufen und nur ggf. zu Verzögerungen zu kommen (der Zweitmarkt wird in der Insolvenz nicht verfügbar sein).