Interview with Matt Clannachan, VP of Product bei Bondora – Warum vergibt Bondora derzeit keine Kredite in Spanien oder Finnland?

Das Interview habe ich in Englisch geführt und Fragen und Antworten anschließend übersetzt.

Kannst Du Bondora* bitte kurz vorstellen?

Bondora bietet einen einfachen Weg online zu investieren. Wir existieren seit über 10 Jahren und haben mehr als 130.000 Anleger. Dieses Jahr sind wir im dritten Jahr in Folge profitabel und auf das vierte liegt im Plan.

Was hast Du vorher gemacht und wann und wieso hast Du bei Bondora* angefangen?

Ich arbeitete für 2 der größten Banken in Großbritannien bevor ich zu Bondora kam. Traditionelle Bankarbeit war nichts für mich. Die Dinge bewegten sich zum langsam und ich wollte sehen, dass meine Arbeit etwas bewegt. Vor ca. dreieinhalb Jahren hörte ich zufällig von Bondora und kontaktierte sie. Nachdem ich mit Pärtel und dem Team gesprochen hatte war ich 100% von der Mission überzeugt. Ich zog nach Estland. Ich kann ehrlich sagen, dass es die beste Entscheidung war, die ich je getroffen habe. Seit meinem Einstieg habe ich in verschiedenen Rollen bei Bondora gearbeitet, aber meine Hauptverantwortung liegt im Produkt für die Anleger.

Als Reaktion auf die Corona Situation hat Bondora* die Vergabe neuer Kredite in Finnland und Spanien gestoppt und die Bonitätsstufen, die für Kredite in Estland berechtigt sind, beschränkt. Welchen Grund hatte diese Entscheidung?

Als Vorsichtsmaßnahme haben wir temporär die Kreditvergabe in Spanien und Finnland eingestellt. Dass wir nun nur in Kredite in Estland vergeben senkt unsere operativen Kosten signifikant. Zum Beispiel die Marketingkosten. Marketing in einem Land um ein bestimmtes Volumen an Neukreditvergabe zu erreichen ist viel kosteneffizienter als dasselbe über 3 Länder zu versuchen. In einer Wachstumsphase ist das nicht kritisch, da Expansion das Ziel ist. Aber nun ist Nachhaltigkeit unsere Top-Priorität. Wir werden unsere Strategie nur ändern wenn Daten verfügbar sind, die begründen, dass wir wieder expandieren sollten.

Kürzlich hat Bondora den maximalen Betrag der bei Go&Grow neu angelegt werden kann auf 1.000 Euro pro Monat begrenzt. Was ist der Grund dafür? Ist das eine direkte Folge der Entscheidung im Moment nur in Estland Kredite anzubieten?
In anderen Interviews wurde gesagt, Bondora könne einfach das Marketing intensivieren um mehr Kredite in Estland zu vergeben, sollte die Anlegernachfrage steigen. Das würde der jetzigen Maßnahme widersprechen?

Wir haben die Entscheidung aus 2 Gründen getroffen 1) Zukunftsfähigkeit des Portfolios 2) Damit jeder investieren kann

Auch die vorherige Aussage bleibt richtig. Wir könnten leicht das Portfolio vergrößern, wenn wir wollten. Die Nachfrage ist da. Aber wir werden keine Abstriche bzgl. der Qualität des Portfolios zulassen. Angesichts der derzeitigen globalen Situation ist es besser vorsichtig zu sein und die Daten im Blick zu haben statt exponentielles Wachstum anzustreben. Daher die 1.000 Euro Begrenzung pro Anleger um das mit unserem Kreditvolumen zu matchen. Als Firma brauchen wir kein enormes Wachstum in unseren wichtigsten Parametern jedes Jahr um weiter zu bestehen. Falls wir uns entscheiden die Neuvolumen zu senken, dann sinken unsere operativen Kosten auch.

matthew clannachanWerdet ihr wieder beginnen Kredite in Finnland und Spanien zu vergeben?

Wir haben die Entscheidung wann wir unsere Aktivitäten in Finnland und Spanien wiederaufnehmen warden noch nicht getroffen.

Als Folge der Coronakrise konnte das Go&Grow Produkt im Frühjahr nicht länger sofortige Liquidität bieten. Stattdessen wurden Teilauszahlungen umgesetzt. Jetzt seid ihr wieder bei sofortigen Auszahlungen, aber könntest Du bitte in der Rückschau mitteilen, was das für Eure Anleger bedeutete und wie sie auf diese Maßnahme reagierten?

Das war eine notwendige Maßnahme, die im Produkt von Tag 1 an vorgesehen war. Als Teilauszahlungen aktiv waren, habe ich Hunderte von Supportanfragen, Kommentaren in sozialen Medien und Foren gelesen, um zu versuchen die überwiegende Reaktion der Anleger zu verstehen. Die meisten verstanden warum wir diese Funktion aktiviert hatten und warum es für den Fortbestand des Produktes erforderlich war. Es ist wichtig darauf hinzuweisen, dass nun – fast 6 Monate später – dadurch kein Effekt auf unsere wichtigsten Parameter (Kundenzufriedenheit, Investments, Auszahlungen, Kundenvermittlungen) eintrat. Anleger würden nicht fortfahren Bondora zu nutzen, wenn sie uns nicht vertrauen würden und uns nicht als zukunftsträchtige Firma sehen würden.

Viele der Anlegerfragen drehen sich um den Puffer den Bondora vorhält um Go&Grow liquider zu machen. In der Vergangenheit hat Bondora es abgelehnt, offenzulegen wieviel Geld in dem Puffer ist. Kannst Du bitte den Mechanismus so präzise wie möglich beschreiben? Wo wird das Geld in dem Puffer verwahrt? Ist es in einem Bankkonto und verdient dort keine Zinsen?

Unser Ziel ist die Bargeldreserve bei rund 15% des Go&Grow Portfolios zu halten. Natürlich fluktuiert dies täglich basierend auf Aus- und Einzahlungen. Das Geld ist auf einem dediziertem Bankkonto, getrennt von Bondora’s Firmenkonten. Es ist dort damit die Anleger schnellen Zugriff auf ihr Geld haben, wenn sie es brauchen.

Ein Kritikpunkt den einige Anleger haben, ist die Art und Weise wie Bondora Kredite in Verzug behandelt bei der Kalkulation der Rendite im Anlegerdashboard. Nur der Betrag der überfälligen Rate und nicht der ganze Kreditbetrag wird als in Verzug berücksichtigt. Kritiker finden, dass dies zu einer übermäßig positiven Darstellung der Rendite führt und somit Erwartungen erzeugt die später unerfüllt bleiben, wenn das Portfolio altert und die angezeigte Rendite sinkt. Was ist Deine Meinung dazu und gibt es Pläne die Berechnungsmethode zu ändern.

Wir haben keine Pläne die Berechnungsmethode zu ändern. Ich denke es ist wichtig das die Berechnungen gleichbleibend erfolgen, so dass die Renditen des Portfolios über die Jahre vergleichbar bleiben. Würde der volle Kreditbetrag als verspätet in die Kalkulation einbezogen hätte das auch Nachteile. Es wäre übermäßig negativ, weil es die 60% (zum Beispiel) des Kredites, die eingetrieben würden, vernachlässigen würde.

Bondora stellt sehr viele Informationen und Statistiken zur Verfügung. Eine die Anleger oft verwirrt ist die “Kumulatives Geld auf Geldrückflüsse – Monatsvergleich“ Grafik in den allgemeinen Statistiken. Z.B. für 36 monatige Kredite aus Q3 2014 zeigt der Wert 91,23%. Bedeuted das, dass Anleger, die zu diesem Zeitpunkt investierten, mit Verlust investierten, oder wie ist die Grafik zu lesen?

Diese Grafik ist nur aussagekräftig für Kredite am Ende der Laufzeit, da es den Prozentwert der ursprünglichen Anlagesumme zeigt, der zurückgezahlt wurde. Wenn das Ende der Kreditlaufzeit erreicht wurde und die % liegen unter 100, dann bedeutet das nicht unbedingt, dass die Rendite des Portfolios negativ ist. Typischerweise setzen sich die meisten Portfolios aus unterschiedlichen Kreditlaufzeiten aus unterschiedlichen Kohorten zusammen. Zum Beispiel gab es sehr wenige Kredite die in Q3 2014 mit einer 36 monatigen Laufzeit vergeben wurden – d.h. dies ist nicht repräsentativ für die Zusammenstellung eines ganzen Anlegerportfolios. Wir publizieren diese Grafik einfach um volle Transparenz zu liefern und die Daten aus den Reports zu visualisieren.

Erwartest Du für die Zukunft einen Anstieg der Kreditausfallraten für Konsumentenkredite in Spanien, Finnland und Estland in den verbleibenden Monaten von 2020 und 2021 als Folge der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise?

Bisher zeigt unser Portfolio keine Anzeichen steigender Kreditausfallraten. Nochmal, dies ist der Grund warum wir uns entschieden haben das Neukreditvolumen während der Krise zu reduzieren (als eine Vorsichtsmaßnahme).

Wie siehst Du die Entwicklung der Regulierung auf europäischer Ebene?

Meine Meinung nach gibt es einen Silberstreif am Horizont, obwohl Vorfälle in diesem Jahr bei kleineren Plattformen ein schlechtes Licht auf die Branche warfen. Diese Art von Vorfällen kann zur Beschleunigung der Regulierung der Finanzbranche für den Verbraucherschutz führen. Wir waren immer für eine pan-europäische Regulierung von p2p lending und werden unsere Arbeit mit den Aufsichtsbehörden fortsetzen, um dies zu unterstützen.

Ist Bondora* als Unternehmen profitable?

Ja, wir waren seit 3 Jahren profitable. Wir haben unseren Geschäftsbericht für 2019 veröffentlicht und einen Nettogewinn von 2,4 Mio. Euro verkündet.

Welche Pläne hat Bondora* für das nächste Jahr?

Diese Jahre haben wir bereits viel Zeit verwendet auf die Automatisierung der internen Systeme und der Kundenoberfläche des Produktes. Zum Beispiel haben wir gerade eine ‚Instant answer support site‘ live geschaltet, die wir immer noch verbessern (diese wird schlussendlich in 24 Sprachen lokalisiert werden). Wir setzen die Arbeit an der Automatisierung mit Priorität dieses Jahr fort. Der Grund dafür ist, dass wenn sich die Weltwirtschaft stabilisiert und wir wieder bereit für Wachstumsziele sind, dann können wir rapide skalieren ohne Abhängigkeiten von manuellen Prozessen.

Abschliessende Bemerkung – Vielen Dank an alle unsere Anleger, die uns immer über die Jahre unterstützt haben. Wir freuen uns auf den Moment, wenn die Welt wieder zur Normalität zurückfindet und wir Euch in unserem Büro begrüßen können. Bitte schaut vorbei, falls ihr jemals in Tallinn seid :)

Ich danke Matthew Clannachan für das Interview für P2P-Kredite.com

Unverhofft 1,5% Rendite in 8 Tagen

Nun sagen wir besser, es war so nicht von vorneherein geplant. Aber von vorne. Letzte Woche Mittwoch habe ich mich bei der spanischen Crowdinvesting Plattform Housers* angemeldet, um das Modell zu testen und vor allem um Erfahrungen zu sammeln. Auf die Plattform aufmerksam geworden war ich, weil ein anderer Anleger sie im Forum erwähnt hatte. Das Forum ist häufig eine Fundgrube für Erfahrungen und Neuigkeiten.

Die Anmeldung war schnell erledigt (zur Identifikation Scan hochladen) und die Einzahlung war per Kreditkarte schnell möglich (geht aber auch per SEPA Überweisung). Ich hab dann das erforderliche Minimum von 50 Euro geboten für die rechts abgebildete Immobilie. Diese ist in Barcelona und soll gekauft, renoviert, vermietet und in 60 Monaten wieder verkauft werden. Anleger partizipieren dabei sowohl an den Mieteinnahmen als auch an der hoffentlich eingetretenen Wertsteigerung bei Verkauf. Dieses von Housers* als „Saving“ betitelte Modell ist nur eins der Modelle die Housers anbietet andere Kategorien funktionieren anders, z.B. mit festen Zinssätzen.

Die Plattform bietet eine Fülle von Informationen, sowohl zum Markt als auch zu den einzelnen Objekten.

Anders als viele deutsche Anbieter hat Housers auch einen Zweitmarkt, d.h. Anleger können Anteile an Immobilien der „Saving“ Kategorie auch untereinander handeln. Gestern wurde dieser dann für das Objekt Monec geöffnet und in meiner Übersicht erschien ein „Sell“ Button.

Oh! Das wollte ich natürlich auch ausprobieren. Gedacht, getan. Ich bot meine 50 Anteile zu einem Aufpreis von 1,74% gestern an. Und eben bekam ich die Nachricht per Email, dass sie verkauft wurden.
So wurden aus 50 Euro in 8 Tagen 50,78 Euro. (50,87 Euro Verkaufspreis minus 0,09 Euro Gebühr – die Verkaufsgebühr beträgt 10% des Gewinnes). 78 Cent sind jetzt in absoluten Zahlen kein spektakulärer Gewinn, aber es sind 1,56% Rendite in 8 Tagen. Nun brennt in mir die Frage, ob sich das mit größeren Beträgen wiederholen und optimieren lässt. Ja es ist riskant. Und ja es ist mehr Spekulation als bedachte Anlage.

Also mal betrachten. Auf das Jahr hochgerechnet mit der Internen Zinsfussmethode ergäbe das was ich gemacht habe eine jährliche Rendite von 102,6%. Das ist natürlich aus mehreren Gründen eine Milchmädchenrechnung:

  • Eine lückenlose Wiederanlage ist nicht möglich, da nicht dauernd neue Objekte gelistet werden
  • Nicht ständig wird sich so schnell ein Käufer finden
  • Je größer die Beträge, desto schwieriger wird es Käufer zu finden
  • Und vor allem: je mehr Anleger nach dieser Methode Rendite erzielen wollen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass es gar nicht klappt und die verkaufenden Anleger auf ihren Anteilen sitzen bleiben.

Monec Handel
Aktuelle Verkaufsangebote für Anteile der Immobilie Monec bei Housers 10.08. (für größere Ansicht klicken)

Im Moment stehen 4.260 Anteile der Monec Immobilie zum Verkauf. Ein Anteil ist dabei 1 Euro ursprüngliches Invest. 4.260 klingt jetzt viel, aber zum Einen war die Gesamtanlagesumme bei Monec 319.000 Euro, es stehen also gerade mal gut 1% der investierten Anteile zum Verkauf, zum anderen verlangen viele Verkäufer auf dem Zweitmarkt Mondpreise wie man in der obigen Ansicht sieht. Die Anteile sind nach Aufpreis sortiert. Das fängt mit moderaten 1% Aufpreis an. Ein Anleger will aber über 30% Aufpreis. Zudem kommt es auf die Größe der Pakete an, da diese nur als ganzes gekauft werden können. Zwar würde man rational als Käufer das Angebot mit dem geringsten Aufpreis kaufen, müsste dann aber 509 Euro investieren. Ich würde vermuten, dass sich kleinere Stückzahlen trotz etwas höheren Preise besser verkaufen.

Interessant wird die situation meines Erachtens, wenn zeitweilig gar keine neuen Angebote auf dem Erstmarkt sind. Dann wird bei neuen Anlegern die Tolerant für Aufpreise auf dem Zweitmarkt sicher höher sein, als zu Zeiten bei denen eigentlich nur Diversifikationsüberlegungen dafür sprechen auf dem Zweitmarkt zu einem geringen Aufpreis zu kaufen.

Letztendlich sind solche wie der von mir gemachten Gewinn das Ergebnis von Marktinffezienzen und -intransparenzen. Auch bei vielen P2P Kreditmärkten mit einem Zweitmarkt kann der Handel von Krediten genauso lukrativ oder gar noch lukrativer als die Anlage am Erstmarkt sein.

Ich werde jedenfalls weiter experimentieren und auch bei der nächsten Housers* Immobilie schauen, ob ich einen sehr kurzfristigen Gewinn erzielen kann. Über den Fortgang werde ich im Forum weiter berichten.

Aktuell gibt es bei Housers* einen Bonus. Wer sich anmeldet und mindestens 50 Euro investiert bekommt 50 Euro Bonus (Promo Code „PFH–REF–60778“,nicht auszahlbar, nur anlegbar). Update 11.08.: Aktuell gibt es bei Kartenzahlung 1% Cashback zusätzlich obendrauf (bis 19.08). Wird sofort gutgeschrieben. Und ein Festzinsangebot mit 10% Zinsen für 12 Monate für eine Immobilie in Valencia wird gerade gelistet.

 

Vive la France: 6,2% Zinsen bei Lendix

Im Januar habe ich einen Account beim französichen P2P Kreditmarktplatz Lendix* eröffnet und begonnen in Kredite an französische Unternehmen anzulegen. Meine Absicht war, mein Portfolio, das bisher sehr stark auf die baltischen Staaten und Großbritannien konzentriert war, weiter in andere Märkte zu diversifizieren. Lendix ist in punkto Volumen einer der größten Anbieter in Europa ausserhalb UK. Inzwischen vergibt Lendix nicht nur in Frankreich, sondern auch in Spanien Firmenkredite, ich beschränke mich aber auf die Anlage in französische Kredite.

Lendix Kredit BeispielDie Anmeldung* verlief problemlos. Die Mindesteinzahlung beträgt 100 Euro und kann per SEPA Überweisung oder Kreditkarte geleistet werden. Einzahlung per Kreditkarte bieten sehr wenige P2P Kredit Anbieter. Das ist ein praktisches Feature, da ich bei neuen Kreditangeboten sehr kurzfristig reagieren kann. Das ist auch nötig, denn viele neue Kredite werden in weniger als einer Stunde vollständig gefüllt. Nach dem Ankündigungsemail bleibt also wenig Zeit für Entscheidung, Einzahlung und Invest. Eine Autoinvest Funktion gibt es bei Lendix* nicht. Fast alle Funktionen bei Lendix erfordern 2 Factor Authentification mittels SMS ans Handy.

Die Kredite bei Lendix haben Laufzeiten von 3 bis 84 Monate. Der Zinssatz liegt zwischen 4 und 9,9% und ist abhängig von der Bewertung der Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers durch die Plattform, ausgedrückt durch die Stufen A, B und C.

Vorteile von Lendix

  • keine Gebühr für Anleger
  • bisher geringe Ausfallrate von 0,1% (allerdings ist die Plattform noch jung, dieser Wert wird steigen)
  • Anmeldebonus* von 20 Euro für Neukunden nach 500 Euro Invest (Alternativen zum Lendix Sponsor code)

Nachteile von Lendix

  • Nicht sehr häufig neue Kredite (zumindest seit ich angefangen habe)
  • kein Zweitmarkt (also kein vorzeitiger Ausstieg möglich)
  • die detaillierten Kreditbeschreibungen gibt es nur in französisch – die Plattform selbst ist fast komplett in englisch

Meine bisherigen Lendix Erfahrungen

Seit ich im Januar angefangen habe, habe ich in 11 verschiedene Kredite investiert. Das waren auch fast alle französischen Kredite, die während der Zeit kamen. 2 oder 3 habe ich verpasst oder ausgelassen. Die spanischen Kredite habe ich ebenfalls ausgelassen. Hätte es mehr Kredite gegeben, hätte ich mein Portfolio schneller ausgebaut. So sind bis jetzt 780 Euro angelegt. Meist habe ich 100 Euro pro Kredit investiert, bei einigen nicht so überzeugenden Kreditgesuchen nur das Mindestgebot von 20 Euro. Da war zum Beispiel ein Kredit an ein Hotel. Als ich mir das Hotel angeschaut habe auf Hotelbewertungsseiten, hatte es zwar zufriedenstellende Bewertungen von Gästen, war aber dennoch das am schlechtesten bewertete Hotel von 5 Hotels im Ort. Im Regelfall gehe ich aber nach dem Score den Lendix ermittelt hat.

Mein durchschnittlicher Zinssatz liegt bei 6,2%. Davon ab gehen werden natürlich noch die Effekte durch Ausfälle.

Die Tilgungs- und Zinszahlungen gehen jeweils am 5. jeden Monats auf meinen Lendix Konto ein und ich reinvestiere sie dann.

Wie oben schon erwähnt bekommen Neukunden von Lendix 20 Euro Bonus, wenn sie sich über diesen Link anmelden* und mindestens 500 Euro anlegen. Das gibt nochmal einen initialen Rendite Boost.

Lendix Portfolio
Screenshot meines Lendix Kredit Portfolios – klicken für vergrösserte Ansicht

 

Neuer Marktplatz Viventor – mit Immobilien besicherte Kredite

Viventor LogoRelativ neu ist der P2P Kredit Marktplatz Viventor*. Anleger können dort in Kredite an spanische Verbraucher, die mit Immobilien besichert sind, investieren.
Eine Anlage ist ab 50 Euro möglich, die dann in Kreditanteile ab 10 Euro investiert werden. Viventor positioniert sich auf Kredite mit hohen Sicherheiten. Der LTV-Wert (loan-to-value; Beleihungsgrad) beträgt maximal 50% des Immobilienwertes und zusätzlich bietet Prestamos Prima, die Firma, die den Kredit vergeben hat, eine Buyback Garantie, d.h. wenn der Kredit mehr als 60 Tage in Verzug ist, bietet Prestamos Prima den Anlegern an, den Kreditanteil zurückzukaufen. Prestamos Prima ist die Muttergesellschaft von Viventor.

Das Zinsniveau liegt aktuell bei 6 bis 7%. Die Kreditlaufzeiten liegen i.d.R zwischen einem und 5 Jahren. Da die Kredite alle vorfinanziert wurden, können die Restlaufzeiten auch geringer sein. Die Vorfinanzierung hat auch den schönen Vorteil, dass Anleger direkt ab Gebot Zinsen erhalten.

Die Internetseite ist in englischer Sprache und relativ übersichtlich. Investiert wird entweder manuell oder via Autoinvest. Zu jedem Kredit werden die in der folgenden Abbildung gezeigten Informationen zur Verfügung gestellt.

Viventor Kredit Details
Abbildung: Beispiel Kreditinformationen bei Viventor

Ich habe mich angemeldet und einen ersten Betrag eingezahlt, um praktische Erfahrungen zu sammeln und werde dann im Viventor Forum weiter berichten, wie sich mein Invest entwickelt.

Die wesentlichen Merkmale im Überblick:

  • Alle Kredite mit Immobilien besichert; LTV unter 50%
  • Mindestanlage je Kreditanteil 10€ (50€ gesamt)
  • keine Gebühren für Anleger
  • Zinssätze von 6% bis 7%
  • Verzinsung sofort ab Gebot; keine Wartezeit
  • Buyback-Garantie greift wenn Kredit 60 Tage in Verzug mit Zahlungen
  • Kreditlaufzeiten i.d.R 1 bis 5 Jahre (z.T. auch kürzere Restlaufzeiten)

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Lendico eröffnet P2P Kreditmarkt in Spanien

Lendico* hat heute die Website für den spanischen Markt geöffnet und damit den ersten Schritt der geplanten internationalen Expansion vollzogen. Auch in Spanien sind bei Lendico Kredite bis 25.000 Euro möglich; Anleger sind ab 25 Euro Gebotssumme dabei. Die Zinsen liegen mit 6,3% bis 25% deutlich höher als im deutschen Markt.  Lendico hält den spanischen Markt für attraktiv, da die Banken die Kreditvergabe seit der Kreditklemme 2007 deutlich zurückgefahren haben.

Dabei legt Lendico Wert auf eine gründliche Kreditprüfung und arbeitet mit Equifax zur Bonitätermittlung und Risikominimierung zusammen und ist Mitglied der Asociación Nacional de Establecimientos Financieros de Créditos (ASNEF). „Lendico wurde von Beginn an als die digitale Alternative zu Banken entwickelt. Der Erfolg der ersten Wochen zeigt, dass wir richtig liegen“, so Dominik Steinkühler. Aktuell sind zum Start auf der spanischen Seite 7 Kreditgesuche zwischen 1.500 und 10.000 Euro online.

Im spanischen Markt für P2P Kredite konkurriert Lendico mit den Anbietern Comunitae, Isepankur und Zank. Lendico hat ein Büro in Madrid eröffnet – das 12 Personen Team dort arbeitet zusätzlich auch an der Erschließung der lateinamerikanischen Märkte. Einige Funktionen bei Lendico werden aber auch zentral aus dem Büro in Berlin für alle Märkte erbracht. Lendico freut sich über das Interesse der spanischen Medien: neben El Pais berichten die beiden führenden Wirtschaftstitel, Expansion und Cinco Dias, über den Spanien-Start von Lendico. Weiterlesen