Warum ich die Einführung von variablen Preisen auf dem Seedrs Zweitmarkt interessant finde

Schon seit 2013 nutze ich Seedrs* um in britische Startups zu investieren. Wie sich mein Portfolio bei Seedrs* über die Jahre entwickelte habe ich regelmäßig im Forum berichtet, zuletzt in diesem Post. Vorteilhaft bei Seedrs fand ich vor allem, dass es seit dem Start echte Unternehmensanteile (equity) gibt – auf deutschen Crowdinvesting Plattformen waren sehr lange Nachrangdarlehen bzw. partiarische Darlehen oder Genussscheine die Norm. Außerdem gibt es i.d.R. Vorkaufsrechte (pre-emption rights) mit denen ich als Anleger bei Folgerunden der Startups entscheiden kann ob ich zusätzlich investieren will um meinen Anteil zu halten und einer Verwässerung (dilution) zu entgehen.

seedrs preise Seedrs hat schon seit Juni 2017 einen Zweitmarkt auf dem Anleger untereinander Anteile an den Startups kaufen und verkaufen können. Je nach Attraktivität des Startups in der Gunst der Anleger ist dieser sehr aktiv und einzelne Anteile (z.B. Revolut im letzten Jahr) waren binnen Minuten nach Öffnung ausverkauft. Der Zweitmarkt öffnet bisher nur jeweils 1 Woche im Monat.

Bisher ist der Handelspreis für Anteile eines Startups fix und bestimmt durch den Fair Value.  Vereinfachend gesagt, basiert der in der sehr überwiegenden Anzahl der Fälle auf der Bewertung, zu der das Startup zuletzt eine Kapitalrunde aufgenommen hat. Damit fluktuiert der Preis also kaum, denn bei den meisten Startups finden neue Kapitalrunden üblicherweise nur alle 12-24 Monate statt (siehe Abbildung 1 – die Kurven der Preisveränderungen über die Jahre sind oft Geraden, da sie nur 2 Preispunkte enthalten). Zudem ist die Bewertung rein vom Startup gesetzt/getrieben (zumindest solange nicht größere externe professionelle Investoren wie VCs an der Kapitalrunde teilgenommen haben). Ich möchte jetzt nicht in einem Exkurs über Unternehmensbewertungen enden, aber mir erscheint es manchmal absurd dass eine Neobank wie z.B. Revolut eine Unternehmensbewertung hat, die ungefähr ein Drittel von Aldi ist, die jahrelang etabliert sind im Vergleich riesig sind (nach fast allen Unternehmenskenngrößen). Andererseits wer in der Anfangszeit in Amazon oder Apple Anteile investiert hat (und diese heute noch besitzt) hat vermutlich ausgesorgt.

Schon seit Dezember 2018 hatte Seedrs* Pläne angekündigt, flexible Preise (variable pricing) auf dem Zweitmarkt einzuführen. Seit gestern Abend ist es nun soweit. Anleger können Anteile jetzt mit Aufschlägen bis 30% bzw. Abschlägen bis -30% auf den Fair Value anbieten. Oder halt wie bisher zum Fair Value.

Warum finde ich die Einführung von variablen Preisen auf dem Seedrs Zweitmarkt spannend?

Bisher hatte ich den Seedrs* Zweitmarkt hauptsächlich genutzt um

a) Anteile zuzukaufen, wenn ich der Meinung bin dass sich ein Startups, dass ich bereits im Portfolio habe sehr gut entwickelt und Potential für weitere deutliche Wertsteigerungen besteht oder

b) Anteile zu verkaufen um Gewinne zu realisieren (also aus bisherigen Buchgewinnen reale Gewinne zu machen)

Mit den flexiblen Preisen kann ich zukünftig auch ein bisschen kurzfristiger spekulieren.

Meine Learnings aus früheren Zeiten bei Bondora* oder auch Mintos* waren, dass es in der Anfangszeit Zeitfenster gab, in denen ich sher profitabel auf dem Zweitmarkt traden konnte. Weil die Mechanismen für alle neu waren und die Anleger noch wenig Erfahrungen hatten und jeder erst für sich herausfinden musste was funktioniert und was nicht, waren die erzielbaren Gewinnmargen anfangs für mich hoch. Nach wenigen Monaten endete das Zeitfenster, denn die Anleger, die Handelsstrategien verfolgten, professionalisierten sich und die erzielbaren Margen wurden geringer. Ich muss auch immer im Auge behalten in welcher Relation mein Zeitaufwand zu den erzielbaren Gewinnen steht. Aber mein persönliches Learning aus beiden Fällen war: am Anfang geht was, ich lernte viel über Marktdynamik und -psychologie und das Ganze hat mir auch Spaß gemacht.

Ganz so einfach wird es auf dem Seedrs Zweitmarkt nicht werden. Zum einen sind die Transaktionsgebühren vergleichsweise hoch, zum anderen ist das Angebot begrenzt und die Nachfrage konzentriert sich auf wenige sehr begehrte Startups. Andererseits kommt beim Handel mit Startup-Anteile noch mehr die Psychologie zum Tragen. Es geht um die Erwartungen die die Anleger mit den Startups verknüpfen – die Emotionen werden die Presidynamik beeinflussen.

Sich einfach zu wünschen zu -30% zu kaufen und den Anteil zu  +30% weiterzuverkaufen wird ganz sicher nicht funktionieren. Aber vielleicht ergibt sich ja die Chance zu -30% zu kaufen und dann mit etwas Zeitversatz zu -10% wieder zu verkaufen?

Im nächsten Trading Zyklus ab dem 04. August werde ich auf jeden Fall die angebotenen Revolut Anteil im Auge behalten. Wer mein Seedrs Potfolio verfolgt weiß dass ich sehr viele (zu par) vor einigen Monaten verkauft habe. Wenn ich nun zu -30% wieder kaufen könnte, wäre das schon eine Überlegung wert (aktuell ist der maximal angebotene Discount -10%).

Wer nicht traden will sondern sich einfach nur für das Invest in Startups über Seedrs* interessiert, findet in der Crowdinvesting Forum Sektion viele Diskussionen wie z.B. die Meinungen von Anlegern zu einzelnen Pitches. Und wer im nächsten Handelsfenster mitmischen will, sollte sich umgehend bei Seedrs* registrieren, da die Kontofreischaltung und Einzahlung idealerweise vor Markteröffnung erledigt sein sollte.

Start des Estateguru Sekundärmarktes

Estateguru LogoLange, lange war er angekündigt, jetzt steht der Start des Estateguru* Sekundärmarktes unmittelbar bevor. Ich konnte in den letzten Wochen am geschlossenen Betatest teilnehmen und mir so vorab ein Bild von den Funktionen des Zweitmarktes machen. Estateguru hat die Zeit auch genutzt um Feedback der Betatester einzuholen und hat z.B. die Formulierungen in der Sekundärmarkt FAQ nochmals überarbeitet.

Die wichtigsten Fakten zum Zweitmarkt im Überblick:

  • Der Verkäufer zahlt bei erfolgreichem Verkauf eine Gebühr von 2%
  • Es können Kredite in allen Stati zum Verkauf angeboten werden, also auch ausgefallene Kredite
  • Nur ganze Kreditanteile können verkauft werden, eine Stückelung ist nicht möglich
  • Der Verkauf kann zu par oder mit Aufschlag erfolgen. Abschläge sind nicht möglich
  • Der Käufer bekommt alle Zahlungseingänge nach der durchgeführten Kauftransaktion
  • Gekaufte Kredite können für 30 Tage nicht weiter verkauft werden
  • Gelistete Kreditanteile stehen 7 Tage im Zweitmarkt. Findet sich innerhalb dieser Frist kein Käufer werden sie automatisch entfernt

Schritt für Schritt Anleitung zur Bedienung des Estateguru Sekundärmarktes:

Aktivierung Sekundärmarkt
Abb.1 Als erstes musste ich den Sekundärmarkt aktivieren

Nach eine Aktivierung des Sekundärmarktes habe ich probeweise einen Kredit aus meinem Portfolio ausgewählt und zum Verkauf angeboten. Oben rechts ist ein Schieber zur Einstellung des Verkaufspreises. Die Voreinstellung ist ein Preis der 2% Aufpreis entspricht und somit die Verkaufsgebühr egalisieren würde. Ich habe hier einen höheren Preis eingestellt. Darunter sehe ich den AROI den ich bei einem Verkauf realisieren würde und den AROI den der Käufer bekommen würde. Da der AROI des Käufers prominent in der Übersichtstabelle des Sekundärmarktes angezeigt wird, ist er vermutlich ein wichtiges Kaufkriterium und sollte nicht zu niedrig sein. Mein unten eingestellter Kredit fand mit 3,56% auch keinen Käufer in den 7 Tagen.


Abb. 2: Einstellen eines Kredites zum Verkauf

Die von Estateguru gelieferte Definition für AROI ist übrigens „…(Annualised Return on Investment) ist eine geschätzte jährliche Rendite, die auf dem Total Return on Investment basiert“.

Nach dem Klick auf „Investition verkaufen komme ich zu dieser Bestätigungsseite:

Estateguru Sekundärmarkt verkauf bestätigen
Abb. 3: Verkaufsbestätigung

Estateguru Sekundärmarkt
Abb. 4: Ansicht Sekundärmarkt; der von mir angebotene #1301 Kredit hat übrigens einen Käufer gefunden

Und so sieht er aus der Sekundärmarkt. Eine tabellarische Übersicht der angebotenen Kredite. Schön finde ich die AROI Anzeige und die Möglichkeit danach zu sortieren. Als Verbesserungen angeregt habe ich eine Filtermöglichkeit nach Status und eine Anzeige des Aufpreises (im Moment müsste ich auf die Detailseite gehen und mir den selbst ausrechnen. Vielleicht kommt das ja noch.

Auch nachgefragt habe ich nach der Möglichkeit mit Abschlag zu verkaufen. Hier war die Antwort, dass sie zunächst eine möglichst einfache Lösung für den früheren Ausstieg anbieten wollen und den Sekundärmarkt nicht zu kompliziert machen wollen.

Mein erster Eindruck

Der Estateguru Zweitmarkt leistet was er soll: Einen vorzeitigen Ausstieg ermöglichen. Die Gebühr ist mit 2% relativ hoch angesetzt und wird das Transaktionsvolumen vergleichweise gering halten. Bei ausgefallenen Krediten und Krediten in Verzug sollte sich der Verkäufer den Verkauf genau überlegen, denn wenn es positive Neuigkeiten zum Inkasso bei dem Kredit gibt, wird der Kredit vermutlich schneller gekauft, als der Verkäufer reagieren kann.

Wie ist Deine Meinung? Diskutiere im Estateguru P2P Forum mit.

 

Test: Einrichtung neuer Mintos Auto Invest Sekundärmarkt

Mintos bringt jetzt ganz neu einen Auto Invest für den Primärmarkt. Ich richte den gleich mal zum Test ein und bin gespannt, wieviele Kredite ich darüber bekommen werde. Wie für den Erstmarkt, bringt der Autoinvest für den Zweitmarkt umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten.

Mintos Auto Invest Sekundärmarkt
Abbildung Autoinvest Sekundärmarkt

Wenn bei dem Sekundärmarkt Autoinvest noch ein Schloss ist, dann ist der Sekundärmarkt für den Anlegeraccount noch nicht freigeschaltet. Laut Mintos ist das neue Feature bis zum offiziellen Rollout am 03. Dezember erst mal Beta und nur für ausgewählte Anleger freigeschaltet. Zum Beispiel durch eien zusätzliche Einzahlung von 5.000 Euro in den Anlegeraccount kann eine Freischaltung erwirkt werden.

Mintos Auto Invest Sekundärmarkt Detail

Abbildung: Mintos Autoinvest Sekundärmarkt zusätzliche Einstellungen

Unter den Darlehensanbahnern stehen dann die weiteren Einstellungen. Für den Test wähle ich jetzt mal ab 10% YTM und lasse den Zinssatz offen. Ich versuche mal nur Kredite zu bekommen, die mit mindestens 0,5% Rabatt angeboten werden. Die maximale Laufzeit begrenze ich auf 30 Monate. ‚Möchten Sie neu investieren‘ und ‚Darlehen einschließen, in die bereits investiert wurde‘ bejahe ich. ‚Diversifikation über Kreditgeber hinweg‘ habe ich jedoch deaktiviert, da ich möglichst alle zu diesen Kriterien passenden Kredite kaufen möchte.

Links unten hatte ich versucht einzustellen, dass zwischen 0 und 50 Euro in ein Darlehen investiert wird. Das führt jedoch zu einer Fehlermeldung. Der Mindestbetrag pro Kredit ist (wie beim Primärmarkt Autoinvest) 10 Euro.


Wenig überraschend Zeit mir Mintos an, dass es für diese Einstellungen keine entsprechenden Kredite gibt. Denn wenn solche angeboten werden, wurden sie auch bisher schnell von Anlegern aufgekauft.

Interessant wäre noch zu wissen, wie der Algorithmus vorgeht wenn mehrere Anleger passende Autoinvests haben für einen Kredit der neu im Zweitmarkt eingestellt wird.
Erfahrungen mit dem neuen Mintos Autoinvest für den Zweitmarkt tauschen die Anleger bereits in diesem Forums Beitrag aus. Dort werde ich auch posten, ob und wie viele Kredite mein neuer Test Autoinvest denn gekauft hat. Wenn ihr das auch testet, schreibt doch dort bitte mal welches Ergebnis ihr erzielt habt.

 

Crowdestate eröffnet Zweitmarkt und überarbeitet Website

Auf Crowdestate* habe ich bisher nur ein paar „Testballons“ als Investment getätigt. Crowdestate ist eine estnische Plattform mit überwiegend Immobilenprojekten. Sie ist deutlich kleiner als Estateguru* hat aber einen sehr viel breiter gestreuten Mix an Angeboten. Darunter sind z.B. auch unbesicherte Kredite oder Equity-Investments. Das Minimum-Investment liegt bei 100 Euro. Die Anlage ist gebührenfrei. Übliche Laufzeiten sind 1 bis 2 Jahre, manchmal auch etwas mehr.

Zu jedem Projekt können Anleger bei Crowdestate eine sehr ausführliche Beschreibung einsehen, die u.a. auf die Lage (Location), die Marktsituation (Market), den Immobilienentwickler (Sponsor), die Stärken und Schwächen (SWOT) und die Finanzierung eingeht. Dazu gibt es noch weitere Dokumente und eine Frage und Antwort Sektion. Crowdestate vergibt ein eigenes Rating von A1 bis C5 und schlüsselt auf nach welchen Kriterien dieses Rating festgesetzt wurde.

Als Anleger wird man quartalsweise über die Entwicklung/den Fortschritt in den investierten Projekten informiert.

Die Anlegernachfrage ist in letzter Zeit ziemlich hoch. Bei den meisten neuen Crowdestate* Angeboten füllt entweder die Autoinvest Funktion diese komplett oder aber spätestens innerhalb einer Stunde sind sie dann durch manuelle Angebote voll.

Heute hat Crowdestate die Website überarbeitet. Soe sieht das neue Dashboard aus, das oben die Cashflow Sicht (grüne Linie gesamt, blaue Linie davon investiert in Projekten) meines Portfolios zeigt.

Crowdestate Overview
Crowdestate Portfolio Overview – klicken für größere Ansicht

Wie schon gesagt, habe ich nur in wenige Projekte jeweils 100 Euro investiert. Allerdings gab es in der Vergangenheit auch nicht sehr viele Angebote. Oft nur ein oder zwei im Monat. In letzter Zeit sind es mehr geworden. Von meinen Projekten sind inzwischen 2 abgeschlossen und zurückbezahlt, 7 laufen noch. Die Portfolio Ansicht der neuen Website sieht so aus.

Corwdestate Portfoio
Crowdestate Portfolio Ansicht

Viele Projekte sind endfällig. Einige wenige zahlen auch während der Laufzeit Zinsen.

Ganz neu seit heute ist der Zweitmarkt. Wie man oben im Bild sieht gibt es jetzt neben jedem meiner Investments einen „Sell Share“ Button. Den Preis kann der Verkäufer festlegen. Es sind anscheiend stufenlose Auf- und Abschläge möglich. Ich habe mal probeweise einen Anteil zu einem Aufpreis zum Verkauf gestellt.

Crowdestate* ist keine neue Plattform. So gibt es schon 5 Seiten Diskussionen mit Crowdestate Erfahrungen im Forum.

Fazit: Wer Immobilienplattformen wie z.B. Estateguru* oder Lendy* mag, wird auch Crowdestate* interessant finden. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Angebotstypen ist eine Selektion/individuelle Begutachtung der einzelnen Angebotze m.E. sinnvoll.

 

Auf dem Mintos Zweitmarkt anlegen – Tipp 2

Für aktive Anleger lohnt sich ein Blick auf den Zweitmarkt bei Mintos*. Im vorherigen Artikel hatte ich ja bereits erläutert, dass die Renditeberechnung bei den Zweitmarktangeboten immer davon ausgeht, dass der Käufer den Kreditanteil bis zum regulären Laufzeitende hält. Und dass bei einem Kauf mit Abschlag, die Rendite höher als angezeigt ist, wenn der gekaufte Kredit vorzeitig abbezahlt wird.

Darauf aufbauend möchte ich heute eine mögliche Strategie für den Sekundärmarkt vorstellen: den gezielten Kauf von Buyback Krediten in Verzug mit Abschlag, in der Hoffnung (bzw. statistisch fundierten Wahrscheinlichkeit), dass der Kredit durch die Rückkaufgarantie in den nächsten 30 Tagen zurückgezahlt wird.

Für die Analyse selektiert der Anleger im ersten Schritt Buyback Kredite, die mehr als 30 Tage in Verzug sind und mit Abschlag angeboten werden.

Mintos Zweitmarkt Tipp
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Diese Suche liefert 349 Ergebnisse mit YTM Werten bis 14%. Für mich wenig überraschend sind viele der ganz oben gelisteten Kredite von Mogo. Warum überrascht das nicht? Diese Kredite sind für Käufer mit dieser Strategie weniger attraktiv, weil sie ein geringere Ausfallwahrscheinlichkeit haben als Kredite in Verzug anderer Darlehensanbahner. Das Paradoxe an dieser Strategie ist, dass der kaufende Anleger ja gerade Kredite will, die mit hoher Wahrscheinlichkeit ausfallen.

Im zweiten Schritt könnte der Anleger also die Mogo Kredite ausschliessen, ebenso Kredite mit einem niedrigen YTM. Letzeres, da ja eine gewisse Chance besteht, dass sie doch noch nachzahlen und der Anleger sie doch bis zum Laufzeitende halten muss.

Mintos Zweitmarkt Tipp
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Diese Einschränkung liefert immer noch 80 Ergebnisse. In einem letzten Schritt konzentriert sich der Anleger auf Angebote mit einem Abschlag von mindestens 0,3% (dazu unten links unter Rabatt/Prämie -0,3% als Maximalwert eintragen.

Mintos Sekundärmarkt Tipp
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Was würde der Anleger mit einem Kauf erzielen?

Sollten diese Kredite wider Erwarten nachzahlen und der Kredit läuft bis zum Laufzeitende, erzielt er eine Rendite (siehe angezeigter YTM Wert) zwischen 12,4% und 13,8%. Schon nicht schlecht, aber nicht herausragend im Vergleich zu anderen Krediten bei Mintos.

Tatsächlich besteht aber über 50% Wahrscheinlichkeit, dass diese Kredite 60 Tage Verzug erreichen und durch den Darlehensanbahner wegen der Rückkaufgarantie zurückgekauft werden. Und da schon mindestens 31 Tage Verzug bestehen, wird es in den nächsten 30 Tagen passieren.
Wenn das bei einem Kredit eintritt, den der Anleger mit 0,3% Abschlag kaufte, dann wird das seine Rendite grob gerechnet um 3,6% erhöhen (0,3% für 30 Tage mit 12 multipliziert und auf einen jährlichen Wert zu kommen). Tatsächlich sogar mehr, da der nächste Zahlungstermin bei vielen Darlehen weniger als 30 Tage in der Zukunft liegen wird. Aber nehmen wir 3,6% für die Berechnung, dann gibt das eine Rendite von ungefähr 17%.

Eine Erkenntnis dieser Betrachtung ist, dass es drei Stellschrauben gibt, die zur maximalen Erhöhung der Rendite mit dieser Strategie genutzt werden können.

  1. Möglichst hohe Abschläge sind wünschenswert. Der Kredit oben im Bild mit 0,6% Abschlag bedeutet schon 7,2% Rendite-Boost (0,6%*12). Das könnte zu rund 20% Rendite führen
  2. Möglichst hohe Ausfallraten (kann man nach Darlehensanbahnern statistisch analysieren)
  3. möglichst wenig verbleibende Tage bis zum nächsten Zahlungstermin

Dies ist sicher keine Strategie für Anfänger bei Mintos*. Im Forum haben einige Anleger diese Strategie zumindest zeitweilig genutzt/getestet und von deutlich positiven Effekten auf ihre jährliche Nettorendite berichtet.

Noch nicht bei Mintos? So gibt es einen Bonus bei den Anmeldung

Für Neukunden bietet Mintos 1% Bonus auf alle Invests in den ersten 90 Tagen bei Registrierung über diesen Link hier*. Zusätzlich laufen gerade 2 zeitliche befristete Aktionen die weitere zusätzliche Boni bieten. Um die zu nutzen muss man sich nach abgeschlossener Registrierung einmalig nach dem Login in der Anleger Übersicht registrieren (auf den großen Hinweis ‚Nehmen Sie an unseren Aktionen teil und verdienen Sie mehr!‘ klicken). Zum einen gibt es die ‚Mogo Rückzahlungsaktion‘ mit 4-5% Bonus auf Invests im Erstmarkt in langlaufende Mogo Kredite. Das entspricht ungefähr 1% mehr Rendite. Zum anderen gibt es 1,5% Cashback im Rahmen der ‚Lendo Rückzahlungs-Aktion‘ für Investments im Erstmakrt in Lendo Kredite mit mindestens 9 Monaten Laufzeit.

Interessiert an weiteren Bonus Aktionen von P2P Kredit Anbietern? Hier gibt es eine Liste. Oder den P2P Kredite Anbieter Vergleich nutzen – bei Anmeldung darüber werden Neukundenboni für die Registrierung automatisch berücksichtigt.

 

Auf dem Mintos Zweitmarkt investieren – Tipp 1

Die Mehrheit der Mintos* Anleger investiert auf dem Erstmarkt in Kredite – entweder per Autoinvest oder manuell. Laut Mintos Statistik haben aber auch schon 29% der Anleger mindestens einmal den Zweitmarkt zum investieren genutzt, d.h. Kreditanteile gekauft, die von anderen Anlegern verkauft werden. Das Angebot auf dem Mintos* Zweitmarkt ist riesig, aktuell stehen über 130,000 Kreditanteile zum Verkauf (keinTippfehler, wirklich 130Tsd!).

Grundlegende Eigenschaften des Mintos Zweitmarktes:

  • Keine Transaktionsgebühren
  • Verkauf ist mit Abschlag, zu Par oder mit Aufschlag einstellbar (in Schritten von 0,1%)
  • es gibt keinen Mindestbetrag, ein Käufer könnte einen 0,01 Euro Teil eines angebotenen Kredites kaufen
  • Käufer und Verkäufer bekommen anteilig Zinsen für den Zeitraum, in dem sie investiert sind; der Verkäufer verdient also weiter Zinsen solange der angebotene Kredit noch nicht verkauft ist
  • gute Auswahl- und Sortierfunktionen

Die Sortierung auf dem Zweitmarkt ist voreingestellt nach YTM (yield to maturity; deutsch Endfälligkeitsrendite). Diese Zahl beziffert die Rendite des Käufers unter Berücksichtigung eines eventuellen Auf- oder Abschlages unter der Voraussetzung das er den Kredit bis zum regulären (!) Ende der Laufzeit halten würde. Die Betonung auf regulär ist wichtig, da viele der Kredite mit Rückkaufgarantie (buyback) vor Laufzeitende abgelöst werden. Passiert dies, dann ist die tatsächliche Rendite für den Käufer höher, falls er den Kredit mit Abschlag gekauft hat, bzw. niedriger, falls er den Kredit mit Aufschlag gekauft hat.

Im Regelfall ist YTM ein sehr gutes Kriterium bei der Auswahl von Krediten auf dem Mintos Zweitmarkt und ich nutze es als Hauptsortierkriterium.

Allerdings gibt es Ausnahmen, in denen man den angezeigten YTM Wert nicht unbesehen als Entscheidungskriterium nutzen sollte.

Mintos Zweitmarkt Tipp
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In obigem Beispiel werden YTM-Werte von 22 bis 30% angezeit. Klingt attraktiv? Vernachlässigen wir für die Argumentation mal, dass die Kredite nur noch für wenige Tage laufen und die erzielbaren Zinsen nicht den Zeitaufwand des Anlegers wettmachen würden der für Auswahl und Kauf der Kreditanteile anfällt.
Der sehr hohe angezeigte YTM resultiert aus der Tatsache, dass die Restlaufzeit nur 2 bis 3 Tage betrug in Kombination mit dem Abschlag von 0,1%. Die Kalkulation des YTMs ist korrekt, hat aber einen Pferdefuß. Bei den gezeigten Krediten besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie nicht pünktlich zahlen werden und dann weitere 60 Tage laufen bis die Rückkaufgarantie greift. Wenn das passiert, ist die verbleibende Restlaufzeit tatsächlich 62 oder 63 Tage und der Einfluss des 0,1% Abschlages auf die erzielbare Rendite ist viel geringer. Unter diesen Parametern wäre der YTM irgendwo bei 11 bis 13%. Da gibt es deutlich bessere Angebote auf dem Zweitmarkt.

Ein weiteres Beispiel:

Mintos Zweitmarkt Tipp
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Bei Krediten in Verzug ist der angezeigte YTM noch weniger aussagekräftig. Mintos* rechnet hier so, als ob der Kredit am nächsten Tag zurückgezahlt würde. Dass die Kredite in Verzug sind, ist für den Käufer erstmal kein Problem, denn wegen der Rückkaufgarantie liegt das Risiko hauptsächlich in einem Ausfall des Darlehensanbahners und nicht des einzelnen Kredites. Der angezeigte YTM ergibt sich aus den 0,1% Abschlag in Kombination mit der für die Berechnung zugrunde gelegten (fiktiven) Restlaufzeit von einem Tag (grob vereinfacht 0,1% pro Tag * 360 Tage, ergibt 36%). Schaue ich mir einen dieser Kredite näher an, sehe ich im Zahlungsplan, dass der nächste Termin für eine Zahlung erst am 03.02. ist, also in mehr als 2 Wochen.

Mintos Zweitmarkt Tipp
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Greift die Rückkaufgarantie dann, dann liegt die tatsächliche Rendite bei ungefähr 12% und nicht bei 36%. Auch im Vergleich hierzu gibt es deutlich bessere Angebote auf dem Zweitmarkt.

Was folgt daraus?

Der angezeigte YTM Wert ist eine sehr wichtige Entscheidungshilfe für Käufer und eignet sich hervorragend zum Sortieren. Er ist mathematisch korrekt kalkuliert unter der von Mintos gesetzten Definition (diese setzt u.a. termingerechte Zahlungen voraus). Aber wie angezeigt, gibt es Fälle, in denen der Wert irreführend sein kann, insbesondere bei Krediten mit Restlaufzeiten unter einem Monat und bei Krediten in Verzug. Der YTM Wert basiert immer auf der Annahme, dass der Käufer den Kredit bis zum regulären Laufzeitende des Kredites hält.

Noch nicht bei Mintos? So gibt es einen Bonus bei den Anmeldung

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Interessiert an weiteren Bonus Aktionen von P2P Kredit Anbietern? Hier gibt es eine Liste. Oder den P2P Kredite Anbieter Vergleich nutzen – bei Anmeldung darüber werden Neukundenboni für die Registrierung automatisch berücksichtigt.

Mintos streicht Gebühren für Kreditverkäufe im Zweitmarkt

Die baltische Kreditplattform Mintos hat heute angekündigt, keine Gebühren mehr für den Handel mit Krediten im Zweitmarkt zu berechnen.

Spannende Neuigkeiten! Beginnend am Montag; 1. November 2017, werden wir keine 1%-Gebühr mehr auf den Verkauf von Krediten auf dem Zweitmarkt des Mintos-Marktplatzes erheben. Das bedeutet von jetzt an, dass es überhaupt keine Gebühren mehr für das Investieren mit Mintos gibt.

“Ein Zweitmarkt ohne Gebühren wird unseren Investoren sehr nützen. Wir erwarten, dass der Zweitmarkt so eine noch höhere Liquidität erfährt. Dies ist speziell für Investoren interessant, die eine langfristige Investitionsstrategie haben und in Kredite mit längerer Laufzeit investieren möchten. Falls Investoren ihre Liquidität vor dem Ende der Kreditlaufzeit auslösen möchten, werden sie in der Lage sein ihre Investition ohne zusätzliche Gebühr zu verkaufen.” sagt Martins Sulte, CEO und Mitgründer von Mintos.

Das Handelsvolumen auf dem Mintos Zweitmarkt liegt bei ca. 300Tsd Euro pro Monat.

Mintos Handelsvolumen Zweitmarkt

Der estnische Anbieter Bondora* hatte bereits seit November 2015 auf Handelsgebühren im Zweitmarkt verzichtet.

Im Anbieter Vergleich von P2P-Kredite.com können Anleger die Plattformen auch nach solchen filtern, die keine Gebühren am Zweitmarkt erheben.

Warum in Bälde nicht mit der Einführung von Zweitmärkten auf UK Crowdinvesting Plattformen zu rechnen ist

Vor kurzem kamen von Tandem nicht so gute Nachrichten. Das Startup verliert seine Banklizenz, da es die Eigenkapitalanforderungen, die an die Banklizenz geknüpft sind, nicht erfüllen kann. Das sorgte für Desillusionierung bei einigen der Anleger, die letztes Jahr im Rahmen einer Seedrs Kampagene 1 Mio. Pfund in Tandem investiert hatten. Sie glaubten nicht mehr an die Zukunft von Tandem und möchte ihre Anteile veräußern, z.T. auch mit Abschlägen. Doch einen Zweitmarkt zum Handeln von Anteilen bietet Seedrs nicht. So läuft das dann ganz archaisch über Postings, die sich wie alte Kleinanzeigen lesen, im Q&A Forum bei Seedrs. Ein Anleger postet, er möchte gerne 10 Tandem Aktien zu X Pfund verkaufen. Ein anderer Anleger postet, er ist bereit diese zu kaufen. Danach wenden sich Käufer und Verkäufer an Seedrs um den Papierkram für die Übertragung der Anteile erledigen zu lassen. Macht Seedrs auch breitwillig und kostenlos (nur die 7,5% Carry, falls der Verkaufspreis über dem Preis bei Invest liegt, nimmt Seedrs).

Fragt sich, warum Seedrs keinen Zweitmarkt einführt. Das wäre – aus Sicht der Anleger doch naheliegend? Und warum auch die anderen Crowdinvestment Anbieter keinen solchen Handel haben. Je nach Land ist es verständlicherweise regulatorisch nicht möglich, das scheint in UK aber nicht das (Haupt-)hinderniss zu sein.

Letzte Woche in der Kaffeepause der AltfiEurope Konferenz in London habe ich mit Goncalo Vasconcelos von SyndicateRoom, einer anderen britischen Plattform, über seine Sicht auf einen Zweitmarkt gesprochen. Vertreter von 2 kleineren Plattformen standen auch dabei.

Er sieht den Bedarf einfach nicht. Seine Argumente dagegen, grob zusammengefasst:

  1. Es dient dem Schutz der Anleger (das es keinen Handel gibt) weil
    a) sie nicht verleitet werden fälschlischerweise zu glauben, es sei eine liquide Anlageform
    b) sie nicht durch einen Verkauf ihre EIS/SEIS Steuervorteile verlieren können (denn diese setzen eine Mindesthaltefrist der Anlage von 3 Jahren voraus)
  2. Es wäre nicht im Interesse der Startups

Der Verlust der Steuervorteile in Argument 1b) droht zwar (bei britischen Anlegern), das ist aber kein Argument gegen einen Zweitmarkt, denn zum einen könnte man vor der Verkaufsbestätigung leicht einen dicken roten Warnhinweise „Wollen Sie wirklich Ihre Anteile verkaufen und auf ihre Steuervorteile verzichten“ einblenden, wenn die Anteile weniger als 3 Jahre im Portfolio waren. Zum anderen, wird es bald viele Anteile geben, bei denen die 3 Jahre sowieso rum sind.

Argument 1a) kann ich gar nicht nachvollziehen. Der Anleger ist informiert genug um riskante Invests in Startups zu tätigen, aber dann so doof zu glauben, dass dieses Invest völlig liquide ist, nur weil es einen Zweitmarkt ist. In diesem Argument geht es m.E. nicht um den Schutz des Anlegers, sondern um den Schutz der Plattform, und zwar hat sie Angst dass ihr die Regulierungsbehörde genau das vorwirft und die Regulierung verschärft.

Punkt 2 ist das einzige Argument, dass ich nachvollziehen kann. Wer zahlt denn die Plattformen? Genau, die Gebühren der Startups aus den Finanzierungsrunden. Und wemn dann zwischen den Runden aufgrund des Zweitmarktes ein „Durchschnittsmarktkurs“ für die Anteile eines Startups ersichtlich ist, der vielleicht nur auf sehr wenigen Trades basiert, dann kann das schon Fragen zur Bewertung in einer anstehenden Folgerunde aufkommen lassen und diese womöglich gefährden.

Andererseits versucht ja Seedrs mit seinem eigenen Portfoliobewertungsansatz gerade so etwas wie einen Marktindikator für die Wertentwicklung einzelner Anlageportfolien zu schaffen. In diesen fliessen mangels vieler Exits derzeit vor allem Buchgewinne (die nur auf dem Papier existieren) aus höheren Bewertungen bei Folgerunden ein. Wäre es da nicht konsequent und sehr viel überzeugender wenn Seedrs auch tatsächliche Preise aus Zweitmarkthandel in diesem Indikator einfliessen lassen könnte.

In einem Panel von AltfiEurope ging es auch ganz grundsätzlich darum, wie man die Entwicklung der Startups nach dem Funding bewerten kann. Altfidata versucht das mit einem sehr grobem Raster in wenigen Klassen (nicht mehr am Markt, am Markt aber in Schwierigkeiten, aktiv, aktiv mit Folgerunde als downround, aktiv mit Folgerunde, Exit durch Verkauf, Exit durch IPO). Das monitoren sie dann über das Handelsregister und reporten es.

Gesprochen wurde auch über die Diskrepanz zwischen unrealistischen Business Plänen vor dem Funding und der tatsächlichen späteren Geschäftsentwicklung in sehr vielen Fällen. Lösungsvorschläge wie sich das standardisiert monitoren und reporten lässt gab es aber nicht.

Die aktuelle Position von Crowdcube zum Thema Zweitmarkt ist mir nicht bekannt. Es gibt aber keine Anzeichen, dass Crowdcube einen plant. So werden Anleger auf britischen Plattformen weiter auf einen Zweitmarkthandel verzichten müssen. Es sei denn sie pinnen Kleinanzeigen.