Mintos Invest & Access – meine Meinung zum neuen Produkt – Vorteile und Nachteile

Morgen wird Mintos Invest & Access starten. Das ist ein neues Produkt von Mintos. Eigentlich mehr eine Anlagemethode, denn an der grundlegenden Struktur bei Mintos mit den Darlehensanbahnern und den Krediten ändert sich nichts. Es geht mehr darum, wie einfach der Anleger in diese Kredite investieren kann. Der CEO hat das am Freitag auf der P2P Conference in Riga vorgestellt (Video sollte automatisch am richtigen Punkt starten, wenn nicht es ist bei 2:29:22). Ich war auch dort, hab es mir angehört und auch mit einigen anderen Anlegern die ebenfalls auf der Konferenz waren darüber gesprochen und mir meine Gedanken dazu gemacht.

Mintos Invest und Access

Mintos Invest und Access will es den Anlegern so leicht wie möglich machen zu investieren und dabei automatisch breit diversifiziert zu sein. Mintos bietet den Anlegern an mit wenigen Klicks zu sagen, wieviel sie inevstieren wollen, und verteilt das Geld dann automatisch so, dass das Geld über sehr viele Kredite (und Anbahner) verteilt wird und so einen gewichteten Durchschnittszins des Marktplatzes erreicht. Dabei werden nur solche Anbahner einbezogen, die schon mindestens 6 Monate auf dem Marktplatz sind und eine Rückkaufgarantie anbieten.

Mintos verspricht den Anlegern, dass sie (unter normalen Marktbedingungen) sofort ihr Geld wieder bekommen können, und auch der Ausstieg nur wenige Klicks sind, die Anleger sich also nicht um den Verkauf auf dem Sekundärmarkt kümmern müssen. Mintos will das durch einen Weiterverkauf der Kredite an andere Anleger realisieren.

Anleger können auch im neuen Produkt weiterhin sehen, in welchen Kredite sie investiert sind. Eine Übersichtseite wird die Verteilung auf Anbahner zeigen. Ein wichtiger Aspekt ist, dass Mintos Invest und Access Vorrang beim Invest haben wird. D.h. die Invest und Access Anleger werden bedient bevor die Autoinvests und manuellen Invest am Primärmarkt erfolgen.

Mintos zielt mit dem neuen Produkt darauf es supereinfach für solche Anleger zu machen, die möglichst wenig über ihr Investment nachdenken wollen und sich um die Maximierung der Rendite kümmern wollen. Es wird eine Übersichtseite zu Invest & Access geben. Dort wird der im Moment auf dem Marktplatz errechnete gewichtete Durchschnittsatz gezeigt (als ich draufschaute 11,98%), dieser wirde sich aber mit dem Marktgeschehen verändern und ist nicht garantiert.

Wichtig sind auch die Fussnoten und die Erläuterungen in den Fragen und Antworten. So ist klar gekennzeichnet, dass das ’sofort‘ bei der Auszahlung sich immer nur auf Kredite die nicht in Verzug sind, bezieht. Wenn ein Anleger aber z.B. 25% in Verzug hat (bei Mintos Buyback Krediten ein nicht unüblicher Wert), dann bedeutet dass, sofort ausgezahlt werden nur 75%, der Rest erst wenn nach spätestens 60 Tagen das Buyback greift, wenn der Kredit ausläuft, oder ggf. wenn dieser wieder im Plan ist.

Anleger können Mintos Invest & Access parallel zu ihren bisherigen invests fahren, zu beachten ist aber das Invest & Access Cash im Konto vorrangig verwendet, d.h. es ist unwahrscheinlich dass dann noch konventionelle Autoinvests des Anlegers zum Zuge kämen.

mintos invest und access vergleich

Mintos Invest & Access – Vorteile, Nachteile, meine Meinung

Das Ziel von Mintos Invest and Access ist ja offensichtlich es so einfach wie möglich zu machen und die Einstiegshürden sehr gering zu machen. Und wie Bondora Go&Grow zeigt gibt es eine sehr hohe Nachfrage nach vereinfachten Produkten. Die Bondora Statistiken zeigen, dass im April 2019 schon 63% aller neuen Anlegergelder über Go&Grow investiert wurden (vs Portfolio Pro, Portfolio Manager oder manuell, API).

Aus der Sicht eines langjährigen Anlegers der gewillt ist, etwas mehr Zeit und Gehirnschmalz für eine höhere Rendite einzusetzen, sieht das neue Produkt nicht sehr attraktiv aus. Per Definition liefert es den gewichteten Durchschnitt als Zinssatz. Und ich verliere die Kontrolle über die Auswahl der Darlehensanbahner.

In den letzten Wochen war es kein Problem mit Autoinvests bei genügender Diverisifikation und ohne Nutzung der riskantesten Anbahner zu Zinssätzen von 13%- 14% anzulegen.Bei Nutzung des neuen Produktes würde man also auf mindestens 1 bis 2% Rendite verzichten. Siehe dazu auch ‚Würden das Psychologen über Go & Grow sagen‚.

Zu beachten ist insbesondere auch, dass das was Mintos anzeigt, der durchschnittliche Zinssatz ist (steht ja auch so da) und nicht die erwartete Rendite. Und Mintos bezieht ja alle Anbahner ein also auch die mit langer Schonfrist und solche, die keine Zinsen auf Kredite im Verzug zahlen.

Und Liquidität bietet der Sekundärmarkt den Anlegern auch bisher schon. Mit dem richtigen Preis ist alles in Minuten oder Stunden verkaufbar (auch mit wenigen Mausklicks). Und 0,2 bis vielleicht 0,6% Abschlag sind ein geringer Preis, wenn ich dafür vorher die höhere Rendite eingefahren habe.

Der einzige Anwendungsfall wo ich Invest & Access vielleicht eigenen Autoinvests vorziehen würde, wäre wenn ich nur für einen sehr begrenzten Zeitraum anlegen wollte, vielleicht bis 120 Tage.

Es gibt aus meiner Sicht 2 Gründe warum Mintos Invest und Access einführt:

  1. Den offensichtlichen: Es gibt Nachfrage nach einem einfachen produkt und die wird befriedigt
  2. Den für Anleger vermutlich nicht offensichtlichen: Es ist ein Verkaufsargument mit dem Mintos neue Darlehensanbahner, die nicht so hohe Zinsen bieten können, überzeugen kann auf den Marktplatz zu kommen. Denn bisher waren Kredite mit Zinssätzen unter dem Durchschnittszinssatz bei Mintos schwer verkäuflich. Auch die vorgefertigten Autoinvests haben da nicht so viel gebracht. Mit Invest and Access wird das anders. Da können sie neuen Originators sagen, nach 6 Monaten sind die einfach Teil des Pakets das mit Invest und Access vermarktet wird

Das bringt uns zum interessanten Punkt: Wie wird sich Invest und Access auf die Marktdynamik bei Mintos auswirken. Im Forum Thread zu Invest and Access gibtes schon mehrere Seiten Spekulationen und auch Befürchtungen, die Zinsen könnten sinken oder Anleger könnten ‚gezwungen‘ sein Invest und Access zu nutzen um zu vermeiden, dass ihr Geld unverzinst liegt, weil die Autoinvest nicht mehr genug greifen. Aus meiner Sicht ist es viel zu früh für irgendwelche Vorhersagen. Und niemand ist ‚gezwungen‘ anzulegen. Der Markt wird es richten. Sollten Anleger unzufrieden sein, ziehen sie halt Geld ab und nehmen andere Plattformen. Gab es in Phasen mit niedrigeren Mintos Zinsen in der Vergangenheit auch schon. Aber spannend ist es auf jeden Fall die Entwicklung zu beobachten.

Was meint ihr? Teil doch bitte Eure Erwartungen und Gedanken im Forum.

Es waren auch andere Blogger, sowohl deutsche als auch internationale auf der Konferenz. Der Hobbyinvestor hat hier schon seine Meinung zum neuen Produkt geschrieben. Der Finanzfisch teilt seine Einschätzung hier.

Estateguru erhält 1,3 Mio. EUR von Speedinvest

Der baltische P2P Kreditmarktplatz Estateguru meldet ein Investment von 1,3 Mio Eur geführt durch den VC Speedinvest f. Speedinvest f ist ein Fund der auf Fintech Investments in Europa fokussiert ist.

Mit dem neuen Kapital, will der CEO Marek Pärtel die weitere Expansion in Europa vorantreiben ‚Today, EstateGuru has become the largest platform in mainland Europe, showing an average annual growth rate of 100%. Simultaneously, we have discovered excellent opportunities to further increase our market coverage and it is for this purpose that we have drafted a clear technological development plan that requires a strong partner in order to be implemented successfully.

Christopher Zemina, Investment Manager bei Speedinvest, sagte dazu: ‚EstateGuru is the story of a small team that has achieved extraordinary growth without much external funding. The team has executed their plans and constantly outperformed our expectations. We are determined to support the company in its next stage of growth.

 

Britischer P2P Kreditmarktplatz Lendy insolvent

Der britische P2P Kreditmarkt Lendy, spezialisiert auf Kredite an Immobilienentwickler, ist insolvent. Die britische Aufsichtsbehörde FCA teilt dazu mit: „On 24 May 2019, following action taken by the FCA, Lendy Ltd, a regulated Peer-to Peer (P2P) firm, appointed Damian Webb, Phillip Rodney Sykes and Mark John Wilson of RSM Restructuring Advisory LLP as administrators. The same administrators have been appointed for two further related, but unregulated, firms: Lendy Provision Reserve Ltd; and Saving Stream Security Holding Limited. These appointments have been made by the firms, in respect of Lendy Ltd, with the consent of the FCA.„. Auch auf der Lendy Website findet sich ein Statement zur Insolvenz.

Zum Verhängnis wurden Lendy letztlich zu hohe Ausfallraten und ungenügende Inkassoerfolge.

Da alle Kredite bei Lendy mit Immobilien besichert sind, wird es wohl nicht zu einem Totalverlust kommen. Wie werthaltig die Forderungen durch Verwertung der Immobilien sind, muss sich im weiteren Verlauf noch zeigen. Ein Insolvenzverwalter wurde bereits eingesetzt (s.o.).

Die sich verschlechternde Geschäftslage auf der Plattform zeichnete sich bereits seit letztem Jahr ab. Dieses Jahr verschärfte sich die Lage dann:

  • Im Januar setzte die FCA die Firma auf eine watchlist also unter verschärfte Beobachtung
  • Im April verschärfte die FCA die Aufsichtsbedingungen „[the firm must not] in any way dispose of, deal with or diminish the value of any of its assets and must not in any way release client money without in either case the prior written consent of the authority.”
  • Im Mai konnte Lendy erstmals die Zinszahlungen nicht fristgerecht leisten, begründete dies aber mit technischen Problemen bei der Bank. Die Zinsen wurden dann mit 2 Wochen Verspätung am 15.05. ausbezahlt
  • Einige Management Mitglieder von Lendy engagierten sich inzwischen offen in Funktionen bei anderen Firmen
  • Heute wurde zunächst der Zweitmarkthandel suspendiert bevor dann später die Insolvenz bekannt gegeben wurde

Die Entwicklung lässt sich auch im Lendy Forum gut nachvollziehen. Lendy (vormals Saving Stream) war lange eine der beliebtesten britischen Plattformen und gewann mehrere Abstimmungen unter britischen Anlegern. Auch ich hatte jahrelang dort größere Beträge investiert bis ich im Herbst 2018 das letzte Geld abzog. Viele Anleger versuchten bereits seit Monaten ihr Investment abzuziehen, konnten dies aber nicht, da der Lendy Zweitmarkt seit über einem Jahr für die meisten Kredite nahezu illiquide war, mangels Nachfrage.

Vor rund einem Jahr war bereits der britische Marktplatz Collateral gescheitert, wenn auch aus anderen Gründen. Schon früher sind mehrere Marktplätze geschlossen worden u.a. Boober, Comunitae und Trustbuddy. Anders als bei diesem dürften bei Lendy aber auch eine größere Anzahl deutsche Anleger betroffen sein.

Betroffene Lendy Anleger können nicht viel tun ausser auf die Abwicklung durch den eingesetzten Administrator zu warten. Lediglich die Sicherung von Informationen kann sinnvoll sein. In den Marktplatz einloggen und Kontostände und Transaktionen herunterladen. Im Gegensatz zu Collateral scheint aber das Risiko, dass diese Daten verloren gehen, gering zu sein.

Ich werde weiter im Forum über den Fortgang berichten.

Mit Fremdkapital in P2P Kredite investieren – Ziel 12% Rendite – ist das wirtschaftlich sinnvoll?

Du investierst schon in P2P Kredite und bist mit den Ergebnissen zufrieden, hast aber wenig Kapital, dass Du einsetzen kannst? Jetzt kommt Dir die Idee einen sehr günstigen Kredit aufzunehmen (bei diesem Anbieter bekommst Du, solides Einkommen und gute Bonität vorausgesetzt, bis zu 50.000 Euro Kredit – weitere Anbieter siehe Vergleich auf der P2P Kredite Startseite). Mit den Zinsen und Tilgungen aus den P2P Krediten willst Du dann Deinen eigenen Kredit tilgen. Da z.B. das Mintos Zinsniveau im Moment bis zu 15% p.a. hoch geht erscheint das attraktiv. Auf diesen Ansatz sind in der derzeitigen Niedrigzinsphase schon mehrere Anleger gekommen. Es ist eine der gängigen Fragen im Forum, ob sich kreditfinanzierte Anlage in P2P Kredite lohnt (z.B. hier , hier und hier diskutiert) und ob das sinnvoll ist. Die Meinung im Forum gehen dazu auseinander.

Analyse der Vorgehensweise beim Invest mit Fremdkapital in P2P Kredite

Bevor ich nun aber auf den Sinn oder Unsinn und zu Meinungen komme, erst mal ganz sachlich, wie ich vorgehen würde, wenn ich Investieren auf Kredit in P2P tatsächlich durchführen wollte. Nachdem ich den Kredit beantragt und bekommen hätte stellt sich die Frage nach der Auswahl der Plattform und Kriterien für die Kredite.

Ich würde etablierte Plattformen mit hoher Liquidität wollen. Ganz wichtig wäre auch, dass ich das Kapital schnell diversifiziert anlegen könnte. Denn wenn es Wochen dauern würde das Kapital zu investieren, müsste ich in der Zeit ja schon Zinsen für meinen Kredit zahlen. Und schließlich würde ich unter Risikoerwägungen eine Streuung über mehrere Anbieter wollen.

Konkret könnte das in der derzeitigen Marktlage z.B. so aussehen:

  1. 50% würde ich auf Mintos investieren. 50% sind zwar ein ziemliches Klumpenrisiko was das Plattformrisiko angeht, aber ich würde über mindestens 10 Anbahner diversifizieren, so dass das Ausfallrisiko je Anbahner eingegrenzt wäre. Bei Mintos ist auch ein großer Betrag binnen 1-2 Tagen vollständig investierbar, die Zinsen sind hoch und der Zweitmarkt ist liquide. Laufzeiten würde ich von kurz bis mittel wählen.
  2. 15% würde ich auf Bondora Go&Grow investieren. Das wäre meine Liquiditätsreserve, sollte aus irgendeinem Grund bei Mintos, der Zweitmarkt temporär nicht mehr so liquide sein. Zwar drücken die nur „6.75%“ Zinsen die Rendite aber das würde ich in Kauf nehmen
  3. 10% würde ich auf Linked Finance investieren. Moment warum denn gerade die? Hatte ich nicht gesagt Liquidität? Die haben doch gar keinen Zweitmarkt? Und zudem eine Gebühr? Ja, aber hier steht das „etabliert“ im Vordergrund, sie sind nicht wie die anderen im Baltikum (Diversifikation) und wenn ich Kredite mit ein- oder zweijähriger Laufzeit wählen würde entstehen automatisch planbare monatliche Rückflüsse. Nachteil ist, dass es bei Linked Finance länger als bei den anderen Plattformen dauern wird, bis das initiale Kapital investiert ist.
  4. 25% würde ich auf anderen Plattformen verteilen, wie z.B. Iuvo, dabei nicht mehr als 10% pro Plattform.

Nicht geeignet für den Zweck sind aus meiner Sicht Immobilienplattformen wie Estateguru oder Crowdestate (auch wenn die Rendite durchaus gut sein kann, viele der Darlehen dort sind endfällig oder die Rückzahlung verschiebt sich oft über den Plantermin). Auch nicht nehmen würde ich für diesen Ansatz ganz junge Plattformen wie z.B. Crowdestor oder Envestio.

Ist der Invest mit Fremdkapital auf P2P Plattformen nun wirtschaftlich sinnvoll?

Nun, wenn alles nach Plan läuft, würde in dem obigen Ansatz schon eine sehr ordentliche Rendite erwirtschaftet. Die 12% aus dem Titel sind zwar – auch aufgrund meiner Plattformselektion – nicht darstellbar, aber 10% p.a. sind (nach Abzug der Kreditkosten) durchaus möglich. Die 10% sind vor Steuer, zu beachten ist das steuerlich die Kosten für den aufgenommen Kredit nicht gegen die Zinsen gegengerechnet werden können (zu Steuerfragen bitte einen Steuerberater konsultieren). Der Aufwand ist auch überschaubar. Der Kredit kann komplett digital beantragt werden und in obigem Beispiel müsste ich Accounts auf 6 Marktplätzen einrichten und managen. Das würde mich ein paar Stunden am Anfang kosten und dann vielleicht noch 1-2 Stunden pro Monat.

Ganz grob überschlagen könnte ich bei einem 50.000 Euro Kredit im ersten Jahr ca. 5.000 Euro Gewinn machen.

Meine Meinung dazu

Ich würde nie Kapital aufnehmen, um es zu investieren. Meine Erfahrungen bei der P2P Anlage habe ich allesamt durch Invest von Kapital gemacht, dass ich mir erarbeitet hatte. Die Risiken einer Finanzierung auf Pump halte ich persönlich in Relation zum Ertrag für zu groß. Was wenn es schiefgeht? Zwar ist, bei einer Verteilung wie oben beschrieben, ein Totalverlust extrem unwahrscheinlich, aber was wenn z.B. die 50%, die in Mintos investiert sind, uneinbringlich werden? Jeder Anleger sollte die persönlichen Konsequenzen im Falle eines Falles durchdenken, bevor er sich für eine solch riskante Strategie entscheidet. aus dem selben Grund bin ich auch immer sehr skeptisch, wenn ich lese, dass Anleger einen Wertpapierkredit aufnehmen um in Aktien zu investieren.

Andererseits: Wirtschaftlich sinnvoller als einen Sportwagen auf Kredit zu kaufen ist ein Invest in P2P Kredite mit Fremdkapital allemal.

Habt ihr’s schon gemacht? Teilt doch gerne Eure Erfahrungen in den Kommentaren und im Forum. Ich bin gespannt!

 

Bei Invest auf jedem P2P Kredit Marktplatz Miles&More Meilen sammeln – so geht’s!

Du investierst schon in P2P Kredite? Und kassierst mehr als 10% Zinsen p.a., z.B. bei Bondora, Mintos, Estateguru oder einem der 40+ anderen Marktplätze in meinem Vergleich? Schlau wie Du bist hast Du auch die ganzen Neukundenboni und Cashback-Aktionen bei der Anmeldung kassiert?

Aber ich wette, Du wusstest noch nicht, dass Du beim Invest auf jeder P2P Kredit Plattform auch Miles & More Meilen sammeln kannst, oder? Die Meilen kannst Du z.B. für Flugprämien, Hotel- oder Mietwagenbuchungen und viele weitere Prämien einlösen

300x189Und so funktioniert es. Du brauchst:

  1. Ein kostenloses Revolut Konto (Smartphone erforderlich)
  2. Eine Miles&More Kreditkarte

Wahrscheinlich hast Du bisher auf den Kreditmarktplätzen per SEPA Überweisung eingezahlt?
Ist kostenlos und dauert i.d.R. 1-2 Arbeitstage.

Neues Vorgehen: Revolut App aufmachen.  „Geld hinzufügen“ in Deinem Euro Konto wählen. Kreditkartendaten der Miles&More Kreditkarte eingeben. Betrag wählen. Klicken. Das Geld ist sofort da und Du kannst es dann per „Zahlungen“, „Überweisung“ als SEPA Überweisung an den Kreditmarktplatz senden.
Ist kostenlos und dauert i.d.R. 1-2 Arbeitstage. Und voila, jede Menge Meilen gesammelt

Noch einen oben drauf? Melde Dich kostenlos bei Priceless Mastercard an (Code MGM353a3aa) und registriere Deine Miles&More Kreditkarte und Du sammelst dort Coins und kannst diese für weitere Prämien verwenden.

Wichtige Hinweise:

  • Wenn Du neu angemeldet bist auf einem P2P Kreditmarktplatz, dann muss in der Regel die allererste Einzahlung (Mindestbetrag reicht) per SEPA Überweisung direkt von Deinem Bankkonto kommen, damit dies mit Deinem Account beim Marktplatz verknüpft werden kann. Obiges Verfahren also erst ab der zweiten Einzahlung verwenden.
  • Unbedingt den vom Marktplatz vorgegebenen Verwendungszweck bei der Überweisung in der Revolut App angeben, sonst kann der Marktplatz die Einzahlung nicht Dir zuordnen!
  • Das Revolut Konto unterstützt mehrere Währungen. Achte darauf, dass Du im EUR Konto bist, wenn Du mit der Kreditkarte einzahlst (so vermeidest Du Auslandseinsatzgebühren, die bei anderen Währungen anfallen könnten). Brauchst Du Pfund zum Investieren auf einem UK Kreditmarktplatz, dann zahl trotzdem EUR ein, Du kannst die dann wochentags (Mo.-Fr.) bei Revolut ohne Gebühr in GBP tauschen.
  • Revolut hat kein generelles Limit für die Einzahlung per Kreditkarte, für neue Nutzer kann es aber Obergrenzen geben die schrittweise automatisch erhöht werden.
  • Natürlich hat Deine Miles&More Kreditkarte ein monatliches Limit. Dennoch kannst Du auch höhere Beträge auf diese Weise pro Monat investieren, in dem Du vorher Geld auf Dein Miles&More Kreditkartenkonto überweist, also dort Guthaben vorhälst.
  • Ich hab das getestet und Miles&More schreibt die Meilen problemlos automatisch gut. Übertreiben sollte man es aber sicher nicht, d.h. keine riesigen Beträge auf einmal auf diesem Weg einzahlen
  • Bondora lässt ja, wie insgesamt 4 Marktplätze, direkte kostenlose Einzahlungen per Kreditkarte zu. Der Umweg über Revolut wäre also nicht nötig nur um Meilen zu sammeln. Einen Vorteil hat er aber. Wenn Du direkt bei Bondora per Kreditkarte einzahlst, dann werden Auszahlungen auch wieder der Kreditkarte gutgeschrieben (und somit Meilen abgezogen). Dieses Problem tritt bei dem Weg über Revolut nicht auf.

Prinzipiell müsste das Vorgehen auch mit anderen Kreditkarten mit Bonus Programmen funktionieren. Ob es z.B. mit der Amazon Prime Kreditkarte (50 EUR Startgutschrift, im Link zuerst für Prime anmelden dann gibt es für die Karte keine Jahresgebühr in den Folgejahren) oder mit Payback Kreditkarten funktioniert habe ich aber nicht getestet und somit keine Erfahrungen. Es kann sein, dass einige Kreditkarten das Deposit bei Revolut als Finanztransaktion oder Barauszahlung einstufen und keine Punkte/Boni dafür gutschreiben. Also erst Bedingungen checken oder mit kleinen Beträgen ausprobieren.

Mit American Express (Amex) Karten funktioniert es übrigens (zumindest derzeit) nicht, da Revolut keine Aufladung mit Amex Karten unterstützt.

 

P2P Kredite Schreibwettbewerb 2019 startet – Inga, Nikolay und David treten an

Für den großen P2P Kredite Schreibwettbewerb 2019 stehen nun die Teilnehmer fest. Um die 500 Euro Preisgeld zu gewinnen, buhlen um die Gunst des Publikums:

  • Inga
    Mein Name ist Inga und ich wohne in einem kleinen Weiler in Baden-Württemberg. Mit P2P beschäftige ich mich schon seit einigen Jahren und investiere bei diversen Plattformen. Als ich den Aufruf zu Claus‘ Schreibwettbewerb gelesen habe, wurde mir bewusst, dass ich doch auch schon einiges im Zusammenhang mit P2P erlebt habe. Und da für mein regelmäßiges Einkommen inzwischen weitestgehend die Rentenversicherung sorgt und ich nicht mehr einen großen Teil meiner Zeit einem Arbeitgeber zur Verfügung stellen muss, kann ich diese Zeit mit interessanteren Tätigkeiten verbringen – und die Idee, einfach mal aufzuschreiben, was ich im Zusammenhang mit P2P so erlebt habe, ist mal eine neue Herausforderung. Für mich selber ist es ein interessanter Rückblick und ob es für andere auch interessant ist, wird sich zeigen :)
  • Nikolay
    Nachdem ich mich jahrelang gar nicht für das Thema Geldanlage interessierte, habe ich in 2014 meine Passion für das Investieren gefunden. Mein Fokus liegt auf dem langfristigen Investieren mit ETFs, welche ich seit 2016 durch P2P-Kredite anreichere. Ich beschäftige mich primär mit systematischen Ansätzen zum Risikomanagement und der Asset Allocation. Als ITler nutze ich auch die Möglichkeiten zur Automatisierung meiner Prozesse und Umgehung langsamer Autoinvests ;). Derzeit bin ich auf Bondora (Go & Grow), Fellow Finance, Linked Finance, Mintos, Peerberry und Viainvest aktiv.
  • David
    Mein Name ist David. Ich bin fast noch in den Dreißigern und habe bisher mein Geld als freiberuflicher IT Projektleiter und Consultant verdient. Seit mehr als 20 Jahren investiere ich in Unternehmen und Immobilien und seit gut zwei Jahren auch über die Crowd. In den letzten Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich in Ostafrika. Ich bin für die Erfahrungen mit anderen Kulturen und Sprachen sehr dankbar und es erstaunt mich immer wieder, wie bereichernd es ist, über den Tellerrand zu schauen. Das versuche ich auch bei meinen Investitionen.

Ich bin gespannt auf die Artikel von Inga, Nikolay und David.

Der große P2P Kredite Schreibwettbewerb 2019 – 500 Euro Preisgeld für Dich

Du hast nun die Chance auf P2P-Kredite.com eigene Artikel im Schreibwettbewerb 2019 zu veröffentlichen. Wenn Du Dich gegen die anderen Teilnehmer erfolgreich durchsetzt, winken 500 Euro Preisgeld.

Warum ein Schreibwettbewerb? Ich schreibe nun schon 12 Jahre über P2P Kredite und vielleicht ist inzwischen eine gewisse Betriebsblindheit eingetreten – ich vermute, dass ich eventuell das Thema zu sehr aus Sicht eines schon erfahrenen Nutzers betrachte und beschreibe. Von den Teilnehmer erhoffe ich mir mehr Pluralität an Meinungen, Ideen und Analysen. Insbesondere Neueinsteiger unter den P2P Kredit Anlegern bringen vielleicht Themen, über die ich nicht oder nicht so häufig schreibe.

Termine und Ablauf
25.04.2019 (heute): Bekanntgabe des Wettbewerbs
bis 05.05.2019, 23.59 Uhr: Interessenten (Teilnahmeberechtigte s.u.) können mir per Email (Betreff „Ich möchte über P2P Kredite schreiben!“) mitteilen, dass sie am Wettbewerb teilnehmen möchten. Ich hoffe mal, ihr schüttet mich mit Emails zu!
07.05.2019: Ich wähle unter den Interessenten mindestens 3 und maximal 6 Teilnehmer aus, benachrichtige diese und gebe das Teilnehmerfeld bekannt.
08.05.2019-05.08.2019: Die Teilnehmer veröffentlichen hier im Blog ihre Artikel. Dabei können sie frei entscheiden worüber sie schreiben, es muss jedoch einen Bezug zum Thema P2P Kredite haben. Dabei muss jeder Teilnehmer mindestens 3 Artikel schreiben und zwar mindestens einen im Mai, einen im Juni und einen im Juli. Das ist die Mindestanzahl. Gerne können die Teilnehmer auch mehr Artikel schreiben, um für die Leser interessante Informationen zu liefern, denn vom
06.08.2019-08.08.2019,18:59 Uhr: stimmen die Nutzer des Forums ab, welcher der Teilnehmer die interessantesten Artikel geschrieben hat.
09.08.2019: Bekanntgabe des Gewinners.

Dieser Schreibwettbewerb ist ein Experiment. Ich bin sehr gespannt, ob der Wettbewerb wie erhofft zu vielen interessanten Artikeln zum Thema P2P Kredite führt. Wenn das ein Erfolg wird, kann ich mir vorstellen den Wettbewerb in Zukunft zu wiederholen.

Teilnahmebedingungen (und Erläuterungen)

  1. Teilnahmeberechtigt sind alle die
    a) das 18. Lebensjahr vollendet haben
    b) und ihren Wohnsitz in der EU oder der Schweiz haben
    c) und ihre Texte in deutscher Sprache verfassen
    d) und bisher noch keine Artikel/Blogposts zum Thema P2P Kredite im Internet veröffentlicht haben (Forums- oder Social Media Post wie z.B. auf Facebook zählen dabei nicht)
    e) und keinen eigenen Blog zum Thema Finanzen veröffentlichen (Vermeidung möglicher Interessenskonflikte der Teilnehmer)
    f) und mindestens 100 Euro selbst auf einer (oder mehreren) P2P Kreditplattformen angelegt haben. Dabei reicht es wenn die 100 Euro Anlage am Wettbewerbsende (05.08.2019) erreicht sind. (Ich will keine reinen Theoretiker, sondern Teilnehmer die eigene Praxiserfahrung sammeln oder schon haben)
    g) und die nicht Angestellte eines P2P-Kreditmarktplatzes sind oder im Auftrag eines solchen handeln
  2.  Interessenten können mir bis zum 05.05.2019 per Email (Betreff „Ich möchte über P2P Kredite schreiben!“) mitteilen, dass sie teilnehmen möchten, idealerweise mit Anhaltspunkten warum sie denken, ein geeigneter Teilnehmer zu sein. Maximal ein Email pro Interessent. Die Auswahl der mindestens 3 und maximal 6 Teilnehmer aus den Interessenten erfolgt durch mich nach meinem freien Ermessen.
  3. Gibt es weniger als 3 potentielle Teilnehmer wird der Schreibwettbewerb nicht durchgeführt.
  4. Ich stelle den Teilnehmern einen Zugang zum WordPress Editor des Blogs. Die Teilnehmer schreiben ihre Texte unter Verwendung dieses Zugangs.
  5. Zugelassen sind Texte, die
    a) einen inhaltlichen Bezug zum Thema P2P Kredite haben
    b) exklusiv auf P2P-Kredite.com veröffentlicht werden (d.h. nirgendwo anders veröffentlicht wurden/werden) (dient u.a. der Vermeidung von Plagiaten)
    c) in deutscher Sprache verfasst sind
    d) für die der Teilnehmer versichert, keine Bezahlung oder Vorteile durch einen Dritten erlangen zu wollen (ich will nicht, dass sich ein Teilnehmer nur bewirbt um z.B. Linkbuilding zu betreiben)
  6. Der Teilnehmer wird mich nach Fertigstellung eines Entwurfes benachrichtigen. Er stimmt zu, dass ich nach eigenem Ermessen redaktionelle, nicht sinnverändernde Änderungen vornehmen kann (z.B. Verschlagwortung, Kategorisierung, Rechtschreibprüfung).
  7. Nach Prüfung werde ich den Artikel veröffentlichen. Ich behalte mir das Recht vor einen Artikel nicht zu veröffentlichen. In diesem Fall werde ich den Teilnehmer über die Gründe informieren. (dies dient der Vermeidung potentieller rechtlicher Folgen, z.B. bei Bildrechten, Aussagen die als Verleumdung ausgelegt werden könnten, …)
  8. Sollte ein oder mehrere der Teilnehmer nicht fristgerecht mindestens einen Artikel bis inkl. 31. Mai verfassen, behalte ich mir das Recht vor diese Teilnehmer auszuschließen und Ersatzteilnehmer aus den Interessenten zu benennen.
  9. Alle Teilnehmer, die mindestens 1 Artikel im Mai, 1 Artikel im Juni und 1 Artikel im Juli veröffentlicht haben und Punkt 1f) erfüllen, nehmen an der Abstimmung teil. Im Falle von Ersatzteilnehmern (siehe 8.) gilt, dass diese mindestens 2 Artikel im Juni und mindestens 1 Artikel im Juli veröffentlicht haben müssen um an der Abstimmung teilzunehmen.
  10. Gibt es am 06.08. keinen Teilnehmer, der die Bedingungen aus 9. erfüllt, dann endet der Wettbewerb ohne Gewinner.
  11. Gibt es am 06.08. genau einen Teilnehmer, der die Bedingungen aus 9. erfüllt, dann ist dieser Teilnehmer automatisch ohne Abstimmung Gewinner
  12. Gibt es am 06.08. zwei oder mehr Teilnehmer, die die Bedingungen aus 9. erfüllen, dann wird eine Abstimmung im Forum 06.08.2019-08.08.2019,18:59 Uhr durchgeführt, bei denen die Forumsmitglieder abstimmen, wer dieser Teilnehmer die interessantesten Beiträge veröffentlicht hat. Jedes Forumsmitglied hat eine Stimme (die Forumsmitglieder entscheiden nach eigenem Ermessen, was für sie „interessant“ ist)
  13. Sofern ich den Verdacht habe, dass es bei der Abstimmung (technische) Manipulationen zur Beeinflussung des Ergebnisses gab, behalte ich mir vor die Abstimmung zu wiederholen und dabei den Teilnehmerkreis unter den Stimmberechtigten einzuschränken (z.B. auf solche Forumsmitglieder die schon vor dem 25.04.2019 also vor Ankündigung des Wettbewerbs registriert waren).
  14. Habe ich auch bei einer Wiederholung den Verdacht einer Manipulation oder sollte eine Abstimmung aus technischen oder sonstigen Gründen nicht durchführbar sein, werde ich nach eigenem Ermessen eine Jury aus 5 Forumsmitgliedern benennen, die abstimmt und den Gewinner mit einfacher Mehrheit wählt.
  15. Der Gewinner der 500 Euro Preisgeld wird bekanntgeben am 09.08.2019 bzw. im Fall des Eintrittes von Punkt 13. und/oder 14 zum frühestmöglichen Zeitpunkt.
  16. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Fragen? Am besten hier im Forumthread zum Thema Schreibwettbewerb, denn dann sind alle potentiellen Interessenten auf demselben Stand.

5 Mythen rund um P2P Kredite – alle widerlegt!

Mythos: Person, Sache, Begebenheit, die (aus meist verschwommenen, irrationalen Vorstellungen heraus) glorifiziert wird, legendären Charakter hat – Quelle: Duden

P2p Kredite sind für fast alle Neuland. Und manche Anfänger entwickeln Vorstellungen, die ihre Anlageentscheidung beeinflussen, obwohl sie falsch sind. Sei es in meinem Forum oder auf Facebook, manche dieser irrationalen Ideen finden sich im Monatstakt wieder. Gerade haben es erfahrene Anleger freundlicherweise einem Neuling erklärt, taucht dieselbe falsche Vorstellung schon wieder auf. Die Ursache liegt m.E. darin dass Zinsrechnung und Finanzmathematik für die meisten eben nicht inituitiv ist (und auch nicht wirklich intensiv an deutschen Schulen gelehrt wird).

Ich schreibe hier mal die 5 gängigsten Mythen, die mir immer wieder begegnen auf und warum sie falsch sind (bzw. ich sie für falsch halte).

Mythos 1: Wenn ich 100 Euro in einen (!) Kredit mit 12% Zinsen anlege, dann sollte ich nach einem Jahr rund 12 Euro Zinsen erhalten haben.
Das ist auf P2P Kreditplattformen i.d.R. nicht so, denn fast alle P2P-Kreditplattformen verwenden Annuitätendarlehen (Erläuterung), bei denen monatlich sowohl Zinsen gezahlt werden als auch ein Tilgungsanteil. Da durch die Tilgung der verbleibende Kreditbetrag geringer wird, werden die Zinsen sukzessive auf diesen kleineren Betrag berechnet und der Zinsbetrag wird auch geringer. Nur wenn auch das Geld aus Rückzahlungen nahtlos (d.h. ohne zwischenzeitliche) Pause in vergleichbare Kredite mit gleichem Zinssatz reinvestiert wird, dann betragen die erhaltenen Zinsen nach einem Jahr rund 12 Euro – in der Praxis ist es mehr wegen des Zinseszins-Effektes. Das Konzept der Annuitätendarlehen ist so zentral für das Verständnis oder auch das Missverständnis von P2P Krediten dass viele Plattformen dazu Infoartikel bringen, z.B. Lendix letzte Woche hier.

Mythos 2: Wenn ich in kurzlaufende Kredite investiere verdiene ich mehr weil der Zinseszinseffekt höher ist
Die Argumentation der Anleger lautet hier, sie investieren lieber in kurzlaufende Kredite weil hier schneller Geld zurückkommt/mehr Geld im Monat zurückkommt, dass dann reinvestiert werden kann und somit ja der Zinseszinseffekt größer ist. Es ist zwar richtig dass bei kurzlaufenden Krediten mehr Geld monatlich zurückkommt. Das liegt aber einfach daran, dass wegen der kurzen Laufzeiten schneller getilgt werden muss und somit die Tilgungsraten im Annuitätendarlehen (siehe oben) höher sind. Das was beim kurzlaufenden Kredit mehr an Tilgung nach dem ersten Monat zurückkommt (und reinvestiert wird), ist ja beim langlaufenden Kredit sowieso noch investiert und verdient Zinsen. Bei nahtlosem Reinvest zu gleichem Zinssatz bleibt aber der investierte Betrag nach dem ersten Monat gleich egal ob es sich um kurzlaufende oder langlaufende Kredite handelt.

Mythos 3: Bei langlaufenden Krediten ist es besser für die Rendite die Kredite nach rund der Hälfte der Laufzeit auf dem Zweitmarkt zu verkaufen, denn in den letzten Monaten gibt es kaum noch Zinsen.
Dieses Argument kommt häufig von Bondora oder Mintos Anfängern. Entsteht vermutlich daraus, dass die Zahlungspläne bei beiden Plattformen eine gerundete Darstellung mit zwei Nachkommastellen zeigen und dass es keine Transaktionsgebühren auf dem Zweitmarkt gibt. Der Mythos ist auch falsch und – wer hätte es geahnt – liegt ebenfalls an dem Konstrukt der Annuitätendarlehen. Wie schon oben erwähnt nimmt der investierte Betrag im einzelnen Kredit über die Laufzeit ab, und somit wird der Betrag der ausgezahlten Zinsen (in diesem Kredit kleiner). Fatal ist nun wenn die Anzeige 0,00 Euro zeigt. kommt bei Bondora wegen dem 1 EUR Minimuminvest relativ oft vor. Das ist aber nur die gerundete Darstellung in der Anzeige. Intern rechnen Mintos und Bondora mit sehr viel mehr Nachkommastellen. Dies kann der Anleger überprüfen durch Mouseover oder durch Herunterladen des Kontoauszuges.

Mythos 4: Ich investiere nur in kurzlaufende Kredite, das reduziert das Risiko und ich kann schneller wieder aussteigen
Auch das  ist falsch. Keine der Pleiten bisher war für Anleger vorab absehbar. Weder Collateral, noch Trustbuddy oder Comunitae, oder der Fall Eurocent bei Mintos, es traf die Anleger von einem Tag auf den Nächsten. Gerade Betrugsfälle sind von außen nicht erkennbar aber auch bei Insolvenzfällen gibt es in der Regel keine Vorwarnung. Und sollte ein solcher Fall das Vertrauen in die Plattform insgesamt erschüttern, wird vermutlich auch der Zweitmarkt beim Verkauf der Kredite nicht helfen, denn ggf. wollen dann alle verkaufen und keiner kaufen.
Was können Anleger tatsächlich tun, um dem Betrugsrisiko zu begegnen?
M.E. hilft für den Anleger begrenzt eine Mischung aus:
+ Diversifikation über Plattformen
+ etablierte Plattformen bevorzugen (2-3 Jahre Track Record helfen, 5+ Jahre sind noch besser). Das Alter der Plattformen lässt sich hier einsehen & vergleichen.
+ Geschäftsmodell anschauen (Invoice Finance ist beispielsweise besonders Betrugsanfällig siehe Advanon)
Den meisten im Internet verfügbaren „Ratings“ stehe ich persönlich skeptisch gegenüber.
Wie gesagt eliminieren lässt sich das Betrugsrisiko dadurch nicht, nur die Wahrscheinlichkeit und die Auswirkungen minimieren.
Zurück zum Argument der schnelleren Ausstiegsmöglichkeit bei Kurzläufern. Auch bei normalen Marktbedingungen ist auf vielen Plattformen auch bei Langläufern ein Ausstieg sehr kurzfristig möglich. Ich hatte dazu 2016 einen Artikel geschrieben
und auch binnen weniger Tage mein komplettes Mintos Portfolio verkauft – die Details hatte ich hier beschrieben. Ging problemlos, da der Mintos Zweitmarkt sehr liquide ist.

Mythos 5: Anlage in P2P Kredite ist vergleichbar zu  Tagesgeld, gibt nur viel mehr Zinsen.
Rückkaufgarantien (Buyback) und liquide Zweitmärkte verleiten einige Anleger zu der Annahme der Invest in P2P Kredite sei einfach eine etwas moderne Form der Tagesgeldanlage. Falsch. Tagesgeldanlagen sind in der EU durch staatliche Einlagensicherungssysteme geschützt. Dagegen sind Buybackgarantien reine (Marketing)-Versprechen, die nur so gut sind wie die Bonität der Firma, die sie aussprechen. Geringfügig sicherer kann die Lage sein, wenn die Firma einen Kapitalstock in einem Provision Fund gebildet hat (z.B. Ratesetter Australien).
P2P Kredite sind eine Hochrisikoanlageform.

Hab ich noch einen häufigen Mythos vergessen? Gerne in den Kommentaren oder im Forum posten.