Symbid im Praxistest – erste Erfahrungen

Im gestrigen Artikel ‚Ab 20 Euro in ein Startup investieren und Unternehmensanteile erhalten‚ hatte ich Symbid vorgestellt.

Natürlich habe ich Symbid dann auch ausprobieren wollen. In diesem Artikel geht es um die Erfahrungen, die ich im Praxis-Test mit Anmeldung, Kontoaufladung und Auswahl und Durchführung des Invests bei Symbid gemacht habe.

Große Teile der Website kann man auch ohne Registrierung durchstöbern. Zur Registrierung gelangt man u.a. über den „Join Symbid“ Button. Statt dem erwarteten Formular für die Anmeldung kommt dort folgender Screen:

Für mich war nicht gerade auf den ersten Blick ersichtlich, dass ich auf den Schlüssel mit der Bezeichnung „symbid“ klicken muss, um zum Registrierungsformular zu gelangen (ich wollte kein Twitter oder Facebook-Login). Im Registrierungsformular dann die Hürde das es kein Feld für Land gibt (hab ich mit „Remagen, Germany“ im Feld Stadt gelöst).

Nach der Registrierung konnte ich dann mein Profil bearbeiten. Geld einzahlen war relativ problemlos. Man fordert zuerst einen Security-Code an. Wenn dieses Email kommt, enthält es einen Link mit dem man eine PIN anlegen kann.

Damit kann man dann Geld auf das Symbid Nutzerkonto hochladen („Upgrade Balance“) und zwar in 20 Euro Schritten, da 20 Euro die minimale Einheit für ein Invest sind. Weiterlesen

Ab 20 Euro in ein Startup investieren und Unternehmensanteile erhalten

Boten P2P-Kredite erstmals jedem die Möglichkeit für Kleinbeträge Kredite zu vergeben, so kommt nun ein neuer Trend. Sogenannte P2P Equity Marktplätze bieten nun jedem die Möglichkeit Kleinbeträge in Startups und junge Unternehmen zu investieren und dafür Unternehmensanteile zu erhalten.

Einer der Vorreiter ist der niederländische Marktplatz Symbid. Unternehmensgründer können dort ihr Vorhaben vorstellen (mit Geschäftsplan, Videos, Informationen) und interessierte Investoren können dann investieren. Dabei bedient nicht ein einzelner Investor das ganze Kapitalgesuch, vielmehr finanzieren viele Investoren per Crowdfunding. Das Minimum liegt dabei bei lediglich 20 Euro.

Auch deutsche Anleger können investieren

Die Site steht zwar derzeit nur niederländischen Unternehmensgründer/Startups offen – auf Investorenseite gibt es aber keinerlei Beschränkungen, d.h. auch deutsche Anleger können investieren. Allerdings ist die Website derzeit nur in englischer Sprache verfügbar.

Wie funktioniert das für Anleger?

Im ersten Schritt registriert man sich kostenlos online. Als nächstes können die User online in den Ideen stöbern und sich die kennzeichnen (follow) die interessant sind und beobachtet werden sollen. Um tatsächlich zu investieren, ist die Aufladung des Kontos erforderlich – Symbid berechnet 2,5% Gebühren. Gebote werden einzelnen Ideen zugeordnet, können aber solange die Finanzierung nicht vollständig ist auch noch auf andere Ideen verschoben werden. Ist das Kapitalgesuch einer Idee vollständig investiert, sorgt Symbid dafür, dass über einen Notar die Gesellschaftsanteile registriert werden und das Kapital an den Unternehmer fließt. Dabei sind alle Investoren in diese Idee gemeinsam Gesellschafter einer neu gegründeten BV (Gesellschaft mit beschränkter Haftung niederländischen Rechts), diese hält dann wiederum den Anteil am Startup. Klingt kompliziert? Ich werde in den nächsten Tagen und Wochen mal versuchsweise ein kleines Investment tätigen und hier im Blog drüber berichten.

Die Chancen und die Risiken

Symbid wirbt natürlich mit Vergleichen wie profitabel es für Investoren gewesen wäre hätten sie frühzeitig in Twitter, Facebook oder Microsoft investieren können. Das Versprechen ist quasi jeder könne als VC agieren. Zu beachten ist aber, dass Symbid die vorgestellten Unternehmen(sideen) nicht vorab prüft (weder auf Tragfähigkeit des Geschäftskonzept, noch Erfahrung der Gründer, noch sonstiges). Selbst wenn die Idee gut und der Businessplan solide ist, ist davon auszugehen, dass ein großer Anteil der Startup es im harten Wettbewerb am Markt nicht schafft sich durchzusetzen.

Hier gilt es also Erfahrungen zu sammeln, welche Ergebnisse mit Unternehmensbeteiligungen über Symbid tatsächlich zu erzielen sind.

Was meinen Sie zu Symbid? Schreiben Sie Ihre Meinung im Forum.

Weiterlesen

Schweiz: P2P-Kreditmarktplatz Cashare veröffentlicht Ausfallzahlen

Der Schweizer Marktplatz für P2P-Kredite Cashare hat erstmals eine Gesamtstatistik der Kreditausfälle seit dem Launch im Jahr 2008 veröffentlicht.

Die Tabelle zeigt in der ersten Spalte das Jahr und in der zweiten Spalte den prozentuale Anteil der Darlehensnehmer, die vom Inkassounternehmen übernommen werden mussten und dementsprechend konkrete Zahlungsausfälle darstellen.

Cashare schreibt dazu:

Die Statistik zeigt an, dass es uns gelungen ist die Zahlungsausfälle ab Ende 2010 zu senken. Diese Senkung ist darauf zurück zu führen, dass wir mit einem dritten Anbieter von Bonitätsdaten die Informationsgrundlage verbessern konnten und laufend die neusten Erkenntnisse in die Beurteilung einfliessen lassen. Beim Rating A ist uns dies in der Vergangenheit bestmöglich gelungen und beim Rating B konnten wir uns massiv steigern. Beim Rating C haben wir ebenfalls Verbesserungen eingeführt und das Rating wird noch weiter verfeinert werden.

Eine andere ganz wichtige Erkenntnis liegt darin, dass eine ausgewogene und umfangreiche Diversifikation absolut wichtig und unabdingbar sind. Mit einem Mindestbetrag von CHF 200 ist dies auch bereits für kleinere Vermögen sehr gut zu erreichen. Wir wollen aber auch nochmals darauf hinweisen, dass es etwas Disziplin benötigt. Leider ist es zur Zeit so, dass die Anzahl an aktiven Auktionen begrenzt ist. Dies liegt einerseits an der Bekanntheit von Cashare und andererseits auch Prüfungsverfahren von Cashare, wo eine Mindestbonität erreicht werden muss für die Aktivierung.