Plattform Moneything scheitert und schliesst

Moneything logoDie britische Plattform Moneything* gab heute morgen bekannt, dass sie keine Chancen auf eine erfolgreiche Fortführung des Geschäfts sieht und schliesst. Moneything war seit 2015 am Markt und finanzierte hauptsächlich Immobilienkredite, aber auch einige Pfandkredite. Insgesamt vergab Moneything Kredite für 92,2 Mio. Pfund. Davon sind noch 20,3 Mio. Pfund ausstehend. Moneything will in den nächsten 12 Monaten daran arbeiten diese Aussenstände so weit wie möglich einzutreiben. Die Chancen dafür sind aber bei einigen der notleidenden Kredite m.E. nicht sehr gut.

Damit scheitert nach Collateral, Lendy und Funding Secure der 4. britische Marktplatz der auf Immobilienkredite spezialisiert war. Bei Moneything zeichnete sich (ähnlich wie vorher bei Lendy und Funding Secure) schon seit Monaten ab, dass der Anbieter in erheblichen Schwierigkeiten steckt. Die Ausfälle nahmen immer weiter zu, das Neugeschäft sank in den letzten Monaten fast auf null.

Moneything macht die Marktsituation und die Wirtschaftslage verantworlich (‚increasingly difficult to compete in the current market conditions and we expect there is a tougher economic environment to come‘). Zwar mag das ein Aspekt gewesen sein, aber der wesentliche Faktor der zur Schließung führte war aus meiner Sicht die viel zu hohe Ausfallrate (und damit davor die ungenügende Kreditprüfung, bzw. unzureichende Sicherheiten).

Ich habe aktuell noch 224 Pfund bei Moneything investiert. Wenn es gut läuft rechne ich damit vielleicht ein Drittel bis die Hälfte davon wieder zu bekommen. Wenn es schlecht läuft vielleicht fast gar nichts. Zum Glück habe ich mein Moneything Portfolio seit Ende 2018 erheblich abgebaut. Zur Hochzeit davor hatte ich rund 3000 Euro auf dem Marktplatz investiert.

Insgesamt bin ich aber mit meinem Moneything Invest so oder so im Plus. Ich hatte im Gegenwert von 2878 Euro eingezahlt und schon 3534 Euro wieder ausgezahlt. Da spielen aber auch Währungseffekte eine Rolle. Alles was jetzt noch zurückkommt erhöht dann noch die Rendite.

Positiv sehe ich lediglich das Moneything die Abwicklung in Eigenregie durchführt. Auf den drei anderen genannten Plattformen berechnen die eingesetzten Insolvenzverwalter hohe Gebühren (die Stundensätze belaufen sich auf teilweise bis zu 600 Pfund).

Die britische Finanzaufsicht FCA steht bzgl. der bisherigen Regulierung der P2P Kreditmarktplätze erheblich in der Kritik. Ihr wird u.a. mangelnde Aufsicht und mangelnde Durchsetzung der Vorschriften vorgeworfen. Zwar werden die Regeln für die Vermarktung an Privatanleger in England ab dem 9. Dezember 2019 verschärft, aber die neuen Regeln könnten sich als Feigenblatt erweisen. Zwar sollen die Anbieter prüfen, ob die Privatanleger die Risiken dieser Anlageform verstehen, aber die Überprüfung ist ein Multiple Choice Test und eine Selbsteinstufung der Anleger. Z.T. kann der Test beliebig oft wiederholt werden, bis der Nutzer die richtigen Antworten anklickt.

Also nochmal für alle: P2P Kredite sind eine Hochrisikoanlage und können zum Verlust des eingesetzten Kapitals führen.

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