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Oktaeder
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BeitragVerfasst am: 25.02.2022, 18:20    Titel: Re: Buy on bad news Antworten mit Zitat

Claus Lehmann hat Folgendes geschrieben:
Für (PKW) Verkehr ist es aber nicht mehr weit bis zur Wirtschaftlichkeitsschwelle. Allerdings muss der Strom ja auch erzeugt werden. Und das wird er heute halt auch noch zu teilen mit Gas.

Das ist viel Selbstbetrug und mehr zum Wohl der Autoindustrie als der Umwelt. Eigentlich muss man runter vom Individualverkehr. Schade, dass das Homeoffice sich nicht weiter durchsetzt. Klar, nicht nur. Aber diese Rumfahrererei ins Büro muss nicht jeden Tag sein.
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Zedandi



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BeitragVerfasst am: 25.02.2022, 19:04    Titel: Re: Buy on bad news Antworten mit Zitat

Oktaeder hat Folgendes geschrieben:

Photovoltaik auf Dächern tut niemanden weh.


Macht aber halt bei den meisten Dächern auch wenig Sinn, da sie viel zu klein sind um wettbewerbsfähig zu sein. Man hätte einfach vorschreiben sollen, dass für jedes neue (oder neu sanierte) geeignete Dach über einer gewissen Größe x kWp Photovoltaik gebaut werden müssen (entweder direkt auf dem Dach oder via Einzahlung in einen Infrastrukturfonds). Kann man ja noch mit einer Härtefallprüfung abschwächen. Und ansonsten Dachanlagen einfach nicht mehr gesondert betrachten. Hätte man die Subventionen der teuren Kleinstanlagen in Richtung Freiflächenanlagen/Agrivoltaik gelenkt wäre man schon deutlich weiter…

Und anstatt riesige Flächen in Maiswüsten für Biogas zu verwandeln (das dann nichtmal als Regelenergie genutzt wird) hätte man dann halt wenige Flächen reversibel für Photovoltaik umgenutzt und den Rest für Nahrungsmittelproduktion und Renaturierung verwenden können.

Aber egal wie, man wäre sowieso nicht unabhängig vom Erdgas geworden, da man ohne bezahlbare Speicher (in gigantischem Umfang) nicht die nötige Regelenergie für die ganzen erneuerbaren hätte… und diese Speicher sind erst in den kommenden Jahren wirklich in Sicht. Vermutlich wären wir bei mehr EE jetzt noch abhängiger von Gas… Außer Biogas als Regelenergie + im begrenztem Rahmen Smart Grids hätte man mit den erneuerbaren im Hinblick auf die Russland-Thematik auch nicht viel besser machen können (aber in den Punkten haben alle involvierten Parteien versagt, vor allem auch die Grünen). Die politische Debatte wurde auch komplett falsch geführt, es ging immer nur um Zubau und Fördersätze anstatt um Netzintegration und variablen Verbrauch (hier gab’s von grüner Seite aus ja noch Datenschutzbedenken ggü. Smartmeters…).

P.S.: Dieser Sofa-Spruch ist platter Populismus und könnte praxisferner nicht sein… Wenn man denkt, dass das Parteiensystem nicht im Stande war, mit den damals zur Verfügung stehenden Informationen die beste Lösung zu erarbeiten, sollte man sich eher überlegen ob man die Einflussmöglichkeiten der Bürger nicht erhöhen sollte, bspw. via Volksabstimmungen etc. Es kann jedenfalls nicht die Aufgabe der Bürger sein, ihr Leben einem Kampf gegen Windmühlen zu widmen, nur weil es keine passenden und ohne hohe Hürden zugänglichen demokratischen Einflussmöglichkeiten gibt…

P.P.S.: Was wäre den Atomkraftgegnern unter euch (rein hypothetisch da sowieso unrealistisch) lieber: Eine lastminute Laufzeitverlängerung für Atommeiler oder importiertes Fracking-Gas (von anderen Kontinenten und mit Verlusten durch Verflüssigung+Transport) oder lokales Fracking?
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Bolanger



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BeitragVerfasst am: 25.02.2022, 19:06    Titel: Re: Buy on bad news Antworten mit Zitat

Oktaeder hat Folgendes geschrieben:
Ein Gas Blockheizkraftwerk. Vor 20 Jahren wäre das super gewesen. Aber, jetzt kommt der Witz, man nimmt dann "Bio"gas. Dann ist das alles Co2-frei. Ist so. Bekommt die volle Förderung. Ist am wirtschaftlichsten. Und fast alle sind begeistert.


Na bitte, dann wird doch genau das gemacht, was die Mehrheit befürwortet. Du scheinst mit Deiner Meinung zu einer Minderheit zu gehören, die das Vorhaben nicht begrüßt. Das sei Dir gegönnt. Deshalb muss das ganze Vorhaben aber nicht per se schlecht sein. Bis vor weniger Tagen wurde russisches Gas noch mehrheitlich als klimaschonende Brückentechnologie bewertet, die wir nutzen sollten. Nun haben sich innerhalb weniger Tage die Meinungen dazu geändert. Soll man deshalb ein Bauprojekt mit mehrjähriger Planung umwerfen? In ein paar Tagen wird dann wieder LNG als notwendige Brückentechnologie bewertet. Und darauf folgt wieder etwas anderes.

Diesen Wandel in den Bewertungen verschiedener Energeiträger wird es auch weiterhin geben. Deshalb sollte man aber nicht rückblickend mit dem Finger auf einen Fehler der Mehrheit zeigen.


Zuletzt bearbeitet von Bolanger am 25.02.2022, 19:20, insgesamt einmal bearbeitet
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BeitragVerfasst am: 25.02.2022, 19:06    Titel: Antworten mit Zitat



Zuletzt bearbeitet von Bolanger am 25.02.2022, 19:20, insgesamt einmal bearbeitet
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Zedandi



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BeitragVerfasst am: 25.02.2022, 19:07    Titel: Re: Buy on bad news Antworten mit Zitat

Oktaeder hat Folgendes geschrieben:

Was kam am Ende dabei raus? Ein Gas Blockheizkraftwerk. Vor 20 Jahren wäre das super gewesen. Aber, jetzt kommt der Witz, man nimmt dann "Bio"gas. Dann ist das alles Co2-frei. Ist so. Bekommt die volle Förderung. Ist am wirtschaftlichsten. Und fast alle sind begeistert.
Das Gas kommt natürlich trotzdem vom Putin, wird nur irgendwo zwischendurch grüngelabelt. Zum Kotzen.


Das wäre ja noch eine sehr gute Lösung aber höchstwahrscheinlich ist diese Anlage Wärme- und nicht Strom-gesteuert (d.h. trägt zur Netzstabilisierung nicht bei) wie 99% der BHKWs hierzulande.
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Bolanger



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BeitragVerfasst am: 25.02.2022, 19:18    Titel: Re: Buy on bad news Antworten mit Zitat

Zedandi hat Folgendes geschrieben:
Die politische Debatte wurde auch komplett falsch geführt, es ging immer nur um Zubau und Fördersätze anstatt um Netzintegration und variablen Verbrauch (hier gab’s von grüner Seite aus ja noch Datenschutzbedenken ggü. Smartmeters…).


Warum wurde denn die Debatte falsch geführt? Der Klimawandel ist doch erst seit wenigen Jahren, eigentlich erst seit Greta, im Mainstream der Mediendiskussionen und damit auch in der breiten Bevölkerung prominent vertreten. Dieselgate hat sein übriges dazu getan, die Diskussion von E-Autos zu fördern. Beides traf zeitlich zufälligerweise zu ähnlicher Zeit ein. Davor waren diese Themen Randerscheinungen in den Medien und dem Bewusstsein der Bevölkerung. Und zu dieser Zeit hat die Politik eben mehr Wert auf Datenschutz gelegt als auf Klimaschutz. Das erscheint uns heute falsch, bedeutet aber nicht, dass es damals auch falsch war.

Ich führe bei sowas gerne meinen Diesel an. Als der neu gekauft wurde galt er als schadstoffarm und wurde gefördert. Im Laufe der Zeit verflog die Schadstoffarmut und spätestens seit Einführung der Umweltzonen und erhöhten Steuersätze für Altdiesel gilt er ein für allemale als Umweltsünde. Soll man heute dem Ersterwerber Vorwürfe machen, dass er einen untragbaren Stinker gekauft hat?
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Oktaeder
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BeitragVerfasst am: 25.02.2022, 20:04    Titel: Re: Buy on bad news Antworten mit Zitat

Zedandi hat Folgendes geschrieben:
Oktaeder hat Folgendes geschrieben:

Was kam am Ende dabei raus? Ein Gas Blockheizkraftwerk. Vor 20 Jahren wäre das super gewesen. Aber, jetzt kommt der Witz, man nimmt dann "Bio"gas. Dann ist das alles Co2-frei. Ist so. Bekommt die volle Förderung. Ist am wirtschaftlichsten. Und fast alle sind begeistert.
Das Gas kommt natürlich trotzdem vom Putin, wird nur irgendwo zwischendurch grüngelabelt. Zum Kotzen.


Das wäre ja noch eine sehr gute Lösung aber höchstwahrscheinlich ist diese Anlage Wärme- und nicht Strom-gesteuert (d.h. trägt zur Netzstabilisierung nicht bei) wie 99% der BHKWs hierzulande.


Nein, das ist nur eine mittelprächtige Lösung, und klar, wärmegesteuert, wie auch sonst. Alternative waren Erdsonden mit der Möglichkeit der Kühlung im Sommer+ Photovoltaik+ größere Solarthermieanlage. Aber das wäre ein Tick teurer geworden. Und nein, meine Einschätzung war von Anfang an so, weil ich Biogas für verlogen halten. Brückentechnologie, klar, aber doch nicht bei was, das man jetzt für in 3 Jahren plant und dann 20-30 Jahre so laufen soll.
Und was die Mehrheit angeht_ das entscheidet der Gemeinderat. Da ist nicht unbedingt die Kompetenz schlechthin versammelt.
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Oktaeder
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BeitragVerfasst am: 25.02.2022, 20:07    Titel: Re: Buy on bad news Antworten mit Zitat

Bolanger hat Folgendes geschrieben:


Warum wurde denn die Debatte falsch geführt? Der Klimawandel ist doch erst seit wenigen Jahren, eigentlich erst seit Greta, im Mainstream der Mediendiskussionen und damit auch in der breiten Bevölkerung prominent vertreten.


https://www.swr.de/swr2/wissen/50-jahre-die-grenzen-des-wachstums-wie-richtig-lag-der-club-of-rome-swr2-wissen-2022-02-15-100.html

Wollte nur niemand hören. Gut, vor 30 Jahren war Photovoltaik auch einfach technisch nicht soweit.
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Oktaeder
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BeitragVerfasst am: 25.02.2022, 20:24    Titel: Re: Buy on bad news Antworten mit Zitat

Zedandi hat Folgendes geschrieben:
(aber in den Punkten haben alle involvierten Parteien versagt, vor allem auch die Grünen). Die politische Debatte wurde auch komplett falsch geführt, es ging immer nur um Zubau und Fördersätze anstatt um Netzintegration und variablen Verbrauch (hier gab’s von grüner Seite aus ja noch Datenschutzbedenken ggü. Smartmeters…).



Bah, billig. Die Grünen hatten bislang noch nichts zu sagen und selbst heute... was nicht heißen soll dass sie es viel besser gemacht hätten. Aber im Moment ist schon klar, wer die letzten Jahrzehnte Verantwortung hatte, oder?

Smartmeter. Puh. Blackout gelesen? Der Putin wäre begeistert, wenn wir die flächendeckend hätten. Aber im Ernst: die Dinger verbrauchen mehr Strom für den Eigenbedarf als sie bringen. Zumindest im Moment noch.
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nobodyofconsequence
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BeitragVerfasst am: 25.02.2022, 20:35    Titel: Re: Buy on bad news Antworten mit Zitat

Bolanger hat Folgendes geschrieben:
@nobodyofconsequence: Was hätten die bisherigen Regierungen denn tun sollen? Man sollte nicht rückwirkend so tun, als ob man selbst vor vielen Jahren die heutige Situation hätte vorhersagen können.

Doch. Wenn 50% der Energie-Rohstoffimporte eines Landes aus nur einem einzigen anderen Land kommen, kann man vorhersehen, dass man sich in Abhängigkeit begibt. Das konnte man auch die letzten 20 Jahre schon sehen.
Die aktuelle Regierung hätte garnichts tun können, die muss die Suppe jetzt auslöffeln.

Uns insbesondere erneuerbare Energien hätte man viel schneller ausbauen können, da hat man ja selbst dem Markt auf der Bremse gestanden, weil man immer angeblich die Arbeitsplätze von irgendwem schützen wollte.
Zitat:

Vor 20 Jahren war Deutschland Vorreiter in Sachen Erneuerbare Energie (und damit dem Weg weg von der Import-Abhängigkeit von fossiler Energie). Hätte man vor 20 Jahren auf einen Batzen so viele Windräder und Pv bauen sollen, wie man es sich heute wünscht? Das wäre technisch nicht möglich und gesellschaftlich nicht tragfähig gewesen.

Nein, aber in den letzten 5 Jahren hätte man viel mehr tun können und dann wären wir heute erheblich weiter.
Das hätte nicht mal Geld gekostet, so lange es noch genug der bestehenden Kraftwerke für die Sicherung in (seltenen) Zeiten geringer Ausbeute gibt, sind Wind- und PV-Strom längst sie billigsten Angebote am Markt.
Es hätte sogar der Markt alleine geregelt, ohne politische Einflussnahme.

Zitat:

Hätte man massiv in Rüstung investieren sollen? In einer Zeit, in der man von einem befriedeten Europa ausging? Also Steuern rauf, um Rüstung zu finanzieren? Neben den Kosten der Energeiwende? Das wäre gesellschaftlich nicht tragfähig gewesen und war es bis vor 3 Tagen auch nicht.

Die Rüstungsausgaben sind gar nicht so niedrig, aber die Verwendung ist katastrophal inkompetent gewesen.
Lies dazu die Berichte des Verteidigungsausschusses und des Generalinspekteurs der letzten Jahre. Es ist ein einziges Trauerspiel von Inkompetenz und Verschwendung.
Und ja, sie hätten auch höher sein müssen. Spätestens seit Trump hätte klar sein müssen, dass es nicht mehr vordringliches Ziel der USA ist, Europa zu verteidigen, also muss Europa das selber tun. Andere Länder wie UK haben entsprechend reagiert.

Zitat:

Die Poltik ist immer nur ein Spiegelbild des Zeitgeistes.

Das ist richtig. Und der Zeitgeist war halt lange Zeit "alles supi, wird schon, tun wir einfach mal nix".
Und da haben wir dann halt alles verschlafen, was zu verschlafen war. Klimawandel, Änderungen in der geopolitischen Lage, Demografischen Wandel, Digitalisierung, eigentlich bei allen Megatrends hat Deutschland in den letzten Jahren nicht gestaltet, sondern höchstens mal versucht, auf der Bremse zu stehen und bloß nichts zu ändern.

Und das fällt uns jetzt an allen Ecken und Enden auf die Füße, im Energiebereich geht es jetzt durch diesen Krieg nur schneller als erwartet. Der nächste Winter wird lustig zw. teuer.

Zitat:

Anstatt über ein Versagen der vergangenen Politik zu schwafeln könnte man auch selbstkritisch hinterfragen, warum man sich nicht selbst viel mehr eingesetzt hat, seine eigenen Vorstellungen, mit denen ja alles klar absehbar war, in die Politik einzubringen. Hast Du das gemacht? Oder hast Du Dich lieber auf dem Sofa zurückgelehnt, als dich in die Politik einzubringen?

Ja, ist richtig. Muss ich mir ankreiden lassen, auch wenn ich es in ein paar der von mir oben genannten Bereichen eine Zeit lang getan habe. Aber ja, hätte ich sicher noch mehr probieren können, man kann immer noch mehr tun.
Ist aber halt AUCH der Job der gewählten Regierung.
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nobodyofconsequence
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BeitragVerfasst am: 25.02.2022, 21:00    Titel: Re: Buy on bad news Antworten mit Zitat

Oktaeder hat Folgendes geschrieben:

Das gilt aber nur für Strom. Für Wärme, Verkehr und Landwirtschaft halt noch nicht.

Im Verkehr ist Umstellung auf Strom einigermaßen schnell möglich und kommt auch, die Wirtschaftlichkeitsschwelle ist überschritten, technisch ist es gelöst, das ist jetzt nur eine Frage der Skalierung und die läuft.

Das größte Problem sehe ich eher wie Du bei Wärme und vor allem bei der Industrie, da sind doch viele Anwendungen nicht so einfach umzustellen.

Aber das ist ein grundfalsches Argument. Du musst nicht auf einen Schlag ALLES umstellen, um zu beginnen. Wenn Du Strom auf 80% und Verkehr auf 50% erneuerbare hast, dann ist eine diversifizierte Versorgung mit Brennstoffen auf dem Weltmarkt für den Rest plötzlich überhaupt kein Problem mehr. Klar, für Decarbonisierung reicht es noch nicht, aber das ist kein Grund, nicht anzufangen. Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, aber es wurde an einem damit angefangen (am 21. April 753 v. Chr.).

Zitat:

Macht aber halt bei den meisten Dächern auch wenig Sinn, da sie viel zu klein sind um wettbewerbsfähig zu sein.

Bei den heutigen Preisen (für Anlagen, nicht Strom) ist es kaum möglich, zu klein zu sein als dass es sich für einen selber lohnt.
Spätestens wenn Du damit auch noch Dein Auto lädst, lohnt sich da jeder Quadratmeter. Du musst ja nicht immer gleich einspeisen, Opportunitätskosten sind auch Kosten und Strom verbraucht jeder.

Zitat:

Und anstatt riesige Flächen in Maiswüsten für Biogas zu verwandeln

Ja, das war immer Irrsinn. Ist aber halt auch symptomatisch. Denn warum hat man das gemacht? Nicht, weil es energie- oder umweltpolitisch irgendwelchen Sinn gemacht hat, sondern weil man damit die Landwirtschaft fördern wollte.

Zitat:

Aber egal wie, man wäre sowieso nicht unabhängig vom Erdgas geworden, da man ohne bezahlbare Speicher (in gigantischem Umfang) nicht die nötige Regelenergie für die ganzen erneuerbaren hätte…

Das ist einfach ein falsches Argument. Man muss nicht 100% unabhängig sein zu einem frühen Zeitpunkt. Die Kraftwerke sind alle da, es gibt verschiedenste Quellen für Erdgas am Weltmarkt, Kohle will man aus politischen Gründen eh weiter verfeuern...
Aber wenn man halt mal eben 50% weniger von dem Zeug braucht, dann muss man nicht die Hälfte seiner Energieversorgung aus Russland importieren.

Stattdessen kommt man mit so Argumenten wie Deinem und verwendet sie als billige Ausrede dafür, einfach überhaupt nichts zu tun. Die Folgen davon werden wir jetzt spüren.

Zitat:

P.P.S.: Was wäre den Atomkraftgegnern unter euch (rein hypothetisch da sowieso unrealistisch) lieber: Eine lastminute Laufzeitverlängerung für Atommeiler oder importiertes Fracking-Gas (von anderen Kontinenten und mit Verlusten durch Verflüssigung+Transport) oder lokales Fracking?

Wie Du schon selber schreibst: ist ja rein hypothetisch. Die Lieferkette ist abgekündigt, Personal und Nachwuchs nicht mehr da, die Laufzeitverlängerung ist durch, da geht nichts mehr.
Ansonsten wäre es aus heutiger Sicht natürlich evtl. sinnvoll gewesen, die bestehenden Meiler ein paar Jahre länger laufen zu lassen.
Aktuell jetzt wird man möglichst schnell in Wind und PV investieren und Speicherkapazitäten aufbauen müssen, bis dahin macht man die aktuell leeren Gasspeicher wieder voll mit ja, im Zweifelsfall Fracking Gas und verwendet das als Regelenergie bis andere Speicher da sind.
Immerhin sollte das zumindest bei Wind recht schnell möglich sein, wenn man wirklich will. Alleine eine Umrüstung von Altanlagen kann ja fast eine Kapazitätsverdoppelung bringen, Offshore ist noch richtig Potenzial und um Bayern machen wir einen Zaun und die sollen doch selber sehen, wo sie ihren Strom her bekommen, wenn sie nicht wollen.
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Zedandi



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BeitragVerfasst am: 26.02.2022, 02:25    Titel: Re: Buy on bad news Antworten mit Zitat

nobodyofconsequence hat Folgendes geschrieben:

Zitat:

Macht aber halt bei den meisten Dächern auch wenig Sinn, da sie viel zu klein sind um wettbewerbsfähig zu sein.

Bei den heutigen Preisen (für Anlagen, nicht Strom) ist es kaum möglich, zu klein zu sein als dass es sich für einen selber lohnt.
Spätestens wenn Du damit auch noch Dein Auto lädst, lohnt sich da jeder Quadratmeter. Du musst ja nicht immer gleich einspeisen, Opportunitätskosten sind auch Kosten und Strom verbraucht jeder.


Und warum lohnt sich nur Eigenverbrauch? Weil man somit teilweise Steuern, Umlagen und Netzabgaben spart. Was der Anlagenbesitzer an Abgaben spart muss dann vom Rest querfinanziert werden, ergo funktioniert dieser Ansatz nicht mehr wenn es jeder machen würde.

Zitat:
Denn warum hat man das gemacht? Nicht, weil es energie- oder umweltpolitisch irgendwelchen Sinn gemacht hat, sondern weil man damit die Landwirtschaft fördern wollte.


Und wer genau wollte hier die Landwirtschaft wie fördern? Wenn das das Ziel gewesen wäre, warum hat man dann nicht noch viel stärker auf Biomasse gesetzt? Das geht schon in Richtung Verschwörungstheorie. Es sollten damals einfach alle bekannten Mainstream-Energieerzeugungsarten nach dem Gießkannenprinzip gefördert werden. Leider ohne marktwirtschaftlichen Ansatz und leider auch ohne durchdachten Masterplan (sonst hätte man nicht erst über ein Jahrzehnt später mit der Planung für den Netzausbau begonnen).

Zitat:
Man muss nicht 100% unabhängig sein zu einem frühen Zeitpunkt. Die Kraftwerke sind alle da, es gibt verschiedenste Quellen für Erdgas am Weltmarkt, Kohle will man aus politischen Gründen eh weiter verfeuern...
Aber wenn man halt mal eben 50% weniger von dem Zeug braucht, dann muss man nicht die Hälfte seiner Energieversorgung aus Russland importieren.


Würde Erdgas (im Strommarkt) nicht hauptsächlich als Regelenergie sondern als Energieträger eingesetzt werden, würde ich dir Recht geben. Aber so stimmt es nun mal nicht, es gibt momentan keine bezahlbare Alternative zu schnellen Gaskraftwerken (von Wasserkraft und neuen Kohlekraftwerken mal abgesehen).

Zitat:
Stattdessen kommt man mit so Argumenten wie Deinem und verwendet sie als billige Ausrede dafür, einfach überhaupt nichts zu tun. Die Folgen davon werden wir jetzt spüren.


Ich bin ja für erneuerbare Energien aber halt nicht nach ideologischen Wahnvorstellungen sondern nach einem pragmatischen Plan. Bspw. interessiert mich nicht wo auf der Welt CO2 gespart wird (warum genau mussten die frühen Solaranlagen unbedingt in DE stehen anstatt in Italien oder am besten gleich Indien stehen?), muss von mir aus nicht in Deutschland sein (es soll ja kein Geschenk sein sondern ein Investment). Mich ärgert extrem, dass man in Deutschland versucht mit hohem Aufwand ein zweites Energiesystem parallel hochzuziehen, während andere stark wachsende Länder (die eine vorteilhaftere Geographie für EE aufweisen) wie bspw. Indien, Brasilien oder Indonesien noch Dutzende neue Kohlekraftwerke bauen… Vor allem ein Fakt ist vielen scheinbar nicht bekannt: Speicher und Netzausbau ist noch viel teurer als die Stromerzeugung mit EE und beides braucht man nicht solange die Regelreserve im System noch ausreicht, d.h. EEs keinen zu großen Anteil am Gesamtstrom ausmachen. Also nutzt doch erstmal in allen Strommärkten der (entwickelten) Welt alle Regelreserven bevor ihr 100% in Einzelmärkten anstrebt. Bis dahin sind Batteriespeicher auch wirtschaftlich zu haben…

Ich würde beispielsweise am liebsten ein paar hundert Milliarden (oder gleich zehnmal so viel, je nachdem wann die Zinsen nicht mehr negativ sind) für 30 Jahre zu negativen Realzinsen an Schulden aufnehmen und in einen Staatsfonds einzahlen. Dieser Staatsfonds investiert dann weltweit in die lukrativsten nachhaltigen Infrastrukturprojekte (natürlich nicht alles auf einmal sondern langsam anfangen und dann exponentiell ansteigende Summen bspw. über erfolgreiche Vermögensverwalter damit das Veruntreueungsrisiko sinkt, sehe ich als größter Knackpunkt) und leistet damit auch gleich noch Entwicklungshilfe. Er würde ständig versuchen finanzierte Projekte mit Gewinn an private Investoren weiterzuverkaufen und die Erlöse in neue Projekte zu reinvestieren, quasi mehr wie ein gigantischer Projektentwickler. So ein Fonds sollte bei den niedrigen Zinsen locker 2-3% p.a. nach allen Reibungsverlusten einbringen. das Geld könnte man dann bspw. in eine Kapitalgedeckte Rentenversicherung einbringen, sobald der Umbau des Energiesystems global abgeschlossen ist. Damit könnte man auch China/Russland in Afrika zurückdrängen und bestenfalls den politischen Einfluss nutzen um die Flüchtlingskrise außerhalb Europas zu lösen. Win-Win-Win-Win.
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Oktaeder
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BeitragVerfasst am: 26.02.2022, 08:49    Titel: Re: Buy on bad news Antworten mit Zitat

Ja klar. Bis sich dann ein Potentat nicht mehr an die Besitzregeln hält. Das ist nie so einfach.

Dein ganzer Ansatz ist falsch. Die Billionen, die nach Arabien und zu Putin geflossen sind, sind weg. Anlagen in Deutschland hätten die Wirtschaft ankurbeln können. Hat man versiebt.

Außerdem hat der Staat die ganze Zeit die Hand aufgehalten. Steuern, Steuern, Abgaben. Steuern auf Abgaben. Steuern auf Gewinne der Einspeisevergütung. Abgesehen von der Umlagenbefreiung der Großindustrie. Ziemlich intransparent, aber volkswirtschaftlich gesehen, hätte man das auch zum halben Preis haben können.
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BeitragVerfasst am: 26.02.2022, 09:45    Titel: Re: Buy on bad news Antworten mit Zitat

Oktaeder hat Folgendes geschrieben:


https://www.swr.de/swr2/wissen/50-jahre-die-grenzen-des-wachstums-wie-richtig-lag-der-club-of-rome-swr2-wissen-2022-02-15-100.html

Wollte nur niemand hören. Gut, vor 30 Jahren war Photovoltaik auch einfach technisch nicht soweit.


Völlig richtig erkannt. Es gab schon immer zu jedem Thema verschiedene Meinungen. Rückblickend dann die Meinung herauszupicken, die sich als richtig herausgestellt hat, und diejenigen anzuprangern, die sich für die falsche eingesetzt haben kann jeder.

Wobei man auch vorsichtig sein muss, denn in viele Jahren könnte auch unsere heutige Überzeugung zum Klimawandel und dessen Ursachen schon wieder überholt sein. Ob dann die alternative facts wieder die Oberhand gewinnen?
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Oktaeder
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BeitragVerfasst am: 26.02.2022, 09:57    Titel: Re: Buy on bad news Antworten mit Zitat

Da machst du es dir aber sehr einfach. Nicht jeder gehört zu denen, die das ignoriert haben. Die Fakten lagen damals auf dem Tisch, das war Wissenschaft und kein Nostredamus.
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BeitragVerfasst am: 26.02.2022, 10:04    Titel: Re: Buy on bad news Antworten mit Zitat

Ich erinnere mich dass der Club of Rome Bericht irgendwann sogar mal in der Schule erwähnt wurde. Weiß nicht mehr ob es Geographie oder ein anderes Fach gewesen ist.
Mir ist es aber eher so in Erinenrung geblieben, dass in der Schulklasse damals die Endlichkeit von Ressourcen und nicht der Klimawandel diskutiert wurde.
Ändert aber alles nichts, die Frage ist, wie wir die Probleme ausgehend vom heutigen IST-Stand lösen.
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