Artikel mit ‘Prosper’ getagged

Mit den Zopa Listings nähert sich Zopa dem Prosper Modell an

Freitag, 17. August 2007

Wie jetzt in einem Preview (Vorschau) bekannt wurde, plant Zopa die Einführung von sogenannten Zopa Listings als neues Feature. Bisher waren Kreditnehmer bei Zopa ziemlich anonym und anders als bei Prosper und Smava konnten Anleger nicht gezielt einen Kreditnehmer auswählen, dem sie einen Kredit gewähren möchten.
Durch die Zopa Listings, deren Einführung Zopa für die nächsten Monate angekündigt hat, werden Kreditnehmer in der Lage sein, in Kreditanträgen ihren Kreditwunsch zu beschreiben, ihr Profil und Fotos zu veröffentlichen.

Die im Preview gezeigten Layouts zeigen z.T. eine sehr hohe Ähnlichkeit zum Design und Layout das Prosper nutzt. Auch einige Funktionalitäten, wie z.B. Questions & Answers sind ähnlich.

Rebellion der Anleger im Prosper Forum

Mittwoch, 15. August 2007

Ende März hatte ich schon einen Post Aufstand der Nutzer im Prosper Forum geschrieben. In den letzten Tagen wäre offene Rebellion wohl zutreffender.

Im Anleger-Forum von Prosper.com lauteten die Titel der Beiträge beispielsweise “FLASH:Prosper bans $100.000 lender“, “Prosper Mng. Living Under a Rock“, “Shooting the Messenger“, “What happens if Prosper goes under?“, “I am done lending on Prosper“, “Hello Prosper Moderator“, “Lender’s WHO are DONE with Prosper“, “My letter to Prosper” oder “Open letter to John Witchel“.

Beklagt wird mangelnde Kommunikation, Nichtbeseitigung von gemeldeten Problemen, Ignoranz (bis hin zum Vorwurf der Arroganz) des Prosper Managements gegenüber den Wünschen der Anlieger und vor allem natürlich die mageren Renditen aufgrund sehr hoher Ausfallraten und marginaler Inkassoquoten.

(more…)

Prosper plant Expansion nach Japan und Asien mit SBI Group

Montag, 06. August 2007

Der amerikanische Anbieter Prosper.com plant zusammen mit einem lokalen Partner sein Angebot auch in Japan und nicht benannten weiteren Märkten in Japan anzubieten. Auszug aus der Pressemitteilung von Prosper:

Prosper and SBI Holdings to Establish Prosper in Japan and Other Asian Countries

San Francisco – August 6, 2007 – Prosper (http://www.p2p-kredite.com/prosper), America’s first people-to-people lending marketplace, and SBI Holdings, Inc., a holding company for SBI Group, the financial innovation leader of Japan, today announced an agreement to form a joint venture to facilitate the launch of Prosper in Japan and explore other Asian markets.

“As Prosper takes the first step toward expanding to Japan, we’re confident SBI is the optimal partner to navigate the regulatory landscape and successfully launch and operate the Prosper marketplace in the region,” said Chris Larsen, co-founder and Chief Executive Officer of Prosper.

SBI Group has a market capitalization in excess of $8 billion and consists of 65 consolidated subsidiaries and 12 affiliated companies, including 9 public companies. … To find out more about SBI Holdings, Inc., visit www.sbigroup.co.jp/english/.

 (Quellen: Techcrunch u.a.)

Deutsche Bank Research Kurzstudie

Mittwoch, 25. Juli 2007

Deutsche Bank Research hat ein 4-seitiges Paper zum Status und Entwicklung der P2P Kreditplattformen veröffentlicht. Erwähnt werden Prosper, Zopa, Smava, Boober und Kiva.

Smava - Aufmerksamkeit erhalten durch langen Titel

Mittwoch, 04. Juli 2007

Tipp für Smava Kreditnehmer, um Aufmerksamkeit auf Ihr Kreditprojekt zu ziehen: Einfach einen relativ langen Titel für das Kreditprojekt wählen. Resultat: In der Übersicht der aktuellen Kreditprojekte nimmt das eigene Kreditprojekt überdurchschnittlich viel Platz ein und fällt somit den Anlegern direkt ins Auge. Aktuelles Beispiel:

Smava

Das Kreditprojekt selbst finde ich zwar aufgrund des Zinssatzes nicht attraktiv (siehe dazu meinen Beitrag vom 26.06.), aber es fällt gut ins Auge.
Zugegeben, richtig wichtig wird das erst, wenn es sehr viele Kreditprojekte gibt, die alle um die Aufmerksamkeit der Anleger konkurrieren. Bei Prosper wird immer nur eine kleine Auswahl von Kreditprojekten als “featured loan listings” auf der Hauptseite gezeigt. Während Anleger unterschiedlicher Meinung sind, ob dieses viel bringt, gibt es sehr viele von Kreditnehmern gestartete Diskussionsthreads, wie man dort hinkommt. Beispiele: 1, 2, 3, 4

Zusammenfassung zu Prosper und Zopa

Montag, 25. Juni 2007

Brad Slavin hat eine 15-seitige Zusammenfassung zu P2P-Krediten geschrieben: “Peer-to-Peer Lending - An Industry Insight“. Verglichen werden insbesondere Zopa.com und Prosper.com.

Prosper erhält 20 Millionen Dollar Venture Capital

Donnerstag, 21. Juni 2007

Wie Techcrunch berichtet, erhält Prosper.com weitere 20 Mio. US$ Venture Capital von DAG Ventures und Meritech Capital Partners. Frühere Investoren haben sich ebenfalls erneut beteiligt.

Prosper im Bundesstaatendschungel

Montag, 14. Mai 2007

Die meisten Ereignisse und Diskussionen zu Prosper.com im Mai sind Folge der Auswirkungen der Veränderungen die Prosper am Monatsanfang an den State Lending Limits vorgenommen hat. Auch wenn Prosper Kredite in fast den ganzen USA vermittelt (46 von 50 Bundesstaaten), unterliegt das Geschäft dennoch den Gesetzen der jeweiligen Bundesstaaten. Das führte schon seit dem Start dazu, dass die Rahmenbedingungen von Bundesstaat zu Bundesstaat sehr unterschiedlich waren. Unterschiedliche Regelungen galten und gelten z.B. für:

  • den maximalen Zinssatz: Während in vielen Bundesstaaten ohne Beschränkungen Kreditnehmer bis zu 30 Prozent Zinssatz anbieten können, gelten in vielen Bundesstaaten niedrigere Grenzen (z.B. in Pennsylvania 6% maximaler Zinssatz)
  • Höchstgrenze für den aufzunehmenden Kredit. Während Prosper generell eine Obergrenze von 25.000 US$ vorsieht, ist dies in einigen Bundesstaaten viel niedriger beschränkt (z.B. Vermont mit maximaler Kredithöhe von 4.000 US$).
  • Paradoxerweise gibt es in einigen Bundesstaaten auch eine Minimumgrenze für das Kreditvolumen. So sind in Georgia keine Kredite unter 3.000 US$ möglich. Der Workaround: Der Kreditnehmer nimmt das Minimum auf und tilgt die nicht benötigte Summe direkt vorzeitig (ohne Vorfälligkeitsentschädigung)
  • Weiterhin gibt es Unterschiede für Gebühren bei zu später Zahlung

Auch wenn die Nutzer von Prosper schon seit längerer Zeit über die Unterschiede jammerten hatten sich fast alle doch irgendwie mit der Situation arrangiert. Die Auswirkung war insbesondere, dass in Staaten mit sehr niedrigen Zinsobergrenzen fast keine Kredite zustande kamen.

(more…)

Bank 2.0 - die Zukunft?

Donnerstag, 12. April 2007

Ein Beitrag von Nicolas Guillaume (entdeckt via TheBankWatch) versucht Banking in den Kontext Communities zu stellen und beurteilt die Ansätze von Prosper und Zopa aus diesem Blickwinkel.

Guillaume präsentiert zwei Ansätze:

  1. Top Down
    Hier agiert die Institution wie eine “herkömmliche” Bank. Die Web 2.0 Methoden werden im wesentlichen zu Marketing-Zwecken eingesetzt. In der Community findet ein offener Meinungs- und Erfahrungsaustausch statt, aber die Communityinteraktion beinflußt nicht direkt die Kreditfinanzierung.
    Beispiel: Zopa
  2. Bottom Up
    In diesem Modell ist der Prozess so aufgebaut, dass ein Maximum an Interaktion möglich wird. Kreditgeber interagieren mit Kreditnehmern und erhalten Einblick in deren Kredithistorie, Arbeitsverhältnis, Einkommen. Während trotzdem Maßnahmen getroffen werden, um die Anonymität zu wahren, wird ein Maximum an Information frei zugänglich gemacht, auf deren Basis alle Marktteilnehmer ihre Entscheidungen treffen können.
    Beispiel: Prosper

Colin Henderson, TheBankWatch, versucht in seiner Analyse die Unterschiede zwischen traditionellen Banken und diesen beiden Modellen herauszuarbeiten. In beiden Modellen müssen Kreditnehmer ihre Kredite zurückzahlen oder sie werden mit Inkassounternehmen konfrontiert und ihre Bonität leidet. Henderson sieht die Unterschiede in den Punkten Prozessabläufe und Kommunikationskanäle.

Bank 2.0
(Quelle der Abbildung: TheBankWatch)

Prozessabläufe

Bank 1.0: Die Prozesse sind intern und werden durch Angestellte abgearbeitet. Alle Daten werden vertraulich behandelt

Bank 2.0: Der Prozess der Prüfung der Kreditanträge wird an die Community outgesourct. Die Bank 2.0 ist nur dafür verantwortlich die “richtigen” Dokumente verfügbar zu machen ohne dabei die Anonymität zu gefährden. Die Bank 2.0 stellt Prozesse und Instrumente zur Verfügung, die eine Bewertung erleichtern und eine Interaktion der Community unterstützen. Die Bank 2.0 selbst bewertet die Kreditanträge jedoch nicht, sondern überlässt die Bewertung dem Markt.

Kommunikationskanäle (Kundenkontakt, Vertrieb)

Bank 1.0: Alle Kanäle sind im Besitz und unter voller Kontrolle der Bank.

Bank 2.0: Es gibt keine zentralisierten Kanäle. Kundengewinnung basiert zunehmend auf viralem Marketing. Die Bank 2.0 stellt nur die Plattform auf der die Community agiert. Ziel der Bank 2.0 muss es sein ein Klima der Offenheit und Transparenz zu erzeugen, das Vertrauen schafft.

Hinweis: Bis hierhin ist dieser Artikel im wesentlich eine Übersetzung der ausländischen Quellen - allerdings nicht wortwörtlich, ich habe bewusst einige Dinge anders ausgedrückt.

Bezogen auf die deutsche Situation, finde ich den Gedanken, dass eine Bank wesentliche Prozesse an die Community outsourct, zwar sehr spannend (vor allem unter Kostenaspekten und Preisbildungsaspekten), kann mir aber nicht vorstellen, dass das in aller Konsequenz in näherer Zukunft umgesetzt wird. Zu starr sind in Deutschland regulatorische und Datenschutzrahmenbedingungen.

Smava.de als einen ersten Schritt würde ich in der obigen Darstellung zwischen der Ebene von Prosper und der von Zopa einordnen. Wieviele Informationen (financial affairs) bei Smava tatsächlich offengelegt werden, muss sich im Lauf der Zeit noch zeigen. Im Moment ist es die Schufa-Bonität plus etwaige freiwillige Offenlegungen des Kreditnehmers in seinem Profil.

Haben Kreditgeber auch nicht primär kommerzielle Motive?

Donnerstag, 05. April 2007

Bei den meisten Kreditgebern bei Plattformen für P2P Kredite stehen Renditeziele als Hauptmotivation im Vordergrund. Hiervon natürlich ausgenommen sind per se auf social lending ausgerichtete Angebote wie Kiva.

Dennoch ist Rendite nicht immer die einzige Motivation oder sie wird nicht konsequent rational verfolgt. So kommt ein interessanter Artikel in Linkdump on Payments auf die Frage, warum Anleger weiter in Prosper investieren, obwohl über konventionelle Anlagen höhere und ausfallsicherere Rendite zu erzielen wären, zu dem Schluss, dass folgende Faktoren das Verhalten der Anleger beeinflussen:

  • Der Anleger (statt der Bank!) entscheidet wohin/an wen sein Geld geht
  • Der Anleger gewinnt [Zitat] “The bank does not give you the sense of feel-good, fun, usefulness for society … And prosper does”.
  • Human touch
  • Der Anleger zahlt (durch niedrigere Zinsen oder Risikobereitschaft), um ein Entscheider sein zu können

James Gardner argumentiert in Riding the Anti Bank Wave das gerade Zopa Kritik an Banken nutzt, um Verbraucher emotional anzusprechen, die in der Vergangenheit Probleme mit Banken haben. Die Darstellung von Banken als gesichtslose Konzerne pointiert das neue Element Human Touch, das in Krediten von Privat an Privat den (Marketing-) Unterschied machen kann. Gardner weist aber auch zu recht darauf hin, dass der Appell ”Jetzt haben Sie die Chance es Ihrer Bank heimzuzahlen” ein zweischneidiges Schwert ist.

P.S.: Falls Sie an social lending interessiert sind muss der Weg nicht zu einer Plattform wie Kiva gehen. Auch bei Smava gibt es bereits ein Kreditprojekt zu Entwicklungshilfezwecken in Nigeria (das unterdurchschnittlich verzinst wird).