In den USA unterscheidet sich die Entwicklung der P2P Kreditbörsen deutlich. Bei Lendingclub.com ist das Wachstum ungebrochen. Aktuell werden pro Monat über 6 Mio US$ neue Kredite von privat finanziert. Lending Club hat jüngst auch eine Produktgestaltung eingeführt, die eine steueroptimierte Berücksichtigung der Anlage in Privatkredite als Altersvorsorge ohne extra Gebühren ermöglicht. Diese Steuervorteile erhöhen die Attraktivität der Geldanlage in Privatkredite deutlich. Lending Club wirbt (basierend auf den Ergebnissen der Vergangenheit) mit einer jährlichen Rendite dieser Anlageform von 9,67%.
Sehr gegensätzlich verläuft die Geschäftsentwicklung des einstigen Marktführers Prosper.com. Zwar kann Prosper nach einer mehrmonatigen Zwangspause seit Juli 2009 wieder Kredite vermitteln – jetzt mit Genehmigung der Aufsichtsbehörder SEC. Aber an das Wachstum alter Zeiten kann Prosper nicht wieder anknüpfen. Im Oktober wurde nur Kredite mit einem Gesamtvolumen von ca. 2 Mio. US$ vermittelt. Hauptgrund ist der Vertrauensverlust der Altanleger, denen hohe Kreditausfälle die Rendite verhagelt haben.
Dies ist deutlich zu wenig für Prosper um profitabel zu arbeiten. Ganz im Gegenteil: Geschäftsuntzerlagen von Prosper für das 3. Quartal weisen einen Quartalsverlust von 2,24 Millionen US$ aus. Die liquiden verfügbaren Mittel (Barreserven) belaufen sich Ende September auf ca. 2,08 Mio. US$. Damit hat Prosper einen Großteil der ursprünglichen VC Finanzierung von 40 Mio. US$ aufgebraucht. Trotz des kürzlichen Invests eines Bankers (1 Mio. US$), braucht Prosper bei dieser Burn-Rate schon in wenigen Monaten dringend eine Anschlussfinanzierung. Ob dies bei der derzeitigen Situation gelingt?
In den USA hat die Kreditplattform Prosper.com nach 9-monatiger Schließung wieder eröffnet, jetzt mit Genehmigung der Aufsichtsbehörde SEC. Prosper führt einen Zweitmarkt ein, auf dem Anleger Kredite untereinander weiterverkaufen und kaufen können.
Details im P2p-Banking.com Artikel ‘Prosper Reopens with SEC Approval, Starts Secondary Market‘.
In den USA erlebt die kalifornische P2P-Kreditbörse Prosper.com ein Chaos. Nach 6 monatiger Schließung aufgrund regulatorischer Auflagen durch die Aufsichtsbehörde SEC, hatte Prosperam 28. April wieder geöffnet – aber ohne das Plazet der SEC mit einer Ausnahmegenehmigung des Bundesstaats Kalifornien.
Heute ist das auch schon wieder Schnee von gestern. Auf der Webseite ist eine Bekanntmachung, dass aktuell wieder keine neuen Anleger und Kreditnehmer Kredite vergeben und bekommen können, solange die Genehmigung der SEC nicht vorliegt.
Die folgende Tabelle zeigt die von Anbietern von P2P Krediten weltweit vermittelten Volumina seit dem Start des jeweiligen Anbieters.
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Quelle: P2P-Kredite.com
Nachdem die Aufsichtsbehörde Prosper bereits Rechtsbruch anlastete kommen weitere Probleme auf Prosper.com zu. Vor wenigen Tagen wurde die erste Sammelklage gegen Prosper eingereicht, in der Anleger Prosper anlasten sie unzureichend über Risiken der Geldanlage informiert zu haben, falsche Marketing-Aussagen gemacht zu haben, und ihnen nicht registrierte Wertpapiere verkauft zu haben (basierend auf der SEC Beurteilung als Beweis). Laut Klage seien die Anleger um mindestens 21 Mio. US$ geschädigt worden durch nicht zurückgezahlte Kredite, die nun wertlos seien.
Außerdem hat sich Prosper in einem Vergleich mit US-Bundesstaaten verpflichtet 1 Mio. US$ an die Bundesstaaten zu zahlen, die im Gegenzug auf individuelle Klagen gegen Prosper verzichten.
In den USA hat die Aufsichtbehörde SEC heute eine ‘Cease and desist’ Anordnung gegen Prosper veröffentlicht. Im wesentlichen geht es darum, dass die SEC Prosper vorwirft, durch die über Prosper.com angebotenen Kredite die amerikanischen Wertpapiergesetze verletzt zu haben, da Prosper nicht über die notwendigen Voraussetzungen und Genehmigungen zur Ausgabe dieser Wertpapiere verfüge. Die SEC fordert Prosper auf alles zu unterlassen, was zu weiteren Verletzungen der genannten Gesetze führen könnte.
Für die Anleger stellt sich die Frage, was das konkret für sie und ihre schon laufenden Kredite bedeutet – insbesondere falls Prosper als Resultat der Regulierungsproblematik den Betrieb nicht dauerhaft aufrecht erhalten könnte.
Update 26.11.: In Reaktion auf obige Entscheidung stellt auch Loanio heute vorsorglich den Betrieb ein um die Möglichkeiten von Schritten zur Schaffung einer regulierungskonformen Lösung zu prüfen.
3 Jahre nach dem Start von Zopa nimmt die Anzahl der Marktplätze für P2P Kredite in immer mehr Ländern zu. Die größten Volumina werden bisher noch im angloamerikanischen Raum vermittelt, aber auch in anderen nationalen Märkten gibt es beträchtliche Zuwachsraten.
Eine Einteilung der Anbieter kann in drei Oberkategorien erfolgen:
Marktplätze für inner-nationale P2P Kredite mit hautsächlich wirtschaftlichen Motiven der Teilnehmer (z.B. Prosper, Zopa, Lending Club, Smava)
Mikrofinanzierungskonzepte (social lending) bei denen soziale Motive der Anleger eine wesentliche Rolle spielen (z.B. Kiva, MyC4, Veecus)
andere Ansätze (z.B. Virginmoney mit der Besonderheit, dass Kreditgeber und Kreditnehmer sich schon vor der Nutzung kennen – Slogan “We manage loans between family and friends“)
Unternehmen, die speziell Studentenkredite können – je nach Ausgestaltung – in jede der 3 Kategorien fallen oder Ansätze aus mehreren Kategorien kombinieren.
P2P-Kredite.com bietet mit der folgenden Tabelle einen schnellen Überblick über die Kreditvolumen der Anbieter. Das Kreditvolumen ist je Anbieter kumulativ seit dem Start aufgelistet. Größenvergleiche zwischen den Anbietern sind nicht direkt möglich, da der Zeitraum seit dem Start von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich ist.
Insgesamt wurden bisher weltweit Kredite im Wert von ca. 550 Mio. Euro über innovative Peer to Peer Kredite über das Internet vermittelt.
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Quelle: P2P-Kredite.com
P2P-Kredite (bzw. peer-to-peer Kredite oder social lending) bieten sich als innovatives und interessantes Thema für eine Seminararbeit, Diplomarbeit oder Doktorarbeit z.B. in BWL an.
Folgerichtig bekomme ich gelegentlich Anfragen, ob ich mit Antworten zu einigen Fragen oder mit Informationen helfen kann.
Gerne! Ich verfüge über jede Menge Daten und Informationen sowohl zu Smava als auch zu internationalen Plattformen wie Prosper, Zopa, Lendingclub oder Boober.
Ich erwarte lediglich ein Exemplar der fertigen Arbeit als Lektüre.Â
Zopa hat angekündigt zukünftig auch in Japan peer-to-peer Kredite anzubieten.
In Großbritannien feiert Zopamorgen heute seinen dritten Geburtstag. Später kamen Italien und der US Markt dazu, in dem sich Zopa mit den Wettbewerbern Prosper.com und Lending Club auseinandersetzen muß. Im Moment ist in Japan noch kein Wettbewerber aktiv – allerdings hatte Prosper im August 2007 die Expansion nach Japan über ein Joint Venture angekündigt.
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