Neuerung bei Smava - wie sind Anleger betroffen

24. April 2008

Mit den neu gebotenen Möglichkeiten bei Smava.de erhöht sich die Variantenvielfalt der Faktoren, die die Anlegerentscheidung beeinflusst.

Offensichtlich beeinflusst die längere Kreditlaufzeit direkt die Anlegerentscheidung. Zum einen muss der Anleger wirklich gewillt sein, den Betrag so lange anzulegen (ein vorzeitiger Ausstieg ist ja nicht möglich), zum anderen kann viel passieren: die Rahmenbedingungen können sich ändern (z.B. alternative Anlagen werden deutlich attraktiver) und selbst wenn der Kreditnehmer die volle Laufzeit korrekt bezahlt, dann kann es trotzdem kurzfristig starke Änderungen in der Rendite geben, durch Änderungen der Quoten im Smava Anleger-Pool.

Nicht so offensichtlich und erst auf den zweiten Blick erkennbar sind die Auswirkungen auf die Anleger-Strategie, die sich aus der Trennung der Pools nach Laufzeiten ergeben.
Strategie-Alternative A: Jetzt schnell ein Portfolio von 60 Monats-Krediten aufbauen. Potential entsteht dadruch, dass die Pools alle nicht vorbelastet sind - der Anleger spekuliert auf die Hoffnung möglichst viele Monate 100% Quote zu realisieren.
Das Risiko besteht jedoch in den anfangs geringen Pool-Volumen, in denen sich Zahlungsausfälle drastisch auswirken.
Strategie-Alternative B: Erst mal abwarten und nicht in 60 Monats-Kredite investieren. Erst wenn ein gewisses Volumen (z.B. 200.000 Euro) in den Pools erreicht ist, kann dann gezielt in Pools ohne Ausfälle investiert werden.

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Die Trennung der Pools könnte auch dazu führen, dass A,B und F Bonitäts Kreditnehmer von vorneherein 60 Monats Laufzeiten bevorzugen. Tritt dies ein dann wird es weniger Neuvolumen in den 36 Monats Krediten bei diesen Bonitäten geben und die Chance auf wieder steigende Pool Quoten sinkt dort.

Die Erhöhung der maximalen Kredithöhe erhöht nach meiner Ansicht das Risiko für die Anleger. Zum einen wird ”die Beute” für einen vorsätzlichen Betrüger größer. Zum anderen wird die Auswirkung, die ein einzelner ausgefallener Kredit auf den Pool haben kann, höher.

Inkassoquoten. Die niedrigeren Inkassoquoten in den Bonitäten D-H müssen bei der Anlageentscheidung berücksichtigt werden. Da sie nicht für Altkredite gelten, ist die Auswirkung auf die 60 Monats-Pools höher als bei den 36 Monats-Pools.

Die Frage gewerblicher Verwendungszweck ja/nein ist für sich allein genommen, glaube ich kein Beurteilungsfaktor. Zum einen haftet der Kreditnehmer mit seinem privaten Vermögen, zum anderen kommt es darauf an, wie sinnvoll die gewerbliche Verwendung ist. Und da die beschriebene Verwendung nicht überprüft wird ändert sich glaube ich wenig zur bisherigen Situation.

Wer mochte, konnte schon bisher nach Berufsgruppe separieren (Beamte oder Angestellte versus Gewerbetreibende oder Freiberufler).

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Smava - Opt out aus dem Anleger-Pool?

30. August 2007

Bei Smava dienen die Anleger-Pools als Absicherungsinstrument. Sie sorgen dafür, dass die Auswirkungen eines Ausfalls auf alle Kredite derselben Bonität verkleinert werden und somit die Auswirkung auf den einzelnen Kredit verkleinert (verwässert wird). Anleger-Pools erfüllen also einen positiven Zweck.

Allerdings wirken Anleger-Pools aber auch hemmend. Sie verhindern effektiv, dass ein Kreditnehmer mit einer schlechten Bonität eine Chance hat, einen Kredit zu erhalten, selbst wenn er überzeugend darlegen kann, dass sein individuelles Risiko gering sei. Siehe Diskussion dazu hier. Denn die Anleger müssen das Risiko der Bonitätsklasse als Abschlag berücksichtigen nicht das Risiko dieses individuellen Kredites allein.
Folgende Fälle werden also durch die Anleger-Pools z.B. erschwert:

  • Kredit an Bekannten oder Verwandten (Smava wird als Abwicklungsplattform genutzt). Solche Beispiele gibt es bei Prosper gelegentlich. Selbst wenn Kreditnehmer und Anleger sich einig sind einen Zinssatz von z.B. 4% zu vereinbaren, so ist dies auf Smava für den Anleger wegen des Pool-Risikos nicht darstellbar
  • Kredit an unkündbare Beamte

Wie könnte nun eine Verbesserung aussehen?

Mal unterstellt die technische Realisierung stellt kein Problem dar, dann sehe ich zwei gute Lösungswege:

  1. Opt-out des Kreditnehmers aus dem Anleger-Pool. Der Kredit wird deutlich gekennzeichnet. Gebote auf diesen Kredit unterliegen alle nicht dem Anleger-Pool
  2. Opt-out des Anlegers für ein einzelnes Gebot. Der Anleger kann bei jedem seiner Gebote zum Zeitpunkt des Gebotes dieses als Opt out aus dem Anlegerpool markieren. Es fällt dann nicht in den Pool

Damit würden die Anlegerpools als Grundeinstellung weiter der Standard bleiben. Die Marktteilnehmer selbst könnten aber entscheiden, ob sie sie nutzen wollen oder nicht. Wenn sehr viele den Opt out nutzen, werden die Anleger-Pools aber durch die faktische Marktentwicklung nutzlos, denn bei kleiner Kreditanzahl stiften sie kaum Nutzen.

Was meinen Sie dazu?

 

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