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Banken verfolgen Thema P2P Kredite aufmerksam

Donnerstag, 21. Februar 2008

Noch ist das Volumen, das über P2P Kredite abgewickelt wird, viel zu gering um ernsthaft als Wettbewerb von den Banken wahrgenommen zu werden.

Dennoch verfolgen die Banken die Entwicklung aufmerksam. So ist der Artikel Kredite aus privater Hand von Axel Liebetrau Top-Thema im Februar im Newsletter der Akademie Deutscher Genossenschaften (ADG).

Und die renommierte Beratungsfirma Gartner prognostiziert für 2010: “social-banking platforms will have captured 10% of the available market for retail lending and financial planning“.
Die Banken weltweit laufen also laut Gartner Gefahr schon in 2 Jahren 10% des Marktes an neue Geschäftsmodelle zu verlieren. Sicher eine sehr optimistische Prognose wie auch der Banker James Gardner kritisiert.

Deutsche Bank skeptisch zu Erfolgsaussichten von P2P Kredit Services

Freitag, 19. Oktober 2007

In einem aktuellen Report von DB Research zu Web 2.0 und Finanzdienstleistern heißt es u.a.:

Das in Kalifornien gegründete Unternehmen Prosper, das seit Februar 2006 einen Online-Marktplatz betreibt, hat bis Juli 2007 Kredite in Höhe von USD 70 Mio. vermittelt, wobei jedoch Kreditwünsche in Höhe von USD 460 Mio. nicht finanziert wurden. Die Wahrscheinlichkeit der Kreditzusage ist bei Kreditnehmern einer guten Bonitätsklasse am höchsten (ca. 45%), während Schuldner mit hohem Risiko in der Regel keine Finanzierung erhalten (weniger als 5% dieser Gesuche bekommen eine Zusage, s. Grafik). Kreditnehmer mit guter Bonität haben jedoch auch die Möglichkeit, zu günstigen Konditionen standardisierte Kredite von traditionellen Finanzdienstleistern zu bekommen – dadurch ist der Konkurrenzdruck in diesem Segment hoch und die Margen gering. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass P2P-Kredite jemals mehr als ein Nischenprodukt sein können. Die Konkurrenz durch traditionelle Finanzdienstleister könnte die P2P-Kreditplattformen verstärkt zu den Kreditnehmern mit niedriger Bonität drängen – obwohl diese Klientel bisher weitgehend ignoriert wurde. Gerade hier können die Plattformen von ihrer Online-Gemeinde profitieren. Erfahrungen bei Prosper illustrieren den Einfluss, den die Gruppen durch Auswahl und Kontrolle ihrer Mitglieder auf die Zahlungsmoral haben: Die Ausfallraten sind typischerweise deutlich geringer, wenn sich die Schuldner einer Gruppe von Kreditnehmern angeschlossen haben …

(Quelle via Robert Basic und Henning Krieg)

Wenn die Deutsche Bank bemängelt, dass ein hohe Zahl von Interessenten bei Prosper keinen Kredit bekommen haben, bleibt die Frage wieviele Kreditgesuche die Deutsche Bank im Durchschnitt ablehnt, bzw. wieviele, die einen Kredit benötigen, bei der Deutschen Bank mangels Erfolgsaussichten gar nicht erst vorstellig werden?

Gespräch mit den Gründern von Smava

Donnerstag, 05. April 2007

Gestern traf ich Alexander Artopé (Geschäftsführer) und Eckart Vierkant (Mitglied der Geschäftsführung, Produktentwicklung), Mitgründer von smava.de - der Plattform für Kredite von Mensch zu Mensch. Beide schilderten mir sehr detailliert die Konzeptions- und Umsetzungsphase. Leitziel ist die Schaffung einer Plattform, die Anlegern das Investieren so leicht wie möglich macht, bei größtmöglicher Absicherung gegen Ausfallrisiken. Dieses Ziel wurde unter anderem abgeleitet aus sehr vielen Vorgesprächen mit Anlegern zu ihren Erwartungen an einen solchen Marktplatz.
In Zusammenarbeit mit der biw Bank für Investments und Wertpapiere AG will smava den Kreditnehmern einen Weg bieten, einfach und zu günstigen Konditionen (Klein-) Kredite zu beantragen. Dabei tritt der Kreditnehmer anders als bisher bei der Kreditbeantragung, nicht als Bittsteller auf, sondern kann seine Vorstellungen zu Zinssatz und Kreditvolumen selbst formulieren. Artopé glaubt das smava für Kreditnehmer erstmals verständlich macht, dass Kreditgeber in ihrer Risikoeinschätzung stark auf die Bonitätsstufe achten und diese bei smava für den Kreditnehmer transparent wird. Ob der Kredit finanziert wird, entscheidet sich dann rein marktwirtschaftlich nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage.


Von links nach rechts: Rheinboldt, Artopé, Vierkant

Gefragt nach der Wettbewerbsfähigkeit der Konditionen angesichts der in Deutschland vielfach relativ preisgünstig angebotenen Konsumentenkredite zeigte sich Artopé zuversichtlich. Zu beachten sei, dass vor allem Spezialanbieter preisaggressiv im Markt tätig seien, während andere Banken Kredite zu vergleichsweise hohen Zinssätzen vergeben. Für alle Kunden der guten bis mittleren Bonität (A-F) sei zu erwarten, dass die Zinssätze bei smava günstiger sein werden.

smava hat sich gegen einen soft launch und für einen möglichst schnellen Start entschieden. Als erster Anbieter im deutschen Markt profitiert smava vom hohen Medieninteresse (u.a. Spiegel, Wirtschaftswoche, Tagesspiegel) und wird versuchen, den Markt zu gestalten. Artopé und Vierkant sind überzeugt, dass smava auch im Vergleich mit zu erwartenden Wettbewerbern sehr gut positioniert ist.

Das Interesse eine Woche nach dem Launch, bezeichnet Artopé als sehr hoch. Auch wenn sich die Geschäftsziele von smava am vermittelten Kreditvolumen messen, lehnt smava zur Zeit viele Marktzulassungen ab, um das Leitziel, die Schaffung einer möglichst ausfallsicheren Anlageform, nicht zu gefährden. smava prüft die von den Kreditnehmern eingereichten Dokumente im Detail, stellt Rückfragen bei Unstimmigkeiten oder fordert fehlende Unterlagen an.

Lag der Focus in den letzten Wochen und Monaten auf der Implementierung des reibungslosen Ablaufes aller Prozesse, so arbeitet Vierkant’s Team derzeit an neuen Funktionen, die die Bedienung noch einfacher machen.  Ein Beispiel für geplante Funktionen ist der Anlage-Assistent, den Anleger nutzen können, um automatisch auf Kredite zu bieten, die voreingestellte Kriterien erfüllen (ähnlich den standing orders bei Prosper.com).

In jedem Satz von Artopé und Vierkant schwang in unserem Gespräch die Motivation und Begeisterung für die Idee ‚Kredite von Mensch zu Mensch’ mit. In der jetzigen Anfangsphase wird dabei durchaus sehr basisnah gearbeitet. So hat Artopé in einem einstündigen Telefonat die Kreditnehmerin rinse durch den kompletten Prozess der Einstellung des Kreditprojektes gelotst. Er erlebte dies als sehr befriedigend, da er rinse unterstützen konnte, den ersten Schritt zur Realisierung des lange gehegten Wunsches – ein Wintergarten – in die Tat umzusetzen. Genau so hat sich sicher auch rinse ‚Kredite von Mensch zu Mensch’ vorgestellt. Ein erstes Gebot von Golfpapst liegt schon vor und weitere werden sicher in den nächsten Tagen folgen.

Die nächsten Wochen und Monate werden nicht nur für Artopé und Vierkant eine sehr spannende Zeit sein, sondern auch für alle Kreditnehmer und Anleger. Wie entwickelt sich das Zinsniveau im deutschen Markt für P2P Kredite? Wie die Ausfallraten? Welche Wettbewerber starten? Welche neuen Produktinnovationen machen den Prozess noch einfacher, transparenter und kalkulierbarer?

Wann kommen P2P-Kredite in Deutschland ?

Mittwoch, 28. Februar 2007

Nach Ansicht von Marktbeobachtern wird es Ende 2007 bzw. Anfang 2008 zum ersten Launch eines deutschen Angebotes kommen. Wesentliche Hürde stellen regulatorische Aspekte dar. Unterschiedliche Ansichten herrschen zur Frage, ob der Anbieter eines solchen Angebotes über eine Banklizenz verfügen muß, oder ob eine mit geringeren Anforderungen verbundene Genehmigung als Finanzvermittler/Finanzdienstleister ausreichend ist. Interessenten führen derzeit Gespräche dazu mit dem zuständigen Bundesaufsichtsamt für Finanzen.

Aufgrund dieser Rahmenbedingungen erscheint es auch unwahrscheinlicher, dass ein ausländischer Anbieter wie Zopa oder Prosper den Schritt nach Deutschland wagt, sei es direkt oder indirekt in Form eines Franchise-Ansatzes.

Zopa hat zudem andere Zielmärkte eher im Focus. Zwar ist Deutschland aufgrund seiner Größe ein attraktiver Markt, aber die Zinsdifferenz zwischen Einlagen und Konsumenten- und Ratenkrediten ist niedriger als in vielen anderen Märkten.