Viainvest im Überblick

Viainvest logoViainvest ist ein Kreditmarktplatz aus Lettland, den die Muttergesellschaft Via SMS Group letzten Dezember gestartet hat. Dort werden von Via SMS vorfinanzierte, sehr kurzlaufende Konsumentenkredite zum Invest angeboten. Aktuell sind dies tschechische und spanische Kredite in Euro, also kein Währungsrisiko für den Anleger. Der Zinssatz für Anleger liegt im Moment bei rund 11-12%. Für alle Kredite hat der Loan Originator eine Rückkaufgarantie (buyback guarantee) gegeben, d.h. wenn sie mehr als 30 Tage in Verzug sind, werden sie vom Loan Originator zzgl. Zinsen zurückgekauft.

Bisher wurden Kredite über 1,5 Mio. Euro auf der Viainvest Plattform mit Anlegern gematch. Es ist damit zu rechnen, dass Viainvest bald Kredite aus weiteren europäischen Ländern, in denen VIA SMS tätig ist, wie z.B. Polen oder Lettland anbietet.

Viainvest steht Anlegern aus ganz Europa offen. Voraussetzung ist ein Bankkonto in der EU. Nach der Registrierung kann bequem per SEPA Überweisung eingezahlt werden. Wichtiger Tipp: vor dem ersten Invest sollten Anleger eine Steueransässigkeitsbescheinigung vom Finanzamt ihres Wohnsitzlandes anfordern und bei Viainvest hochladen. Erfolgt dies nicht, behält Viainvest Steuern von den Zinszahlungen ein. Die Bescheinigung kann nicht im Nachhinein rückwirkend angewendet werden!

Anlegen ist entweder manuell in Einzelkredite möglich, oder über einen konfigurierbaren Autoinvest.

Viainvest Beispielkredit
Anzeige der Daten zu einem Viainvest Beispielkredit

Der Mindestanlagebetrag pro Kredit ist wie bei vielen baltischen Kreditmarktplätzen niedrig – hier 10 Euro. Einen Zweitmarkt gibt es derzeit nicht, ist aber bei den sehr kurzen Laufzeiten auch nicht unbedingt nötig.

Die noch junge Plattform wird ständig weiterentwickelt. Heute wurden mehrere kleine Features releast.

Viele deutsche Anleger diskutieren bereits über ihre Erfahrungen im Viainvest Forum von P2P-Kredite.com.

Swaper im Überblick

Letzen Monat hatte ich ja schon geschrieben, dass es viele neue Anbieter aus Lettland gibt. Heute stelle ich Swaper vor. Bei Swaper können Anleger in kurzlaufende Konsumentenkredite in Georgien und Polen investieren und erhalten 12% Zinsen. Als Anleger anmelden kann man sich aus der ganzen EU und der Schweiz. Die Einzahlung erfolgt wie bei den baltischen Plattformen üblich per SEPA Überweisung. Anlegern, die mindestens 5.000 Euro einzahlen räumt Swaper derzeit einen VIP Status ein, und zahlt diesen 2% Bonuszinsen, so dass 14% Zinssatz möglich sind. Anlegergebühren werden nicht berechnet. Swaper möchte die Anleger einbeziehen und Anregungen und Ideen von diesen aufnehmen und nach Möglichkeit auf der Plattform einbauen. Ein Invest ist möglich, sobald die Einzahlung eingegangen ist. Wer möchte, kann eine Autoinvest Funktion einschalten. Das Volumen der auf der Plattform angebotene Kredite ist im Dezember im Vergleich zu den Vormonaten stakr gestiegen.

Swaper verspricht den Anlegern im Rahmen einer „Buyback Guarantee“ den Rückkauf von Krediten inklusive fälliger Zinsen, falls der Kreditnehmer 30 Tage mit der Zahlung in Verzug ist.

Direkt auf der Startseite ist ein Video das die Funktionsweise des Marktplatzes erläutert. Das Video ist wie der gesamte Marktplatz in englischer Sprache.

Bei Swaper handelt es sich um eine Tochtergesellschaft von Wandoo Finance. Beide Gesellschaften sind noch sehr jung – sie wurden erst im Jahr 2016 gegründet. Bisher nutzen rund 250 Anleger Swaper. Geschäftsberichte oder detaillierte Statistiken gibt es derzeit nicht. Wandoo Finance finanziert die Kredite vor, die dann auf den Marktplatz gelangen. Laut Angaben der Firma wurde Wandoo Finance von 3 Investoren mit einem Kapitalstock von 14 Mio. Euro für diesen Zweck ausgestattet.

Demnächst sollen 2 weitere Länder auf dem Marktplatz dazukommen. Außerdem soll die Anlage in zusätzlichen Währungen angeboten werden.

In Punkto Produkt und Funktionsweise erinnert Swaper an Twino. Im Forum ist ein sehr aktive Thread zu Swaper, in dem viele Anleger Erfahrungen, Meinungen, Informationen und Tipps austauschen.

swaper
Screenshot Swaper – zum Vergrößern anklicken

Die Welle der Anbieter aus Lettland

Lettland ist ein kleiner Staat im Baltikum mit nur knapp 2 Mio. Einwohnern. Dennoch starten dort immer mehr Firmen einen Kreditmarktplatz und wickeln zum Teil monatliche Neuvolumina ab, die erheblich über dem Volumen von Anbietern in westeuropäischen Märkten liegen. Aktuell buhlen Twino, Mintos, Viventor und neu Swaper und Viainvest um Anleger, ein weiterer hat mir mitgeteilt, dass er in den nächsten Wochen starten will.

Die Geschäftsmodelle unterscheiden sich dabei stark von P2P Kreditmarktplätzen in anderen Ländern. Die lettischen Anbieter sind keine Startups im eigentlichen Sinn, sondern Tochtergesellschaften oder Neugründungen von Kreditanbietern, die schon etwas länger im Bereich der sogenannten ‚Pay-Day-Loans‚ tätig sind. Das sind sehr kurzlaufende Kredite zu extrem hohen Zinssätzen für die Kreditnehmer. In der Vergangenheit haben die Firmen das für die Kreditvergabe notwendige Kapital selbst bereitgestellt und sich dann z.B. durch Auflegung von Anleihen an den Kapitalmärkten refinanziert. Diese Anleihen wurden überwiegend von institutionellen Anlegern finanziert. Nun erschließen sie private Anleger als neue Refinanzierungsmöglichkeit. Während P2P-Kreditmärkte in den meisten Ländern so funktionieren, dass der Anleger denselben Zinssatz bekommt (abzüglich von rund 1-3% Gebühren, die Anleger und/oder Kreditnehmer an den Marktplatz entrichten), betrug der Unterschied bei den lettischen Kreditmarkten ein Vielfaches. Kreditnehmer zahlen z.T. den 20fachen bis 100fachen Zinssatz im Vergleich zu dem den der Anleger bekommt. Die Differenz kassiert der Marktplatz (Gewinn, Betriebskosten und auch Abdeckung des Ausfallrisikos). Um für die Anleger attraktiv zu sein sprechen sie dabei sogenannte ‚Buyback Garantien‘ aus. D.h. entweder der Marktplatz direkt oder ein ‚Loan originator‘, der auf dem Marktplatz tätig ist, verspricht alle Kredite, die ausfallen nach einer Frist zurückzukaufen (üblicherweise nach 30 oder 60 Tagen). Der Anleger bekommt dann also sein Geld, obwohl der Kredit ausgefallen ist und zwar mit Zinsen.

Die meisten Kredite werden in anderen Märkten als Lettland vergeben, bei Viventor z.B. in Spanien und Schweden. Häufig genutzt werden auch eher schwach regulierte Märkte wie Georgien und Polen. Anfallende Währungsrisiken trägt dabei auch der Anbieter.

Die Zinshöhe von rund 12% für Anleger und die Rückkaufgarantie üben eine hohe Anziehungskraft auf internationale Anleger aus. Deutsche Anleger gehören nach Anlegern aus den baltischen Ländern zur stärksten Nutzergruppe. Nicht vergessen werden sollte aber, dass das Risiko nur verlagert ist. Fallen zu viele Kredite aus, könnten die Verluste aus diesen Ausfällen die Marge der Kreditanbieter aufzehren und ihn in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen. Derzeit, in einer wirtschaftlichen Schönwetterphase, scheint das Modell zu funktionieren wie einzelne Geschäftsberichte zeigen. Ob das in einer Rezession mit steigenden Ausfallraten bei den Kreditnehmern auch noch so ist, muss sich noch erweisen.

Zudem werden die rechtlichen Konstrukte immer komplexer – Mintos hat in den letzten Wochen Änderungen (Beispiel) bekannt gegeben.

Der Boom wird also begünstigt durch die relativ geringen regulatorischen Eintrittshürden in Lettland, die derzeit positive wirtschaftliche Lage, den Fakt das viele Anbieter bereits Kreditmärkte bedienen und nur die Refinanzierung ändern – also nicht von Null starten und durch ein Anlegermarketing (buyback guarantee), das neue Anbieter von den ersten lettischen Anbietern kopieren.

 

Mintos erhält 2 Mio. Euro VC – plant Kredite in Polen und Tschechien

Mintos LogoDer P2P Kreditmarktplatz Mintos gab heute den Abschluß einer Seed-Finanzierung durch die VC-Firma Skillion Ventures, Riga, bekannt. Mintos war im Januar 2015 gestartet mit Krediten, die durch Immobilien besichert sind. Seitdem hat sich der Marktplatz weiterentwickelt und listet nun von Drittfirmen begebene Kredite in den Segmenten Immobilienkredite, Firmenkredite, Konsumentenkredite, Autokredite sowie Factoring.

Die meisten Anleger stammen aus Lettland, Deutschland und Großbritannien. Seit dem Start haben die Anleger ein Kreditvolumen von über 16 Mio. EUR finanziert. Viele Anleger schätzen die für einige Kredite bestehende ‚Rückkaufgarantie‘ (buyback guarantee). Die Kredite gehen an Kreditnehmer in den baltischen Staaten und Georgien. Als nächstes sollen Kredite in Tschechien und Polen hinzukommen. Weiterlesen

Mintos expandiert nach Litauen

Nach Lettland und Estland vermittelt der lettische Kreditmarkrplatz Mintos seit heute auch P2P Kredite an Kreditnehmer in Litauen. Wie im estnischen Markt kooperiert Mintos auch in Litauen mit dem Partner Mogo, der die Kredite vergibt. Die Kredite sind mit Autos besichert. Im estnischen Markt haben Mintos und Mogo zusammen bereits 250 Autokredite mit einem Volumen von 300Tsd Euro finanziert.

Im Moment sind 9 litauische P2P Kredite auf dem Marktplatz gelistet mit Zinssätzen (nominal) von 8 bis 15% und Kreditlaufzeiten von 6 bis zu 71 Monaten. Letzte Woche hatte Mintos bekanntgegeben auf die Service fees für Anleger bis auf weiteres zu verzichten. Anleger zahlen derzeit nur dann Gebühren, wenn sie Kredite auf dem Zweitmarkt verkaufen.