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Neues Interview mit Alexander Artope

Mittwoch, 25. November 2009

Lothar Lochmaier hat gestern in seinem Social Banking 2.0 Blog ein neues Interview mit Alexander Artopé, dem Geschäftsführer von Smava, veröffentlicht.

In den Fragen knüpft Lochmaier vor allem an ein jüngst veröffentlichtes Dossier der DB Research zu P2P Krediten an. Lochmaier sah darin wegen des Titels (’Welcome to the machine‘) und des Tonfalls einen Angriff der Deutschen Bank auf die P2P Kreditplattformen. Allerdings fand ich, dass rein sachlich betrachtet die Ergebnisse des DB Research Papers durchaus korrekt und nicht polemisch sind – auch wenn sie keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse darstellen – und hatte dies auch als Kommentar in Lochmaier’s Blog geschrieben.

Ich stimme mit Alexander Artopé überein, dass es grundsätzlich positiv zu bewerten ist, dass die Deutsche Bank sich (über DB Research) mit dem Trend der innovativen P2P Kreditmarktplätze öffentlich auseinandersetzt. Allerdings ist sie bisher die einzige Bank in Deutschland, die sich öffentlich damit auseinandersetzt.

Auch wenn sie sich nicht äußern, glaube ich das jede Bank mittelfristig für sich entscheiden muss wie sie zum Thema P2P Kredite steht. Umarmen und integrieren, bekämpfen, beobachten, ignorieren? Letzteres dürfte aus meiner Sicht die schlechteste Entscheidung sein, denn die Chancen, dass diese Form der Kreditvermittlung über das Internet sang- und klanglos wieder verschwindet, sehen aktuell nicht sehr groß aus.

Schweiz: Privatbankier sieht P2P Kredite als Bedrohung für Bankbilanzen

Donnerstag, 01. Oktober 2009

In einem Video Interview sagt Konrad Hummler, Teilhaber der Schweizer Privatbank Wegelin & Co, P2P Kredite könnten sich relativ schnell zur Bedrohung der Bankbilanzen entwickeln.
P2P Kreditbörsen könnten in wesentlichen Funktionen wie Losgrößentransformation, Risikotransformation und Fristentransformation die Banken ersetzen wenn sie effizientere Prozesse etablieren. Hummler sieht eine Schwäche der Großbanken in Staatsbesitz in ihrer Ineffizienz. Banken werden versuchen durch Ruf nach mehr Regulierung ihre Marktstellung zu sichern und Innovationen zu hemmen.

Exklusiv: Smava expandiert nach Polen – Interview mit Alexander Artopé

Sonntag, 04. Januar 2009

Ab dem 07.01. wird der P2P-Kreditmarkt Smava auch in Polen Kredite vermitteln. Dazu interviewte ich Alexander Artopé, Geschäftsführer von Smava.

P2P-Kredite.com: Herr Artopé, warum hat Smava gerade Polen als Zielmarkt für die internationale Expansion gewählt?

Smava: Aus mehreren Gründen. Erstens ist Polen eine stark wachsende Volkswirtschaft mit rund 40 Mio. Einwohnern. Zweitens ist in Polen mit rund 15% eine hohe Spanne zwischen dem Einlagen- und Kreditzins. Dadurch ist der smava Marktplatz von Anfang an sehr attraktiv für polnische Kunden. Drittens ist aufsichtsrechtlich für das Modell in Polen keine Bank notwendig, so dass sehr geringe Transaktionskosten anfallen.

P2P-Kredite.com: In Polen sind bereits 3 Anbieter von Peer-to-Peer Krediten etabliert. Mit welchen Maßnahmen will Smava als Newcomer Marktanteile gewinnen?

Smava: smava ist im Vergleich zu den bisherigen Anbietern wesentlich sicherer. Ähnlich wie in Deutschland ist zentraler Produktvorteil, dass das Risiko für Anleger transparent beurteilt und eingepreist werden kann. Hierzu arbeiten wir mit der polnischen „Schufa”, die dort BIK heißt – zusammen.

P2P-Kredite.com: Wie läuft das organisatorisch ab? Hat Smava eine Tochterfirma oder eine Niederlassung in Polen? Oder agieren Sie von Berlin aus?

Smava: Wir haben eine Tochterfirma in Polen, in Breslau (Wroclaw), mit einem polnischen Management-Team vor Ort.

P2P-Kredite.com: In welchem Feld liegen bei der internationalen Expansion die größten Herausforderungen: Technisch, juristisch/regulatorisch, im Marketing oder bei der Mitarbeitergewinnung?

Smava: Bei allen Feldern, in der Reihenfolge: juristisch/regulatorisch, Mitarbeiter und dann Marketing.

P2P-Kredite.com: Welche Unterschiede hat die polnische Version gegenüber dem deutschen Smava Angebot?

Smava: Erstens werden wir in Polen ohne Anleger-Pools starten, weil p2p Kredite dort meist im kurzfristigen Bereich unter einem Jahr vergeben werden. Zweitens werden die Endkundenverträge in Polen direkt – und nicht wie in Deutschland mit der biw Bank – abgeschlossen.

P2P-Kredite.com: Wie hoch ist die maximale Kredithöhe, die bei Smava Polen geliehen werden kann?

Smava: Ein polnischer Kreditnehmer kann über smava.pl maximal 100.000 Zloty aufnehmen. Ein Anleger kann bis zu insgesamt 200.000 Zloty Geld anlegen. (Anmerkung von P2P-Kredite.com: 100.000 Zloty entsprechen ca. 24.100 Euro)

P2P-Kredite.com: Welche Bonitätsinformationen stellt Smava.pl den Anlegern zur Verfügung?

Smava: Wie bei smava Deutschland wird der Score (BIK) sowie die Kapitaldienstfähigkeit den Anlegern zur Verfügung gestellt.

P2P-Kredite.com: Welche Gebühren berechnet Smava den polnischen Nutzern?

Smava: Für den Anleger ist die Geldanlage kostenfrei, für Kreditnehmer kostet es 1% des Kreditbetrages. (weiterlesen…)

Kiva for Profit

Mittwoch, 11. Juli 2007

Bei P2P-Banking gibt es ein umfangreiches Interview mit dem CEO von Globefunder.com. Über Globefunder hatte ich schon vor rund 3 Monaten geschrieben. 

Laut Interview klingt es nach einer interessanten Mischung zwischen Kiva und Prosper.com. Wesentlicher Unterschied zu Kiva ist, dass Anleger bei Globefunder Zinsen erhalten sollen. Sozusagen ein “Kiva for Profit”. Start von Globefunder (zunächst in den USA) soll im Oktober sein.

Video – aktuelles Interview mit Alexander Artopé von Smava

Donnerstag, 19. April 2007

Über Exciting Commerce bin ich auf folgendes aktuelle Interview von Lukas Gadowski mit Alexander Artopé gestossen:


Link: sevenload.com 

Gespräch mit den Gründern von Smava

Donnerstag, 05. April 2007

Gestern traf ich Alexander Artopé (Geschäftsführer) und Eckart Vierkant (Mitglied der Geschäftsführung, Produktentwicklung), Mitgründer von smava.de – der Plattform für Kredite von Mensch zu Mensch. Beide schilderten mir sehr detailliert die Konzeptions- und Umsetzungsphase. Leitziel ist die Schaffung einer Plattform, die Anlegern das Investieren so leicht wie möglich macht, bei größtmöglicher Absicherung gegen Ausfallrisiken. Dieses Ziel wurde unter anderem abgeleitet aus sehr vielen Vorgesprächen mit Anlegern zu ihren Erwartungen an einen solchen Marktplatz.
In Zusammenarbeit mit der biw Bank für Investments und Wertpapiere AG will smava den Kreditnehmern einen Weg bieten, einfach und zu günstigen Konditionen (Klein-) Kredite zu beantragen. Dabei tritt der Kreditnehmer anders als bisher bei der Kreditbeantragung, nicht als Bittsteller auf, sondern kann seine Vorstellungen zu Zinssatz und Kreditvolumen selbst formulieren. Artopé glaubt das smava für Kreditnehmer erstmals verständlich macht, dass Kreditgeber in ihrer Risikoeinschätzung stark auf die Bonitätsstufe achten und diese bei smava für den Kreditnehmer transparent wird. Ob der Kredit finanziert wird, entscheidet sich dann rein marktwirtschaftlich nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage.


Von links nach rechts: Rheinboldt, Artopé, Vierkant

Gefragt nach der Wettbewerbsfähigkeit der Konditionen angesichts der in Deutschland vielfach relativ preisgünstig angebotenen Konsumentenkredite zeigte sich Artopé zuversichtlich. Zu beachten sei, dass vor allem Spezialanbieter preisaggressiv im Markt tätig seien, während andere Banken Kredite zu vergleichsweise hohen Zinssätzen vergeben. Für alle Kunden der guten bis mittleren Bonität (A-F) sei zu erwarten, dass die Zinssätze bei smava günstiger sein werden.

smava hat sich gegen einen soft launch und für einen möglichst schnellen Start entschieden. Als erster Anbieter im deutschen Markt profitiert smava vom hohen Medieninteresse (u.a. Spiegel, Wirtschaftswoche, Tagesspiegel) und wird versuchen, den Markt zu gestalten. Artopé und Vierkant sind überzeugt, dass smava auch im Vergleich mit zu erwartenden Wettbewerbern sehr gut positioniert ist.

Das Interesse eine Woche nach dem Launch, bezeichnet Artopé als sehr hoch. Auch wenn sich die Geschäftsziele von smava am vermittelten Kreditvolumen messen, lehnt smava zur Zeit viele Marktzulassungen ab, um das Leitziel, die Schaffung einer möglichst ausfallsicheren Anlageform, nicht zu gefährden. smava prüft die von den Kreditnehmern eingereichten Dokumente im Detail, stellt Rückfragen bei Unstimmigkeiten oder fordert fehlende Unterlagen an.

Lag der Focus in den letzten Wochen und Monaten auf der Implementierung des reibungslosen Ablaufes aller Prozesse, so arbeitet Vierkant’s Team derzeit an neuen Funktionen, die die Bedienung noch einfacher machen.  Ein Beispiel für geplante Funktionen ist der Anlage-Assistent, den Anleger nutzen können, um automatisch auf Kredite zu bieten, die voreingestellte Kriterien erfüllen (ähnlich den standing orders bei Prosper.com).

In jedem Satz von Artopé und Vierkant schwang in unserem Gespräch die Motivation und Begeisterung für die Idee ‚Kredite von Mensch zu Mensch’ mit. In der jetzigen Anfangsphase wird dabei durchaus sehr basisnah gearbeitet. So hat Artopé in einem einstündigen Telefonat die Kreditnehmerin rinse durch den kompletten Prozess der Einstellung des Kreditprojektes gelotst. Er erlebte dies als sehr befriedigend, da er rinse unterstützen konnte, den ersten Schritt zur Realisierung des lange gehegten Wunsches – ein Wintergarten – in die Tat umzusetzen. Genau so hat sich sicher auch rinse ‚Kredite von Mensch zu Mensch’ vorgestellt. Ein erstes Gebot von Golfpapst liegt schon vor und weitere werden sicher in den nächsten Tagen folgen.

Die nächsten Wochen und Monate werden nicht nur für Artopé und Vierkant eine sehr spannende Zeit sein, sondern auch für alle Kreditnehmer und Anleger. Wie entwickelt sich das Zinsniveau im deutschen Markt für P2P Kredite? Wie die Ausfallraten? Welche Wettbewerber starten? Welche neuen Produktinnovationen machen den Prozess noch einfacher, transparenter und kalkulierbarer?


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