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Deutsche Bank skeptisch zu Erfolgsaussichten von P2P Kredit Services

Freitag, 19. Oktober 2007

In einem aktuellen Report von DB Research zu Web 2.0 und Finanzdienstleistern heißt es u.a.:

Das in Kalifornien gegründete Unternehmen Prosper, das seit Februar 2006 einen Online-Marktplatz betreibt, hat bis Juli 2007 Kredite in Höhe von USD 70 Mio. vermittelt, wobei jedoch Kreditwünsche in Höhe von USD 460 Mio. nicht finanziert wurden. Die Wahrscheinlichkeit der Kreditzusage ist bei Kreditnehmern einer guten Bonitätsklasse am höchsten (ca. 45%), während Schuldner mit hohem Risiko in der Regel keine Finanzierung erhalten (weniger als 5% dieser Gesuche bekommen eine Zusage, s. Grafik). Kreditnehmer mit guter Bonität haben jedoch auch die Möglichkeit, zu günstigen Konditionen standardisierte Kredite von traditionellen Finanzdienstleistern zu bekommen – dadurch ist der Konkurrenzdruck in diesem Segment hoch und die Margen gering. Deshalb ist es unwahrscheinlich, dass P2P-Kredite jemals mehr als ein Nischenprodukt sein können. Die Konkurrenz durch traditionelle Finanzdienstleister könnte die P2P-Kreditplattformen verstärkt zu den Kreditnehmern mit niedriger Bonität drängen – obwohl diese Klientel bisher weitgehend ignoriert wurde. Gerade hier können die Plattformen von ihrer Online-Gemeinde profitieren. Erfahrungen bei Prosper illustrieren den Einfluss, den die Gruppen durch Auswahl und Kontrolle ihrer Mitglieder auf die Zahlungsmoral haben: Die Ausfallraten sind typischerweise deutlich geringer, wenn sich die Schuldner einer Gruppe von Kreditnehmern angeschlossen haben …

(Quelle via Robert Basic und Henning Krieg)

Wenn die Deutsche Bank bemängelt, dass ein hohe Zahl von Interessenten bei Prosper keinen Kredit bekommen haben, bleibt die Frage wieviele Kreditgesuche die Deutsche Bank im Durchschnitt ablehnt, bzw. wieviele, die einen Kredit benötigen, bei der Deutschen Bank mangels Erfolgsaussichten gar nicht erst vorstellig werden?

Ein weiteres Video zum Smava Geschäftsmodell

Samstag, 12. Mai 2007

Alexander Artopé stellt auf der next07 Smava vor und beantwortet Fragen rund um das Geschäftsmodell. Eine Aussage ist u.a., dass der Markt für Konsumentenkredite in Deutschland sich auf rund 60 Milliarden Euro pro Jahr beläuft und bisher nur 2 Prozent davon online abgewickelt werden.


Link: sevenload.com

Smava Geschäftsmodell in der Analyse

Montag, 26. März 2007

In dieser ersten Analyse betrachte ich das Smava.de Geschäftsmodell im Hinblick auf die Profitabilität für den Betreiber. Nach den aktuellen Regeln verdient Smava immer dann wenn ein Kredit zustande kommt. Die Gebühr, die Smava dem Kreditnehmer berechnet beträgt 1% der Kreditsumme.  Ein Grund für die im internationalen Vergleich niedrig angesetzte Gebühr könnte das in Deutschland niedrige Zinsniveau sein, dass evnt. keine höheren Gebühren erlaubt. Kredite sind zwischen 500 und 10.000 Euro möglich. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Kreditsumme von 3.000 Euro würde Smava somit 30 Euro einnehmen. Als einzige weitere Gebühr berechnet Smava dem Kreditnehmer 10 Euro pro Mahnung.

Das klingt nicht sehr viel. Als nächstes eine Betrachtung der reinen Transaktionskosten:

  • Identfikation eines Kreditnehmers über PostIdent (Annahme 5 Euro - die tatsächlichen Preise sind mengengestaffelt)
  • Identfikation eines Kreditnehmers über PostIdent (Annahme 5 Euro - die tatsächlichen Preise sind mengengestaffelt)
  • Schufa-Auskunft (Zahlen zu Kosten liegen mir nicht vor - Annahme 1 Euro)
  • Bearbeitung von eigehenden Dokumenten für Kreditnehmer (ca. 5 Euro, basierend
    auf allgemeinen Call-Center Kosten - inhouse Sachbearbeitung kann preiswerter oder teuerer sein)
  • Bearbeitung von eingehenden Dokumenten für Kreditgeber (ca. 3 Euro, basierend auf allgemeinen Call-Center Kosten)

Schon bei der Betrachtung der reinen Transaktionskosten, also ohne Overhead, Marketing und Amortisation des Setups wird klar, dass Smava nur als Mengengeschäft mit hohem Standardisierungs- und Automatisierungsgrad zum Erfolg werden kann. (more…)