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Seedmatch will Firmen durch Kredite von Privat finanzieren

Montag, 30. November 2009

Bisher sind die P2P Kreditplattformen vor allem auf die Finanzierung von Privatkrediten ausgerichtet, auch wenn einige von Selbständigen als Finanzquelle genutzt werden können. International gibt es bisher nur wenige Ansätze von Peer-to-Company Krediten (kurz P2C-Kredite, von engl. p2c lending).

Genau diesen Ansatz verfolgt das Startup Seedmatch aus Dresden. Über Seedmatch.de werden Startups Kapital zur Gründungsfinanzierung einsammeln können. Investoren können sich dabei schon ab einem Mindestbetrag von 1.000 Euro an einem Startup beteiligen. Geschäftsführer Jens-Uwe Sauer verspricht in dem Konzept vor allem mehr Transparenz und eigene Entscheidungsmöglichkeiten für Anleger als bei der Geldanlage über Venture Capital Fonds, die zudem höhere Mindestanlagebeträge verlangen.

Grundsätzlich eine interessante Möglichkeit. Allerdings wird das Risiko bei der Startup-Finanzierung noch sehr viel größer sein, als bei der Vergabe von Privatkrediten. Entsprechend wichtiger ist die konkrete Ausgestaltung von Seedmatch und die Mechanismen zur Bewertung der Tragfähigkeit der Konzepte der vorgestellten Startups und die Absicherung gegen Risiken. Fraglich ist auch, wie sichergestellt werden soll, dass das Startup nach der Finanzierung wirklich den ursprünglich vorgestelltem Plan folgt und nicht kurzfristig die Strategie ändert (mal unabhängig davon, ob erfolgreich oder nicht erfolgreich).

Jede Menge weitere Fragen würden sich mir stellen, bevor ich tatsächlich eine solche Plattform als Anleger aktiv benutzen würde. Aber vermutlich gibt es auch andere Anleger, die (zumindest im begrenzten Rahmen) einfach mal einen Versuchsballon starten würden.

Bisher stehen auf der Website noch keine Details. Sobald es bei Seedmatch konkreter wird, werde ich nochmal darüber berichten.

Nachdem Smava und Auxmoney uns schon die Möglichkeit gegeben haben, selbst “Banker” zu werden, können wir zukünftig auch Business Angel werden.

Valuna vermittelt Privatanleger für Firmenfinanzierungen

Freitag, 08. Februar 2008

Heute kam eine Pressmitteilung des Startups Valuna.de. Valuna bietet Firmen die Möglichkeit ohne Einschaltung eine Bank Kredite aufzunehmen und die Kreditgeber dazu über das Internet zu finden. Die Anlage erfolgt in Form einer Schuldverschreibung. Der Mindestanlagebetrag beträgt – je nach Kredit zwischen 100 und 5.000 Euro.

Aktuell möchte zum Beispiel die Quickprinter GmbH einen 100.000 Euro Kredit über 7 Jahre zu 15% Zinsen aufnehmen. 15% Zinsen (tatsächlich sind es laut Wertpapierprospekt 12% Basisdividende plus Überschußbeteiligung – die 15% sind Prognose) klingt auf den ersten Blick viel, allerdings müssen Anleger auch das Risiko dieser Anlageform im Auge behalten. Das höchstmögliche Risiko ist der Verlust der Einlage einer Insolvenz des Unternehmens. Zudem veröffentlicht Valuna ausdrücklich nur die Unternehmensangaben, prüft sie selbst also nicht.

Bei einem Blick auf die Unternehmensdaten von QuickPrinter mit einer Umsatzrendite von 1% und 25 Mitarbeitern bei nur 220.000 Euro Umsatz (=rechnerischer Jahresumsatz pro Mitarbeiter ca. 10.000 Euro), finde ich diese Zahlen persönlich relativ niedrig.

Für die Anleger ist die Registrierung und Nutzung von Valuna kostenlos. Firmen bezahlen Valuna für die erfolgreichen Verlauf des Wertpapierverkaufs ein mengenabhängiges Entgelt (3,2% in der kleinsten Volumenstufe) sowie weitere Dienstleistungen wie Layouting, Lektorat, Beratung, Konzepterstellung. Die Valuna Musterkalkulation kommt in Summe auf Emissionskosten von 5,95% für die Firma. Vorteile für die Firmen sind laut Valuna:

Nicht zuletzt in Folge von Basel II sind Kredite zunehmend schwerer zu bekommen, die Prozesse bürokratischer und oftmals müssen mehr Sicherheiten gestellt werden. Mit Valuna erschließen Sie sich eine völlig neue zusätzliche Finanzierungsquelle jenseits der Bankenwelt, die Ihnen hilft, eine angemessene Kapitalausstattung für Ihr Unternehmen zu realisieren.

Valuna hilft Ihnen dabei auf dreifache Weise: Valuna ermöglicht Ihnen zum ersten einen direkten Zugang zu Anlegern, die in Ihr Unternehmen investieren können. Zum zweiten können Sie über Valuna Eigenkapital (z.B. in Form von Genussrechten) einwerben und so Ihre Bonität verbessern, was wiederum für weitere Bankkredite sehr vorteilhaft ist. Die Finanzierung über Valuna ermöglicht Ihnen zum dritten interessante Optionen, parallel zur Finanzierung, Ihre Kunden und Geschäftspartner stärker an Ihr Unternehmen zu binden.

Der Zahlungsverkehr erfolgt übrigens immer nur zwischen Anleger und Firma. Valuna ist also nicht als Dritter dazwischengeschaltet und nimmt hauptsächlich Marketing-, Informations-, und Abwicklungsaufgaben statt.

Der Ablauf für Anleger ist so, das sie erst den Prospekt anfordern und per Email erhalten, dann die Zeichnungsunterlagen anfordern und per Email bekommen und diese schließlich ausgefüllt per Post schicken. Angesichts des Umfangs der Unterlagen (Quickprinter Prospekt hat 28 Seiten) aus meiner Sicht zu aufwändig für kleine Anlagesummen wie 100 Euro.

Die Website könnte vom Layout noch verbessert werden. Nicht schön ist auch, dass 4 von den 5 vorgestellten Anlagen “Beispielemissionen” (vulgo fiktive Dummies) sind.

Ich selbst werde Quickprinter kein Geld leihen. Für Feedback von Nutzern bin ich dankbar – schreiben Sie Ihre Erfahrungen doch bitte ins Forum, wenn Sie über Valuna Schuldverschreibungen gezeichnet haben. Danke.

An einem sehr ähnlichen Konzept entwickelt schon seit über einem Jahr die Portafinancia GmbH. Wie Geschäftsführer Axel Liebetrau vorgestern P2P-Kredite.com mitteilte, ist die Entwicklung abgeschlossen und die Bafin-Genehmigung liegt vor. Die Portafinancia GmbH bemührt sich derzeit um weitere Investoren um die Startphase zu finanzieren.


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