Archiv für die Kategorie ‘USA’

Herausforderungen für Kiva bei der Kreditverwaltung

Montag, 22. Oktober 2007

Bei Kiva.org können Anleger zinslose Kredite an Kleinunternehmer in Entwicklungsländer vergeben. Inzwischen wurden durch über 130.000 Anleger Kredite im Wert von über 13 Mio. US$ vergeben.

Matt Flannery, CEO von Kiva, hat in einem Artikel einige adminstrative Herausforderungen, die damit verbunden sind, geschildert. Die Kredite werden durch lokale Partner, sogenannte microfinance institutions (MFI) verwaltet. Einige dieser MFIs haben inzwischen über 1000 Kredite zu verwalten. Die Pflege der Daten auf Kiva bereitet diesen Probleme, da der Internetzugang in den Entwicklungsländern teilweise sehr langsam ist. Das MFI muss 10 Seiten durchklicken, um einen Kreditantrag einzustellen. Inklusive Upload des Fotos kann dieser Vorgang 4-5 Minuten dauern. Dazu kommt dann die monatliche Pflege des Rückzahlungsstatus. Um hier Erleichterung zu schaffen, hatte Kiva schon Ende 2006 das System so umgestellt, dass das MFI nur im Negativfall, also wenn ein Kredit nicht nach Plan zurückgezahlt wird, einen Eintrag macht.

Dennoch war diese Pflege bisher wohl zu kompliziert, so dass MFIs häufig darauf verzichtet haben, Verspätungen bei den Rückzahlungen einzupflegen. Dadurch seien die Rückzahlungsstatistiken zu gut, so Flannery.

Kiva plant ferner Gruppenkredite (group loans) und Neuerungen bei der Handhabung des Wechselkursrisikos einzuführen.
(Quelle: Wiseclerk.com)

Banken und P2P Kredite

Mittwoch, 17. Oktober 2007

Ich hatte heute ein interessantes Telefonat mit einem Analysten, der für eine britische Firma arbeitet, die Studien für Banken erstellt. Eine der Fragen, um die es ging, war ob das Modell der Peer to Peer Kredite von Banken aufgegriffen werden könnte und für eigene Zwecke genutzt werden könnte.

Peer-to-peer Kredite bieten etwas was die meisten Bankprodukte nicht bieten: Human touch und die punktgenaue Steuerung des Verwendungszweckes der Kredite. Auch wenn letzteres sich in manchen Fällen potentiell als Illusion darstellen könnte, denn auf den meisten Plattformen wie Prosper und Zopa wird der angegebene Zweck nicht überprüft, so ist dennoch das Konzept marketingwirksam. Und mal ehrlich: Zwar ist die Anlage auf einem Tagesgelkonto sicher und bringt gute Zinsen, aber wirklich innovativ und sexy im Sinne der Ansprache junger Zielgruppen ist sie nicht.
Außerdem beschränkt sich der Kontakt zum Kunden bei einem Tagesgeldkonto auf den Zeitpunkt der Anlage, die Kontoauszüge und den Zeitpunkt der Auflösung des Guthabens. Im Gegensatz dazu bieten Peer-to-Peer Kreditplattformen eine Community und häufige Interaktionen, wenn der Betrag in kleinen Beträgen auf verschiedene Kredite verteilt angelegt wird.

Nun, selbst wenn sie wollten, könnten Banken aber vermutlich nicht einfach eine Peer-to-Peer Kreditplattform aufmachen. Es würde nicht zu ihrem Image passen und sie würden sich im Internet-Marketing schwerer tun als ein Startup. Mal abgesehen davon, dass sie Ihren eigenen Markt kannablisieren würden und immer noch nicht bewiesen ist, dass der Plattformbetreiber mit dem Konzept finanziell erfolgreich sein kann. P2P Kredit Plattformen sind vom Geschäftsvolumen auf Jahre hinaus nicht groß genug um eine Bedrohung für Banken darzustellen. Das Interesse der Banken ist aber dennoch groß, da die Banken evaluieren, welche Impulse sie für ihr Geschäft ableiten können.

In den USA haben credit unions (etwa vergleichbar zu Genossenschaftsbanken) Partnerschaften mit Zopa geschlossen. Die credit unions haben bisher ein eher verstaubtes Image und eine überwiegend ältere Klientel. Sie haben die Partnerschaft als Chance ergriffen junge Zielgruppen mit einem innovativen Ansatz anzusprechen und so Mitglieder zu gewinnen.

Online Pranger für säumige Prosper Schuldner

Donnerstag, 27. September 2007

Die Website Wallofsham.com stellt säumige Schuldner der amerikanischen Peer-to-Peer Kredit Plattform Prosper.com an den virtuellen Pranger. Dabei werden z.T. auch persönliche Angaben wie Namen der Schuldner veröffentlicht.

Die Website verletzt dabei absichtlich Richtlinien zum Schutz der Privatspäre bei Prosper.com. Prosper hat die Bestimmungen zu personally identifiable information (Pii) zuletzt am 19. September verschärft, stieß dabei aber auf Unverständnis bei einigen Anlegern, da auch der Verweis auf solche Informationen verboten ist, die der Schuldner selbst online gestellt hat und damit bewusst oder unbewusst seine Identität offenbarte. Außerdem hat Prosper Anleger bestraft (gebannt) wegen Verletzung der Richtlinien, die Hinweise auf kriminelle Tatbestände von Schuldnern recherchiert und veröffentlicht hatten.

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Kiva erwartet 130 Mio. Dollar in Krediten in 5 Jahren

Samstag, 15. September 2007

Bei Kiva kann jeder Mikrokredite an Kleinunternehmer in Entwicklungsländern vergeben. Bisher hat Kiva ein Kreditvolumen von 11 Mio. US$ vergeben.

In einer aktuellen Präsentation hat Kiva.org nun die Geschäftsplanungen der nächsten 5 Jahre offengelegt. In dem mittleren Szenario geht Kiva davon aus in 5 Jahren Kredite in Höhe von 130 Millionen US$ von über 550.000 Kreditgebern zu vermitteln. Auch die Aussagen zu Vision auf Seite 12 sind interessant.

 

Lendingclub erhält 10 Mio. Venture Capital

Freitag, 24. August 2007

Der amerikanische Anbieter Lendingclub.com hat 10 Mio. US$ Venture Capital erhalten. Über ihre Motivation berichten in Kurzinterviews die Investoren Canaan Partners und Norwest Venture Partner. CEO Renauld Laplanche kündigte an die 10,26 Mio. Dollar für die Expansion über die Plattform Facebook hinaus zu verwenden.

Seit dem Start vor 3 Monaten hat Lendingclub über 750.000 Dollar Kreditvolumen vermittelt. Der durchschnittliche Zinssatz der gut 5.500 Kredite lag bei 11%.


(Bonitäten und Zinssätze der Lendingclub Kredite, Quelle)

Lendingclub hat zur Zeit 21 Angestellte, nimmt knapp 3 Prozent Gebühren und hat in den ersten 3 Monaten knapp 30.000 US$ Umsatz erzielt. (Quelle: BusinessWeek)

 

Rebellion der Anleger im Prosper Forum

Mittwoch, 15. August 2007

Ende März hatte ich schon einen Post Aufstand der Nutzer im Prosper Forum geschrieben. In den letzten Tagen wäre offene Rebellion wohl zutreffender.

Im Anleger-Forum von Prosper.com lauteten die Titel der Beiträge beispielsweise “FLASH:Prosper bans $100.000 lender“, “Prosper Mng. Living Under a Rock“, “Shooting the Messenger“, “What happens if Prosper goes under?“, “I am done lending on Prosper“, “Hello Prosper Moderator“, “Lender’s WHO are DONE with Prosper“, “My letter to Prosper” oder “Open letter to John Witchel“.

Beklagt wird mangelnde Kommunikation, Nichtbeseitigung von gemeldeten Problemen, Ignoranz (bis hin zum Vorwurf der Arroganz) des Prosper Managements gegenüber den Wünschen der Anlieger und vor allem natürlich die mageren Renditen aufgrund sehr hoher Ausfallraten und marginaler Inkassoquoten.

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Kiva for Profit

Mittwoch, 11. Juli 2007

Bei P2P-Banking gibt es ein umfangreiches Interview mit dem CEO von Globefunder.com. Über Globefunder hatte ich schon vor rund 3 Monaten geschrieben

Laut Interview klingt es nach einer interessanten Mischung zwischen Kiva und Prosper.com. Wesentlicher Unterschied zu Kiva ist, dass Anleger bei Globefunder Zinsen erhalten sollen. Sozusagen ein “Kiva for Profit”. Start von Globefunder (zunächst in den USA) soll im Oktober sein.

Lendingclub mit schnellem Wachstum

Donnerstag, 21. Juni 2007

Der amerikanische Anbieter von P2P Krediten Lendingclub, der im letzen Monat gestartet war, hat bisher über 100000 US$ Kreditvolumen vergeben. Kredite für weitere $210000 werden in den nächsten 12 Tagen finanziert werden. (Quelle: P2P-Banking.com)  

Prosper erhält 20 Millionen Dollar Venture Capital

Donnerstag, 21. Juni 2007

Wie Techcrunch berichtet, erhält Prosper.com weitere 20 Mio. US$ Venture Capital von DAG Ventures und Meritech Capital Partners. Frühere Investoren haben sich ebenfalls erneut beteiligt.

Lendingclub bietet in USA P2P Kredite Facebook Mitgliedern an

Freitag, 25. Mai 2007

In den USA ist heute bei dem Netzwerk Facebook.com das P2P Kredite Angebot von Lendingclub.com gelauncht.

Facebook ist ein sogenanntes “social network”, das ähnlich funktioniert wie linkedin oder das deutsche xing.com jedoch seinen Schwerpunkt auf schulischen oder universitären Background der Mitglieder setzt. Facebook hat laut Wikipedia rund 19 Mio. Nutzer und gehört zu einer der meistgenutzten Websites in den USA.

Lendingclub.com bietet den Facebook Mitgliedern die Möglichkeit Kredite zwischen 1000 und 25000 Dollar anzufragen, die dann von anderen Facebook Mitgliedern finanziert werden. Das mit 2 Mio. Euro Startkapital finanzierte Startup ist damit der erste Konkurrent von Prosper.com, der im US-Markt gelauncht ist.

Anders als bei Prosper schlägt die Technologie bei Lendingclub den Zinssatz auf Basis der Bonitätsstufe des Kreditnehmers vor, statt diesen durch den Kreditnehmer frei festzusetzen lassen. Lendingclub rühmt sich seiner “LendingMatch” getauften Funktion, die Kreditnehmer und Kreditgeber anhand von vorhandenen Beziehungen bei Facebook zusammenbringen soll.

Lendingclub.com vereint verschiedene Aspekte der Modelle von Zopa, Prosper und CircleLending zu einer interessanten Kombination.

Marketingtechnisch ist das Aufsetzen auf einem bestehenden Web 2.0 Netzwerk mit einer großen Nutzerbasis ein kluger Schachzug um schnell gegenüber dem Konkurrenten Prosper aufzuholen. Interessant ist die Frage ob dies ein genereller Ansatz ist. Social networks auf die aufgesetzt werden könnte, gibt es viele. Und einige Anbieter, wie Smava, tun sich zur Zeit ja noch schwer mit der Marktdurchdringung. 

Quelle: Lendingclub to introduce p2p lending to Facebook members