Investoren Tool Anbieter Lending Robot erhält 3 Mio. von VC

Lending Robot ist ein Web-Service der US-Anlegern in P2P Kredite ermöglicht ihre Investments bei Prosper und Lending Club zu automatisieren. Der Vorteil liegt darin, dass Lending Robot automatisch im Namen des Investors rund um die Uhr Gebote abgibt, sobald neue Privatkredite auf den Marktplätzen Prosper und Lending Club eingestellt werden. Diese Automatisierung ist wichtig, da die für Anleger attraktivsten Kredite binnen Minuten gefüllt werden und somit für ein manuelles Investment oft nur weniger attraktive Kreditgesuche übrig bleiben.

Einsteiger können von Lending Club vordefinierte Selektionskriterien für die Kreditauswahl nutzen. Fortgeschrittene Nutzer können darüber hinaus Filter einstellen, die eine sehr viel feinere Selektion der Kredite ermöglichen als die hauseigenen Benutzeroberflächen auf der Prosper bzw. Lending Club Webseite. Nutzer können Lending Robot bis zu einem Investmentbetrag von 10.000 US$ kostenlos nutzen, erst danach fällt eine jährliche Gebühr von 0,45% des gemanagten Investmentbetrages an.

Die Gebotsabgabe funktioniert technisch über die APIs, die Prosper und Lending Club zur Verfügung stellen.

Lending Robot hat nun 3 Mio. US$ vom europäischen VC Runa Capital erhalten. Das Geld soll für die Weiterentwicklung des Services und die Beschleunigung des Wachstums verwendet werden.

Die Gründer Gilad Golan und Emmanuel Marot hatten das Tool ursprünglich entwickelt um ihre eigenen Anlagen bei Lending Club zu automatisieren. Mit dem starken Wachstum der P2P Kredite erkannten sie die generelle Nachfrage nach Lösungen zur Automatisierung der P2P Kredit Investments für private Anleger und entwickelten die Lösung weiter und stellten sie öffentlich zur Verfügung. In den USA gibt es mehrere ähnliche Services wie z.B. Peer Cube oder Peer Lending Server.

Im deutschen Markt gibt es bisher keine vergleichbaren Lösungen zur plattformübergreifenden Automatisierung des Invests in Privat an Privat Kredite. Der Bedarf ist auch (noch) nicht gegeben, da kein vergleichbarer Zeitdruck herrscht. Allerdings zeigen sich in UK Tendenzen auf einigen P2P Kreditmarktplätzen, dass attraktive Kredite sehr schnell gefüllt werden. Aber auch dort gibt es noch keinen vergleichbaren öffentlich verfügbaren Service für Privatanleger.

Aktuelle P2P Kredit Trends in den USA

In den USA unterscheidet sich die Entwicklung der P2P Kreditbörsen deutlich. Bei Lendingclub.com ist das Wachstum ungebrochen. Aktuell werden pro Monat über 6 Mio US$ neue Kredite von privat finanziert. Lending Club hat jüngst auch eine Produktgestaltung eingeführt, die eine steueroptimierte Berücksichtigung der Anlage in Privatkredite als Altersvorsorge ohne extra Gebühren ermöglicht. Diese Steuervorteile erhöhen die Attraktivität der Geldanlage in Privatkredite deutlich. Lending Club wirbt (basierend auf den Ergebnissen der Vergangenheit) mit einer jährlichen Rendite dieser Anlageform von 9,67%.


(Quelle der Abbildung: Lendingclubstats.com)

Sehr gegensätzlich verläuft die Geschäftsentwicklung des einstigen Marktführers Prosper.com. Zwar kann Prosper nach einer mehrmonatigen Zwangspause seit Juli 2009 wieder Kredite vermitteln – jetzt mit Genehmigung der Aufsichtsbehörder SEC. Aber an das Wachstum alter Zeiten kann Prosper nicht wieder anknüpfen. Im Oktober wurde nur Kredite mit einem Gesamtvolumen von ca. 2 Mio. US$ vermittelt. Hauptgrund ist der Vertrauensverlust der Altanleger, denen hohe Kreditausfälle die Rendite verhagelt haben.


(Quelle: Ericscc.com)

Dies ist deutlich zu wenig für Prosper um profitabel zu arbeiten. Ganz im Gegenteil: Geschäftsuntzerlagen von Prosper für das 3. Quartal weisen einen Quartalsverlust von 2,24 Millionen US$ aus.  Die liquiden verfügbaren Mittel (Barreserven) belaufen sich Ende September auf ca. 2,08 Mio. US$. Damit hat Prosper einen Großteil der ursprünglichen VC Finanzierung von 40 Mio. US$ aufgebraucht. Trotz des kürzlichen Invests eines Bankers (1 Mio. US$), braucht Prosper bei dieser Burn-Rate schon in wenigen Monaten dringend eine Anschlussfinanzierung. Ob dies bei der derzeitigen Situation gelingt?

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Anleger visualisiert zunehmende Rückzahlungsprobleme seiner MYC4 Kredite

Ich hatte ja schon darüber berichtet, dass die Rückzahlungen der Kredite bei MYC4in letzter Zeit zu wünschen übrig lassen. Da der MYC4 Account wenig hilfreich ist, um sich einen Überblick über das eigene Portfolio an Krediten zu verschaffen, sind einige Anleger dazu übergegangen die Performance ihrer Anlagen offline zu tracken – zum Beispiel in Listen in Excel.

Die folgende Grafik, die MYC4 Anleger Bente Pedersenfür seine Kredite erstellt hat, zeigt anschaulich durch die Farben, wie die verspäteten Rückzahlungen bzw. Zahlungsausfälle über die Zeit zugenommen haben.


(Darstellung von Bente Pedersen – zeigt Status der Rückzahlungen der Kredite in die er investiert hat, Wiedergabe mit Genehmigung)

Regulatorisches Durcheinander in den USA – Prosper schliesst nur 2 Wochen nach Wiedereröffnung

In den USA erlebt die kalifornische P2P-Kreditbörse Prosper.com ein Chaos. Nach 6 monatiger Schließung aufgrund regulatorischer Auflagen durch die Aufsichtsbehörde SEC, hatte Prosper am 28. April wieder geöffnet – aber ohne das Plazet der SEC mit einer Ausnahmegenehmigung des Bundesstaats Kalifornien.

Heute ist das auch schon wieder Schnee von gestern. Auf der Webseite ist eine Bekanntmachung, dass aktuell wieder keine neuen Anleger und Kreditnehmer Kredite vergeben und bekommen können, solange die Genehmigung der SEC nicht vorliegt.

Peer to Peer Kredite – Jahresrückblick 2008

Kurz vor Ende des Jahres hier ein Rückblick auf die Ereignisse und Entwicklungen:

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USA: Sammelklage gegen Prosper

Nachdem die Aufsichtsbehörde Prosper bereits Rechtsbruch anlastete kommen weitere Probleme auf Prosper.com zu. Vor wenigen Tagen wurde die erste Sammelklage gegen Prosper eingereicht, in der Anleger Prosper anlasten sie unzureichend über Risiken der Geldanlage informiert zu haben, falsche Marketing-Aussagen gemacht zu haben, und ihnen nicht registrierte Wertpapiere verkauft zu haben (basierend auf der SEC Beurteilung als Beweis). Laut Klage seien die Anleger um mindestens 21 Mio. US$ geschädigt worden durch nicht zurückgezahlte Kredite, die nun wertlos seien.

Außerdem hat sich Prosper in einem Vergleich mit US-Bundesstaaten verpflichtet 1 Mio. US$ an die Bundesstaaten zu zahlen, die im Gegenzug auf individuelle Klagen gegen Prosper verzichten.

Die vollständige Klageschrift sowie weitere Hintergrundinformationen werden im Artikel ‚Prosper faces class action lawsuit…‘ bei P2P-Banking.com geschildert.

USA: Aufsichtsbehörde wirft Prosper Rechtsbruch vor

In den USA hat die Aufsichtbehörde SEC heute eine ‚Cease and desist‘ Anordnung gegen Prosper veröffentlicht. Im wesentlichen geht es darum, dass die SEC Prosper vorwirft, durch die über Prosper.com angebotenen Kredite die amerikanischen Wertpapiergesetze verletzt zu haben, da Prosper nicht über die notwendigen Voraussetzungen und Genehmigungen zur Ausgabe dieser Wertpapiere verfüge. Die SEC fordert Prosper auf alles zu unterlassen, was zu weiteren Verletzungen der genannten Gesetze führen könnte.

Für die Anleger stellt sich die Frage, was das konkret für sie und ihre schon laufenden Kredite bedeutet – insbesondere falls Prosper als Resultat der Regulierungsproblematik den Betrieb nicht dauerhaft aufrecht erhalten könnte.

(Quelle: ‚SEC orders Prosper to cease and desist‚)

Update 26.11.: In Reaktion auf obige Entscheidung stellt auch Loanio heute vorsorglich den Betrieb ein um die Möglichkeiten von Schritten zur Schaffung einer regulierungskonformen Lösung zu prüfen.

Prosper öffnet Plattform für Gebote via Dritt-Applikationen

Prosper.com hat heute die Möglichkeit geschaffen, dass Dritt-Applikationen Gebote für Kreditgeber abgeben. Ähnlich wie Bietagenten bei Ebay können nun also Bietprogramme bei Prosper über eine API-Schnittstelle automatisiert Gebote für Anleger abgeben. Anleger müssen diese Funktion lediglich in Ihrem Account freigeben.

Mögliche Anwendungsfelder sind:

  • Bid sniper: Da es sich bei Prosper um (umgedrehte) Auktionen handelt, ist hier das Ziel der Gebotsabgabe kurz vor Schluß des Listings zum optimalen Zinssatz
  • Automatische Umsetzung von Biet-Strategien: Zwar bietet Prosper mit den standing orders und den portfolio plans schon interne Möglichkeiten zur automatisierten Umsetzung eigener Strategien, aber noch komplexere Strategien sind mit Bordmitteln nicht umzusetzen. Der Mehrwert könnte bei den Dritt-Applikationen in der besseren Prognose des Ausfallrisikos (durch statistische Auswertungen) liegen. Die Applikation würde dann auf die Kredite mit dem besten Ertrag/Risiko Verhältnis bieten.

Es bleibt abzuwarten, welche Art von Applikationen an den Markt gehen und in welchem Maß Anleger bereit sind diesen „Vollmacht“ über den Einsatz ihrer Gelder bei Prosper zu gewähren. Spannendes Thema. 

Mehr dazu und zu weiteren Neuerungen bei Prosper gibt es bei Wiseclerk.