Archiv für die Kategorie ‘Allgemein’

Gartner-Prognose: 5 Milliarden US$ P2P Kredite in 2013

Dienstag, 05. Januar 2010

Gartner prognostiziert für  P2P Kredite im Jahr 2013 ein Marktvolumen von 5 Milliarden US$ ausstehende Kredite.

Consumers who lose their jobs can’t get loans to cover periods of unemployment; businesses that encounter trouble due to low demand can’t get credit lines to see them through to recovery. Furthermore, banks are more interested in recapitalising than in lending. Growth in P2P lending will be driven by investors seeking higher returns and borrowers shunning (or being shunned by) banks. Gartner recommends that financial services providers investigate how to partner and collaborate in adding P2P to their existing offerings rather than building their own P2P lending networks.

Eine frühere Schätzung von Gartner aus dem Februar  2008 überschätzte die Konkurrenz die P2P Kredite für das Bankgeschäft in 2010 darstellen werden deutlich – zumindest nach meiner Einschätzung – aber 2010 ist ja auch noch nicht vorbei und vielleicht passiert ja noch eine explosive Steigerung in diesem Jahr .

P2P Kredite mit Bürgen – eine Entwicklungsoption?

Mittwoch, 08. Juli 2009

P2P Kredite werden im Moment fast immer als unbesicherte Kredite vergeben. Nur MYC4 operiert auch mit Sicherheiten, deren Eintreibbarkeit aber in verschiedenen Fällen zweifelhaft war. Sonstige Garantien wie bei Zopa Prime durch eine Stiftung sind Ausnahmen in Sonderfällen.

Ich glaube auch nicht, dass dingliche Sicherheiten ein gangbarer Weg in Deutschland sind. Die Kosten der Abwicklung sind für die Kreditbörse zu hoch in Relation zum Nutzen. Allenfalls für Ratenkäufe, bei denen der Händler mit Eigentumsvorbehalt liefert, die Kreditfinanzierung aber über eine P2P-Kreditplattform läuft, sind solche Ansätze eventuell praktikabel.

Wie aber sieht es mit Krediten, für die ein oder mehrere Personen bürgen aus? Dies könnte insbesondere dann Vorteile bringen, wenn der Bürge eine sehr viel bessere Bonität hat, als der Kreditnehmer. Ich denke hier weniger an Ehegatten als Mitantragsteller, als an Verwandte (z.B. Eltern?), die nicht mit dem Kreditnehmer im selben Haushalt wohnen.

Der Aufwand für die Kreditplattform läge vor allem in der Validierung der Daten der zusätzlichen Person(en) – also PostIdent, Bonitätsprüfung, ggf. Einkommensnachweis.

In der Abwicklung selbst würden kaum erhöhte Aufwände entstehen: Nach einem (oder wiederholt) fehlgeschlagenem Lastschrifteinzug könnte die Kreditbörse die fällige Rate einfach von dem Bankkonto des Bürgen einziehen. Das ginge automatisiert. Bei mehreren Bürgen müsste festgelegt werden, ob diese anteilig belastet werden oder nach einer bestimmten Rangfolge.

Die Kernfrage ist natürlich, ob der Kreditnehmer jemanden findet, der bereit ist eine Bürgschaft einzugehen.

Für Kreditgeber würde ein solcher Ansatz eine deutliche Erhöhung der Sicherheit gegen Kreditausfälle bieten. Der Bürge wird i.d.R. die Person, für die er bürgt sehr gut kennen, und da er mit seinem eigenen Geld haftet, das Risiko nur eingehen, wenn er den Kreditsuchenden für zuverlässig hält.

Was meinen Sie dazu? Stimmen Sie im P2P Kredite Forum Produktentwicklung ab.

Smava “professional”: per Autopilot in Privatkredite investieren

Mittwoch, 06. Mai 2009

Heute hat Smava die Option “Smava professional” eingeführt. Es handelt sich dabei um die Möglichkeit für Anleger einmal festzulegen, wieviel Geld maximal und zu welcher Laufzeit angelegt wird – danach erfolgt die Anlage vollautomatisch ohne dass der Anleger sich darum kümmern muss. Smava verteilt die Anlage dabei über die Bonitäten und orientiert sich am Durchschnittszins der letzten 30 Tage.

Die folgende Tabelle zeigt die Stückelung der Anlagen je nach gewählter Anlagesumme.

Zur Zielgruppe dieser Option schreibt Smava im Blog:

Mit “smava professional” vervollständigen wir die bisherigen Arten der Geldanlage. Im Ergebnis kann bei smava jeder Anleger die für sich passende Anlagefunktion nutzen.

+ Ein Anleger, dem das Thema des von ihm finanzierten Kreditprojektes besonders wichtig ist, wählt seine Kreditprojekte selbst.
+ Ein Anleger, der vereinfacht Geld anlegen möchte, dies aber nach seinen Vorstellungen, nutzt den Gebotsassistenten.
+ Ein unter Zeitdruck stehender Anleger, bei dem das Gesamtergebnis und nicht so sehr die Auswahl der einzelnen Kreditprojekte und die Zusammenstellung des Portfolios wichtig ist, wählt “smava professional”.

Ich glaube nicht, dass viele Anleger die neue Option nutzen werden.  Zu unterschiedlich sind bisher die Ausfallraten der einzelnen Laufzeiten und Bonitäten und damit die Auswirkung auf die Rendite.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Diskutieren Sie im Privatkredite Forum zu Smava.

Leitzinserhöhung

Donnerstag, 03. Juli 2008

Heute hat die EZB den Leitzins von 4 auf 4,25% angehoben. Hat zwar keine direkte Auswirkungen auf Peer-to-peer Kredite (zumindest solange es keine deutschen Anbieter gibt die die Zinshöhe variabel an einen Referenzzins koppeln – so macht es Fynanz in den USA).

Aber indirekt wirkt es sich schon auf das Geschäft von Smava aus. Denn tendenziell werden durch diese Anhebung Kredite von Banken teuerer. Andererseits kann dies auch dazu führen, dass Anleger bei Geldanlagen wie z.B. Tagesgeldkonto etwas höhere Zinsen angeboten bekommen.

Banken verfolgen Thema P2P Kredite aufmerksam

Donnerstag, 21. Februar 2008

Noch ist das Volumen, das über P2P Kredite abgewickelt wird, viel zu gering um ernsthaft als Wettbewerb von den Banken wahrgenommen zu werden.

Dennoch verfolgen die Banken die Entwicklung aufmerksam. So ist der Artikel Kredite aus privater Hand von Axel Liebetrau Top-Thema im Februar im Newsletter der Akademie Deutscher Genossenschaften (ADG).

Und die renommierte Beratungsfirma Gartner prognostiziert für 2010: “social-banking platforms will have captured 10% of the available market for retail lending and financial planning“.
Die Banken weltweit laufen also laut Gartner Gefahr schon in 2 Jahren 10% des Marktes an neue Geschäftsmodelle zu verlieren. Sicher eine sehr optimistische Prognose wie auch der Banker James Gardner kritisiert.

Mit steigender Kreditanzahl werden auch Fälle von Zahlungsverzug bei Smava häufiger

Donnerstag, 08. November 2007

Heute hat Smava die Zahlungsquoten für die Anfang des Monats erfolgten Rückzahlungen (Tilgungen und Zinsen) bekanntgegeben.

Betroffen sind die Smava Anlegerpools

  • Pool A ein Kredit mit Verzug => Quote 95,7%.
  • Pool D ein Kredit mit Verzug => Quote 94,0%.
  • Pool F drei Kredite mit Verzug => Quote 83,1%

Insgesamt nicht wirklich bedenklich. Mit steigender Kreditanzahl steigt halt auch die Anzahl der Zahlungsstörungen. Und es besteht ja auch die Chance, dass die Kreditnehmer noch verspätet zahlen.
Ich habe meine erste Nachzahlung bekommen. Im letzten Monat wurden mir 0,66 Euro für einen Kredit im F-Pool abgezogen. Da der Kreditnehmer in diesem Pool verspätet gezahlt hatte wurden mir jetzt die 0,66 Euro wieder gutgeschrieben.

Richtig überischtlich ist das aber nicht, denn im Anlegerkonto wird das mit demselben Buchungstext “Ausgleich Anlegerpool Vertrag …” wie die Abzüge nur halt mit positivem Vorzeichen aufgelistet.

Noch nicht gefunden habe ich die Buchung der mir gemäß dieser Erläuterung zustehenden Verzugszinsen:

Anleger werden bei smava über Verzugszinsen entschädigt, die Ihnen die Kreditnehmer zahlen. In den Mahnungen werden dem verspäteten Kreditnehmer neben den Mahngebühren auch Verzugszinsen auf den Tilgungsanteil der Rate berechnet. Diese erhalten die Anleger, nachdem der Kreditnehmer seine säumige Rate bezahlt hat. Da durch den Verzug nicht nur die direkten Anleger betroffen sind, sondern auch die Anleger in dem betreffenden Anleger-Pool, werden die Verzugszinsen über den Tilgungsanteil auf alle Anleger des betreffenden Pools aufgeteilt. Erhaltene Verzugszinsen sind deshalb in dem Tilgungsanteil der nachträglich erhaltenen Rate oder der Ausgleichszahlung des Anleger-Pools enthalten.

 

Bank 2.0 – die Zukunft?

Donnerstag, 12. April 2007

Ein Beitrag von Nicolas Guillaume (entdeckt via TheBankWatch) versucht Banking in den Kontext Communities zu stellen und beurteilt die Ansätze von Prosper und Zopa aus diesem Blickwinkel.

Guillaume präsentiert zwei Ansätze:

  1. Top Down
    Hier agiert die Institution wie eine “herkömmliche” Bank. Die Web 2.0 Methoden werden im wesentlichen zu Marketing-Zwecken eingesetzt. In der Community findet ein offener Meinungs- und Erfahrungsaustausch statt, aber die Communityinteraktion beinflußt nicht direkt die Kreditfinanzierung.
    Beispiel: Zopa
  2. Bottom Up
    In diesem Modell ist der Prozess so aufgebaut, dass ein Maximum an Interaktion möglich wird. Kreditgeber interagieren mit Kreditnehmern und erhalten Einblick in deren Kredithistorie, Arbeitsverhältnis, Einkommen. Während trotzdem Maßnahmen getroffen werden, um die Anonymität zu wahren, wird ein Maximum an Information frei zugänglich gemacht, auf deren Basis alle Marktteilnehmer ihre Entscheidungen treffen können.
    Beispiel: Prosper

Colin Henderson, TheBankWatch, versucht in seiner Analyse die Unterschiede zwischen traditionellen Banken und diesen beiden Modellen herauszuarbeiten. In beiden Modellen müssen Kreditnehmer ihre Kredite zurückzahlen oder sie werden mit Inkassounternehmen konfrontiert und ihre Bonität leidet. Henderson sieht die Unterschiede in den Punkten Prozessabläufe und Kommunikationskanäle.

Bank 2.0
(Quelle der Abbildung: TheBankWatch)

Prozessabläufe

Bank 1.0: Die Prozesse sind intern und werden durch Angestellte abgearbeitet. Alle Daten werden vertraulich behandelt

Bank 2.0: Der Prozess der Prüfung der Kreditanträge wird an die Community outgesourct. Die Bank 2.0 ist nur dafür verantwortlich die “richtigen” Dokumente verfügbar zu machen ohne dabei die Anonymität zu gefährden. Die Bank 2.0 stellt Prozesse und Instrumente zur Verfügung, die eine Bewertung erleichtern und eine Interaktion der Community unterstützen. Die Bank 2.0 selbst bewertet die Kreditanträge jedoch nicht, sondern überlässt die Bewertung dem Markt.

Kommunikationskanäle (Kundenkontakt, Vertrieb)

Bank 1.0: Alle Kanäle sind im Besitz und unter voller Kontrolle der Bank.

Bank 2.0: Es gibt keine zentralisierten Kanäle. Kundengewinnung basiert zunehmend auf viralem Marketing. Die Bank 2.0 stellt nur die Plattform auf der die Community agiert. Ziel der Bank 2.0 muss es sein ein Klima der Offenheit und Transparenz zu erzeugen, das Vertrauen schafft.

Hinweis: Bis hierhin ist dieser Artikel im wesentlich eine Übersetzung der ausländischen Quellen – allerdings nicht wortwörtlich, ich habe bewusst einige Dinge anders ausgedrückt.

Bezogen auf die deutsche Situation, finde ich den Gedanken, dass eine Bank wesentliche Prozesse an die Community outsourct, zwar sehr spannend (vor allem unter Kostenaspekten und Preisbildungsaspekten), kann mir aber nicht vorstellen, dass das in aller Konsequenz in näherer Zukunft umgesetzt wird. Zu starr sind in Deutschland regulatorische und Datenschutzrahmenbedingungen.

Smava.de als einen ersten Schritt würde ich in der obigen Darstellung zwischen der Ebene von Prosper und der von Zopa einordnen. Wieviele Informationen (financial affairs) bei Smava tatsächlich offengelegt werden, muss sich im Lauf der Zeit noch zeigen. Im Moment ist es die Schufa-Bonität plus etwaige freiwillige Offenlegungen des Kreditnehmers in seinem Profil.

Wann kommen P2P-Kredite in Deutschland ?

Mittwoch, 28. Februar 2007

Nach Ansicht von Marktbeobachtern wird es Ende 2007 bzw. Anfang 2008 zum ersten Launch eines deutschen Angebotes kommen. Wesentliche Hürde stellen regulatorische Aspekte dar. Unterschiedliche Ansichten herrschen zur Frage, ob der Anbieter eines solchen Angebotes über eine Banklizenz verfügen muß, oder ob eine mit geringeren Anforderungen verbundene Genehmigung als Finanzvermittler/Finanzdienstleister ausreichend ist. Interessenten führen derzeit Gespräche dazu mit dem zuständigen Bundesaufsichtsamt für Finanzen.

Aufgrund dieser Rahmenbedingungen erscheint es auch unwahrscheinlicher, dass ein ausländischer Anbieter wie Zopa oder Prosper den Schritt nach Deutschland wagt, sei es direkt oder indirekt in Form eines Franchise-Ansatzes.

Zopa hat zudem andere Zielmärkte eher im Focus. Zwar ist Deutschland aufgrund seiner Größe ein attraktiver Markt, aber die Zinsdifferenz zwischen Einlagen und Konsumenten- und Ratenkrediten ist niedriger als in vielen anderen Märkten.

Lösen P2P-Kredite Bankkredite ab?

Dienstag, 02. Januar 2007

Im Internet entstehen Plattformen, die P2P-Kredite direkt zwischen Kreditgeber und Kreditnehmer ermöglichen. Lösen diese mittel- oder langfristig herkömmliche Bankkredite ab?  

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