Kredite von Privat an Privat – die wichtigsten Informationen – Update 2017

Sie brauchen schnelle, kompakte Informationen statt der detaillierten Tests, die dieser Blog publiziert? In diesem Artikel lesen Sie die wichtigsten aktuellen Tipps zum Thema P2P-Kredite. Wenn Sie einen Kredit aufnehmen möchten, haben Sie die Wahl zwischen folgenden Marktplätze für Kredite von Privatpersonen (P2P Kredit FAQ): Giromatch, Auxmoney und Smava. Bei diesen Anbietern kann der Kredit kostenlos beantragt werden. Gebühren fallen erst dann an, wenn die Kreditanfrage bewilligt wird und das Geld ausgezahlt wird. Es kann sinnvoll sein bei mehreren Plattformen parallel Kreditanträge zu stellen und abzuwarten wo die Zinsen und sonstigen Konditionen am Besten sind. Dabei besteht kein Risiko, denn Kreditnehmer haben bei dieser Form des Ratenkredites über das Internet ein 14-tägiges gesetzliches Widerrufsrecht.

Für Anleger kommen deutsche -z.B. Auxmoney – und internationale P2P Kreditmarktplätze wie z.B. Bondora , Estateguru, Saving Stream oder Investly für das Investment in Frage. Ergänzend sind meine Berichte über meine Erfahrungen als Anleger bei Bondora (meine Rendite dort betrug zuletzt über 15%) bzw. meine generellen Anleger Erfahrungen ggf. von Interesse.

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Nettodarlehensbetrag
Euro
Kreditlaufzeit
Verwendungszweck
Sollzins
gebunden
Effektiver
Jahreszins
Monatliche
Rate
SWK Bank
Ratenkredit
(20 Bewertungen)
1,88 %
bis 3,44 %
1,90 %
bis 3,49 %
ab 174,72 €
monatlich
Repr. Beispiel: Effektiver Jahreszins: 3,19%, Sollzins gebunden p.a.: 3,14%, Bearbeitungsgebuehr: 0,00%, Nettodarlehensbetrag: 10.000 Euro, 60 Raten, Gesamtbetrag: 10.810,79 Euro, Darlehensgeber/-vermittler: Süd-West-Kreditbank Finanzierung GmbH, Am Ockenheimer Graben 52, 55411 Bingen am Rhein
CreditPlus Bank
SofortKredit
(24 Bewertungen)
1,97 %
bis 9,56 %
1,99 %
bis 9,99 %
ab 175,10 €
monatlich
Repr. Beispiel: Effektiver Jahreszins: 4,99%, Sollzins gebunden p.a.: 4,88%, Bearbeitungsgebuehr: 0,00%, Nettodarlehensbetrag: 10.000 Euro, 60 Raten, Gesamtbetrag: 11.268,29 Euro, Darlehensgeber/-vermittler: CreditPlus Bank AG, Augustenstr. 7, 70178 Stuttgart
Bank of Scotland
Ratenkredit
(399 Bewertungen)
2,37 %
bis 4,75 %
2,39 %
bis 4,85 %
ab 176,79 €
monatlich
Repr. Beispiel: Effektiver Jahreszins: 4,13%, Sollzins gebunden p.a.: 4,06%, Bearbeitungsgebuehr: 0,00%, Nettodarlehensbetrag: 10.000 Euro, 60 Raten, Gesamtbetrag: 11.049,71 Euro, Darlehensgeber/-vermittler: Bank of Scotland, Karl-Liebknecht-Str. 5, 10178 Berlin
TARGOBANK
Online-Vorteilskredit
(300 Bewertungen)
2,42 %
bis 8,18 %
2,45 %
bis 8,49 %
ab 177,05 €
monatlich
Repr. Beispiel: Effektiver Jahreszins: 4,15%, Sollzins gebunden p.a.: 4,07%, Bearbeitungsgebuehr: 0,00%, Nettodarlehensbetrag: 10.000 Euro, 60 Raten, Gesamtbetrag: 11.054,79 Euro, Darlehensgeber/-vermittler: TARGOBANK AG & Co. KGaA, Kasernenstr. 10, 40213 Düsseldorf
* Werte für gewählten Zeitraum. Bitte beachten Sie die detaillierten Preisinformationen gem §6 PAngV, die Sie über den Infobutton erhalten. Alle Angaben ohne Gewähr, © financeAds.net

Mein Anspruch war immer die P2P Kredit Angebote durch eigene Anlage zu testen und so aus der Praxis zu berichten. Eine Fülle von Tipps finden Anleger im Forum. Es gibt auch eine große Tabelle mit über 30 P2P Kredit Anbietern im Vergleich aus Anlegersicht. Da es immer wieder Fragen zur Steuererklärung gibt – im Forum ist ein Steuer Gutachten verlinkt, das einer der Marktplätze in Auftrag gegeben hat.

Kurzvorstellung: Peerberry – neuer Anbieter mit Buyback

Peerberry ist ein neuer Anbieter der auf seiner Plattform derzeit unbesicherte Konsumentenkredite aus Polen und Tschechien zu einem Zinssatz von 12% für die Anleger listet. Im Moment sind nur Kredite mit Laufzeiten unter einem Monat verfügbar, es soll aber auch längerlaufende Angebote geben.

Die Muttergesellschaft Aventus Group ist auch in Lettland, Georgien, der Ukraine und Kasachstan tätig, so dass eventuell auch Kredite aus diesen Ländern zu erwarten sind.

Minimum Investment Betrag sind 10 Euro. Es gibt eine Autoinvest Funktion. Buyback verspricht eine Rückzahlung von Kapital und Zinsen, sobald ein Kredit 60 Tage in Verzug ist.

Ich habe Peerberry in den Anbieter Vergleich aufgenommen. Im Forum tauschen Anleger bereits Peerberry Erfahrungen aus (bei einigen hakt es wohl etwas bei der Anmeldung)

 

Mit der neuen superschnellen SEPA Überweisung in 15 Sekunden eine Einzahlung auf einem P2P Kreditmarktplatz abschliessen

Seit heute sind sie möglich, die neuen ganz schnellen Sepa Instant Payments (SEPA SCT). Eine Art SEPA Eilüberweisung, bei der das Geld in maximal 15 Sekunden auf dem Empfängerkonto ankommt. Allerdings gibt es nur wenige europäische Banken, die das neue Verfahren bereits ab dem heutigen Starttag unterstützen. Ich bin mal die Bankverbindungen von 12 P2P Kreditmarktplätzen, die diese für Einzahlungen nutzen durchgegangen. Und siehe da, die SEB Bank AS, die von Bondora genutzt wird, macht mit. Eine Einzahlung per SEPA Überweisung könnte statt der bisherigen 1 bis 2 Tage also sehr schnell gehen. Theoretisch. Denn praktisch geht das nur wenn auch die Absender Bank den neuen Standard unterstützt. In Deutschland sieht es da sehr mau aus. Lediglich Anleger, die ein Konto bei der Hypovereinsbank haben, können ab dem 27.11. die Eilüberweisungen veranlassen. Meine Bank, die DKB, hat zwar mitgeteilt, wann es möglich wird, das Startdatum ist aber erst der 10. Juli 2018.

Mehr Glück könnten Anlger aus Österreich haben. Denn sehr viele Banken in Österreich unterstützen ab heute schon die neuen Sepa Instant Payments.

Wenn es schnell gehen muss, gibt es als Alternative bei Bondora, Flender und Lendix die Möglichkeit gebührenfrei per Kreditkarte einzuzahlen.

Erste Zwangsversteigerung einer Immobilie durch Estateguru

Die estnische P2P Kreditplattform Plattform Estateguru lässt bei einem ausgefallenen Kredit eine als Sicherheit dienende Immobilie durch den Gerichtsvollzieher zwangsversteigern. Das ist das erste Mal, dass dies in der dreijährigen Historie von Estateguru vorkommt, so dass die Anleger mit Interesse verfolgen, ob das Inkasso auf diesem Weg erfolgreich abgeschlossen werden kann. Auch für Estateguru ist der Ausgang wichtig, denn bisher gibt die Plattform auf ihrer Statistikseite an, dass noch kein Anleger durch Kreditausfälle Geld verloren hat.

Der ausgefallene Kreditbetrag betrug 224Tsd Euro. Die Immobile wurde mit 440Tsd Euro bewertet und kommt für ein Mindestgebot von 313Tsd Euro in der Zwangsversteigerung, die vom 4. Dezember bis zum 11. Dezember läuft, unter den Hammer.

Bei der Immobile handelt es sich um ein 544 m2 Haus im Rohbau mit 8 Zimmern und 1577 m2 Grundstück in einem Außenbezirk der Hauptstadt Tallinn. Die Seite mit Informationen zur Zwangsversteigerung und Fotos vom Objekt findet sich hier.

Estateguru sichert die Kredite über erst- oder zweitrangige Hypotheken ab. Die Plattform hat bereits Kredite im Volumen von über 35 Mio. Euro finanziert. Der Zinssatz für Anleger liegt meist im Bereich 10 bis 12,5%.

UPDATE 21.11: Der Kredit wurde vollständig mit Zinsen und Strafzinsen zurückgezahlt.

Mintos streicht Gebühren für Kreditverkäufe im Zweitmarkt

Die baltische Kreditplattform Mintos hat heute angekündigt, keine Gebühren mehr für den Handel mit Krediten im Zweitmarkt zu berechnen.

Spannende Neuigkeiten! Beginnend am Montag; 1. November 2017, werden wir keine 1%-Gebühr mehr auf den Verkauf von Krediten auf dem Zweitmarkt des Mintos-Marktplatzes erheben. Das bedeutet von jetzt an, dass es überhaupt keine Gebühren mehr für das Investieren mit Mintos gibt.

“Ein Zweitmarkt ohne Gebühren wird unseren Investoren sehr nützen. Wir erwarten, dass der Zweitmarkt so eine noch höhere Liquidität erfährt. Dies ist speziell für Investoren interessant, die eine langfristige Investitionsstrategie haben und in Kredite mit längerer Laufzeit investieren möchten. Falls Investoren ihre Liquidität vor dem Ende der Kreditlaufzeit auslösen möchten, werden sie in der Lage sein ihre Investition ohne zusätzliche Gebühr zu verkaufen.” sagt Martins Sulte, CEO und Mitgründer von Mintos.

Das Handelsvolumen auf dem Mintos Zweitmarkt liegt bei ca. 300Tsd Euro pro Monat.

Mintos Handelsvolumen Zweitmarkt

Der estnische Anbieter Bondora hatte bereits seit November 2015 auf Handelsgebühren im Zweitmarkt verzichtet.

Im Anbieter Vergleich von P2P-Kredite.com können Anleger die Plattformen auch nach solchen filtern, die keine Gebühren am Zweitmarkt erheben.

Bis zu 22% Zinsen bei Anlage bei Advanon

Die schon länger in der Schweiz tätige Plattform Advanon hat sich auch für deutsche Anleger geöffnet. Advanon bietet die Zwischenfinanzierung von Rechnungen (Factoring) für Firmen an. Anleger können einen Anteil der Rechnung vorfinanzieren bis zu dem Zeitpunkt, zu dem der Rechnungsempfänger zahlt und erhalten für diesen Zeitraum Zinsen. Der Zinssatz ist abhängig von der Bonität des Unternehmens und beträgt hochgerechnet auf ein Jahr bis zu 22%. Die Laufzeit ist aber viel kürzer, in der Regel wenige Wochen und seltener bis zu 6 Monate.

Ich habe mich jetzt auch bei Advanon angemeldet um Erfahrungen mit diesem Anbieter zu sammeln. Zur Registrierung musste ich diverse Angaben machen und eine Validerung meiner Daten mittels Videoident durchführen. Advanon kooperiert dazu mit dem Dienstleister IDNow. Das Videoident Verfahren kann sowohl mit dem PC als auch mit einem Smartphone durchgeführt werden und dauerte nur ca. 5 Minuten (Ausweis bereithalten).

Einige Besonderheiten zu Advanon im Vergleich zu anderen P2P Kreditmarktplätzen sind mir bereits vor meiner ersten Anlage aufgefallen:

  • Es gibt kein Konto, auf das man vor ab einzahlt. Wenn man ein Gebot auf eine Rechnung abgegeben hat, überweist man den Anlagebetrag erst dann. Und die Rückzahlung geht direkt auf das eigene Girokonto. Vorteil: Es liegt kein nicht angelegtes Kapital rum. Nachteil: Als Anleger muss ich jedes Invest einzeln überweisen.
  • Die Mindestanlage ist ziemlich hoch. Ich las von über 350 Euro je Anteil. Damit wird eine Diversifikation kapitalintensiv.
  • Es gibt keinen Autoinvest. Neue Kredite kommen um 11 Uhr und 17 Uhr (werden vorher per Email angekündigt), dann muss man online sein, um zu bieten.

Es gibt nicht allzu viele Rechnungen, wie es aussieht und als deutscher Anleger kann man auch nur in die deutschen Rechnungen investieren (es sei denn man hat zusätzlich ein Schweizer Konto?).

Entscheidend für den Anlageerfolg werden die Ausfallraten sein. Ich habe auf der Seite keine Statistiken zur bisherigen Performance in der Vergangenheit gefunden, nur diese Aussagen zu den erwarteten Nettorenditen für Anleger:

Es gibt zwei verschiedene Arten von Angeboten, von Advanon True Sale und Vorfinanzierung genannt. Der Unterschied liegt darin, dass man beim True Sale einen Anspruch gegenüber dem Rechnungsemfänger hat und bei der Vorfinanzierung einen Anspruch gegen den Rechnungssteller. Entsprechend ist auch die Bonität des jeweiligen Unternehmens entscheidend für das Ausfallrisiko. Advanon bewertet die Bonität von AAA bis B (in D auf Basis von Schufa Daten).

Wem die Anlageart Rechnungsfinanzierung gefällt, der kann sich auch Investly anschauen. Dort werden Rechnungen britischer und estnischer Firmen in GBP und EUR finanziert. Investly ist ziemlich gewachsen und hat zuletzt 1,8 Mio. Euro im Monat an neuen Krediten finanziert (September 2017). Vorteil: Mindestanlage beträgt nur 10 EUR und es gibt einen Autoinvest (außerdem auch für Österreicher offen).

Danke an Gerry von p2phero für den Hinweis, dass Advanon inzwischen auch deutsche Anleger akzeptiert.

Bondora will Banklizenz

Der vor 10 Jahren gegründete P2P Kreditmakrtplatz Bondora will in den nächsten zwei bis drei Jahren eine Banklizenz erlangen. Bondora CEO und Gründer Pärtel Tomberg sagte: „Wir wollen ein Produkt anbieten, mit dem jedermann in Europa Geld leihen und verleihen kann. Nur so können wir wettbewerbsfähig sein.“.

Bondora folgt damit dem Beispiel der ältesten britischen Plattform Zopa, die bereits letztes Jahr eine Banklizenz beantragt hat und erwartet diese im nächsten Jahr zu erhalten. Der französische Anbieter Younited Credit verfügt schon länger über eine Banklizenz. Andere Anbieter sind Kooperationen mit Banken eingegangen, wie z.B. Auxmoney mit N26 oder zuletzt der portugisische Anbieter Raize mit der Banco BNI Europe.

Allerdings kommt der Bankstatus mit erheblichen Kosten und regulatorischen Einschränkungen, die die Flexibiltät eines Marktplatzes in der weiteren Entwicklung hemmen kann. Samir Desai, Chef von Funding Circle sagte vor Kurzem, Funding Circle habe „no plans“ to become a bank. Und auch Patrick de Nonneville, CEO des französischen Lendix äußerte Bedenken – die Flexibilität eines alternativen Kreditmarktplatzes solle nicht leichtfertig aufgegeben werden.

Bondora

Das war die Lendit Europe 2017

Der Tagungsort der Lendit Europe war derselbe wie letztes Jahr. Groß und international war es auch wieder – mehr als 1100 Teilnehmer aus 54 Nationen. Die Ausrichtung hat sich jedoch erheblich geändert. Lag vormals der Fokus nur auf P2P Krediten, ist er nun viel weiter gefasst, die Konferenz beschäftigt sich genereller mit Innovationen im Finanzsektor. Einen Überblick des Themenspektrums, das diskutiert wurde, gebe ich meinem Post auf P2P-Banking.


Renaud Laplanche sieht in seinem Vortrag ein sich beschleunigendes Wachstum des Online Lending

In diesem Post möchte ich mich nur auf den Bereich beschränken, der P2P Kredite betrifft. Wirklich bahnbrechende Nachrichten oder neue Trends gibt es nicht. Aber die Konferenz ist ungemein nützlich, da Vertreter fast aller Plattformen anwesend sind. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit habe ich zum Beispiel gesprochen mit Repräsentaten von Bitbond, Bondora, Dofinance, Estateguru, Iuvo, Fellow Finance, Flender, Funding Circle Deutschland, Landbay, Lendix, Linked Finance, Mintos, Mozzeno, Proplend, Twino, Relendex, Viainvest, Viventor und Zlty Melon. Und natürlich waren noch viel mehr Marktplätze dort und haben auch zum Teil präsentiert. Auxmoney und N26 haben erläutert wie beide von ihrer Zusammenarbeit bei der Kreditvergabe profitieren, das die Integration rund 2 Monate gedauert hat, sie aber rund 2 Jahre schon die Idee im Blick hatten bevor sie sie angegangen sind. N26 sieht Auxmoney als präferierten Partner für eine solche Kooperation auch in internationalen Märkten, sollte Auxmoney sich je zu einer Expansion entscheiden.

Ein in der Branche interessiert beobachteter Schritt ist auch die Beantragung einer Banklizenz durch Zopa – das ist jetzt nicht neu, sondern Zopa ist schon länger im Genehmigungsprozess, der rund 2 Jahre dauert, und ist nach Einschätzung des CEOs etwa halb durch. Übrigens hat Younited Credit – Frankreich – schon länger eine eigene Banklizenz. Diese Themen sind für die Branche wichtig und werden Einfluss auf die zukünftige Entwicklung haben – sind aber zugegebener Maßen relativ ‚High Level‘ und haben zumindest sehr kurzfristig keine Auswirkungen auf die Anlageentscheidungen privater Anleger in P2P Kredite.

Was gibt es also ganz konkretes Neues? Ein paar Punkte hatte ich ja schon im Forum in einzelnen Threads gepostet (Beispiel) bevor ich diesen Artikel schrieb.

Viele der osteuropäischen Plattformen habe ich darauf angesprochen, welche Schritte sie unternehmen, um das Kreditangebot zu erhöhen (viele Anleger im Forum bemängeln ja, dass sie ihre Gelder nur schleppend investieren können). Die meisten Plattformen sind in Gesprächen mit neuen Darlehensgebern, einen konkreten Termin wann die auf die Plattform kommen, konnte aber noch keiner nennen. Estateguru habe ich gefragt, ob wie im Forum gemutmasst die Absicht besteht, auch in Spanien aktiv zu werden. Antwort: sie sind in Gesprächen, spruchreif ist das aber noch nicht. Bondora sagte mir, dass sie in Finnland und Estland sehr viele von den Ausfällen automatisiert an die Gerichte übergeben haben. Da in Finnland ca. 3000 Fälle (aus einem längeren Zeitraum der Vergangenheit) in sehr kurzer Zeit übergeben wurden, waren die finnischen Gerichte dadurch kurzzeitig so überlastet, dass die Gerichte nur aufgrund dieser Fälle neues Personal zur Bearbeitung eingestellt haben.

Schließlich habe ich ein Panel moderiert, in dem es darum ging, wie (private) Anleger in der Eurozone in P2P Kredite zu einer möglichst guten Rendite investieren können. Eingeladen waren Pärtel Tomberg von Bondora, Patrick de Nonneville von Lendix, Antoni Airrikala von Fellow Finance und Peter O‘ Mahoney von Linked Finance.

Gesprochen haben wir über die Themen Renditen, Kreditauswahl, Ausfälle und was die Plattformen tun können, Zweitmarkt, Autoinvest, Qualität der vefügbaren Bonitätsdaten, welche Informationen sollten Anlegern zur Verfügung stehen, Expansion in neue Märkte und welche neuen Features/Produkte wollen sie launchen. Während die Plattformen schon sehr überzeugt sind, dass die Anleger bevorzugt Autoinvest nutzen sollten, räumte Pärtel Tomberg Fehlentscheidungen in der Vergangenheit bei der Einschränkung der Auswahlmöglichkeiten für Anleger ein. Auch die Frage wieviel Einzeldaten zu einem Kredit Anleger sehen wollen und künftig bekommen sollen gab es tendenziell unterschiedliche Meinungen.

Alle Sessions wurden aufgenommen, die Videos sind demnächst hier online anschaubar.

Vielleicht einfach mal stöbern, es waren z.B. auch da Lend (Schweiz) oder im Bereich hohe Risiken aber auch hohe Renditen, lohnt vielleicht als Kontrast mal ein Blick was z.B. Afluenta in Lateinamerika macht (Renditen um 20% für Anleger – in US$, nicht in lokaler Währung gerechnet). Für die Schweizer auch ganz unterhaltsam könnte sein, ob sie zukünftig auf Geldautomaten verzichten werden, und stattdessen Bares vom Kellner in der Bar ihres Vertrauens mit dem Drink gereicht bekommen. Dieser Pitch von Sonect hat in der Pitchit Competition sowohl den Jury Preis als auch den Publikums Preis bekommen. Das Video zur ‚Pitchit‘.

Schließen möchte ich mit einer geheimnisvollen Ankündigung. Als Abschluss des Panels habe ich jeden der Teilnehmer gefragt, woran ihre Plattform gerade arbeitet. Pärtel Tomberg ist schon immer ein Freund markanter Sprüche gewesen. Er sagte Bondora bringt später in diesem Jahr ein Produkt ‚that can destroy banks‚. Mehr dazu wollte er aber nicht verraten. Schauen wir also mal, ob dem Spruch noch Taten folgen.

Übrigens könnte es sein dass die Lendit nächstes Jahr in Deutschland stattfindet. In der Abschlussumfrage werden die Teilnehmer gefragt, ob sie Berlin, Frankfurt, Barcelona oder doch wieder London bevorzugen. Auch schon eine Folge des Brexit?

Lendit Aussicht
Blick aus dem Konferenzhotel; Intercontinental direkt an der Themse; bezeichnenderweise blickt man direkt auf die Bürotürme der Großbanken.

Seedrs Crowdinvesting – warum ich meinen Anteil an Seedrs in der aktuellen Runde aufstocke

Aktuell führt die britische Crowdinvestment Plattform Seedrs eine dritte Funding Runde durch. Mindestens 3 Mio. Pfund sollen bei einer Pre-Money Bewertung von 44 Mio. Pfund aufgenommen werden. Zunächst war die Runde für 2 Tage nur für Anteilseigner aus den vorherigen Runden geöffnet, damit diese die Chance hatten ihre Pre-Emption Rechte auszuüben. Seit heute morgen ist der Pitch auch für Investoren geöffnet die bisher nicht Seedrs Anteilseigner waren und in den letzten Wochen vorab ihr Interesse angemeldet hatten per Vorregistrierung. Aktuell haben bereits über 1500 Anleger mehr als 5 Mio. Pfund (ca. 5,7 Mio. Euro) in dieser Runde investiert. Die meisten davon sind Briten (und profitieren von den EIS Steuervorteilen), aber es sind auch sehr viele internationale Anleger dabei, unter anderem mehr als 50 Deutsche.

Ich hatte ja schon mehrfach geschrieben, dass das Seedrs Modell beim Crowdinvesting erhebliche Vorteile bietet. Zum Beispiel echte gleichberechtigte Unternehmensanteile (statt wie auf anderen Plattformen nur Nachrangdarlehen). Oder auch die Pre-Emption Rechte, die bei einer neuen Kapitalrunde, den Altaktionären ermöglichen ihr Investment aufzustocken, um eine Verwässerung ihrer Anteile zu vermeiden.

Ich bin seit der 2. Seedrs Runde, also seit 2015, Aktionär bei Seedrs – zwar mit einem Minianteil, aber diesen stocke ich in dieser Runde weiter auf.

Warum?

Ich bin mit der Geschäftsentwicklung von Seedrs in den letzten Jahren sehr zufrieden:

  1. Potential als Marktführer in Europa (je nach Betrachtungsweise ist Crowdcube größer; allerdings halte ich die Seedrs Entwicklung für deutlich vielversprechender als bei Crowdcube; auch an Crowdcube halte ich seit 2011 Anteile)
  2. Die Entwicklung und das Volumen ist um Längen besser als andere europäische Plattformen, seien es die deutschen oder die skandinavischen wie Invesdor oder FundedbyMe: Ich sehe gute Chancen dass Seedrs diesen Plattformen auch in ihren Heimatmärkten erhebliche Marktanteile abnimmt. In den letzten Monaten sind schon größere deutsche (u.a. Bonaverde) und niederländische Pitches bei Seedrs gelaufen
  3. Seedrs hat inzwischen einen funktionierenden Zweitmarkt – ein Novum im Crowdinvesting
  4. das Killer-Argument für mich aus Aktionärssicht ist das Carry

Was ist Carry?

Seedrs nimmt von allen Anlegern (außer im eigenen Pitch) eine 7,5% Gebühr, die auf realisierte Wertsteigerungen fällig wird. Beispiel: Wenn ich 100 Pfund in einen Pitch investiere, bei dem es nach 8 Jahren einen Exit gibt, in dem ich 1000 Pfund für meine Anteile bekomme, dann kassiert Seedrs 7,5% Gebühr auf die 900 Pfund Gewinn, die ich erzielt habe, also 67,50 Pfund Gebühr. Die meisten anderen Plattformen – auch Crowdcube finanzieren sich nur durch Gebühren von den Startups für erfolgreiche Fundings. Eine solche Gebühr von bis zu 6,5% nimmt Seedrs auch und sie ist auch als kurzfristige Einnahmequelle wichtig, langfristig spielt aus meiner Sicht aber die Musik in dem Potential, dass sich aus dem Carry ergibt. Der Großteil wird zwar erst bei einem Exit realisiert, aber kleinere Beträge werden schon bei den vielen Verkäufen auf dem Zweitmarkt fällig und Seedrs hat bereits bewiesen, dass es bei Bedarf möglich ist das Potential aus dem Carry teilweise zu verbriefen, also an institutionelle Anleger zu veräußern.

Ich finde mein Seedrs Invest daher vor allem aus folgendem Blickwinkel hochspannend:
Wenn ich in Crowdinvestment Kampagnen einzelner Startups investiere, muss ich hoffen, dass einige wenige extrem gut performen um mit dem Gewinn den ich mit diesen erziele die Verluste die ich aus den anderen die ausfallen deutlich überzukompensieren. Die Schwierigkeit liegt natürlich vor allem darin, dass ich vorher nicht wissen kann, wer die Outperformer sind.
Investiere ich aber in Seedrs selbst, dann profitiert Seedrs automatisch über das Carry an den sich super entwickelnden Startups. Und zwar an allen. Die Ausfälle dagegen schaden nicht. Sie generieren zwar kein Carry, aber da Seedrs kein Geld in Anteile an ihnen investiert, gibt es auch keine Verluste. Im Gegenteil, die Gebühren für das erfolgreiche Funding hat Seedrs ja direkt am Anfang dem Startup in Rechnung gestellt.

Natürlich ist ein Investment in ein Startup hochriskant. Es kann völlig anders ausgehen als erwartet bzw. erhofft. Im Fall von Seedrs schätze ich aber die Chancen im Vergleich zu den Risiken als aussichtsreich ein, auch unter Berücksichtigung der im Verhältnis zu den Umsätzen hohen Bewertung.

Einige Meinungen zum aktuellen Seedrs Funding gibt es auch in diesem Forum Thread.

Die Runde läuft noch. Seedrs hat noch nicht bekanntgegeben bei welchem erreichten Betrag sie sie schliessen werden.

 

 

Fellow Finance kooperiert mit Wirecard um im deutschen Markt Kredite anzubieten

Der finnische P2P Kreditmarktplatz Fellow Finance kooperiert mit der Wirecard AG und bietet nun in Deutschland Kredite an Verbraucher in Höhe von 1.000 bis 10.000 Euro an.
Allerdings mit einem anderen Geschäftsmodell als bei den finnischen und polnischen Krediten. Bei den deutschen Krediten können private Anleger nicht investieren.
Update: So steht es zumindest auf der deutschen Website explizit: ‚Über unser deutsches Kreditportal www.fellowfinance.de können derzeit nur private Kreditnehmer einen Kredit beantragen. Die Möglichkeit, in Kredite zu investieren, besteht auf der deutschen Plattform bislang nicht.‘. Allerdings kann man auf der finnischen Platform durchaus einen Autoinvest für deutsche Kredite anlegen.

Die deutsche Website Fellowfinance.de ist auch technisch komplett von der internationalen Platform getrennt und funktioniert somit als reiner Verkaufskanal für Kredite. Ich habe bei Fellow Finance nachgefragt, ob dies nur ein erster Schritt ist und langfristig auch der Ausbau in einen Kreditmarktplatz geplant ist.

Wie das Preis- und Leistungsverzeichnis zeigt sind die deutschen Kredite vergleichsweise teuer für den Kreditnehmer. Es fallen allein 3 bis 6 Prozent einmalige Vermittlungsgebühr an.

Wirecard unterstützt Fellow Finance, indem das Unternehmen seine deutsche Vollbank-Lizenz bereitstellt und einen komplett digitalen Kreditprozess ermöglicht. So erfolgen etwa die Identifikation des Kreditnehmers sowie die Unterschrift des Kreditvertrags elektronisch.

Aufgrund der regulatorischen Rahmenbedingungen unterliegt die Kredivergabe den Geschäftsbedingungen der Wirecard.

Jouni Hintikka, CEO von Fellow Finance, sagt: „Wir sind stolz über den Einstieg in den deutschen Markt, nachdem sich unser Geschäftsmodell in Finnland und Polen bereits bewährt hat. Wir freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit mit der Wirecard Bank als verlässlichen Partner.“

Thorsten Holten, Executive Vice President Sales Financial Institution and FinTech Europe, fügt hinzu: “Fellow Finance als Kunden gewonnen zu haben bedeutet, dass wir unsere Kooperationen im Bereich der alternativen Kreditvergabe durch einen internationalen Partner ausbauen. Mit unserer Expertise im Bereich Banking und Technologie helfen wir FinTechs wie Fellow Finance, einen bestmöglichen Einstieg in den Markt zu schaffen sowie ihr Geschäft schnell und einfach zu internationalisieren.“

 

Unverhofft 1,5% Rendite in 8 Tagen

Nun sagen wir besser, es war so nicht von vorneherein geplant. Aber von vorne. Letzte Woche Mittwoch habe ich mich bei der spanischen Crowdinvesting Plattform Housers angemeldet, um das Modell zu testen und vor allem um Erfahrungen zu sammeln. Auf die Plattform aufmerksam geworden war ich, weil ein anderer Anleger sie im Forum erwähnt hatte. Das Forum ist häufig eine Fundgrube für Erfahrungen und Neuigkeiten.

Die Anmeldung war schnell erledigt (zur Identifikation Scan hochladen) und die Einzahlung war per Kreditkarte schnell möglich (geht aber auch per SEPA Überweisung). Ich hab dann das erforderliche Minimum von 50 Euro geboten für die rechts abgebildete Immobilie. Diese ist in Barcelona und soll gekauft, renoviert, vermietet und in 60 Monaten wieder verkauft werden. Anleger partizipieren dabei sowohl an den Mieteinnahmen als auch an der hoffentlich eingetretenen Wertsteigerung bei Verkauf. Dieses von Housers als „Saving“ betitelte Modell ist nur eins der Modelle die Housers anbietet andere Kategorien funktionieren anders, z.B. mit festen Zinssätzen.

Die Plattform bietet eine Fülle von Informationen, sowohl zum Markt als auch zu den einzelnen Objekten.

Anders als viele deutsche Anbieter hat Housers auch einen Zweitmarkt, d.h. Anleger können Anteile an Immobilien der „Saving“ Kategorie auch untereinander handeln. Gestern wurde dieser dann für das Objekt Monec geöffnet und in meiner Übersicht erschien ein „Sell“ Button.

Oh! Das wollte ich natürlich auch ausprobieren. Gedacht, getan. Ich bot meine 50 Anteile zu einem Aufpreis von 1,74% gestern an. Und eben bekam ich die Nachricht per Email, dass sie verkauft wurden.
So wurden aus 50 Euro in 8 Tagen 50,78 Euro. (50,87 Euro Verkaufspreis minus 0,09 Euro Gebühr – die Verkaufsgebühr beträgt 10% des Gewinnes). 78 Cent sind jetzt in absoluten Zahlen kein spektakulärer Gewinn, aber es sind 1,56% Rendite in 8 Tagen. Nun brennt in mir die Frage, ob sich das mit größeren Beträgen wiederholen und optimieren lässt. Ja es ist riskant. Und ja es ist mehr Spekulation als bedachte Anlage.

Also mal betrachten. Auf das Jahr hochgerechnet mit der Internen Zinsfussmethode ergäbe das was ich gemacht habe eine jährliche Rendite von 102,6%. Das ist natürlich aus mehreren Gründen eine Milchmädchenrechnung:

  • Eine lückenlose Wiederanlage ist nicht möglich, da nicht dauernd neue Objekte gelistet werden
  • Nicht ständig wird sich so schnell ein Käufer finden
  • Je größer die Beträge, desto schwieriger wird es Käufer zu finden
  • Und vor allem: je mehr Anleger nach dieser Methode Rendite erzielen wollen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass es gar nicht klappt und die verkaufenden Anleger auf ihren Anteilen sitzen bleiben.

Monec Handel
Aktuelle Verkaufsangebote für Anteile der Immobilie Monec bei Housers 10.08. (für größere Ansicht klicken)

Im Moment stehen 4.260 Anteile der Monec Immobilie zum Verkauf. Ein Anteil ist dabei 1 Euro ursprüngliches Invest. 4.260 klingt jetzt viel, aber zum Einen war die Gesamtanlagesumme bei Monec 319.000 Euro, es stehen also gerade mal gut 1% der investierten Anteile zum Verkauf, zum anderen verlangen viele Verkäufer auf dem Zweitmarkt Mondpreise wie man in der obigen Ansicht sieht. Die Anteile sind nach Aufpreis sortiert. Das fängt mit moderaten 1% Aufpreis an. Ein Anleger will aber über 30% Aufpreis. Zudem kommt es auf die Größe der Pakete an, da diese nur als ganzes gekauft werden können. Zwar würde man rational als Käufer das Angebot mit dem geringsten Aufpreis kaufen, müsste dann aber 509 Euro investieren. Ich würde vermuten, dass sich kleinere Stückzahlen trotz etwas höheren Preise besser verkaufen.

Interessant wird die situation meines Erachtens, wenn zeitweilig gar keine neuen Angebote auf dem Erstmarkt sind. Dann wird bei neuen Anlegern die Tolerant für Aufpreise auf dem Zweitmarkt sicher höher sein, als zu Zeiten bei denen eigentlich nur Diversifikationsüberlegungen dafür sprechen auf dem Zweitmarkt zu einem geringen Aufpreis zu kaufen.

Letztendlich sind solche wie der von mir gemachten Gewinn das Ergebnis von Marktinffezienzen und -intransparenzen. Auch bei vielen P2P Kreditmärkten mit einem Zweitmarkt kann der Handel von Krediten genauso lukrativ oder gar noch lukrativer als die Anlage am Erstmarkt sein.

Ich werde jedenfalls weiter experimentieren und auch bei der nächsten Housers Immobilie schauen, ob ich einen sehr kurzfristigen Gewinn erzielen kann. Über den Fortgang werde ich im Forum weiter berichten.

Aktuell gibt es bei Housers einen Bonus. Wer sich anmeldet und mindestens 50 Euro investiert bekommt 50 Euro Bonus (Promo Code „PFH–REF–60778“,nicht auszahlbar, nur anlegbar). Update 11.08.: Aktuell gibt es bei Kartenzahlung 1% Cashback zusätzlich obendrauf (bis 19.08). Wird sofort gutgeschrieben. Und ein Festzinsangebot mit 10% Zinsen für 12 Monate für eine Immobilie in Valencia wird gerade gelistet.