Kredite von Privat an Privat – die wichtigsten Informationen – Update 2017

Sie brauchen schnelle, kompakte Informationen statt der detaillierten Tests, die dieser Blog publiziert? In diesem Artikel lesen Sie die wichtigsten aktuellen Tipps zum Thema P2P-Kredite. Wenn Sie einen Kredit aufnehmen möchten, haben Sie die Wahl zwischen folgenden Marktplätze für Kredite von Privatpersonen (P2P Kredit FAQ): Giromatch, Auxmoney und Smava. Bei diesen Anbietern kann der Kredit kostenlos beantragt werden. Gebühren fallen erst dann an, wenn die Kreditanfrage bewilligt wird und das Geld ausgezahlt wird. Es kann sinnvoll sein bei mehreren Plattformen parallel Kreditanträge zu stellen und abzuwarten wo die Zinsen und sonstigen Konditionen am Besten sind. Dabei besteht kein Risiko, denn Kreditnehmer haben bei dieser Form des Ratenkredites über das Internet ein 14-tägiges gesetzliches Widerrufsrecht.

Für Anleger kommen deutsche -z.B. Auxmoney – und internationale P2P Kreditmarktplätze wie z.B. Bondora , Estateguru, Saving Stream oder Investly für das Investment in Frage. Ergänzend sind meine Berichte über meine Erfahrungen als Anleger bei Bondora (meine Rendite dort betrug zuletzt über 15%) bzw. meine generellen Anleger Erfahrungen ggf. von Interesse.

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Euro
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Verwendungszweck
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gebunden
Effektiver
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Repr. Beispiel: Effektiver Jahreszins: 4,99%, Sollzins gebunden p.a.: 4,88%, Bearbeitungsgebuehr: 0,00%, Nettodarlehensbetrag: 10.000 Euro, 60 Raten, Gesamtbetrag: 11.268,29 Euro, Darlehensgeber/-vermittler: CreditPlus Bank AG, Augustenstr. 7, 70178 Stuttgart
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Repr. Beispiel: Effektiver Jahreszins: 3,99%, Sollzins gebunden p.a.: 3,91%, Bearbeitungsgebuehr: 0,00%, Nettodarlehensbetrag: 10.000 Euro, 60 Raten, Gesamtbetrag: 11.014,13 Euro, Darlehensgeber/-vermittler: norisbank GmbH, Reuterstr. 122, 53129 Bonn
* Werte für gewählten Zeitraum. Bitte beachten Sie die detaillierten Preisinformationen gem §6 PAngV, die Sie über den Infobutton erhalten. Alle Angaben ohne Gewähr, © financeAds.net

Mein Anspruch war immer die P2P Kredit Angebote durch eigene Anlage zu testen und so aus der Praxis zu berichten. Eine Fülle von Tipps finden Anleger im Forum. Es gibt auch eine große Tabelle mit über 30 P2P Kredit Anbietern im Vergleich aus Anlegersicht. Da es immer wieder Fragen zur Steuererklärung gibt – im Forum ist ein Steuer Gutachten verlinkt, das einer der Marktplätze in Auftrag gegeben hat.

Das war die Lendit Europe 2017

Der Tagungsort der Lendit Europe war derselbe wie letztes Jahr. Groß und international war es auch wieder – mehr als 1100 Teilnehmer aus 54 Nationen. Die Ausrichtung hat sich jedoch erheblich geändert. Lag vormals der Fokus nur auf P2P Krediten, ist er nun viel weiter gefasst, die Konferenz beschäftigt sich genereller mit Innovationen im Finanzsektor. Einen Überblick des Themenspektrums, das diskutiert wurde, gebe ich meinem Post auf P2P-Banking.


Renaud Laplanche sieht in seinem Vortrag ein sich beschleunigendes Wachstum des Online Lending

In diesem Post möchte ich mich nur auf den Bereich beschränken, der P2P Kredite betrifft. Wirklich bahnbrechende Nachrichten oder neue Trends gibt es nicht. Aber die Konferenz ist ungemein nützlich, da Vertreter fast aller Plattformen anwesend sind. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit habe ich zum Beispiel gesprochen mit Repräsentaten von Bitbond, Bondora, Dofinance, Estateguru, Iuvo, Fellow Finance, Flender, Funding Circle Deutschland, Landbay, Lendix, Linked Finance, Mintos, Mozzeno, Proplend, Twino, Relendex, Viainvest, Viventor und Zlty Melon. Und natürlich waren noch viel mehr Marktplätze dort und haben auch zum Teil präsentiert. Auxmoney und N26 haben erläutert wie beide von ihrer Zusammenarbeit bei der Kreditvergabe profitieren, das die Integration rund 2 Monate gedauert hat, sie aber rund 2 Jahre schon die Idee im Blick hatten bevor sie sie angegangen sind. N26 sieht Auxmoney als präferierten Partner für eine solche Kooperation auch in internationalen Märkten, sollte Auxmoney sich je zu einer Expansion entscheiden.

Ein in der Branche interessiert beobachteter Schritt ist auch die Beantragung einer Banklizenz durch Zopa – das ist jetzt nicht neu, sondern Zopa ist schon länger im Genehmigungsprozess, der rund 2 Jahre dauert, und ist nach Einschätzung des CEOs etwa halb durch. Übrigens hat Younited Credit – Frankreich – schon länger eine eigene Banklizenz. Diese Themen sind für die Branche wichtig und werden Einfluss auf die zukünftige Entwicklung haben – sind aber zugegebener Maßen relativ ‚High Level‘ und haben zumindest sehr kurzfristig keine Auswirkungen auf die Anlageentscheidungen privater Anleger in P2P Kredite.

Was gibt es also ganz konkretes Neues? Ein paar Punkte hatte ich ja schon im Forum in einzelnen Threads gepostet (Beispiel) bevor ich diesen Artikel schrieb.

Viele der osteuropäischen Plattformen habe ich darauf angesprochen, welche Schritte sie unternehmen, um das Kreditangebot zu erhöhen (viele Anleger im Forum bemängeln ja, dass sie ihre Gelder nur schleppend investieren können). Die meisten Plattformen sind in Gesprächen mit neuen Darlehensgebern, einen konkreten Termin wann die auf die Plattform kommen, konnte aber noch keiner nennen. Estateguru habe ich gefragt, ob wie im Forum gemutmasst die Absicht besteht, auch in Spanien aktiv zu werden. Antwort: sie sind in Gesprächen, spruchreif ist das aber noch nicht. Bondora sagte mir, dass sie in Finnland und Estland sehr viele von den Ausfällen automatisiert an die Gerichte übergeben haben. Da in Finnland ca. 3000 Fälle (aus einem längeren Zeitraum der Vergangenheit) in sehr kurzer Zeit übergeben wurden, waren die finnischen Gerichte dadurch kurzzeitig so überlastet, dass die Gerichte nur aufgrund dieser Fälle neues Personal zur Bearbeitung eingestellt haben.

Schließlich habe ich ein Panel moderiert, in dem es darum ging, wie (private) Anleger in der Eurozone in P2P Kredite zu einer möglichst guten Rendite investieren können. Eingeladen waren Pärtel Tomberg von Bondora, Patrick de Nonneville von Lendix, Antoni Airrikala von Fellow Finance und Peter O‘ Mahoney von Linked Finance.

Gesprochen haben wir über die Themen Renditen, Kreditauswahl, Ausfälle und was die Plattformen tun können, Zweitmarkt, Autoinvest, Qualität der vefügbaren Bonitätsdaten, welche Informationen sollten Anlegern zur Verfügung stehen, Expansion in neue Märkte und welche neuen Features/Produkte wollen sie launchen. Während die Plattformen schon sehr überzeugt sind, dass die Anleger bevorzugt Autoinvest nutzen sollten, räumte Pärtel Tomberg Fehlentscheidungen in der Vergangenheit bei der Einschränkung der Auswahlmöglichkeiten für Anleger ein. Auch die Frage wieviel Einzeldaten zu einem Kredit Anleger sehen wollen und künftig bekommen sollen gab es tendenziell unterschiedliche Meinungen.

Alle Sessions wurden aufgenommen, die Videos sind demnächst hier online anschaubar.

Vielleicht einfach mal stöbern, es waren z.B. auch da Lend (Schweiz) oder im Bereich hohe Risiken aber auch hohe Renditen, lohnt vielleicht als Kontrast mal ein Blick was z.B. Afluenta in Lateinamerika macht (Renditen um 20% für Anleger – in US$, nicht in lokaler Währung gerechnet). Für die Schweizer auch ganz unterhaltsam könnte sein, ob sie zukünftig auf Geldautomaten verzichten werden, und stattdessen Bares vom Kellner in der Bar ihres Vertrauens mit dem Drink gereicht bekommen. Dieser Pitch von Sonect hat in der Pitchit Competition sowohl den Jury Preis als auch den Publikums Preis bekommen. Das Video zur ‚Pitchit‘.

Schließen möchte ich mit einer geheimnisvollen Ankündigung. Als Abschluss des Panels habe ich jeden der Teilnehmer gefragt, woran ihre Plattform gerade arbeitet. Pärtel Tomberg ist schon immer ein Freund markanter Sprüche gewesen. Er sagte Bondora bringt später in diesem Jahr ein Produkt ‚that can destroy banks‚. Mehr dazu wollte er aber nicht verraten. Schauen wir also mal, ob dem Spruch noch Taten folgen.

Übrigens könnte es sein dass die Lendit nächstes Jahr in Deutschland stattfindet. In der Abschlussumfrage werden die Teilnehmer gefragt, ob sie Berlin, Frankfurt, Barcelona oder doch wieder London bevorzugen. Auch schon eine Folge des Brexit?

Lendit Aussicht
Blick aus dem Konferenzhotel; Intercontinental direkt an der Themse; bezeichnenderweise blickt man direkt auf die Bürotürme der Großbanken.

Seedrs Crowdinvesting – warum ich meinen Anteil an Seedrs in der aktuellen Runde aufstocke

Aktuell führt die britische Crowdinvestment Plattform Seedrs eine dritte Funding Runde durch. Mindestens 3 Mio. Pfund sollen bei einer Pre-Money Bewertung von 44 Mio. Pfund aufgenommen werden. Zunächst war die Runde für 2 Tage nur für Anteilseigner aus den vorherigen Runden geöffnet, damit diese die Chance hatten ihre Pre-Emption Rechte auszuüben. Seit heute morgen ist der Pitch auch für Investoren geöffnet die bisher nicht Seedrs Anteilseigner waren und in den letzten Wochen vorab ihr Interesse angemeldet hatten per Vorregistrierung. Aktuell haben bereits über 1500 Anleger mehr als 5 Mio. Pfund (ca. 5,7 Mio. Euro) in dieser Runde investiert. Die meisten davon sind Briten (und profitieren von den EIS Steuervorteilen), aber es sind auch sehr viele internationale Anleger dabei, unter anderem mehr als 50 Deutsche.

Ich hatte ja schon mehrfach geschrieben, dass das Seedrs Modell beim Crowdinvesting erhebliche Vorteile bietet. Zum Beispiel echte gleichberechtigte Unternehmensanteile (statt wie auf anderen Plattformen nur Nachrangdarlehen). Oder auch die Pre-Emption Rechte, die bei einer neuen Kapitalrunde, den Altaktionären ermöglichen ihr Investment aufzustocken, um eine Verwässerung ihrer Anteile zu vermeiden.

Ich bin seit der 2. Seedrs Runde, also seit 2015, Aktionär bei Seedrs – zwar mit einem Minianteil, aber diesen stocke ich in dieser Runde weiter auf.

Warum?

Ich bin mit der Geschäftsentwicklung von Seedrs in den letzten Jahren sehr zufrieden:

  1. Potential als Marktführer in Europa (je nach Betrachtungsweise ist Crowdcube größer; allerdings halte ich die Seedrs Entwicklung für deutlich vielversprechender als bei Crowdcube; auch an Crowdcube halte ich seit 2011 Anteile)
  2. Die Entwicklung und das Volumen ist um Längen besser als andere europäische Plattformen, seien es die deutschen oder die skandinavischen wie Invesdor oder FundedbyMe: Ich sehe gute Chancen dass Seedrs diesen Plattformen auch in ihren Heimatmärkten erhebliche Marktanteile abnimmt. In den letzten Monaten sind schon größere deutsche (u.a. Bonaverde) und niederländische Pitches bei Seedrs gelaufen
  3. Seedrs hat inzwischen einen funktionierenden Zweitmarkt – ein Novum im Crowdinvesting
  4. das Killer-Argument für mich aus Aktionärssicht ist das Carry

Was ist Carry?

Seedrs nimmt von allen Anlegern (außer im eigenen Pitch) eine 7,5% Gebühr, die auf realisierte Wertsteigerungen fällig wird. Beispiel: Wenn ich 100 Pfund in einen Pitch investiere, bei dem es nach 8 Jahren einen Exit gibt, in dem ich 1000 Pfund für meine Anteile bekomme, dann kassiert Seedrs 7,5% Gebühr auf die 900 Pfund Gewinn, die ich erzielt habe, also 67,50 Pfund Gebühr. Die meisten anderen Plattformen – auch Crowdcube finanzieren sich nur durch Gebühren von den Startups für erfolgreiche Fundings. Eine solche Gebühr von bis zu 6,5% nimmt Seedrs auch und sie ist auch als kurzfristige Einnahmequelle wichtig, langfristig spielt aus meiner Sicht aber die Musik in dem Potential, dass sich aus dem Carry ergibt. Der Großteil wird zwar erst bei einem Exit realisiert, aber kleinere Beträge werden schon bei den vielen Verkäufen auf dem Zweitmarkt fällig und Seedrs hat bereits bewiesen, dass es bei Bedarf möglich ist das Potential aus dem Carry teilweise zu verbriefen, also an institutionelle Anleger zu veräußern.

Ich finde mein Seedrs Invest daher vor allem aus folgendem Blickwinkel hochspannend:
Wenn ich in Crowdinvestment Kampagnen einzelner Startups investiere, muss ich hoffen, dass einige wenige extrem gut performen um mit dem Gewinn den ich mit diesen erziele die Verluste die ich aus den anderen die ausfallen deutlich überzukompensieren. Die Schwierigkeit liegt natürlich vor allem darin, dass ich vorher nicht wissen kann, wer die Outperformer sind.
Investiere ich aber in Seedrs selbst, dann profitiert Seedrs automatisch über das Carry an den sich super entwickelnden Startups. Und zwar an allen. Die Ausfälle dagegen schaden nicht. Sie generieren zwar kein Carry, aber da Seedrs kein Geld in Anteile an ihnen investiert, gibt es auch keine Verluste. Im Gegenteil, die Gebühren für das erfolgreiche Funding hat Seedrs ja direkt am Anfang dem Startup in Rechnung gestellt.

Natürlich ist ein Investment in ein Startup hochriskant. Es kann völlig anders ausgehen als erwartet bzw. erhofft. Im Fall von Seedrs schätze ich aber die Chancen im Vergleich zu den Risiken als aussichtsreich ein, auch unter Berücksichtigung der im Verhältnis zu den Umsätzen hohen Bewertung.

Einige Meinungen zum aktuellen Seedrs Funding gibt es auch in diesem Forum Thread.

Die Runde läuft noch. Seedrs hat noch nicht bekanntgegeben bei welchem erreichten Betrag sie sie schliessen werden.

 

 

Fellow Finance kooperiert mit Wirecard um im deutschen Markt Kredite anzubieten

Der finnische P2P Kreditmarktplatz Fellow Finance kooperiert mit der Wirecard AG und bietet nun in Deutschland Kredite an Verbraucher in Höhe von 1.000 bis 10.000 Euro an.
Allerdings mit einem anderen Geschäftsmodell als bei den finnischen und polnischen Krediten. Bei den deutschen Krediten können private Anleger nicht investieren.
Update: So steht es zumindest auf der deutschen Website explizit: ‚Über unser deutsches Kreditportal www.fellowfinance.de können derzeit nur private Kreditnehmer einen Kredit beantragen. Die Möglichkeit, in Kredite zu investieren, besteht auf der deutschen Plattform bislang nicht.‘. Allerdings kann man auf der finnischen Platform durchaus einen Autoinvest für deutsche Kredite anlegen.

Die deutsche Website Fellowfinance.de ist auch technisch komplett von der internationalen Platform getrennt und funktioniert somit als reiner Verkaufskanal für Kredite. Ich habe bei Fellow Finance nachgefragt, ob dies nur ein erster Schritt ist und langfristig auch der Ausbau in einen Kreditmarktplatz geplant ist.

Wie das Preis- und Leistungsverzeichnis zeigt sind die deutschen Kredite vergleichsweise teuer für den Kreditnehmer. Es fallen allein 3 bis 6 Prozent einmalige Vermittlungsgebühr an.

Wirecard unterstützt Fellow Finance, indem das Unternehmen seine deutsche Vollbank-Lizenz bereitstellt und einen komplett digitalen Kreditprozess ermöglicht. So erfolgen etwa die Identifikation des Kreditnehmers sowie die Unterschrift des Kreditvertrags elektronisch.

Aufgrund der regulatorischen Rahmenbedingungen unterliegt die Kredivergabe den Geschäftsbedingungen der Wirecard.

Jouni Hintikka, CEO von Fellow Finance, sagt: „Wir sind stolz über den Einstieg in den deutschen Markt, nachdem sich unser Geschäftsmodell in Finnland und Polen bereits bewährt hat. Wir freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit mit der Wirecard Bank als verlässlichen Partner.“

Thorsten Holten, Executive Vice President Sales Financial Institution and FinTech Europe, fügt hinzu: “Fellow Finance als Kunden gewonnen zu haben bedeutet, dass wir unsere Kooperationen im Bereich der alternativen Kreditvergabe durch einen internationalen Partner ausbauen. Mit unserer Expertise im Bereich Banking und Technologie helfen wir FinTechs wie Fellow Finance, einen bestmöglichen Einstieg in den Markt zu schaffen sowie ihr Geschäft schnell und einfach zu internationalisieren.“

 

Unverhofft 1,5% Rendite in 8 Tagen

Nun sagen wir besser, es war so nicht von vorneherein geplant. Aber von vorne. Letzte Woche Mittwoch habe ich mich bei der spanischen Crowdinvesting Plattform Housers angemeldet, um das Modell zu testen und vor allem um Erfahrungen zu sammeln. Auf die Plattform aufmerksam geworden war ich, weil ein anderer Anleger sie im Forum erwähnt hatte. Das Forum ist häufig eine Fundgrube für Erfahrungen und Neuigkeiten.

Die Anmeldung war schnell erledigt (zur Identifikation Scan hochladen) und die Einzahlung war per Kreditkarte schnell möglich (geht aber auch per SEPA Überweisung). Ich hab dann das erforderliche Minimum von 50 Euro geboten für die rechts abgebildete Immobilie. Diese ist in Barcelona und soll gekauft, renoviert, vermietet und in 60 Monaten wieder verkauft werden. Anleger partizipieren dabei sowohl an den Mieteinnahmen als auch an der hoffentlich eingetretenen Wertsteigerung bei Verkauf. Dieses von Housers als „Saving“ betitelte Modell ist nur eins der Modelle die Housers anbietet andere Kategorien funktionieren anders, z.B. mit festen Zinssätzen.

Die Plattform bietet eine Fülle von Informationen, sowohl zum Markt als auch zu den einzelnen Objekten.

Anders als viele deutsche Anbieter hat Housers auch einen Zweitmarkt, d.h. Anleger können Anteile an Immobilien der „Saving“ Kategorie auch untereinander handeln. Gestern wurde dieser dann für das Objekt Monec geöffnet und in meiner Übersicht erschien ein „Sell“ Button.

Oh! Das wollte ich natürlich auch ausprobieren. Gedacht, getan. Ich bot meine 50 Anteile zu einem Aufpreis von 1,74% gestern an. Und eben bekam ich die Nachricht per Email, dass sie verkauft wurden.
So wurden aus 50 Euro in 8 Tagen 50,78 Euro. (50,87 Euro Verkaufspreis minus 0,09 Euro Gebühr – die Verkaufsgebühr beträgt 10% des Gewinnes). 78 Cent sind jetzt in absoluten Zahlen kein spektakulärer Gewinn, aber es sind 1,56% Rendite in 8 Tagen. Nun brennt in mir die Frage, ob sich das mit größeren Beträgen wiederholen und optimieren lässt. Ja es ist riskant. Und ja es ist mehr Spekulation als bedachte Anlage.

Also mal betrachten. Auf das Jahr hochgerechnet mit der Internen Zinsfussmethode ergäbe das was ich gemacht habe eine jährliche Rendite von 102,6%. Das ist natürlich aus mehreren Gründen eine Milchmädchenrechnung:

  • Eine lückenlose Wiederanlage ist nicht möglich, da nicht dauernd neue Objekte gelistet werden
  • Nicht ständig wird sich so schnell ein Käufer finden
  • Je größer die Beträge, desto schwieriger wird es Käufer zu finden
  • Und vor allem: je mehr Anleger nach dieser Methode Rendite erzielen wollen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass es gar nicht klappt und die verkaufenden Anleger auf ihren Anteilen sitzen bleiben.

Monec Handel
Aktuelle Verkaufsangebote für Anteile der Immobilie Monec bei Housers 10.08. (für größere Ansicht klicken)

Im Moment stehen 4.260 Anteile der Monec Immobilie zum Verkauf. Ein Anteil ist dabei 1 Euro ursprüngliches Invest. 4.260 klingt jetzt viel, aber zum Einen war die Gesamtanlagesumme bei Monec 319.000 Euro, es stehen also gerade mal gut 1% der investierten Anteile zum Verkauf, zum anderen verlangen viele Verkäufer auf dem Zweitmarkt Mondpreise wie man in der obigen Ansicht sieht. Die Anteile sind nach Aufpreis sortiert. Das fängt mit moderaten 1% Aufpreis an. Ein Anleger will aber über 30% Aufpreis. Zudem kommt es auf die Größe der Pakete an, da diese nur als ganzes gekauft werden können. Zwar würde man rational als Käufer das Angebot mit dem geringsten Aufpreis kaufen, müsste dann aber 509 Euro investieren. Ich würde vermuten, dass sich kleinere Stückzahlen trotz etwas höheren Preise besser verkaufen.

Interessant wird die situation meines Erachtens, wenn zeitweilig gar keine neuen Angebote auf dem Erstmarkt sind. Dann wird bei neuen Anlegern die Tolerant für Aufpreise auf dem Zweitmarkt sicher höher sein, als zu Zeiten bei denen eigentlich nur Diversifikationsüberlegungen dafür sprechen auf dem Zweitmarkt zu einem geringen Aufpreis zu kaufen.

Letztendlich sind solche wie der von mir gemachten Gewinn das Ergebnis von Marktinffezienzen und -intransparenzen. Auch bei vielen P2P Kreditmärkten mit einem Zweitmarkt kann der Handel von Krediten genauso lukrativ oder gar noch lukrativer als die Anlage am Erstmarkt sein.

Ich werde jedenfalls weiter experimentieren und auch bei der nächsten Housers Immobilie schauen, ob ich einen sehr kurzfristigen Gewinn erzielen kann. Über den Fortgang werde ich im Forum weiter berichten.

Aktuell gibt es bei Housers einen Bonus. Wer sich anmeldet und mindestens 50 Euro investiert bekommt 50 Euro Bonus (Promo Code „PFH–REF–60778“,nicht auszahlbar, nur anlegbar). Update 11.08.: Aktuell gibt es bei Kartenzahlung 1% Cashback zusätzlich obendrauf (bis 19.08). Wird sofort gutgeschrieben. Und ein Festzinsangebot mit 10% Zinsen für 12 Monate für eine Immobilie in Valencia wird gerade gelistet.

 

Meine P2P Anlage bei Fellow Finance nach gut 8 Monaten

Auf dem finnischen P2P Kreditmarktplatz Fellow Finance gibt es 3 Arten von Krediten. Finnische Konsumentenkredite, polnische Konsumentenkredite und Kredite an finnische Firmen. Ich habe bisher nur Erfahrungen mit denen an private Kreditnehmer in Finnland gesammelt, denn nur diese habe ich im Portfolio. Heute nach gut 8 Monaten will ich über die Erfahrungen beim Aufbau meines Fellow Finance Portfolio berichten. Meine Rendite betrug gestern 9,7% – selbst berechnet in Excel gemäß (X)IRR. Das Dashboard zeigt 10,7%.

Das Minimum Gebot beträgt 25 Euro. Die Kredite sind nach Bonitäten klassifiziert von 5 Stern (sehr gute Bonität) bis 1 Stern. Die Laufzeiten liegen meist bei 12 bis 60 Monaten

Vorteile

  • sehr viele Informationen und Einstellungsmöglichkeiten
  • keine Gebühren für Anleger (ausser 1% für Zweitmarktverkäufe)
  • schon länger am Markt, Erfahrungen/Angaben zu den Ausfallraten
  • ausgefallene Kredite werden zu 70% des ausstehenden Betrages an ein Inkassounternehmen verkauft (nur bei finnischen Konsumentenkrediten!). D.h. Anleger tragen effektiv nur 30% der ausgefallenen Kreditsumme

Nachteile

  • es dauert sehr lange bis das Kapital investiert ist (cash drag)
  • die Website reagiert häufig sehr langsam

Meine Fellow Finance Erfahrungen bisher

Ich habe Ende letzten Jahres begonnen ein Portfolio aufzubauen (mein aktueller Stand ist in der Grafik ganz unten im Artikel). Und zwar ausschließlich per Autoinvest. Über die Zeit habe ich nach und nach 10Tsd Euro eingezahlt. Es dauert sehr lange bis das Geld investiert ist, denn viele Gebote des Autoinvest kommen nicht zustande und werden storniert bevor das Geld an den Kreditnehmer ausgezahlt wird. So lag häufig bis zu 10% meines Kapitals univestiert.

Meine Autoinvest (heisst bei Fellow Finance Allocator) Einstellungen sehen aktuell so aus


Klicken für größere Ansicht

Die Einstellungen sind so zu lesen, dass der Autoinvest für mich zum Beispiel in 3 Sterne Kredite investieren soll, wenn der Zinssatz 16% oder höher ist (required rate). Aktuell liegt der Marktzins (Market rate) für diese 3 Sterne Kredite auch bei 16%), so dass ich Chancen habe Kredite zugeteilt zu bekommen. Das ist allerdings nicht so einfach wie es aussieht, sondern erfordert m.E. Finetuning. Zum einen flukturiert die Market Rate alle paar Tage und wenn meine Einstellung für eine Bonitätsstufe über der Market Rate liegt, dann wird nicht investiert. Zum anderen werden viele kleine Kredite unter der Market Rate gefüllt und nur Kredite mit großen Beträgen werden teilweise noch zur market rate gefüllt. Das liegt daran, dass der Algorithmus bei jedem Kredit zunächst die Autoinvest Gebote der Anleger mit den niedriegsten gebotenen Zinssätzen nimmt, und sich dann langsam hocharbeitet bis der Kredit voll ist.

Aktuell setzt sich mein Portfolio also überwiegend aus Krediten mit 3 und 4 Sternen zusammen, gefolgt von 2 Sternen. Rechts sind die Ausfälle zu sehen (realized credit loss).

Meine Kredite geraten relativ häufig in Verzug, zahlen dann aber einige Tage nach dem Termin nach. Bisher habe ich 2 ausgefallene Kredite (realized), die an das Inkassobüro verkauft wurden, und 14 Kredite (238 Euro offen), die 30 Tage überfällig sind, und von denen somit ein guter Teil vermutlich auch als Ausfall enden wird.

Ich werde jetzt nicht mehr weiter aufstocken, sondern beobachten wie mein Invest sich entwickelt.

Wie können Anleger bei Fellow Finance Geld einzahlen?

Per SEPA Überweisung

Was ist der Minimalbetrag für eine Anlage?

25 Euro pro Gebot. Um eine gute Diversfikation zu erreichen sollte jedoch am Besten in mindestens 100 verschiedene Kredite angelegt werden, d.h. ab ca. 2.500 Euro Anlagekapital wird Fellow Finance interessant

Wie hoch ist der Zinssatz den Fellow Finance Anlegern zahlt?

Je nach Kreditart und Bonität unterschiedlich. Bei finnischen Verbraucherkrediten aktuell  bis 22%

Ab wann zahlt Fellow Finance?

Erst ab dem Datum ab dem der Kredit läuft. Zwischen Gebot und Beginn können durchaus Wochen liegen, in denen das Geld unverzinst ist.

Wann werden Zinsen ausbezahlt?

Monatlich, der Zahltag ist bei jedem einzelnen Kredit ein anderer Tag im Monat (ist in der Einzelkredit ansicht zu sehen)

Wie hoch sind die Fellow Finance Gebühren für Anleger?

Keine, außer 1% für Verkäufe am Zweitmarkt

Wie lang ist die Laufzeit der Fellow Finance Kredite?

Meist 12 bis 60 Monate

Mit welche Sicherheiten sind die Fellow Finance Kredite abgesichert?

Es handelt sich um unbesicherte Kredite

Gibt es einen Fellow Finance Zweitmarkt?

Ja, mit sehr vielen Einstellungsmöglichkeiten. Es kann mit Ab- und Aufschlägen gehandelt werden. Man kann auch Teile von Krediten zum Verkauf stellen. Man kann als Käufer dem Verkäufer Gegengebote machen. Und es ist möglich, den Autoinvest so einzustellen, dass er auch am Zweitmarkt kauft (hab ich nicht)

Was ich an Fellow Finance interessant finde:

Fellow Finance bietet mit die Möglichkeit in finnische P2P Kredite zu investieren, bei relativ hohen Zinsen und überschaubaren Ausfallraten. Allerdings erfordert, dass etwas Monitoring und kontinuierliches Nachjustieren des Autinvests.

Was ich an Fellow Finance nicht mag:

Es dauert sehr, sehr lange Kapital zu investieren. Die ersten 1-2 Monate können Anleger als zum Teil unverzinst vergessen. Die Website ist meist langsam und einzelne Wörter und Sätze sind nicht übersetzt. Anfänger werden m.E. sehr lange brauchen, bis sie sich zurechtfinden.

Sehr viele Erfahrungen, Meinungen, Fragen, Antworten, Tipps und Tricks von Anlegern gibt es in Fellow Finance Forum Beiträgen.

Fellow Finance Anlage
Meine Fellow Finance Anlage – klicken für größere Darstellung

Investieren bei DoFinance – so geht die Anmeldung und mein Test Investment

DoFinance ist ein lettischer Anbieter, der den Anlegern 6 bis 12% Zinsen auf Konsumentenkredite zahlt. Im Moment werden nur Kredite aus Polen gelistet. DoFinance ist Teil der Alfa Finance Group, die seit 2015 tätig ist. Für alle Kredite hat der Anbieter eine Rückkaufgarantie (Buyback guarantee), ausgesprochen -alle Kredite die mehr als 30 Tage überfällig sind, werden zurückgekauft, der Anleger erhält trotzdem Zinsen.

Ich hatte schon vor 2 Monaten ein Interview mit DoFinance auf P2P-Banking gebracht. Inzwischen gibt es die DoFinance Website auch mit einem deutschen Interface.

Meine DoFinance Erfahrungen bisher

Die Anmeldung war problemlos. Daten eingeben, Scans vom Personalausweis hochladen und in weniger als einer halben Stunde war ich freigeschaltet. Für meinen Investment Test habe ich dann 200 Euro per SEPA Überweisung transferiert. Schon am nächsten Tag erhielt ich eine Benachrichtigungsemail, dass das Geld in meinem Account zur Verfügung steht.

DoFinance Einzahlung
Daten für die Einzahlung – klicken für größere Ansicht

Als nächster Schritt kam dann die Anlage. DoFinance verfolgt einen Ansatz, der sich von den meisten Marktplätzen unterscheidet. Der Zinssatz ist abhängig, von den Bedingungen und den Rückzahlungsmodalitäten für die sich der Anleger entscheidet.


Übersicht der Konditionen -klicken für größere Darstellung

Entscheidet sich ein Anleger für eine manuelle Auswahl von Krediten für den Invest gibt es lediglich 6% Zinsen. Ebenfalls 6% Zinsen erhalten Anleger, die den Autoinvest nutzen, aber jederzeit vorzeitig ihre Kredite wieder verkaufen wollen und Tilgung und Zinsen direkt erhalten wollen. Den höchsten Zinssatz von 12% bekommt wer bereit ist sich längerfristig zu binden. Ein vorzeitiger Ausstieg ist dann zwar mit einer Ankündigungsfrist von 28 Tagen immer noch möglich, aber in dem Fall gibt es keine Zinsen.

Zu beachten ist, dass die Kredite alle endfällig sind.

Ich habe mich für den Test für die 8% Variante entschieden. Dies bietet mir die Möglichkeit mit 28 Tagen Ankündigung jederzeit mit Zinsen auszusteigen (oder mit 14 Tagen Ankündigung bei Verzicht auf die Zinsen.

Wer sich ganz sicher ist, alle Kredite bis zum Ende der Laufzeit halten zu wollen, der kann sich für die Variante mit dem höchsten Zinssatz entscheiden.

Nachdem ich meinen Autoinvest aktiviert hatte, wurde mein Invest zügig auf 20 polnische Kredite, alle mit einer Laufzeit von einem Monat verteilt.

Dofinance Kredite
Diese DoFinance Kredite sind jetzt in meinem Portfolio -klicken für größere Anischt

Sollte es immer nur so kurzlaufende Kredite geben, ist die Entscheidung welchen Autoinvest ein Anleger nutzt, natürlich nicht so schwerwiegend. Vom Design her scheint es übrigens möglich zu sein, mehrere unterschiedliche Autoinvests einzurichten und zu nutzen.

Wann ist Dofinance gestartet?

DoFinance ist eine sehr junge Plattform und Anfang 2017 gestartet.

Was ist der Minimalbetrag für eine Anlage?

Der Mindestbetrag liegt bei 10 Euro.

Ab wann zahlt Dofinance Zinsen?

Ab Invest (Zuteilung der Einzelkredite über den Autoinvest)

Wann werden Zinsen ausbezahlt?

Bei Fälligkeit (oder bei Ausübung des Buybacks, oder je nach Bedingungen bei vorzeitiger Kündigung durch den Anleger)

Wie hoch sind die Dofinance Gebühren für Anleger?

Es gibt keine Gebühren für Anleger

Mit welche Sicherheiten sind die Dofinance Kredite abgesichert?

Mit der Rückkaufgarantie des Plattform-Betreibers. Ansonsten sind es unbesicherte Konsumentenkredite

Gibt es einen Dofinance Zweitmarkt?

Nein, aber der Marktplatz ist so struktuiert, das ein vorzeitiger Ausstieg durch den Anleger möglich ist, siehe Beschreibung oben.

Mehrere Anleger diskutieren bereits im Dofinance Forum auf P2P-Kredite.com

 

 

 

Bondora Portfolio Pro – mehr Einstellmöglichkeiten für den Autoinvest

Gestern erhielt ich ein Email von Bondora, in dem ein Bondora Portfolio Pro Feature beworben wurde. Es handelt sich um einen Autoinvest (Portfolio Manager) mit mehr Einstellmöglichkeiten. Eingestellt werden kann nun unter anderem das Land, die Bonitätsstufe und die Laufzeit der Kredite, in die der Bondora Autoinvest investieren soll.

Damit vollzieht Bondora eine Kehrtwende. Wir erinnern uns: detaillierte Einstellmöglichkeiten gab es früher schon, bevor Bondora sie abgeschafft hatte, um es für die Anleger „einfacher“ zu machen.

Links stellt der Anleger seine Vorgaben ein und bekommt rechts dann direkt einen Überblick, wieviele passende Kredite zu diesen Kriterien ungefähr pro Monat auf den Markt kommen.

Eine Diskussion im Forum ergab, dass das Portfolio Pro Feature im Moment nur für einige Nutzer ferigeschaltet ist. Ist ja auch Beta.

Bondora Portfolio Pro Beta
Screenshot Bondora Portfolio Pro – für größere Ansicht klicken

 

Interview mit Julian Sametinger, COO von Zuper

Hinweis: Zuper nimmt gerade in einer Crowdinvesting Kampagne 500.000 Euro auf (für 10,42% der Firmenanteile). Das Minimum Investment, um in diesem Pitch Zuper Anteile zu erwerben, beträgt 17,20 Euro. Das Pitch Video ist unter diesem Interview zu sehen.

Was ist Zuper?

Zuper ist ein intelligenter Finanzassistent, der Nutzern hilft, Kontrolle über ihre Finanzen zu gewinnen und ihre finanzielle Gesundheit zu verbessern.

Für die, die noch nie von PSD2 gehört haben: Kannst Du kurz erläutern, was das bedeutet und inwiefern es die Beziehung zwischen Kunde und Bank neu definiert?

PSD2 ist eine neue Regulation der Europäischen Kommission, die darauf abzielt, den Wettbewerb im Retail-Banking zu verstärken und Banken zu mehr Innovation zu bewegen. Der Kunde soll wieder in den Mittelpunkt gerückt werden. Deshalb müssen Banken unter PSD2 auch anderen anerkannten Dienstleistern im Namen des Nutzers Zugriff auf dessen Konto gewährleisten. Das ermöglicht innovativen Firmen wie Zuper, ihre große Stärke in der Kundenorientierung auszuspielen.

PSD2 und Aggregation sind ein Trendthema. Was ist Euer USP gegenüber der Konkurrenz?

Zuper hat es sich zum Ziel gemacht, der erste wirklich persönliche Finanzassistent zu werden, der echten Mehrwert kreiert. Uns geht es vor allem darum, die finanzielle Gesundheit unserer Nutzer zu verbessern und Finanzbildung weiter voranzutreiben. Heutzutage lernt man in der Schule und in der Universität so ziemlich alles – aber nicht, wie man mit Geld umgeht!

Es gibt meines Erachtens (bisher) deutlich mehr angloamerikanische Startups, die Aggregation von Finanzdaten bieten, als im deutschsprachigen Raum. Warum ist das so?

Das liegt vor allem an der stärkeren Thematisierung der persönlichen Finanzen in diesen Ländern. Dort gibt es vom Bestseller-Buch bis hin zur TV-Show ein viel breiteres Angebot und mehr Nachfrage zu dem Thema. In Deutschland vertraut man beim Thema Geld eher darauf, dass andere das schon für einen regeln. Allerdings sollte man spätestens seit den letzten beiden Finanzkrisen wissen, dass man sich darauf nicht verlassen kann.

Julian Sametinger, ZuperIm Pitch schreibt ihr: ‘Eventually, we want to provide a loan platform that will enable reverse-auctioning for lenders to bid on loan requests.’. Wer bietet da? Sind das Banken, institutionelle Anleger oder auch private Anleger (also P2P Kredite)?

Zu Beginn werden es nur ein paar Banken sein, aber im endgültigen Stadium soll die Plattform für alle zugänglich sein. Nur wenn Privatpersonen im Verbund gegen Banken bieten können, werden Banken zu echter Innovation und Wertkreierung gezwungen.

Wie wollt ihr neue Nutzer gewinnen? Ist die Kundenakquisition in diesem Segment mit hohen Marketingkosten verbunden?

Wir gewinnen viele neue Nutzer über Empfehlungen. Die Kundenakquisition in diesem Segment ist normalerweise recht hoch, aber umso mehr Leute die App ihren Freunden zeigen, weil sie damit Geld gespart haben oder etwas gelernt haben, desto niedriger die Kosten. Daher konzentrieren wir uns voll und ganz auf die Wertschöpfung für den Nutzer.

Warum habt ihr Euch für Seedrs als Plattform für Eure Crowdinvesting Runde entschieden?

Seedrs ist die führende Plattform im Bereich des Crowdfunding und hat uns von Anfang an super unterstützt. Darüber hinaus erhalten wir viele hilfreiche Ressourcen und tolle Unterstützung.

Warum sollen Investoren genau in Euren Pitch investieren und nicht in einen der anderen Fintech Pitches bei Seedrs?

Wir sind das erste Fintech-Unternehmen, bei dem sich alles um den Nutzer dreht. Wir verdienen nur dann etwas, wenn der Nutzer spart – das motiviert uns, echten Wert zu schaffen. Viele andere Unternehmen haben ein Produkt, das sie an den Nutzer verkaufen wollen. Wir glauben, dass Menschen sich nach einer Möglichkeit sehnen, zuverlässige Hilfe in ihrem Sinne zu erhalten und dass dieses Alleinstellungsmerkmal uns weiter wachsen lassen wird.

P2P-Kredite.com dankt Julian Sametinger für das Interview.

Das Video zum aktuellen Zuper Crowdinvestment Pitch

Warnhinweis: Investment in Startups birgt hohe Risiken und kann zu Totalverlust der Anlage führen

Collateral P2P Plattform mit bis zu 14 Zinsen – Test und Erfahrungen

Collateral ist eine junge, britische P2P Kreditplattform. Gestartet im letzten Jahr mit Pfandkrediten (Schmuck, Kunst), kamen später Autokredite und heute sehr viele Immobilienkredite dazu.

Vorteile

  • sehr hohe Zinssätze für Anleger (derzeit 12-14$)
  • unterschiedliche Kredittypen
  • kurze Laufzeiten (6-12 Monaten)
  • keine Gebühren für Anleger
  • Zweitmarkt

Nachteile

  • sehr junge Plattform
  • wenig Informationen zu den Ausfallraten
  • kein Autoinvest

Meine Collateral Erfahrungen bisher

Ich habe noch keine Collateral Erfahrungen gesammelt. Obwohl mir die Plattform schon länger bekannt ist, habe ich mich erst vor Kurzem bei Collateral angemeldet. Ich habe inzwischen bei Lendy mein Investitionslimit erreicht und neben Moneything ist Collateral eine Plattform bei der ich eine Aufstockung meines britischen Portfolios erwäge.

Wann ist Collateral gestartet?

Collateral ist seit 2016 live

Anmeldung

Die Anmeldung bei Collateral ist auch für Anleger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz möglich und geht relativ fix. Einfach die Online Anmeldung ausfüllen und im letzten Schritt Scans von Personalausweis und Pass hochladen sowie eine Energieversorgerrechnung, die nicht älter als 3 Monate ist. War bei mir binnen 2 Stunden geprüft und freigeschaltet. Allerdings kamen dennoch SMS und Emails die mich aufforderten Dokumente hochzuladen (obwohl ich in anderen Emails die Bestätigung meiner Freischaltung erhielt.)

Wie können Anleger bei Collateral Geld einzahlen?

Einzahlungen sind per Überweisung möglich. Ein Bankkonto in UK ist nicht Voraussetzung, ich emfehle aber ein Transferwise Borderless UK Konto zu eröffnen – das erleichtert spätere Transfers von einer UK Plattform zur anderen.

Was ist der Minimalbetrag für eine Anlage?

Es gibt weder für Einzahlung noch für die Anlage einen Mindestbetrag

Wie hoch ist der Zinssatz den Collateral Anlegern zahlt?

Bis zu 14% Zinssatz

Ab wann zahlt Collateral Zinsen?

Sofort ab Gebot

Wann werden Zinsen ausbezahlt?

Zinsen werden jeweils am Ersten jeden Monats bezahlt.

Wie hoch sind die Collateral Gebühren für Anleger?

Es gibt keine Gebühren für Anleger.


Auszug aus der Liste der Collateral Kredite

Wie lang ist die Laufzeit der Collateral Kredite?

Unterschiedlich. In der Regel 6 bis 12 Monate. Verlängerungen sind möglich.

Mit welche Sicherheiten sind die Collateral Kredite abgesichert?

Es gibt Pfandkredite, bei denen das Pfand eingelagert wurde. Und andere Pfandkredite ‚Grouped Assets‘ bei denen lediglich eine Schuldverschreibung eine Gruppe von Krediten besichert. Die Immobilien sind durch eine Grundschuld abgesichert.
Es gibt allerdings keinen Provision Fund.

Gibt es einen Collateral Zweitmarkt?

Ja, ohne Gebühren.

Was ich an Collateral interessant finde:

Collateral ist eine weitere britische Plattform mit hohen Zinssätzen, die keine Gebühren von Anlegern verlangt. Der Zweitmarkt bietet eine gewisse Liquidität. Zudem sind die Kreditlaufzeiten kurz.

Diskussionen zu Collateral im Forum lesen.

Kommt der erste Fall bei Mintos bei dem Zahlungen trotz Rückkaufgarantie ausfallen?

Bei Mintos werden viele Kredite mit einer sogenannten ‚buyback guarantee‘ (übersetzt ‚Rückkaufgarantie‘) angeboten. Viele Anleger gehen irrtümlich davon aus, dass es dann kein Ausfallrisiko mehr gibt. Aber diese ‚Garantie‘ ist natürllich nur so gut wie die Finanzlage es demjenigen, der sie gibt, erlaubt sie auch zu halten. Und ausgesprochen wird die ‚Garantie‘ von dem ‚loan originator‘ (übersetzt ‚Darlehensgeber‘), der ja ein Interesse hat, dass die Anleger seine Kredite finanzieren. Ein Interessenskonflikt? Bisher hatte das reibungslos funktioniert. Nun zeichnen sich das erste Mal Probleme ab und es wird interessant zu beobachten, wie Mintos als Marktplatz mit den Schwierigkeiten umgeht.

Was ist passiert? Der Loan Originator Eurocent hat anscheinend Zahlungsschwierigkeiten. Wie andere Darlehensgeber finanziert sich Eurocent nicht nur über Mintos, sondern auch durch die Ausgabe von Anleihen am Kapitalmarkt. Am 08.06. wäre die Zahlung auf eine solche Anleihe fällig gewesen, Eurocent konnte sie aber mangels Mittel nicht leisten.

Mintos hat jetzt mitgeteilt, dass keine neuen Eurocent Kredite mehr vergeben werden und dass der Handel mit Eurocent Kreditanteilen auf dem Zweitmarkt eingestellt werden, bis die Probleme gelöst sind.

Laut Mintos Kredit Statistik sind Eurocent Kredite in Höhe von 536.000 Euro noch zurückzuzahlen.

Weitere Informationen, Quellen, das ganze Statement von Mintos und Diskussionen im Forum in dem Eurocent Thread.